Hi Maria,
dir erstmal ein Fröhliches Restweihnachtsfest.
Das mit den Nebenfruchtformen ist tricky. Ich hatte auch erst meine Probleme das alles zu verstehen. Leider fehlt mir gerade der Nerv das alles detailliert zu erklären. Um es abzukürzen: viele Pilze (meist Ascomyceten) bilden asexuell gebildete Sporen, sog, Konidien aus, wenn es darum geht, dass sie sich schnell verbreiten wollen; hauptsächlich dann, wenn es dem Mycel gut geht, optimale Lebensbedingungen vorfindet. Das kannst du als Modell so verstehen, dass ich dir einen Finger abschneide und aus dem Finger dann eine identische Maria II herauswächst.(Bitte nur als Gedankenexperiment verstehen) ![]()
Wenn sich die Lebensbedingungen ändern, bzw. nicht optimal sind, dann bildet das Mycel echte Fruchtkörper aus, sexuell gebildet mit unterschiedlichem Erbmaterial, in der Hoffnung, dass die Nachkommen (Sporen) dann an die neuen Lebensbedingungen angepasst sind. So ist erstmal die gängigste Therie zu dem Thema. Da ist auch noch viel unerforscht.
Zu deiner Ascocoryne: Anhand der keulenförmigen, violetten Nebenfruchtform ist das sicher A. sarcoides. Die anderen Ascocoryne-Arten haben keine solche Nebendruchtform. Auf dem pdf.-Dokument, was Nobi hier eingestellt hat, ist die auch abgebildet. Da steht Anamorph drunter.
Gestielt bezieht sich immer auf die teleomorphe Form, also dem Becher mit den Asci. Übrigens würde ich solchen Angaben nicht unbedingt trauen, auch so was, wie büschlig wachsend oder ähnliches. Das sind maximal Tendenzen und keine reinen Bestimmungskriterien. Wenn keine Nebenfruchtform da ist, dann hilft nur das Mikroskop, insbesondere, bei der Unterscheidung von A. sarcoides und A. cylichnium.
l.g.
Stefan
