Hallo zusammen,
ich möchte euch einen Stacheling zeigen, den ich letzte Woche in Westschweden finden konnte. Er stand in einem sumpfigen (aber derzeit fast ausgetrockneten) Bachtal in Sphagnum bei Fichte, Erle, Birke, Weide und Kiefern (Reihenfolge=Distanz). Leider ein Einzelfruchtkörper. Was gleich meine Aufmerksamkeit aufsich zog war der glatte Hut. Er war leicht wildlederartig, sehr fein weisslich bereift, aber ohne Schuppen und Risse. Die Farbe war dunkel graubraun mit einem Stich violett. Bei Berührung dunkelte/schwärzte er sofort. Der Rand war heller und etwas eingerollt. Der gesamte Fruchtkörper maß etwa 5x8cm, war also (noch) recht klein. Das stachelige Hymenium war beige, die Stacheln etwa bis 5mm und am Stiel herablaufend. Der Stiel war unangetastet hell, etwa hymeniumfarben, bekam bei Berührung jedoch sofort eine braunrote Farbe. Das an der Stielbasis anhaftende Mycel war weisslich mit einem Blaustich. Im Schnitt kam es teilweise zu einer schwachen braunroten Verfärbung, in der Stielbasis leicht blaugrün. Der Fruchtkörper ließ sich leicht schneiden, das Fleisch war weich, nicht korkig oder verholzt. Der Geruch war im Wald sehr angenehm würzig, fruchtig. Beim Herausnehmen aus der provisorischen Tupperbox strömte mir dann ein stark maggiartiger, angenehmer Geruch entgegen. Die Kostprobe war nach 2min leicht schärflich, aber (für mich) nicht bitter. Mit diesen Merkmalen sollte es Sarcodon leucopus sein. Aus welchem Grund er den deutschen Namen "Widerlicher Stacheling" verpasst bekam kann ich nicht nachvollziehen - für mich war es einer der angenehmsten Pilzgerüche bisher. Aber gut, ich habe ihn auch nicht verspeist..
Bemerkung: die Bilder sind nicht am ursprünglichen Standort aufgenommen. Für Fotos hatte ich erst später Zeit, ich musste der Meute hinterher...
Viele Grüße aus dem sonst recht pilzarmen Schweden,
Ingo
