Beiträge von Climbingfreak

    Hi,


    ah so gut. Nun es ist nicht so, dass wir viele Interessenten an der Mitarbeit hätten. Ich bin schon froh, dass Andreas 2 neue potentielle Mitglieder vorgeschlagen hat, die noch vom Präsidium bestätigt werden müssen. Ein weiterer Kandidat überlegt es sich noch. Ich hoffe auf eine baldige Antwort.


    Ansonsten können sich Interessenten sehr gerne bei mir melden, wenn der Wunsch nach Mitarbeit besteht. Einen "potentiellen Prüfling" - inzwischen nun nicht mehr, hätten wir mit Bibliothekar fast schon gehabt, der sich jetzt aber anderweitig in der DGfM engagiert.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    also ich hatte bister nur einen Fall, mir Leute Waschkörbeweise Pilze gebracht haben. Zum Glück war die Sache recht übersichtlich, denn ein Waschkorb enthielt H. fasciculare und der andere G. junonius. Ich hab die Pilze nicht zum Verzehr freigegeben, habe die Leute sensibilisiert, dass sie nicht maßlos irgendwelche Pilze waschkörbeweise sammeln sollten, haben ihnen gesagt, dass 2-3 Fruchtkörper pro Art für eine Beratung ausreicht und sie belehrt, dass es Sammelmengenbeschränkungen gibt und fertig.


    Zu der konkreten Prüfungsfrage oben:


    1. stammt die nicht aus dem Bereich Naturschutz, sondern aus der Kategorie PSV-Praxis. :)

    2. wäre es angbracht nicht zu viel in solche Sachen reinzuinterpretieren. Ihr denkt viel zu kompliziert.


    Es ist richtig auf Sammelmengenbeschränkungen für bestimmte, geschützte Arten hinzuweisen. Bei den Pfifferlingen ist es ja so, dass 1-2 kg Frischpilze pro Tag und Person ja möglich sind, wobei es sich bei den konkreten Zahlen "nur" um Regelungen handelt, die von bestimmten Landkreisen ausgegeben worden sind. (Bei 3 kg würde ich ehrlich gesagt noch gar nix sagen; in der Praxis. Bei deutlich über 5 kg aber dann schon.) Es gelten ansonsten diesbezüglich die Gesetze der jeweiligen Bundesländer. Auf Verwechslungsmöglichkeiten kann man hinweisen, sowie an die Leute apellieren, zukünftig bedachtsamer mit der Natur umzugehen und zu bitten, dass die Sammler zukünftig bitte die Sammelbeschränkungen einhalten.


    Die Fragen sind deswegen so offen gestellt, weil die Prüflinge auch kategorieübergreifend denken und handelns sollten. Dazu sind solche Fragen aus meiner Sicht ein geeigneten Prüfmittel.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    solche Maßnahmen stehen und fallen mit der Einsicht der Leute bei den unteren Naturschutzbehörden. Ich selbst habe ja auch letztes Jahr zusammen mit Nobi den "Märchenwald" schützen lassen; zumindest quasi inoffiziell. Leider ist es so, dass ich nix gegen die Kiesgrube auf dem Dresdner Heller unternehmen kann. In 1-2 Jahren wird eine meiner Halsbandritterlingsstellen Geschichte sein...


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    deine Trockenpilze sind irgendwelche Lamellenpilze; zur Artbestimmung kann dir ggf. nur jemand was nach mikroskopischer Untersuchung sagen. Deine 2. Frischpilze sind Rotfußröhrlinge, deren Röhren allerdings schon Schimmel angesetzt haben.


    Der Schimmel steht im Verdacht Bauchspeicheldrüsenkrebs auszulösen; der Röhrenpilz ist aber an sich essbar.


    Was zeigte denn dein Hund für Vergiftungssymptome?


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    nachdem ich öfters L. cristatoides und L. ochraceofulva in ähnlicher Optik fand, bin ich dazu übergegangen sämtliche Lepioten-Funde zu mikroskopieren. L. cristata ich ja schnell bestimmt aufgrund der markanten Sporen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    vor allem müsstet ihr die Größe der Sporen und der Cheilozystiden (die sterilen Elemente der Lamellenschneide) messen. Ich bezweifle, dass ihr in einer Schule geeichte Mikroskope habt. Wir hatten 2000/2001 damals in meinem Abijahrgang keine.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    jeder Champi riecht im Alter muffig. A. bernardii macht da keine Ausnahme. Er riecht aber jung schon nach Pferdeurin, wächst an Straßenrändern von Straßen, die im Winter mit Salz gestreut werden, weswegen der Pilz sich jetzt auch bei solchen Habitaten verstärkt zu finden ist.


    Mit einer gewissen makroskopischen Restunsicherheit hast du A. bernardii gefunden. Die sehen so aus; insbesondere der Schuppige Hut ist markant. Eine mikroskopische Absicherung allerdings wäre aus meiner Sicht nicht schlecht. Auf jeden Fall hast du die Sektion wo A. bitorquis und A. bernardii vorkommen richtig erkannt. :daumen:


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    könnte ein Dachpilz sein. Mach den bitte mal ab und zeige uns ein Foto von den Lamellen, wenns möglich ist, bitte scharf. Giftig ist der Pilz nicht. Wohl aber wirst du ein Feuchteschaden in deinem Badezimmer haben. bzw. irgendwo morsches Holz unter dem Fußboden. Darüber würde ich mir ehrlich gesagt mehr Sorgen machen als die Frage, ob der Pilz griftig ist...


    l.g.

    Stefan

    Hallo,


    generell gehts bei solchen Fragen ja darum gelerntes Wissen in praktischen Sitautionen auch anzuwenden. Ich bin kein großer Freund von Abfragen von irgendwelchen auswendig gelernten Fakten. Es ist so, dass die Prüflinge immer bei Verständnisfragen die Fragen betreffend den Prüfer fragen können, bzw. auch die Prüfer die Prüflinge fragen können, wie sie bestimmte Antworten gemeint haben, bzw. auch fragen können, was bei undeutlicher Handschrift der Prüfling genau geschrieben hat. Dass die Prüfungsfragen offen gestellt sind, ist Absicht. Es ist Sache der Prüfer zu entscheiden, ob noch Punkte für eine Antwort vergeben werden oder nicht.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    kurz was dazu. Die Frage stammt nicht von mir; aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese eine typischen Beratungssituation nachempfunden wurde. Ein Ratsuchender kommt mit einem großen Korb voll Grünlingen an und will die essen, ist sich aber nicht zu 100% sicher und fragt nochmal einen PSV. Innerlich freut ers ich schon sehr auf das leckere Pilzmahl und will nicht drauf verzichten.


    Gerade hier in der Region werden Grünlinge immer noch gerne gegessen. Was glaubt ihr wie mühseelig das ist, bei Pilzausstellungen und sonstigen Beratungssituationen immer wieder zu sagen, dass sie tödliche Vergiftungen hervorgerufen haben. Selbiges gilt teilweise auch noch für die Kahlen Kremplinge. Langsam kommt zumindest das bei der Bevölkerung an. Schon in den 50er Jahren wurden Warnungen an die damaligen Pilzberater bekanntgegeben, dass sie keine Kahlen Kremplinge mehr zum Verzehr freigeben sollten...


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja Sequenzierung ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil in der wissenschaftlichen mykologischen Arbeit geworden. :) Ich hab auch schon einige meiner Funde z.B. zu Ditte geschickt. Diese wurden teilweise sequenziert und es kamen spannende Arten bei rum. Teilweise waren da einige sächsische Erstnachweise darunter. Ich denke so wird es auch weiterlaufen, dass Leute unbestimmte, interessante Funde an ExpertInnen schicken, welche diese dann weiteruntersuchen.


    Die Erfassung der morphologischen Daten ist immens wichtig, denn aus meiner Sicht müssen sich genetische Unterschiede auch (mikro)morphologisch zeigen, denn sonst stünde aus meiner Sicht die Beschreibung einer neuen Art nur aufgrund genetischer Daten auf wackligen Beinen.


    Zur Sache Qualitätssicherung: Ja das ist schon wichtig. Ich kann an der Stelle nur für Sachsen sprechen. Unser Landeskoordinator macht das auch nicht allein. Er hat ein paar sehr gute Mykologen zur Hand, die ihm bei der fachlichen Bewertung der Daten helfen; Tomentella-Frank, Thomas Rödel, pilzmel und Friedemann Klenke z.B. Diese helfen schon bei der Plausibilitätskontrolle ungemein. Es werden auch Funde hinterfragt. Hinzu kommt auch noch ein gewisser persönlicher Faktor. Wenn ich z.B. mit einer Galerina einen sächsichen Erstnachweis machen würde, dann würde das definitiv auffallen. Bei einer sequenzierten Inocybe, welche Ditte bestimmt hat, wird keiner die Plausibilität anzweifeln. :)


    l.g.

    Stefan