Beiträge von coindigger

    Vielen Dank erst mal für eure Antworten, Links und Ideen!!


    0)
    Heute ist Tag 3:
    Aus den Fruchständen "Pilz" sprießen Myzelfühlerchen. Teils kürzer, teils länger:



    An einigen Stellen kann man ebenso erkennen, dass das Myzel Kontakt zum Substrat "Pappe" aufgenommen hat und beim "kosten" ist...


    1)
    In einem Glas hat eine Made den Pilz verlassen (ich weiß, das war sehr unklug von mir...) und ist wohl Dank Sauerstoffmangels in den Madenhimmel aufgestiegen. Und genau da habe ich meine erste Frage:


    Seit Samstagnacht sind die Anzuchtgläser zugedreht. Demzufolge ohne Luftzufuhr. Ab wann benötigt das Myzelwachstum wieder Sauerstoff? Wann sollte/muss ich die Gläser mal kurz öffnen???


    2)
    Ich habe mir überlegt, dass sobald das Myzel die Pappe satt besiedelt hat, ich aus den 4 Gläsern je einen Myzelabstrich übernehme und ein neues Glas animpfe. Falls mir ein altes dann zugrunde geht, habe ich schon Ersatz. Außerdem kann ich so die durch den Pilz eingeschleppte Keimzahl verringern. Das Anwachsen wird dann allerdings deutlich länger dauern, da die Startmenge geringer ist...


    3)
    Heute habe ich Kaffeesatz auf Arbeit eingesammelt. Von einer Maschine schon fast 1kg... 8|
    Nun habe ich erste Ideen, wie ich die Keimzahl dieses Substrats drastisch verringere:
    Ich nehme saubere Nutellagläser, fülle diese mit Kaffeesatz und gebe abschließend einen Schwupps Wasser drauf, schraube den Deckel locker drauf, in den in kleine Löcher gemacht habe, die wiederum mit einem dichten Filterpapier hinterlegt sind. Dann stelle ich die Nutellagläser für 5mins in kochendes Wasser, drehe danach den Deckel zu und das Glas um auf einen Filz. So kann das Wasser abfließen und das Substrat Kaffeesatz ist drastisch keimreduziert.


    4)
    Ich lese hier oft, dass nach dem "Pappeansatz" Substrat auf eben diesen "raufgeworfen" wird. Probleme m.E. sind dann, dass alle Keime des Pappeansatzes im Glas bleiben und das Myzel erstickt. Warum nimmt man nicht so ein Nutellaglas (siehe oben) und impft dieses mit Myzel an, indem man 1-3gut mit Myzel durchwachsene Pappeschnipsel in die Nutellaoberfläche "einrührt". Dann kann das Myzel gut in den Kaffeesatz einwachsen??


    So, für heute reicht das Planen und Denke.
    Bis die Tage,


    Tom

    Hej Sylvia!


    Herzlich Willkommen zurück aus Berlin (jetzt weiß ich, wen ich von Zeit zu Zeit durch die Brandenburger Wälder streifen sah...).
    Womit bannst Du denn aktuell Flora und Fauna im JPGs?
    Und welche Himmelsrichtung des Berliner Umlands grast Du so ab?


    beste Grüße weiterhin,
    Tom

    So - 48h sind um seit dem "eintopfen" und die Myzelspitzen wachsen...
    :)


    Morgen werden erste Kaffeesatz-Tresterladungen auf Arbeit eingesammelt.
    Wie ich das Zeug halbwegs entkeime (sterilisiere) habe ich auch schon eine Idee.


    Ach und noch was:
    Ein Problem soll sein, dass in vielen Substraten der Anteil aufschlussreifer Stickstoff-Ressourcen zu gering ist - na, da wird mir auch noch was einfallen...
    :)


    Tom

    Nein, ich habe keine Ahnung, ob und wie die sterilisieren oder ob sie Zusätze ins Substrat geben. Bevor ich meine Versuche auf andere Nahrung umstelle, werde ich noch ein wenig im Internet stöbern.


    Jetzt sind meine Gläserchen seit 24h im Heizungskeller und irgendwas beginnt an ihnen zu "leben" und formt kleine weiße Härchen - ich hoffe mal Hyphen:



    Sorry, der Blick durchs Glas ist etwas... sagen wir glasig.


    Tom

    Hast du schon mal einen bitorquis mit so einer (wollig-schuppigen!) Hutoberfläche gefunden? ...


    Hmmm, jetzt wo Du es sagst und ich mir die Bilder betrachte... Aber von einem "wolligen" Hut berichtete der TE in der Beschreibung gar nicht. Und bei den Bildern... bin ich mir nicht so sicher. Der ganze Pilz ist etwas ramponiert.
    Aber ok, wenn es denn ein Wollkopf ist, dann bin ich raus.
    :)


    Tom


    ...Deine Idee mit dem Kaffesatz dürfte übrigens funktionieren...


    Naja, natürlich war das auch nicht meine Idee, sondern ich habe die Firma Chido im Januar auf der Grünen Woche in Berlin entdeckt. Und bei uns auf Arbeit stehen zwei Kaffeemaschinen im Dauerbetrieb... da liegt der Nachmach-Versuch nicht weit.


    Im Video sieht man, dass die das Startermyzel jedoch auf scheinbar Sägespänen/Streu (?) anziehen und erst das Scale up mit Kaffeeresten machen. Und dann erzählt der Reporter noch was von Kalkzusatz?!


    Tom

    Halli hallo,
    wahrscheinlich willst Du Agaricus bitorquis auch nicht hören, da ja keine Stadt in der Nähe war.
    :)
    Aber vielleicht wissen das die Champignons auch nicht immer... also das mit den Wiesen und den Städten und nur die Menschen haben die Häufigkeit der Pilzestandorte für den (nicht immer) zutreffenden namen genutzt?


    Sage ich so dahin, mit einem vollen Bauch voll Pilzgericht, in dem u.a. auch drei noch flink gefundene Champignons waren.


    Tom

    Ja, nee, is klar.


    Erst alles fotografieren, vermessen und dokumentieren und dann den Spontanen mimen, der ´s gefuttert haben will.


    Erstaunlich, was man sich so ausdenkt, um eine Bestimmungshilfe rauszukitzeln...


    Tom

    Ich denke ebenso, so blöd wie der Sachverhalt dargestellt wurde, so konsequent Hilfe ignoriert wurde - kann man gar nicht sein. Das war sicherlich dümmster Scherz...


    @Bemmelito: mach Dir nix draus - ist eben so. Und ist im Vergleich zu vielen anderen Dingen dieser Welt einfach harmlos...


    Ich finde es ausgesprochen angenehm, wie ruhig, sachlich und professionell sowie letztlich konsequent reagiert wurde und wird. Das macht mir das Lesen hier im Forum weiterhin sehr sympathisch. Auch was die vielen SKKK-Anfragen betrifft... Danke dafür!


    Tom

    ...möglichst innenliegende Teile des Fruchtkörpers zu verwenden, da dort keine Fremdsporen anhaften...


    ...Fliegenmaden gehören zu den schlimmsten Feinden des Pilzzüchters...


    Oh, mit diesen Punkten hast Du sicherlich recht. Das ist nun zu spät, aber ich drücke mir ebenso mal die Daumen.


    Mein Traum wäre ja, Kaffeesatz als Substrat zu etablieren. Es wäre einfach zu schön, um wahr zu sein, dass man dieses Abfallmaterial kostenlos und nutzbringend verwenden kann.


    Tom

    Nun probiere ich auch mal eine Heimkultur...
    Heute war ich Pilze sammeln und meine Austernseitlingsbuche im Mühlenbecker Wald zeigte guten Ertrag. Den gibt es dann auch morgen zum Sonntagsgulasch.
    Da aber sowie einige Stücken Maden hatten und am Stielansatz hart waren, habe ich Verschnitt gehabt:



    Nun ist mein liebes Frauchen zum Spieleabend unterwegs und ich habe die Küche allein für mich und fühle mich unbeobachtet. DIE Chance ein paar der immer zu wenig vorhandenen Marmeladengläser zu klauen, denn die Früchte im Garten sind sowie so gut wie alle...:



    Dann flugs noch Pappe von einem alten Ebay-Karton (wer macht heute schon noch ebay...) nebst ein wenig altem Papp-Packpapier besorgt:



    Die Pappe den Gläsern entsprechend in kleine Stücken geschnitten...



    ...und ein Pappe-Kochwässerchen aufgesetzt (zum Glück war ja keiner da, der Fragen stellen konnte):



    Mit der abgekochten Pappe die Gläser unten befüllt (hoffentlich ist es nicht zu nass - ich habe die Pappe wenigstens abtropfen lassen...) und dann jeweils zwei Schnittchen Austernseitlinge draufgelegt:



    Dann die Pilzschnittchen auch oben mit feuchter Pappe abgedeckt und die Gläser verschraubt:



    Nun steht das Ganze dunkel in unserem Heizungskeller. Der Start gelingt ja vielen Threaderstellern.
    Mitbekommen habe ich, dass das Hochskalieren der Brut auf ein anderes Futtermedium das erste Problem darstellt und später die Fruchtbildung auch nicht ohne ist.
    Ich werde mir Mühe geben...
    :)


    Tom

    Ich danke euch Beiden ganz herzlich!
    Nun habe ich auch noch mal ein wenig an mitgenommenen Exemplaren herumgepriepelt und weitere charakteristische Merkmale entdecken können:
    - der Stiel ist deutlich hohl
    - der Stiel ist absolut fragil
    - am äußersten Hutrand lässt sich unter gutem Licht eine deutliche Riffelung unter der Huthaut erkennen


    Scheint also sehr gut zu passen.
    :)


    Tom

    Ich wollte ja noch bebildern, was sich heute im Wald für den Sammlermagen bot. Da gab es noch ganz gute Auswahl an Hallimaschen und Austernseitlingen:




    Gemischt mit einigen wenigen anderen Funden, reicht das für die Mischpilzpfanne morgen zum Gulasch.


    :)


    Tom

    Hallo,


    da das Suchen im kunterbunten Blätterwald heute außerordenlich schwierig (abgesehen von den Nebelkappen...) habe ich mir heute einstige Baumriesen angesehen - und mit Erfolg. Von Weiten dachte ich, Stockschwämmchen gefunden zu haben, aber beim genauen Hinsehen war klar, es muss was anderes sein:





    Meint ihr, der wässrige Mürbling, auch als weißstieliges Stockschwämmchen bezeichnet, würde passen? Der Stamm war eine uralter, gefallener und nun schon vermodernder Buchenstamm. Geruch, auch nach dem Zerreiben, absolut uncharakteristisch. Die geschlossenen Hüte waren vielleicht 1cm, die geönneten 2-3cm im Durchmesser.

    Hallo Kenner,
    ich habe noch ein Bild meiner Provenceausflüge übersehen:
    Mitten auf einer Wiese, in der Nähe von ein paar Korkeichen und Olivenbäumen, aber hauptsächlich umgeben von Weinstöcken, habe ich diesen wunderschönen Röhrling gefunden. Er passt in Bezug auf die Kombination der Stiel- und Hutfärbung in kein mir bekanntes Raster.



    Leider hatte ich kein Messer bei und noch viele Kilometer Weg vor mir. Deshalb habe ich ihn weder zerschneiden können noch mitnehmen wollen.
    Habt ihr eine Idee?


    Tom

    Hallo Marion!
    Spannendes Thema.
    Ich denke, es gibt Pilze, die häufig (fast immer) massenhaft auftreten. Der Hallimasch und auch die Nebelkappe gehören bspw. dazu.
    Aber genau deine Gedanken gehen mir auch immer wieder durch den Kopf, wenn ich durch die Wälder streifen und manche Pilze einfach bodendeckend massenhaft vorkommen... Ich nenne diese Art dann immer für mich "Pilz des Jahres".
    Dann wandert man kilometerweise weiter und schaut in den Wald und kann immer denken "Aha, wieder der Pilz des Jahres."
    Häufig ist das der Hallimasch. Vor 2 Jahren war das mal so ein Helmling (Mycena) der in alle Altersformen den Waldboden überzog.
    Im Süden Berlin war es häufig der Butterrübling, aber auch mal der rotbraune Milchling.
    Das sind eben die Massenpilze hier und es niemand da, der diese sammelt...
    :)


    Tom