Beiträge von Ingo W

    Hallo!


    Will mal das geballte Dungi-Fungi-Wissen hier etwas anzapfen.
    Mein Wildschwein-Losungs-Becher hört wohl auf Iodophanus.


    Inwieweit seine Eigenheiten noch zu I. carneues zu rechnen sind, das frage ich hier jetzt mal nach.
    Ehrlich gesagt, verstehe ich die Untercheidungskriterien von I. difformis nicht so recht (Doveri-Additions zu "Fungi-fimicoli...."), hört sich für mich alles recht schwammig an.
    Ihr werdet es sicherlich besser wissen, also jetzt mal ein paar Probleme mit den zugehörigen Fragen.


    Frage 1:


    Frage 2:


    Frage 3:


    Frage 4:


    Frage 5:


    Achso, Sporenwerte passen zu I. carneus, die Becher haben allerdings braune Randzellen, weiß nicht, ob das so auch beschrieben ist. Asci sind ein bisschen kleiner (um 170-180 lang) wie bei Doveri beschrieben, ist aber tolerierbar, denke ich.


    VG Ingo W

    Hallo hübchen!


    Danke für die Ergänzung/Richtigstellung.
    Sieht man mal wieder wie regional unterschiedlich das sein kann. Ich dachte immer Ph. ferreus sei was ganz seltenes. Wissentlich habe ich den noch nie gefunden.


    VG Ingo W

    Hallo Eike!


    Die Bilder sind ja gut geworden!

    Zitat


    Ich schätze hier mal grob ein das Peniophora incarnata in unseren Gebiet also mitte Niedersachsen rund um Hannover mit Peniophora quercina die häufigste Art der Gattung ist


    Glaube ich beinahe nicht. Peniophora incarnata nimmt so ziemlich alles, was laubholzig ist, auch dicke Kräuterstängel gehen.
    Damit ist sie im Vorteil gegenüber P. quercina, die ja zu ca. 90% auf Eiche angewiesen ist.
    Was ich sagen will, ich denke, P. incarnata ist häufiger. Das wird überall so sein.


    Allerdings ist dir wahrscheinlich bisher die (nach meiner Meinung) häufigste Art durch die Lappen gegangen. Die nennt sich Peniophora cinerea (Aschgrauerer Zystidenrindenpilz) und ist farblich gesehen eben viel unauffälliger, außerdem dünner und nicht ablösend vom Substrat. Sieht unscheinbar aus, ist recht trockentolerant und sollte an vielen Laubholzästen zu sehen sein.
    http://www.pilzfotopage.de/Aph…s/Peniophora_cinerea.html


    Übrigens gibt es da ein paar recht spezifische, z.B. an Hainbuche, Linde oder Kiefer.
    Hier z.B. hatte ich die Woche mal unter einer Esche (Fraxinus) geschaut:

    Ist der Eschen-Zystidenrindenpilz (Peniophora limitata). Ein Teil der Fruchtkörper ist dunkel umrandet, ein schönes makroskopisches Kennzeichen..


    VG Ingo W

    Hallo Eike!


    Der häufigste der resupinaten Feuerschwämme ist Phellinus ferruginosus (Rostbrauner Feuerschwamm). Er wächst meist an der Unterseite von meist schon morschem Laubholz, entweder auf dem Boden liegend oder noch ansitzend, oft aber trotzdem erdnah.
    Auffällig dabei ist, dass das Substrat oft schon recht ausgelaugt ist und deshalb nicht selten ungewöhnlich leicht und bröckelig morsch.


    Befremdlich schokoladenbraun werden manche Fruchtkörper-Abschnitte, wenn sie lange Bodenberührung hatten. Das könnten deine links und rechts liegenden Holzstücken sein (erklären tust du ja nichts dazu).


    Die Art kannst du makroskopisch stark einengen, indem du mit der Lupe die auffällig langen Stacheln (Seten) am Rand der Fruchtkörper oder im Filz aufspürst.


    Makroskopisch wäre die genannte Art mein Favorit, weil das Erscheinungsbild und die Farbe sehr gut passt.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Aber warum eigentlich sollten nicht zwei verschiedene (und ähnliche) schichtartige Pilze da oben ineinanderwachsen?


    Gibt ´s alles!


    Zitat


    Da habe ich mir so einen Sonderordner eingerichtet "hübsch anzuschauen, aber nicht bestimmt"...


    Ich denke, das geht fast jedem so.
    Man muss auch mal Pilze unbestimmt lassen können, manchmal klärt sich das eine oder andere Geheimnis sogar im Laufe der Jahre noch.
    Ich glaube, Nobi hat letztens mal von einem Fund geschrieben, den er erst jetzt, ca. 10 Jahre nach dem Erstfund benennen konnte. Die Freude über sowas potenziert sich fast.


    Ich kannte z.B. Steccherinum oreophilum (Berg-Resupinatstacheling) mindestens 4 Jahre bevor ich seinen Namen wusste. Immer wieder und wieder gefunden. Als endlich der Groschen fiel, habe ich mich gefreut wie ein Schneekönig.


    VG Ingo W

    Hallo Jan-Arne!

    Zitat


    Gut, dass du den Fehler auf Wikipedia jetzt nochmal als solchen bezeichnet hast.


    Hab ich?
    Noch bin ich nicht sicher, dass wikipedia diesbezüglich nicht vielleicht auf einem neueren Stand ist als ich es bin. Bei mir gibt es die Art in der Region nicht, deshalb habe ich mich nicht groß damit auseinandersetzen müssen und kann auch nicht mit eigenen Erfahrungen bezüglich der Verwertbarkeit/Verträglichkeit dienen.


    Kann durchaus sein, dass es womöglich mehrere Unverträglichkeitsberichte gab, und dass die Bewertung dann die aktuelle Konsequenz ist. So recht dran glauben kann ich allerdings noch nicht.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Ich schreibe hier auch mal was ins Dungi-Fungi-Unterforum, weil ich im Dungi-Jargon schon immer ebenfalls sowas sagen wollte wie "Ascobolus auf Fuchs" (armer Fuchs!).


    Wenigstens einmal im Jahr wollte ich mal was auf Dung inspizieren. Also nahm ich mir vor 2 Jahren Losung von Hirsch mit. Drauf wuchs Ascobolus sacchariferus.
    http://asco-sonneberg.de/pages…-110227-01xs-col14771.php


    Letztes Jahr "nahm ich mir Schaf" mit. Das erste, was drauf wuchs, war A. sacchariferus.


    Dieses Jahr wechselte ich erneut, der Hase war diesmal das Ziel der Begutachtung (ist ja auch leichter als das Schaf).
    Was glaubt ihr, was drauf wuchs? Ascobolus sacchariferus.


    Werde ich womöglich verfolgt?
    Also, Losungswechsel. Dreimal die gleiche Dungpilzart gilt nicht! Hier lag was schönes im Wald rum:

    Zwar sind meine Dosen wohltemperiert, dennoch froren die Einzelteile der Wildschweinhinterlassenschaft wohl ein bisschen. Nach einer Woche wuchs ihnen ein Fell:

    Etwas näher betrachtet erkennt man Pilobolus:

    Die hatte Ralf auch schon mal sehr schön abgelichtet (hier Bild 2-4):
    http://www.pilzforum.eu/board/thema-dungpilze


    Dauert nicht lang, dann sind die Pillen des Pillenwerfers reif:


    Ordentlich dem Licht entgegen geschossen, sieht der Deckel der Dose dann so aus:


    Paar Tintlinge sind noch auf dem Sprung:


    Aber zurück zum Verfolgtsein.
    Wer kommt denn da schon wieder, dachte ich, als schon wieder ein Weißer in der Form eines Ascobolus sich breit macht "auf dem Wildschwein".
    Ist aber diesmal glücklicherweise ein Hellsporer, da sollte sich mit schon so weit herausragenden Asci nichts mehr daran ändern....


    .....wenngleich die Sporen trotzdem wieder sacchariferus-Sporengröße haben, zumindest die Normsporen. Einige Asci beherbergten auch in der Breite aufgeblähte. Komisch!


    Wie das zu bewerten ist, da erhoffe ich mir jetzt mal hier die nötige Antwort.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Wirklich hübsch.
    Komisch, dass Annarosa Bernicchia bei solch gelben Farben auch an Stereum gausapatum (Eichen-Schichtpilz) denkt.
    Für mich ist das relativ klar Stereum hirsutum (Striegeliger Schichtpilz).


    VG Ingo W

    Hallo!


    Nochmal Mollisia cinerea (Aschgraues Weichbecherchen).
    Gewachsen an der Unterseite eines mittelmorschen, 8cm starken, auf dem Boden liegenden Astes von Esche (Fraxinus).




    Kurzer Mikroblick:



    Recht befriedigend finde ich, dass sich die Mikrowerte von dem, was ich für Mollisia cinerea halte, in den verschiedenen Kollektionen sehr ähnlich sind. Ich denke, so langsam fange ich an, die Art zu verstehen (bis zur nächsten Kollektion, die nicht mehr reinpasst).


    Allerdings muss ich auch einen Eike-Fund aus diesem Beitrag revidieren. Hier ab Beitrag Nr. 4:
    http://www.pilzforum.eu/board/…lze?highlight=Eikes+Pilze

    Ich habe den aufgrund des scheinbaren braunen Subhymeniums für eine jungreife Mollisia lividofusca (Dunkelbleigraues Weichbecherchen) gehalten.
    Das sehe ich jetzt anders. Die Werte sprechen eindeutig für M. cinerea. Der Bereich, der von mir dort als braunes Subhymenium interpretiert wurde, ist schon Teil des inneren Teils des Ectal-Excipulums und deshalb braun.


    Das revidierte Portrait werde ich dann hier noch hinzufügen.


    VG Ingo W

    Hallo Andreas!


    Naja, Zweifel ist nicht das richtige Wort.
    Liegt aber vielleicht daran, dass ich die Art bisher immer nur kleiner dimensioniert und an hängenden Ästen fand, das aber durchaus laut Literatur nicht sein muss.
    Diese 2 Wachstums-Varianten erscheinen mir so verschieden, da hätte man mal vergleichen können.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Die Bilder 2 bis 5 in meinem ersten Beitrag zeigen schon einen anderen Pilz, als den in Bild 1 desselben Beitrags.


    Habe ich verstanden, dennoch sehe ich bei Bild 2-4 andere Farben als auf 5. Und weil man auf 5 auch noch Strukturen anders erkennt als davor, fällt mir es mir schwer, die gedanklich zu mischen.


    VG Ingo W

    Hallo Andreas!


    Ei, das wundert mich jetzt aber. Ich habe da noch keine geruchlichen Unterschiede aufgliedernd in Chlor oder Nitrat machen können. Oder meinst du das gar nicht so?
    Ich habe mir aber mal erzählen lassen, dass der eigentliche Geruch nach Chlor/Schwimmbad literaturmäßig oft mit nitrös gleichgesetzt wird, was aber eigentlich gar nicht richtig ist, weil nitrös oder Nitrat ein ganz anderer Geruch ist. Salpeter-Helmling habe ich auch schon gehört, wird wohl auch nicht stimmen(?).


    Die von dir aufgezählten, soweit ich sie kenne, riechen für mich nach Chlor. Alle.


    Mycena stipata ist einer der frühen häufigeren Helmlinge, meist wächst er in Büscheln auf morschem Nadelholz, oft von Fichte. Er ist der 4-sporige Doppelgänger von M. silvae-nigrae, oft zunächst dunkelbraun gefärbt. Müsste gerade anfangen zu wachsen, ist aber auch später im Jahr noch zu finden.


    VG Ingo W

    Hallo Uli!


    Schwierig, denke ich. Da müsste man wohl einen Fachmann bemühen. Der wird sich aber wahrscheinlich ohne Mikro-Details auch zurückhalten. Schätze, da kommen Arten und Gattungen in Frage, die ich nur vom Namen (oder noch nicht mal die) kenne.
    Vielleicht Hyphoderma mutatum oder sowas, aber das ist blinde Herumraterei.


    Wäre auch immer schön, wenn du neben dem Substrat auch die Fundumstände beser beschreiben könntest, also: wo das Holz, wie dick, wie morsch, wo der Pilz am Holz, sonstige Auffälligkeiten wie Konsistenz, Hutbildung usw. Wäre zunächst wichtiger als die punktgenaue Beschreibung des Fundortes.


    VG Ingo W