Hallo Ralf!
Mein Problem ist, ich kann Farne nicht gut unterscheiden (sollte ich mich wohl mal damit befassen!).
Das ist für eine substrattechnische Auswertung bei solchen Pilzen natürlich nicht dienlich.
An Farnstängel Becherchen zu finden, ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Da wächt einiges drauf, und oft sind das Funde, die nicht oft dokumentiert sind. Urceolella carestiana und der oben eingestellte Psilachnum chrysostigmum sind allerdings die bekanntesten und auch häufigsten daran.
Zitat
Habe bisher an Farn (Adlerfarn) nur diesen Ropographus filicinus gefunden... der ja auch nicht schwer zu finden ist
Ich glaube, hier ist es die Kunst einen Adlerfarn zu finden, der nicht von Rhopographus befallen ist.
Zurück zum Substrat: Also bei Holz gibt es ja so die Vermorschungseinteilungen:
- initialmorsch (berindet, fest, nicht lange tot);
- optimalmorsch (Rinde löst sich, Holz wird unstabiler);
- finalmorsch (meist keine Rinde mehr, bröckelig, kaum noch Stabilität vorhanden);
Dazu macht man das oft genauer, wenn man dazu Anfang, Mitte oder Ende schreibt, also Mitte der optimalen Vermorschung oder optimalem Stadiums der Vermorschung oder so ähnlich.
Ich habe das jetzt so aus dem Kopf geschrieben und wie ich das verstehe. Sicherlich findet man dazu irgendwo ganz genaue Richtlinien.
Bei Pflanzenstängeln, Zapfen oder Blättern hat man eigentlich nur die Möglichkeit zwischen diesjährigen oder letztjährigen, bei Zapfen auch mehrjährig liegende.
Im Frühjahr sollten die Substrate also für gewöhnlich vom letzten Jahr sein, im Herbst wird ´s schwieriger, da muss man dann genauer vergleichen. Wobei hier eben auch der Zustand weiterhilft. Hat man von Blättern im Herbst z.B. nur noch Gerippe/Petiolen übrig (aus der Streu), so sind die kaum diesjährig.
Für gewöhnlich besiedeln Becher meist letztjähriges Material, aber einige gehen eben auch an abgestorbene diesjährige Teile, z.B. braune abgestorbene Hüllblätter von Gras, Schilf, Simsen usw., selten hatte ich Becher auch auf diesjährigen, relativ frisch abgefallenen Blättern. Typhula, also die kleinen Basidiokeulchen, machen das aber recht gern, die stehen mehr auf "faulig".

Äußerst selten dürfte man Becher auch auf lebendigem Material finden.
VG Ingo W