unklare Calicium

  • Hallo allerseits,


    eine Calicium habe ich noch vom Moor. Hochmoor, Kiefernstubben finalmorsch, weit unten. Breite schwarze Nadel auf körnigem, dreckig grünen Lager.

    Vor Ort


    Auflicht, da wären zunächst die ganz kleinen/jungen Exemplare


    bei den größeren Exemplaren ist der Rand vom Kelch vielfach ganz schmal weißlich bereift

    dicke Exemplare oft nur noch 2x so hoch wie breit. allgemein recht kurzstielig und stämmig

    Quetschpräparate waren schwer anzufertigen, jedenfalls vom ganzen Stück.

    Hier ein Schnipsel eines mittleren Exemplars in Wasser, sehr dicke transparente Gelierschicht um Stiel und Kelch

    nach etlichem Schubbeln dann noch ungemusterte Sporen

    Asci nur sehr vereinzelt, relativ kurz, zylindrisch, soweit zu sehen uniseriat


    dann etwas vom Mazaedium eines dicken Exemplars und Algen in BWB

    2 Arten von Algen: große kugelige verclustert und kleinere bohnenförmige

    reife Sporen warzig bis schollig gemustert, oft am Septum zerbrechend; 10-12*7-8 µm


    ganz kleine Exemplare mit Lager in KR, hier ist der Stiel gebrochen und man sieht den Querschnitt des Stiels. Bereits bei den ganz kleinen Exemplaren ist die transparente Außenschicht sehr dick

    Hier nur dieser Querschnitt in max. Vergrößerung

    nochmal die Algen in groß

    und ein mittleres Exemplar in Melzers, eine Farbreaktion sehe ich nicht

    das hat nun spitz auslaufende Sporen, noch in Packform frisch aus dem Ascus? Sollte aber trotzdem die selbe Art sein


    Nach den verschiedenen Schlüsseln komme ich entweder zu C. lenticulare oder nirgendwohin. Auch untypische glaucellum kann man nie ausschließen.


    Der relativ neue (2021) irisch-britische Schlüssel für Calicium (hier als pdf zugänglich https://britishlichensociety.org.uk/identification/lgbi3) hat sehr früh im Schlüssel die J-Reaktion

    Zitat

    Stalk and exciple in squash I+ dark blue to black ................................................................... lenticulare

    Stalk and exciple in squash I± reddish blue ............................................................................................ 3

    und spricht gegen lenticulare und würde zu abietinum führen ...


    Nach Wirth et al. komme ich zu C. montanum, wobei meine Nadeln mit bis zu 0,7 mm so niedrig dann nicht sind.


    Der litauische Schlüssel fängt mit dem Lager an zu schlüsseln und dann kommt man im 2. Schritt zu lenticulare. Was natürlich das Problem der fehlenden J-Reaktion nicht beseitigt.


    Wobei ich nirgends gefunden habe, ob die J-Reaktion bleibend ist (scheint davon auch keine Fotos zu geben) oder nur kurz. Im letzteren Fall hatte ich bei Melzers keine Reaktion aber bei Apotheken-Jod eine agnz kurze Farbreaktion, die eher pupur oder violett war. Sodass ich C. lenticulare erstmal noch nicht ausschließe.


    LG, Bernd