Hallo zusammen,
auch wenn der Titel es nahelegt, soll es in diesem Beitrag nicht um Hämorrhiden gehen, sondern um Brandstellenpilze. Mitte August gab es im Hürtgenwald bei Gey einen Waldbrand, der am Ende auf einer Fläche von 300-400 Hektar gewütet hat. Mittlerweile sind im Gebiet wieder etliche Wege freigegeben, so daß man sich einerseits die Wirkung des Brandes auf den Wald und andererseits die zahlreichen Brandstellenpilze genauer anschauen kann. Auffällig ist, daß der Brand vor allem die mit Fichten bewachsenen Stellen betroffen hat. Auf diesen Flächen steht jetzt außer verkohlten Stümpfen nichts mehr. In den Laubwaldbereichen sind die Bäume zwar in Bodennähe schwarz verkohlt, stehen aber noch und wirken insgesamt durchaus lebendig. Entsprechend haben sich die ehemaligen Fichtenbereiche dann auch als ergiebiger mit Hinblick auf die Brandstellenpilze erwiesen.
Immer wieder gab es Schilder, die darauf hinweisen, daß man Waldbrände verhindern soll. Nun gut, wo kein Wald mehr ist, da gibt es auch keine Waldbrände mehr...
1. Kein klassischer Brandstellenpilz, aber trotzdem vor Ort: Phaeolus schweinitzii
2. Stellenweise sehr zahlreich und in allen Altersstadien von ganz jung bis alt: Geopyxis carbonaria
3. Immer mit Geopyxis carbonaria vergesellschaftet fand ich Geoscypha tenacella. Die Art ist mit den ornamentierten Sporen, die zwei Öltropfen haben und durch das violette Hymenophor gut charakterisiert
4. Plicaria carbonaria habe ich an genau einer Stelle gefunden. Makroskopisch nicht unbedingt deutlich unterschiedlich von Geoscypha tenacella, sieht es mikroskopisch mit den runden Sporen mit abgestutzten Warzen schon ganz anders aus.
5. In einer nicht abgebrannten Fichtenparzelle dann auch ein Rindenpilz: Cristina helvetica mit Sporenmaßen von 3,8-4,2-4,6 x 2,9-3,3-3,7 µm, Q: 1,11-1,29-1,48. Interessanterweise verfärbt das Hymenium mit 3% KOH pink-violett, was ja eigentlich nur bei C. rhenana der Fall sein soll, die aber deutlich größere Sporen hat.
6. Zum Schluß dann noch Mycena pura, natürlich auch kein Brandstellenbewohner
Ansonsten gab es noch überall auf den verbrannten Flächen Anthracobias, teilweise in großen Mengen. Davon habe ich auch einige Kollektionen eingepackt, tue mich mit der Bestimmung aber noch schwer. Die kommen also später mal als separater Nachschlag
Björn
