Pseudombrophila cf. misturae

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 309 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthaeus.

  • Grüß Euch Alle,


    vor vier Wochen war ich an einem extrem heißen Tag in einem Wald unterwegs und habe Dungproben vom Reh eingesammelt, um sie später zu untersuchen.

    Diese Woche waren unter anderen dann zwei Pilze erschienen, die ich nur mit Mühe zuordnen kann.


    Ich fange mal mit einer "Pseudombrophila" an.

    Das waren zuerst weinrotbraune kugelförmige Ascomata, die sich später am Scheitel geöffnet und dann eine blassrote Fruchtschicht gezeigt haben. Diese kurzgestielten

    Apothecien etwa 3-5 mm im Durchmesser. Leider sind mir die Becherlinge noch vor der Reife verkümmert. Unter dem Mikroskop habe ich daher nur Paraphysen, die

    an der Spitze deutlich verdickt waren, zu sehen bekommen.

    Also ich bin der Meinung, daß ich eine Pseudombrophila gefunden habe, und wegen der Paraphysen, die an der Spitze verdickt sind und zum Teil auch eine moniliforme

    Struktur aufweisen, denke ich, daß ich Pseudombrophila misturae gefunden habe. Asci und Sporen hätte ich gerne gesehen.


    Beim zweiten Fund bin ich mir relativ sicher, daß es Sphaeronaemella fimicola ist.

    Die Fruchtkörper ähnlich einer Pyxidiophora, mit einer kugeligen Basis und darauf einem bis zu 700 µm langem Stiel. An der Stielspitze sind ein paar Hyphen ausgespreizt und

    tragen eine kugelige, hyaline schleimige Masse mit Sporen. Die Sporen farblos, zylindrisch und zwischen 5-6 x 1,5-2,5 µm groß. In den Sporen sind 1-2 winzige Öltropfen zu sehen.

    Ich nehme an, daß die Sporen Ascosporen sind, wiewohl ich keine Asci (mehr) gesehen habe.

    Sphaeronaemella fimicola hat Enrique Rubio im Internet recht schön dargestellt und ich meine, daß mein Fund gut dazu passen könnte.


    Ich danke schon mal fürs Anschauen der Fotos und würde mich über einen Kommentar dazu sehr freuen.


    Liebe Grüße

    Matevž

  • Servus Matevž,

    Zur Sphaeronaemella kann ich nichts beitragen, hab ich noch nicht gesehen - Danke für´s zeigen.


    Das mit der Pseudombrophila hatte ich auch schon einige male. Erst wachsen die weinroten Kügelchen schön ran, und ab dem Zeitpunkt der Öffnung hört das Wachstum auf und die Teile vertrocknen - oder beginnen zu Schimmeln.

    Die Paraphysen könnten durch das gestörte Wachstum deformiert sein ( kommt ja auch bei Pezizen oft vor).

    Eine Artzuordnung halt ich deshalb für abwegig.

    Grüße

    Felli

  • Servus Felli,


    Vielen Dank für deine Einschätzung meiner Funde!


    Was die Sphaeronaemella betrifft, hatte ich ja keine Zweifel, wollte aber trotzdem wissen, ob jemandem hier im Forum die kleinen Öltropfen in den Sporen aufgefallen waren.

    Die Art wurde in diesem Forum ja schon mehrmals vorgestellt.

    Das bei einem gestörten Wachstum nur die Paraphysen deformiert sein können, habe ich nicht gewusst und danke ich dir für den Hinweis.

    Bei dem Pseudombrophila Fund vermute ich, daß die Aussentemperatur von 38°C im Schatten am Tag des Aufsammelns Einfluss auf das Wachstum dieses Becherlings genommen hat.

    Der Dung lag in der Sonne und war sozusagen gebraten.


    Obwohl du es für abwegig haltest, bleibe ich bei meiner Vermutung, daß es sich hier um P. misturae handeln könnte. Die moniliform angeschwollenen Paraphysenspitzen sind in der Gattung

    Pseudombrophila ein diagnostisches Merkmal, das zu P. misturae hinführt. Da kann ich nicht wegschauen und eine Krankheit vermuten. Aber du hast sicher recht, erst wenn alle Merkmale eindeutig vorliegen, kann man den Fund einer Art zuordnen.


    Viele Grüße,

    Matevž