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letzter Beitrag von nobi am

Chaetomidium cephalothecoides cf.

  • Hallo,


    heute hat Eike auf einem Wildschweindung vom Evenser Moor diese kleine "Chaetomium" gefunden, die meines Erachtens in die murorum-Gruppe gehört und aufgrund der fehlenden inkrustierten Haare, die sich bei C. murorum gewöhnlich um die Perithezienmündung herum befinden, als "C. ancistrocladum" bestimmt. Dazu passen auch die Sporenmaße, die Ascusmaße sowie die auffällig uncinaten Haare und die textura cephalothecoidea/epidermoidea. Die Fruchtkörper sind teilweise auch auf dem Plastik der Dose gewachsen, welches mit einem feinen Film aus hyalinen Hyphen und wohl vielen Sporen von diversen Dungbewohnern überzogen ist.

    Reife Sporen wurden als 15,6-17,2x7,5-8,7µm vermessen. Asci mindestens 70µm lang, bisher haben wir keine gefunden, wo schon Sporen drin waren (oder überreif).


    Meine Frage: kann das C. ancistrocladum sein? In Doveri 2011 "Addition to Fungi Fimicoli Italici" ist eine Kollektion dieser Art abgebildet, die unserer sehr ähnlich sieht, wobei aber die Sporen minimal breiter dargestellt werden.


    LG Björn










    Projekt Fungi: 3277

    [FERTIG] Band 1a: 440 Pyrenomyceten mit 0-1fach sept. Sporen; Band 1b: 380 Pyrenomyceten mit 2-M.

    Band 2a: Pezizomycetes, Hypogäische Eurotiomycetes, Lecanoromycetes, Arthoniomycetes

    Band 2b: Leotiomycetes, Geoglossomycetes, Taphrinomycetes, Laboulbeniales, Orbiliomycetes

    Band 3: Rindenpilze, Heterobasidiomycetes, Cyphelloide Pilze
    Schwarzwälder Pilzlehrschau

  • bwergen

    Hat den Titel des Themas von „Chaetomium ancistrocladum Udagawa & Kain 1969“ zu „Chaetomium ancistrocladum Udagawa & Cain 1969“ geändert.
  • Hallo Björn,


    habe Eike soeben auf seine Anfrage per PN die Originalbeschreibung von Udagawa & Cain 1969 geschickt.

    Damit sie alle lesen können, füge ich sie hier nochmals ein.


    Chaetomium ancistrocladum.pdf


    Falls Du die Perithecienwand als cephalothecoid interpretierst, sollte es Ch. ancistrocladum sein.

    Arx et al (The Ascomycete Genus Chaetomium) schreiben: Ch. ancistrocladum is described having a cephalothecoid wall of the ascomata.

    Textura epidermoides würde zu Ch. murorum führen. Meiner Meinung nach ist die Wand allerdings eindeutig cephalothecoid.

    Falls die Haare tatsächlich nicht warzig sind, solltest Du außerdem mit Chaetomidium cephalothecoides vergleichen. Zumal ich auf Deinen Bildern kein Ostiolum erkennen kann.

    Einen aktuellen Schlüssel zu den Chaetomidium-Arten mit cephalothecoidem Peridium gibt es bei Ascomycete.org. Schicke ich Dir gleich per Mail.


    Auf jedem Fall eine tolle Doku einer interessanten Art!


    Liebe Grüße vom Nobi


    Nur wer gegen den Strom schwimmt, kann erkennen, wieviel Unrat mit dem Strom schwimmt. (Frank Richter?)

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  • Hallo nobi,


    anhand der Merkmale, die für C. ancistrocladum gelten sollen, würde ich eher zu Chaetomidium cephalothecoides tendieren. Denn hier sind die Haare komplett glatt und es scheint keinen Ostiolus zu geben, der fk ist de facto also ein Cleistothezium.


    Vielen Dank für deine Hilfe, nobi!


    LG Björn

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  • Hallo nobi,


    anhand der Merkmale, die für C. ancistrocladum gelten sollen, würde ich eher zu Chaetomidium cephalothecoides tendieren. Denn hier sind die Haare komplett glatt und es scheint keinen Ostiolus zu geben, der fk ist de facto also ein Cleistothezium.

    Etwas besseres als Ch. cephalothecoides fällt mir tatsächlich auch nicht ein, Björn.

    Ganz sicher bin ich mir jedoch nicht.

    Denn da sind die von Dir gemessenen Sporen etwas zu lang und zu schlank und die Haare können bis zwei Milimeter lang werden!

    Vergleiche nochmals mit der Originalbeschreibung von Malloch & Benny.

    Mycologia 65, 1973, S. 653ff.


    Liebe Grüße vom Nobi


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  • bwergen

    Hat den Titel des Themas von „Chaetomium ancistrocladum Udagawa & Cain 1969“ zu „Chaetomidium cephalothecoides cf.“ geändert.