Coprotus disculus

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 150 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthaeus.

  • Grüß Euch Alle,


    Das Neue Jahr hat längst Einzug gehalten und ich bin noch immer mit dem Hasendung vom September 2025 beschäftigt.

    Da habe ich vor paar Tagen Besuch von einer Herde von Coprotus Fruchtkörpern bekommen. Ich meine es handelt sich hierbei um Coprotus disculus.

    Die relativ großen elliptischen Sporen lassen eine andere Art kaum zu. Coprotus disculus habe ich schon mehrmals gehabt, doch bei diesem Fund

    waren die die Asci kleiner, mehr breitkeulig bis breitzylindrisch und die Sporen in den Asci durchwegs biseriat angeordnet. Die Paraphysen oft stark gekrümmt,

    was für Coprotus glaucellus oder Coprotus lacteus auch gut passen könnte. Aber letztere Arten haben kleinere Sporen, meist unter 10 µm, wobei

    Coprotus lacteus wegen der gekrümmten Paraphysen vielleicht doch noch eine Option wäre.


    Bin neugierig, wie Ihr das seht.


    Folgende Daten habe ich zusammengetragen:


    Die kissenförmigen, rundlichen Apothezien weißlich, mit glattem Rand. Junge Apothezien angedeutet kreiselförmig, dann verflachend. Ca. 400-500 µm im Durchmesser.

    Asci breitzylindrisch (65) 70-85 (90) x 14-20 µm. Ascusbasis mit Haken.

    Ascosporen elliptisch, glatt, in Baumwollblau mit de Bary Tropfen, der aber erst spät (nach einem Tag) erscheint. Sporengröße: 10-12,5 x 6,5-7,5 µm.

    Das ektale Excipulum zeigt eine textura globulosa-angularis.

    In der oberen Randzone gibt es längliche, kurzgegliederte Zellen. Die Endzellen 8-10 (12) x 4-5 µm groß.


    Liebe Grüße,

    Matevž

  • Servus Felli,


    Ja, habe ich verglichen, und zwar mit den Angaben für C. lacteus, die von I. Kušan, N, Matočec et al. (Un overview of the genus Coprotus, 2018) für diese Art angegeben werden.

    Da passen die Ascuslänge und die Sporengröße. Im Übersichtsschlüssel bin ich allerdings nicht zurechtgekommen. Bei Coprotus disculus werden prismatische Randzellen hervorgehoben,

    die 15-20 µm lang sind. Bei meinem Fund sind die Endzellen der 2-3 gliedrigen, länglichen Randzellen im Schnitt 8-10 µm lang.

    Da war ich dann unsicher, weil ich nicht einschätzen konnte, inwieweit diese Zellen noch länger werden könnten und ob die Einzelzellen zusammengerechnet werden müssten.

    Dann käme ich nämlich auf eine Länge von mehr als 20 µm.

    Die gekrümmten und apikal kaum verdickten Paraphysen sind bei C. lacteus meines Erachtens auch besser aufgehoben.

    Coprotus lacteus war der Verdacht, den ich oben geäußert habe. Die Asci sind kürzer als bei C. disculus. Dazu kommen die biseriat angeordneten Sporen und die stark gebogenen Paraphysen. Die Randzellen sind ein weiteres Differenzierungsmerkmal und wenn Du diese Zellen aufgrund deren Länge eher Coprotus lacteus zuschreiben würdest, möchte ich meine Bestimmung gerne ausbessern. Das wäre dann mein persönlicher Erstfund von Coprotus lacteus. Coprotus glaucellus schließe ich aus, weil diese Art kürzere Sporen und noch stärker gekrümmte Paraphysen hat. Die Randzellen sind bei dieser Art nur bis 10 µm lang. Ich sehe da auch eine gewisse Übereinstimmung meiner Beobachtungen mit den Zeichnungen, die Doveri (Fungi fimicoli italici, 2007) für C. lacteus gemacht hat.

    Meine Größenangabe für die Apothezien von 400-500 µm ist ein Spitzenwert, die meisten Fruchtkörper waren viel kleiner, so um die 200 µm im Durchmesser.


    Ich danke Dir vielmals für die Rückmeldung!


    LG Matevž

  • Servus Matevž

    ja, habe ich verglichen, und zwar mit den Angaben für C. lacteus, die von I. Kušan, N, Matočec et al. (Un overview of the genus Coprotus, 2018)


    Bei Schlüssel Nr 17 trennt man ja C.disculus ab ;


    Der Apothecienrand ist mit teilweise vorstehenden prismatischen Endzellen besetzt, die 15 μm überschreiten und 25 μm lang werden können.........................................18

    --> hier gehts dann zu C. disculus


    – Der glatte Apothecienrand besteht aus länglichen Zellen von bis zu 15 μm Länge, die nicht aus der Oberfläche herausragen. ..............................................................19


    In der oberen Randzone gibt es längliche, kurzgegliederte Zellen. Die Endzellen 8-10 (12) x 4-5 µm groß.

    was ja dann zum Schlüsselpunkt 19 führt.


    Meiner Meinung nach sind die Endzellen, die du zeigst, länglich und passen besser zu C. lacteus.

    Die Sporen sind allerdings für C. lacteus im oberen Bereich - waren die alle so groß?

    Ist schwierig.

    Ich hab leider nicht viel Erfahrung in dieser Gattung, hab C. lacteus auch erst 1 x als cf lacteus bestimmt.


    Vielleicht meldet sich Peter noch dazu.


    Grüße

    Felli

  • Ja, das ist nicht einfach.

    Die Sporen waren alle über 1o my lang, meistens 11-12 x 7 my. Deshalb habe ich den Arbeitstitel C. disculus gewählt.

    Wäre schön, wenn Peter auch was dazu sagen könnte.


    LG,

    Matevž