Beiträge von Climbingfreak

    Hallo ihr lieben,


    das war ja nicht schwer. Die meisten von euch haben den Pilz quasi sofort und trotz des verpatzen Jokers :shy: richtig erkannt. :thumbup:


    Es ist Exidia gandulosa/Exidia truncata, der Abgestutze Drüsling. Ansonsten gibts über den Pilz nicht viel weiter zu sagen. Mir ist bei solchen Rätseln immer wichtig auch mal etwas unbekanntere Gruppen/Gattungen mal mit reinzunehmen, weil sich die Gruppen/Gattungen ansonsten zu recht diskriminiert fühlen. Pilze haben auch Gefühle. ;)



    Die Punkteliste werde ich an dieser Stelle in 2-3 Tagen posten. Ich hatte einen sehr anstrengenden Tag heute. Immerhin wurde meine Arbeit auf einer Streuobstwiese mit 10 l leckerstem Apfelsaft von meiner neuen Lieblingsapfelsorte belohnt. :yumyum:


    Platzierungstabelle:



    1. 50 Romana (+ 10)
    2. 48 Safran (+ 10)
    3. 46 Beorn (+ 10)
    4. 43 Anja (+10)
    5. 38 EberhardtS, JanMen (+ 8, + 10)
    6. 37 nochnPilz (+ 8)
    7. 28 Engelchen, Texten (+ 10, + 8)
    8. 34 Lupus (+ 10)
    9. 31 Goldröhrling (+ 3)
    10. 26 Joe83 (+ 10)
    11. 25 Brasella (+1 0)
    12. 23 beli1 (+ 0)
    13. 10 Linnea (+ 10)


    [hr]


    Runde 6:



    Es wird wieder etwas schwerer; aber nur etwas. :evil: Das nächste Rätsel wird dann was ganz besonders feines. Lasst euch mal überraschen. :cool:

    Joker:


    Video 1



    Video 2


    l.g.
    Stefan

    [font="Arial"]Ich habe zusammenfassen folgende ungeklärte Fragen zum Thema, die ich hier mal zur Diskussion stelle –“ vielleicht weiß der eine oder andere Experte dazu etwas:[/font]


    • [font="Arial"]gibt es ein Typus-Sequenz-Verzeichnis?[/font]
    • [font="Arial"]Ascos: Wie funktioniert das nun genau mit dieser Kultur, das heißt –“ wie können wir Praktiker das mit einigermaßen vertretbaren Aufwand nutzen? Wo bekommt man die Materialien dazu her (falls man es selber machen will) und schadet es der Kultur wenn sie per Post verschickt wird?[/font]
    • [font="Arial"]welche der vielen bekannten Berechnungs-Methoden von Phylogrammen ist üblich bei Pilzen?[/font]
    • [font="Arial"]bringt es überhaupt etwas ein Phylogramm zu erstellen wenn man nur einen Teil der DNA verwendet –“ also die ITS-Region. Denn: es ergeben sich logischer Weise vollkommen andere Bäume mit der ITS-Region im vergleich zu dem kompletten Genom. Das gleiche gilt für Bootstrap-Werte. Der Logik nach könnte man aus ITS-Regionen weder ein richtiges Phylogramm machen, noch korrekte Bootstrapwerte, Abstandswerte, Unterschiedswerte usw. berechnen, denn man lässt den Rest des Genoms ja einfach weg. [/font]

    [font="Arial"]Beste Grüße[/font]
    Dieter


    Hi,


    meine Antworten zu den Fragen in aller Kürze:


    1. meines Wissens kein allgemeines; in diversen Gattungsmonographien kann dazu aber was stehen; ist dann aber nur für die jeweilige Gattung
    2. das ist tricky. Du brauchst ein entsprechendes steriles Nährmedium, meistens Malzagar oder PDA und beimpfst diese mit Pilzfragmenten, Sporen, mit phytopathogenen Pilzen befallenen Pflanzenteile/Samen usw. unter mehr oder minder sterilen Bedingungen und hoffst auf Reinkulturen. Wenn keine rauskommen, musst du von den Kolonien was abimpfen und auf neues Nährmedium bringen und hoffen, dass dort dann eine Reinkultur rauskommt. Das kann durchaus dauern (mehrere Überimfungen). Die Platten kannst du bei Raumtemperatur lagern und nach 7-10 Tagen siehst du dann Kulturen, die du mikroskopieren musst und ggf. bestimmen kannst.


    Einige dieser Pilze kannst du nur mit sehr viel Mühe und Erfahrung bestimmen: Penicillium, Alternaria, Cladosporium und Fusarium um mal die Klassiker zu nenen. Eine Artdiagnose ohne Sequenzierung ist da sehr schwierig bis unmöglich ( für Cladosporium).


    3. mach ich mich mal schlau. Ich hab leider meine händischen Aufzeichnungen von dem Sequenzierkurs bisher nicht wiederfinden können. :shy:


    4. Das ist genau der Punkt. Das komplette Genom wurde von den meisten Pilzarten meines Wissens noch gar nicht "aufgeschlüsselt". Es sind da meistens nur die ITS-Regionen bekannt. Innerhalb einer Gattung/Familie mag ein phyllogenetischer Stammbaum über die ITS-Region eine gute Möglichkeit/Modell sein. Im Endeffekt wird es die Zeit und neue wiss. Erkenntnisse zeigen, inwieweit die ITS-Region dazu taugt Verwandtschaftsverhältnisse herauszufinden.



    Hallo zusammen


    Was ich mich schon seit längerem Frage. Wer macht denn überhaupt Sequenzen bzw. wo kann man seine Proben zum Sequenzieren hinschicken ?
    Bisher habe ich nur von diesem Services in Spanien gehört, der Sequenzierungen gegen Aufpreis macht. Gibt es so etwas auch in Deutschland ?


    VG : Thorben


    Hallo Thorben,


    klar bieten das auch Firmen in Deutschland an. Über die DGfM/ZMykol gibt es sogar die Möglichkeit über eigener Ideen/Projekte einer kostenlosen Sequenzierung.


    l.g.
    Stefan

    Hi Nando,


    sag mal willst du uns veralbern? Die Bilder stammen bestimmt vom letzten Jahr oder? :evil: :saint: :giggle:


    Ok, kleiner Scherz. Hier im Dresdner Raum müssen wir bestimmt noch 2 Wochen warten, bis die kommen. Hier zeigen sich gerade zaghaft die ersten Schneeglöckchen.


    l.g.
    Stefan

    Hallo Willy,


    hier in Dresden sind gerade die ersten Schneeglöckchen am kommen und sonst blüht hier noch nix. Ich hoffe bald auf die ersten Krokusse. Zum Thema "Westpolen": Ingo ist ein kleiner Scherzbold. Er hat auch unlängst Pablos Heimat (Mannheimer Raum) als Norditalien bezeichnet. :D Oh das war auch in den Thread. :)


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    interessante Thematik. Das ist aber auch wirklich ein Hauptkritikpunkt, den ich schon 2013 mit Toffel mal diskutierte. Damals hatte ich von Pilzen noch bei weitem nicht so viel Ahnung, dafür aber von der Genetik/Gentechnik. Bis jetzt läuft da sehr viel über die ITS-Sequenz. Das mag vielleicht bei vielen Lamellenpilzgattungen Sinn machen; aber nicht immer und überall. Die ganzen ersten Hebelomen-Untersuchungen für das neue Fungi Europaei Hebeloma-Werk waren ziemlich ernüchternd, weil alle die gleiche ITS-Sequenz hatten. Es musste erstmal eine Sequenz gefunden werden, mit welcher sich auch die Arten trennen liesen. Wenn eine Pholiota-Art und eine Tricholoma-Art sehr ähnliche ITS-Sequenzen haben, ist es einmal mehr umso wichtiger, dass dort zu dem sequenzierten Fund auch die makro- und mikroskopischen Merkmale erfasst und irgendwo zu dem Fund auch öffentlich hinterlegt werden. Zudem kann man dann auch nicht ohne weiteres auf Verwandtschaftsverhältnisse schließen.


    Was man zu dem Thema auch noch wissen muss. Wir reden hier von Sequenzen einzelner DNA-Abschnitte. Nicht vom Gesamtgenom.
    Es ist, wie Dieter schon sagte. Wir wissen zu wenig; aber das wenige Wissen wenden wir auch ohne zu viel zu hinterfragen auch an.


    Übrigens hatte Heinrich Dörfelt mal einen interessanten Vortrag zu dem Thema. Er meinte nur ganz plakativ: "Es gibt keine Arten". :D Er hat auch in gewisser Weise damit recht. Der Mensch hat den Drang alles in Schubladen zu stecken; nur die Natur lässt sich nicht immer in Schubladen stecken.


    l.g.
    Stefan

    Hi Christian,


    sehr schöne Funde und endlich mal wieder ein paar operculate Becher, die nicht zur Gattung Sarcocypha gehören. :sun: Die sind mir wesentlich lieber als die inoperculaten. :D
    Darf ich fragen, wer die Funde mikroskopiert hat?


    l.g.
    Stefan

    Hallo,


    schöner Bericht Beli. :thumbup:


    Noch mal ein paar kurze Fragen in die Runde. Ich kenne ja leider "nur" die Standard-Boleten. :shy: Darf denn Boletus appendiculatus überhaupt blauen? Ich meine mich zu erinnnern, dass die Art nicht blaut.


    Beim fraglichen Kandidaten im Startbeitrag habe ich zuerst auch an Caloboletus radicans gedacht (u.a. auch aufgrund des starken Blauens auf Druck). Auch noch mal ne Frage dazu. Darf der in der Stielbasis auch eine rote Zone in der Trama haben?


    l.g.
    Stefan

    Hallo Joe,


    schöne Anfrage und bestimmt interessante Funde. :thumbup: ich wage aber mal zu behaupten, ohne mich wirklich bei den Rindenpilzen/resupinaten Porlingen auszukennen, dass deine Funde ohne Mikro nicht bestimmbar sind. Selbst Leute wie Tomentella-Frank können nur wenige Corti-Funde makroskopisch sicher ohne mikroskopische Untersuchung sicher bestimmen.


    l.g.
    Stefan


    Edit: Pablo war mal wieder schneller, sonst hätte ich mir die ausführliche Erklärung gespart. :D

    Hallo Heide,


    der Tipp ist angekommen und wird noch gewertet. Ich würde dann morgen Abend auflösen, wenn das allen recht ist; allerdings kann ich die Punktetabelle erst Sonntag oder Montag nachreichen. Ich hab am WE einiges um die Ohren.


    l.g.
    Stefan

    Hi,


    zu dem Thema Judasohren einweichen hab ich vor Jahren auch mal einen nicht ganz ernst gemeinten Beitrag geschrieben. :evil:


    Ansonsten kann ich noch zum Thema beitragen, dass ich Judasohren für sehr dankbare, leicht zu erkennende und quasi unverwechselbare Kartierungsobjekte halte. Gegessen habe ich die noch nie (außer denjenigen, die ich in Asia-Restaurants bekommen hab). ;)


    l.g.
    Stefan

    Hi,


    danke für die Aufklärung der Phäle. Ich wusste gar nicht, dass es Fichtenhecken gibt und für die Trill-Werbung bin ich nicht nur zu jung, sondern auch im falschen Staat aufgewachsen, wenn ihr versteht, was ich meine. ;)


    l.g.
    Stefan


    P.S. Affäre ist nicht. :nana:


    Das heißt, dass wir keinen Kreisel brauchen, aber dafür abstutzen müssen. :evil:

    Ähhm sorry Leute,


    lasst mal den Kreisel; belassen wirs beim stutzen. :shy: Ich habs mit deutschen Pilznamen nicht so. :shy: :shy:


    Womöglich aufgrund des falschen Jokers abgegebene falsche Lösungen werden natürlich nicht gewertet.


    l.g.
    Stefan

    Hi,


    Realität und Fundhäufigkeit liegt manchmal ganz schön weit aueinander. ;) Wer kommt schon auf die Idee sich abgestorbene Buchsbaumästchen anzusehen?


    Es gibt genug Pilze, die vollkommen unterkartiert sind. Beispielsweise fallen mir Cladosporium phlei und diverse Mastigosporium-Arten ein; von den typischen Blattfleckenerergern auf diversen Getreidearten ganz zu schweigen. Das guckt sich keiner an.


    l.g.
    Stefan

    Hi Maria,


    sehr schön. Ich freue mich sehr, dass du deine Reihe fortführst und bin auf die folgenden Beiträge sehr gespannt. :thumbup: :sun: Ich kann auch allen Interessierten raten beim Schabockskraut auch mal nach Blättern mit Rostpilzsori zu suchen. Die sehen mikroskopisch ganz knuffig aus.


    Sorry, falls ich mit dem Beitrag, deinen schönen Thread zerschieße.


    Eine Fachfrage habe ich aber dennoch. Im Biounterricht wurde uns damals auch gesagt, dass das Schabockskraut viel Vitamin C enthält. Es wurde uns aber auch gesagt, dass man die Blätter nicht mehr nehmen sollte, sobald die Pflanze anfängt mit blühen, weil sich dann Giftstoffe bilden sollen. Kannst du dazu was sagen? Stimmt das?


    l.g. und danke schonmal


    Stefan