Beiträge von Craterelle

    Zitat


    Kein Wunder Grüni, bei den Temperaturen gefriert wohl nicht nur mir das Blut in den Gefäßen, alles geht laaaangsamer. Aber ich stelle mich gerne auch im Dunkeln zu Dir, frierst nicht allein.... der Pulverschnee leuchtet bei deeem Mond fast etwas rötlich. Herrlich.


    Hallo Heide, ja kann ich: Blut in den Gefäßen = Aderig; alles geht laaaangsamer bezog sich auf Grünis (ich sage mal) Ungeduld und die meine nordische Mentalität; im Dunkeln = Schwarz; Pulverschnee rötlich = rosa Sporenpulver. Hab ich was vergessen? :/ Nö. Sehr schöner Pilz Brassella, der Dachpilz. Den Neuen mußt Du wohl noch scharf stellen?


    Schnee-->Flocken fehlt noch, oder?

    Hallo zusammen,


    das folgende habe ich in Reaktion auf die vielen von Jens erstellten Beiträge im DGfM-Forum erstellt.


    Ich schreibe es hier, weil


    • das Beispiel von hier stammt,
    • hier mein mykologisches Zuhause ist,
    • der Beitrag hier hoffentlich dauerhaft verfügbar bleibt.


    Es ist nicht unbedingt mein Ziel, mit Jens darüber zu diskutieren (weil es nach den bisherigen Erfahrungen wenig fruchtbar sein könnte), sondern mir selbst ein klareres Bild zu verschaffen und vielleicht auch Mitlesenden Denkansätze zu geben.


    Evtl. werde ich es dennoch im DGfM-Forum einstellen oder verlinken, um ihm Gelegenheit zu geben, darauf zu reagieren.


    ________________________________________


    Um die Fragestellung nach dem angemessenen Umfang einer Stichprobe sowie der Anwendbarkeit von statistischen Berechnungen für Normalverteilungen auf nicht normalverteilte Daten weiter zu beleuchten, habe ich mir als Beispiel nochmals Dieters Scheidling vorgenommen. Die Daten der Messreihe mit 120 Wertepaaren sind im hier veröffentlicht:
    https://www.pilzforum.eu/board…mmen?pid=363509#pid363509


    So sieht die Längenverteilung aus, sie ist - leicht erkennbar - nicht normalverteilt.


    Das repräsentiere also unsere Grundgesamtheit. Ob nun von einem Fruchtkörper, einer Kollektion oder einer Art ist an dieser Stelle vollkommen egal, hier will ich auf die mathematischen Gegebenheiten hinaus.


    Der Shapiro-Wilk-Test erkennt ebenfalls, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine Normalverteilung handelt.


    Lässt man wie in Jens' Programm ("Smaff") voreingestellt den Nalimov-Test heraus, kann man mit Hilfe der drei anderen Test zwar einige "Ausreißer" entfernen, nur ergibt das immer noch keine Normalverteilung.


    Mit Nalimov-Test erhält man zwar eine, verliert aber 20% des Probenumfangs.


    Also reduziere ich den Stichprobenumfang durch zufällige Auswahl auf 40 bzw. 30 Werte. Dies habe ich zur Sicherheit zweimal mit verschiedenen Zufallsreihen durchgeführt, erhalte also 2 x 4 Stichproben à 30 Wertepaaren bzw. 2 x 3 à 40.


    Normalverteilt erschienen davon
    bei U=40: 1 von 6
    bei U=30: 2 von 8


    und nach Elimination von "Ausreißern" ohne Nalimov-Test
    bei U=40: 3 von 6
    bei U=30: 7 von 8


    Also niemals 100%.


    Testweise habe ich den Umfang noch weiter reduziert, aber auch bei 2 x 12 Stichproben à 10 war noch eine dabei, der man mit sämtlichen Tests (hier inkl. Nalimov) nicht beikommen konnte. Nur 10 Sporen für eine statistische Auswertung heranzuziehen würde allerdings wohl niemand ernsthaft empfehlen. Bleiben wir also vorerst bei U=30 als dem Wert, bei dem man zumindest mit einiger Wahrscheinlichkeit durch Eleminieren von "Ausreißern" eine vermeintliche Normalverteilung darstellen kann.


    Aus den 8 Stichproben habe ich das Programm also die Mittelwerte und den 95%-Konfidenzbereich für selbige berechnen lassen. Ein besonderer Vorteil an statistisch berechneten Werten ist ja, das man zuverlässig vorhersagen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine weitere Stichprobe aus derselben Grundgesamtheit in die errechneten Mittelwertgrenzen fällt.


    Tatsächlich liegt beim paarweisen Vergleich von Mittelwerten und Mittelwertgrenzen in 7 von 56 Fällen (12,5%) der Mittelwert der einen außerhalb der Konfidenzgrenzen der anderen Probe.


    Die Vorhersage von Wahrscheinlichkeiten könnte also trügerisch sein, wenn die Grundgesamtheit nicht normalverteilt ist. Hier wären ggf. mehr Versuche mit anderen Zufallsverteilungen nötig, um die Beobachtung zu erhärten oder zu entkräften.


    Die Mittelwerte schwanken mit einer Standardabweichung von 0,11, was vertretbar erscheint und bei so kleinen Stichproben auch nicht verwunderlich. Die Schwankungsbreite bei den Medianen ist auch nicht wesentlich geringer (0,09), aber die Beschreibung mit Median und Quantilsgrenzen hat den Vorteil, dass man ohne irgendwelche Nachteile mehr Werte messen könnte, wenn die Schwankungen zu groß sein sollten (bei U=60 im Beispiel: 0,07).



    Einen weiteren Punkt hatte Dieter schon herausgearbeitet:


    Der 95%-Konfidenzbereich für die Verteilung der Werte ist bei rechtsschiefen Verteilungen systematisch nach links (zu den kleineren Werten hin) zu groß, d.h. er erstreckt sich über Bereiche, in denen in der Grundgesamtheit keine Werte vorkommen. Ich führe das jetzt nicht noch ein weiteres Mal aus, für Interessierte:
    https://www.pilzforum.eu/board…mmen?pid=363471#pid363471


    Quantilsgrenzen bilden in diesem Fall die Realität offenbar zutreffender ab.


    Grafisch dargestellt: links in Grün die errechneten 95%-Populationsgrenzen und Mittelwerte für die 8 Stichproben, rechts in Rot die 95%-Quantilsgrenzen und Mediane. Gelb hinterlegt die Bandbreite der Grundgesamtheit (100%).


    Meine Schlussfolgerungen:


    • 30-40 Messungen sind zu wenig, um zu beurteilen, ob in der Grundgesamtheit eine Normalverteilung vorliegt.


    • Liegt keine Normalverteilung vor, liefern statistische Methoden, die auf der Normalverteilungsannahme beruhen, irreführende Ergebnisse.


    • Die Messwerte sind in diesem Fall mit Median und Quantilsgrenzen aussagekräftiger beschrieben.


    Man könnte sogar argumentieren, dass diese Art der Beschreibung allgemein vorzuziehen wäre, da sie für nicht normalverteilte Stichproben besser geeignet ist und für normalverteilte ähnlich gut wie errechnete Werte. Mediane und Mittelwerte fallen bei symmetrischen Verteilungen zusammen. Ebenso werden Quantile und berechnete korrespondiere Wahrscheinlichkeitsbereiche zusammenfallen, wenn die Daten normalverteilt sind.


    LG, Craterelle

    Hier nun die vorerst letzte Färbung mit dem Nadelholz-Braunporling. So sah die Wolle nach der Indigo-Färbung aus: himmelblau und für meine Verhältnisse ziemlich gleichmäßig.


    Nach der Überfärbung dann doch wieder scheckig, zwischen Moos- und Limettengrün in etwa.

    Ich erkenne auch nur das große Ding (was mir Gattungspunkte sichern möge) und das kleine nicht. Meint ihr das links unten? Ich muss mir das nachher mal am größeren Monitor angucken.

    Liebe Schäfchen,


    Nun lauft doch bitte mal der Herde hinterher und gebt euren Tipp ab. Ihr sollt Herdentiere sein, also könnt ihr doch gar nicht anders ;)


    Määäh, Craterelle


    Hallo Andreas,


    ich bin von Eisennuancierungen nach einer kurzen Phase der Begeisterung wieder ganz abgekommen, insofern kann ich da nichts Erhellendes (oder Verdunkelndes) beitragen.


    Die Frage, ob der leuchtende Ölbaumpilz wohl ebenfalls Farbstoffe enthält, kam mir auch sofort in den Kopf. Zur Kroatienexkursion wollte ich mich in den letzten Jahren schon mehrmals anmelden, habe aber immer gewartet, bis alle Plätze weg waren :( Dieses Jahr passt es leider terminlich nicht so gut.


    LG, Craterelle


    P.S.: Ist zwar hier off topic, aber hat jemand eine Idee, wozu Indigo den Pflanzen dienen könnte? Immerhin hat die Natur das gleich dreimal unabhängig voneinander erfunden (Indigo, Waid, Färberknöterich). Giftig ist es meines Wissens nicht. Vielleicht ein Energiespeicher?

    Ergänzend noch zwei Links zu nicht deutschsprachigen Seiten, die ich recht interessant finde:


    1)
    http://riihivilla.blogspot.de/…C3%A4ys%20mushroom%20dyes
    Dort ist auch recht viel zu Blautönen u.a. aus dem Kiefernhabichtspilz zu finden, und die stinkende Lederkoralle kommt eher schlecht weg (nicht lichtecht).


    2)
    http://www.mushroomsforcolor.com/SymposiumMushroomDyes.htm
    Hier fand ich die violette Färbung mit der Omphalotus-Art besonders spannend. Leider eine, die in Europa wohl nicht zu finden ist.

    Was mich noch neugierig macht: Hat in der letzten Runde beim ersten Bild schon jemand das als Röhrling identifiziert? Für mich hätte das auch irgendwas krusten- oder polsterbildendes sein können, ich bin da noch ziemlich ratlos herumgeirrt.

    Heide, gratuliere zur Top-Position!


    Ich hatte beim Erlengrübling wie Abeja Zweifel, ob der Stiel so leicht zu entfernen wäre. Aber da war der Tipp schon raus.


    Zum neuen komme ich bisher nur auf einen einzigen Pilz, der so aussehen könnte. Einer würde ja auch reichen, aber diesmal bin ich nicht wieder so voreilig und warte erstmal ab. Immerhin, ein Spatz in der Hand könnte das schonmal sein.


    LG, Craterelle


    Na für Waldspaziergänge ist das messing/moosfarbene eindeutig besser geeignet. Aber Du schreibst das eine sei hübsch geworden. Was ist mit den anderen Tüchern?


    Es waren nur zwei. Das andere ist sogar gleichmäßiger geworden, hat aber wie mir scheint noch etwas weniger Blauanteil. Naja, schnell verschenken, diese zarten Seidentücher sind ohnehin nichts für mich.


    Nachtrag: Ich habe es nun auch noch gebügelt und fotografiert. Rätselhaft ist mir das mausgraubraune, was ich beim Aufräumen gefunden habe. Ganz vielleicht könnte es die Stockrosen-Färbung sein, obwohl ich die grünlicher in Erinnerung hatte.

    Hier noch das Seidentuch, zumindest das eine ist doch ganz hübsch geworden. Das türkise ist die Ausgangsfarbe (Direktfärbung Färberknöterich). Das mit dem Braunporling überfärbte changiert zwischen moosgrün und messinggelb und sieht immer wieder anders aus. War ziemlich schwer zu fotografieren.

    Hallo Schwammgieher,


    Den Erbsenstreuling hatten wir hier schon mal kurz diskutiert. Der Farbstoff ist auch wasserlöslich, und ich finde den als Lebensmittelfarbe einfach besser geeignet. Das tolle Aroma gibt's als Zugabe.


    Auch den Kiefern-Habichtspilz (das soll der färbende sein, diese Wirkung wird im Artikel, der die Trennung vom Habichtspilz in zwei Arten begründet, sogar ausdrücklich erwähnt) schätze ich in der Küche sehr. Bunt geworden ist bei mir damit noch kein Essen, aber das mag an den Rezepten liegen.


    Zitat von Texten

    Schön finde ich auch, dass es mehrere Nuancen gibt, aber das passiert ja häufig bei Naturfarben.


    Ich weiß übrigens gar nicht, ob das nun nur an den Naturfarben liegt. Ausstattung und Sorgfalt bzw. Zielsetzung könnten auch eine Rolle spielen. Ich würde vermutlich auch mit synthetischen Farbstoffen scheckige Ergebnisse erzielen, aber meistens gefallen mir auch gerade die.


    Andreas und Sylvie, danke für die farbenfrohe Bereicherung des Fadens!


    Die Farbkarte zeigt eine tolle Palette Herbstfarben und sieht sehr professionell aus.


    Anthocyane sind toll als pH-Indikator. Weiter vorne hatte ich auch mal eine Anthocyan-Färbung dabei:
    Färben mit Pilzen - Pilze Allgemein - Pilzforum.eu (2. Bild)


    Nur sind die rot-violett-blauen Farben leider nicht langfristig stabil und wandeln sich irgendwann (spätestens bei zu heißer Wäsche) in das Graugrünliche eines alten Rotweinflecks um.


    LG, Craterelle

    Hallo Heide,


    Die Beständigkeit der Naturfarben ist (je nach chemischen Eigenschaften, denke ich) ganz unterschiedlich.


    Waschfest sind die meisten, aber es gibt auch Ausnahmen. Die wasserlöslichen Farbstoffe von Cochenille und Blauholz z.B. bluten aus, und vielleicht gehört das Hispidin des Braunporlings auch dazu.


    Die anderen gelben Farbstoffe sind in der Hinsicht stabil, können aber durch Sonnenlicht ausbleichen.


    Annähernd resistent gegen beides sind Indigo (das Jeansblau) sowie die roten Alizarin-Farbstoffe von Krappwurzel und vermutlich auch Hautköpfen, um den Bogen zurück zu den Pilzen zu schlagen.


    LG, Craterelle


    P.S.: Und wenn Theodor (https://www.pilzforum.eu/board/attachment.php?aid=189568) mal ein Toupet brauchen sollte, weiß ich, welche Farbe ich nehme.


    Wie viel Gramm gelbe Wolle hat denn der 100-trockengramm leichte Braunporling hergegeben?


    Bis jetzt waren es kaum 50 g, denke ich. Die Farbe ist aber doch noch nicht erschöpft, nur die Seidentücher wollten nicht so recht, und das lag auch gar nicht am Braunporling, sondern an der vorherigen Färbung. So 100-150 g Wolle werde ich sicher noch reintun, selbst wenn es ein wenig heller ausfällt. Muss nur erst gesponnen werden.


    LG, Craterelle

    Ja, dann wollen wir den Faden nach über zwei Jahren mal wieder aufnehmen.


    Das Universum war endlich gnädig und hat mir meinen ersten echten stattlichen Nadelholz-Braunporling vor die Füße fallen lassen:
    ?thumbnail=1


    Den habe ich dann anstatt sonstiger Souvenirs aus dem Urlaub nach Hause geschleppt. Da war er noch sehr feucht und gefühlt kiloschwer, vollständig durchgetrocknet dann unter 100 g.


    Aber es steckt viel Farbkraft drin, das erste Wollfädchen zum Testen (links) war kurz nach dem Eintauchen sonnengelb, wenig später eher gelb-orange-braun.


    Sehr erfreulich finde ich, dass die Färbung ungebeizt funktioniert und sogar Pflanzenfasern wie Bast (Mitte) die Farbe annehmen, die sind oft schwieriger zu färben.


    Also das Ganze herunterverdünnt, noch etwas vorgebeizte Wolle gefärbt (rechts), dann die Seitentücher aus der Färberknöterich-Färbung hineingelegt, und bei denen tut sich wenig. Merkwürdig. Entweder die Farbe ist schon erschöpft oder Seide nimmt sie schlechter an.

    Wow! Optisch 200% gelungen.


    Teebaumöl rieche ich eigentlich ganz gern. Dazu noch Minze, da wird mensch dann schon vom Schnuppern sauber :D


    Du hast mich daran erinnert, endlich mal den Nadelholzbraunporling auf den Herd zu stellen. Lange auskochen soll ich ihn, hat mir Saskia aus dem Nachbarforum als Tipp mit auf den Weg gegeben. Das ist auch gut gegen trockene Heizungsluft, allerdings verströmt der leider keinen Wohlgeruch *Nasenklemme*


    LG, Craterelle

    "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt" :haue:


    Tschüß Heino, Tschüß Goethe. Jetzt muss ich wohl doch mal meine Pilzbücher konsultieren.

    Ich warte auch schon gespannt, dass Brassella den Joker zückt.


    Goethe gefällt mir besser als Heino, aber es sind ja offenbar auch noch andere Kandidaten im Rennen.

    Hallo Brassella,


    in den Exif-Daten speichert dein Iphone (und andere Kameras) zusätzliche Angaben zu den Bildern, Aufnahmedatum, geografische Position usw.


    Die bleiben beim Upload hier bestehen, so dass man sie einsehen kann, wenn man die Datei herunterlädt und unter Windows "Eigenschaften" -> "Details" aufruft.


    LG, Craterelle

    Puh, 1000 Dank, Brasella! Ich kann jetzt etwas erkennen, was ich vorher nicht darin gesehen hätte.


    Also einen ..., gefunden im letzten August am Fuß des Brasselsbergs suchen wir?


    Nicht, dass Zeit und Ort hier wesentlich helfen würden (außer vielleicht dabei, woher dein Name stamme könnte*), aber ich würde die Daten prinzipiell herausnehmen.


    Sowohl Anna als auch Norbert hatten die APR-Bilder soweit ich weiß immer bei picr.de hochgeladen, ich glaube, da passiert das automatisch.


    LG, Craterelle


    * ist das dein Namensgeber?


    Oh, muss man sich vor Beginn der Runde anmelden? Dann bin ich auch erst in der nächsten dabei.