Notizen zur Gattung "Physisporinus"

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 1.634 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Gerd.

  • Hallo Freunde von "Pilze an Holz",


    - vorab darf ich auf einen hochinteressanten Link im HARRY-Forum verweisen, in dem einem Vertreter dieser Gattung ("Physisporinus vitreus = Ridigoporus vitreum; Glasigweißer Höckerporenschwamm" eine erstaunliche "industielle Nutzung" im Geigenbau bescheinigt wird :thumbup:


    - Mich hat dieser Link neugierig gemacht und ich habe mich etwas mit dieser Gattung beschäftigt, zumal ich beide in der BRD, BW [3] und auch im Ulmer Raum [5] nachgewiesene Arten bisher ignoriert habe.


    Der Grund, warum ich in diesem Forum einen Betrag veröffentliche, sind folgende vor Kurzem erfolgte Anfragen, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin:


    http://www.pilzforum.eu/board/…lich?pid=159553#pid159553


    http://www.pilzforum.eu/board/…reus?pid=159810#pid159810


    - Den derzeitigen Stand der Bestimmung dieser Anfragen bewerte ich leider als bisher keineswegs "fundiert/belastbar" geklärt.


    - Am wichtigsten scheint mir die von "Jürgen M." angefragte, noch nicht eindeutig geklärte Frage nach der Porengröße zu sein, um wenigstens einen Vertreter dieser Gattung zu bestätigen :thumbup:


    - Zur weiteren Abgrenzung wäre dann eine eindeutige Farbreaktion zu klären.
    --------------------------
    - Da ich bisher noch keinen Vertreter dieser Gattung bewusst in der Hand hatte, halte ich mich bei der Beurteilung der gezeigten Bilder zurück und berichte nachfolgend nur über wenige Details meiner Recherche:


    (1) Details zu dieser Gattung findet man in [1], [2], [3], [4]


    (2) Da Jürgen die Farbreaktion der BRD-Arten "Ph. sanguiolentus" und "Ph. sanguinolentus" bereits ausreichend beschrieben hat, stelle ich nur noch nicht beschriebene "Porendichte" beider Arten gegenüber:


    [font="Courier"]
    Ph. vitreus ----------Ph. sanguinolentus [/font]


    [2] 3-5/mm (frisch)------3-4/mm (o.w.Details)
    [2] 6-7/mm (alt)


    [3] 3-6/mm---------------3-5/mm


    [4] 4-6/mm---------------3-4 (5)/mm
    [/font]


    Mein Fazit:


    - Beide Arten dürften sich über die Porengröße wohl kaum trennen lassen


    - Aber, bei vermuteten Poren von ca. 1/mm würde ich die Gattung schlicht ausschließen !!!


    Grüße
    Gerd



    Literatur:


    [1] Jahn, H. (1979:Pilze die an Holz wachsen


    [2] Jülich, W. [1984]: Kleine Kryptogamenflora Band II b/1


    [3] Breitenbach @ Kränzlin (1986):Pilze der Schweiz


    [4] Krieglsteiner (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 1


    [5] Enderle (2004): Die Pilzflora des Ulmer Raumes

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Gerd!


    Ich freue mich sehr, dich hier wieder lesen zu dürfen!
    Und Bei der Darstellung wird auch gleich klar, warum.
    Du hast dir echt Gedanken dazu gemacht, danke.


    Die Bilder der beiden Funde sind bei mir mittlerweile als "unbekannter Porling 02" abgelegt. An Physisporinus konnte ich irgendwann nicht mehr so recht glauben. Deine Aufstellungen zur Porengröße bestätigen das, und zwar beide Funde betreffend.


    Leider habe ich kein Trockenexemplar mehr. Das wurde mal verschickt, dabei ist was schief gegangen. Für mich persönlich nicht weiter schlimm, es gibt eben einen Haufen Pilze, die ich nicht bestimmen kann.
    Allerdings hätte ich dir schon gerne noch mehr Details geliefert, sofern du welche hättest haben wollen. Allerdings hat es mir diese Erscheinung angetan, also halte ich schon immer ein wenig die Augen nach weiteren ähnlichen Funden auf. ;)


    Sollte ich mal was mit passender Porengröße finden, lasse ich es dich wissen.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,



    Allerdings hätte ich dir schon gerne noch mehr Details geliefert, sofern du welche hättest haben wollen. Allerdings hat es mir diese Erscheinung angetan, also halte ich schon immer ein wenig die Augen nach weiteren ähnlichen Funden auf. ;)


    Sollte ich mal was mit passender Porengröße finden, lasse ich es dich wissen.


    - Danke, daran wäre ich interessiert und würde dazu sogar mein vor sich hin staubendes "Mikroskop" bemühen.


    ---> Denn, die im "Jülich (1984) zu dieser Gattung angegebenen Makro- und µ-Merkmale sollten m.E. eine rel. sichere Bestimmung zulassen. Und, auch wenn ich keine Restzweifel hätte, würde ich den Beleg an "Jürgen M." (wohnt ca. 30 km entfernt), kennt beide Arten aus eigener Anschauung zur Bestätigung weiter reichen.


    Grüße
    Gerd