Hi,
gut kommen wir zur Auflösung. Erstmal einen großen Dank an abeja für das Vertrauen. 
Dann fangen wir mal mit dem Risspilz an. Also der war leicht zu bestimmen, denn der ging super im Ausschlussprinzip.
Es war nicht das, was ich gesehen habe wichtig, sondern dass, was ich nicht gesehen habe und das waren die dickwandigen metuloiden Lamellenzystiden.
Ich habe sehr viele Basidien gesehen und dann noch zylindrische bis leicht clavate Hyphenenden, wo ich mir nicht sicher war, ob das Basidiolen oder Zystiden sind. 

Normalerweise sehen die Cheilozystiden von dem von mir bestimmten Risspilze so aus und sind wesentlich zahlreicher.

Ich vermute mal, dass diese beim trocknen irgendwie kollabiert sind; ein Effekt, den ich bei Inocybe cookei (anderer Vertreter aus der Gruppe) schon sehr oft beobachtet habe.
Somit fallen schon mal I. godeyi und I. whitei usw. raus, denn die haben dickwandige Lamellenzystiden, die auch einen Trocknungsvorgang locker überstehen. Zudem sind die Basidien nicht pigmentiert; da fallen auch die Cervicolores weg. Im übrigen passen deren rötende Vertreter makroskopisch so was von überhaupt nicht, dass ich mich schon gewundert habe, dass Pablo die ins Spiel brachte.
Zusammenfassung: keine metuloiden Lamellenzystiden, große Sporen (über 10 µm) in typischer Form

rötende Trama und "Geruch süßlich" passt perfekt zu I. erubescens dem Ziegelroten, den Öhrling und ich schon favorisierten. Alles andere hätte mich auch ehrlich gesagt überrascht. Die fehlende gerandete Knolle ist für I. godeyi ein Ausschlusskriterium.
Bei der Agryocybe habe ich mich etwas schwerer getan, denn von der Gattung hatte ich noch keinen Vertreter untem Mikro. Macht aber nix, denn Climbingfreak wächst (neben der Leber) mit den Aufgaben. 
Zum Glück kann man A. pediades und A. vervacti mikroskopisch sehr gut trennen. Leider fehlte mir der Vergleich, so dass ich ein bisschen schmökern musste. Da ich aber mit den Großpilzen und dem Gröger auf das gleiche Ergebnis kam, sollte das passen.
Also um das kurz zu machen. A. vervacti hat Sporen unter 10 µm und A. pediades deutlich über 10 µm. Da die Sporen alle kleiner als 10 µm waren kann es sich demzufolge nur um A. vervacti handeln. Die Zystiden habe ich mir auch angesehen. Sie waren sehr markant wegen ihrer langen fingerförmigen Auswüchse. Bemerkenswert war, dass diese nur in Lamellenschneidennähe vorhanden waren; auch die Pleuros. Weiter "oben" konnte ich keine mehr entdecken. Das war im Gröger auch so beschrieben und demzufolge passt A. vervacti perfekt. (Fotos habe ich an der Stelle nicht gemacht; kann aber gerne welche nachreichen, falls jemand mir nicht glauben sollte) 
l.g.
Stefan
P.S. noch eine kure Anmerkung zur Stielbereifung bei Risspilzen. Mit bloßem Auge ist die meist nicht zu sehen. Das was man da sieht ist eher eine "grob wollige Überfaserung". Zur Beurteilung der Stielbereifung sollte zumindest ein Bino herangezogen werden.