Pyrenomycet unklarer Gattung auf Totholz

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 341 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von KaMaMa.

  • Hallo,


    folgender schwarzer Pyrenomycet wurde auf einem Bruchstück aus moschem Totholz auf einem südexponiertem Magerwiesenhang in einem Trockental der Schwäbischen Alb gefunden. Die Perithecien sind schwarz, rund und glatt, die Mündung etwas eingedrückt und rund.


    Bild 1 Habitat


    Bild 2 Fundstück / Substrat


    Bild 3 Auffallende Perithecien mit weißem Hof


    Bild 4 Die isolierten Perithecien sitzen dem Substrat auf und haben eine Größe bis ca. 500µm. Angefeuchtet lassen sise sich leicht abscheren.

    Der Weiße Hof entsteht vermutlich durch Lufteinschluss und könnte auf delaminierende Zellschichten zurückgehen.

    Ein Thallus oder auch nur Algen sind nicht zu erkennen.


    Bild 5 Der Querschnitt zeigt ein fast halbkugeliges Involucrellum, das basal abspreizt und auf dem Substrat aufliegt.

    Das Involucrellum hat eine Dicke von 30-50µm.

    Das Excipulum ist außen dunkelbraun, innen hell bräunlich.

    Die hellbraunen Anteile färben sich in Lugol olivgrün, weshalb eventuell amyloide Anteile vorhanden sind.


    Bild 6 Querschnitt in Wasser: Asci zylindrisch, inoperculat, 8-sporig.

    Paraphysen, um 2µm, sind reichlich vorhanden.

    Involucrellung und Excipulum reagieren in KOH nicht, bestenfalls färbt sich die Lösung etwas gelblich.


    Bild 7 Die Asci sind zylindrisch und dünnwandig.

    Vom Hymenium reagiert bestenfalls das Ascoplasma leicht rötlich (links), meistens bleibt es aber gelblich (rechts).


    Bild 8 Versuch in Lactophenol-Anillinblau-Säurefuchsin ohne weitere Erkentnisse...



    Bild 7 Die Sporen (in Wasser) sind hyalin, inamyloid (J- gelb), elliptisch bis tropfenförmig, mit ungleich großen Zellen und eingeschnürten Septen.

    Kein Schleimhof. Die Sporen sind oft leicht gekrümmt und messen 20-22(-24) x 7,0-7,5(-8) µm.


    Mit Hilfe der FoTE komme ich natürlich nicht voran, auch der Bresinsky hilft nicht.

    In meiner Not habe versuchsweie die KI befragt: Die KI ist nach Füttern mit Bildern und Daten felsenfest davon überzeugt, Anisomeridium macrocarpum idetifizieren zu müssen, was ich nicht glauben kann und will.

    Aber die Spur finde ich erst mal nicht schlecht und verfolge sie weiter: Da Anisomeridium bei den Flechten mit abgehandelt wird, versuche ich den Wirth/Hauck/Schultz-Schlussel Gattungsschlüssel und werde dort tatsächlich Richtung Arthopyrenium/Acrocodia/Anisomeridium geleitet. Ich gelange zu Arthopyrenium grisea, wobei das Substrat meist Birkenrinde wäre, die Asci der Gattung als pyriform beschrieben werden, mit deutlich verdickerter Ascusspitze. Passt also gar nicht!

    Mit Italic gelange ich ebenfalls zum gleichen Ergebnis. Damit werde ich aber nicht glücklich.


    Hat jemand vielleicht eine Idee zum Pilz oder (er)kennt ihn womöglich?


    LG, Martin

  • Hallo Anna,


    herzlichen Dank für deinen Tipp, das klingt tatsächlich wenig vertraut.

    Zu Exarmidium inclusum kann ich leider nicht viel finden.

    Am informativsten erscheint mir die spanische Seite zu Exarmidium inclusum.

    Erscheint mir jedenfalls nicht unplausibel, zumindest wenn dir Mündung wie bei meinem Fund punktförmig begint und sich erst spät so stark wie beschrieben weitet.


    LG, Martin