Beiträge von Ingo W

    Hallo Ralf!

    Zitat


    *Ist beim Mikroskopieren in Lugol irgendetwas besonderes zu beachten?


    Naja, die Maße von Sporen und Asci und auch die Beurteilung der Inhalte sollte man in Wasser machen.


    Dieses Wasser-Präparat nutzt man dann für die Lugol-Reaktion: einfach einen Tropfen seitlich an das Deckglas aufbringen und kurz warten bis es eingedrungen ist. Zur Not kann man auch das Deckglas nochmal hochheben.


    Wie sich die Inhalte mit nachlassender Vitalität verändern kannst du schon auf deinem ersten Sporenbild sehen. Die mittleren mit den vielen feinen Tröpfchen und dem mittleren Freiraum (=Kern), die sind höchst-vital.
    Dieser feine Inhalt läuft dann zu größeren Tropfen zusammen.


    Abgetötet sieht man dann keine gleichmäßig geformten Inhalte mehr...
    http://asco-sonneberg.de/pages…poreninhalte-asci5081.php
    ....dafür sind aber bei dir hier die Querwände (=Septen) gut zu sehen.


    Zitat


    ...mit dem Vermerk der fehlenden Lugol-Reaktion* und den laut Lit. zu kurzen Asci.


    Da hast du dir aber auch die ältesten Asci rausgesucht, wo man schon deswegen nichts erkennt, weil 1. zu klein und 2. weil die Sporen oben anstoßen.


    Der Zustand wie in Mikrobild 3 wäre gut gewesen (siehst du den apikalen Leerraum (= Dom)? Da stört dann nichts die farbliche Beobachtung.


    Beim Vergleich der Ascus-Längen kommt es natürlich darauf an, womit du vergleichst. Mit Angaben von Totmaterial oder von vital untersuchtem Material.


    Vital, also wenn sich die Sporen zweireihig oben im Ascus drängeln, also, wenn ordentlich Innendruck (= Turgor) vorhanden ist, dann sind die Asci natürlich auch breiter und länger. Das macht mitunter ein Drittel der Länge aus verglichen mit totem oder geschädigten Material.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Ich denke, das läuft auf Stropharia (Träuschling) hinaus.
    Welcher weiß ich auch nicht, aber hier......

    Zitat


    .....aber S. squamosa kann man ausschließen.....


    ....muss man den Str. thrausta miterwähnen, der wohl lediglich ein Farbspiel von squamosa darstellt:
    http://www.mushroomexpert.com/…_squamosus_thraustus.html


    Soll jetzt überhaupt nicht bedeuten, dass ich den favorisiere, denn wir haben es ja mit einem wohl stabileren (Maße ungefähr wie der Ziegelrote??) "Stubben-Bewohner" zu tun. Wollte das bloß mal ergänzt haben.


    VG Ingo W

    Hyphodiscus theiodeus (Cooke & Ellis) W.Y. Zhuang 1988
    Kugelsporiges Staub-Haarbecherchen


    Ein Becherchen, bei dem ich mir nicht sicher bin, wie häufig es ist.
    In Süd-Thüringen findet man es, besonders im Winter-Halbjahr, mit Ansage. Allerdings eben nur, wenn man genau schaut, denn die Becher-Art ist schon einigermaßen gut getarnt (siehe hier Beitrag 15!):
    http://www.pilzforum.eu/board/…16699?highlight=theiodeus


    Es wächst auf und bei alten Fruchtkörpern einer Peniophora-Art, ich denke, es sollte Peniophora cinerea (Aschgrauer Zystidenrindenpilz) sein, ist aber von meiner Seite nicht bewiesen.
    Alte Pilze lassen sich eben nicht gut bestimmen, es kann also auch eine nah verwandte Art sein.
    Peniophora cinerea als besiedeltes Substrat ist aber schon sehr wahrscheinlich, weil diese Art selbst sehr viele verschiedene Laubhölzer besiedelt (im Gegensatz zu vielen anderen Peniophora-Arten), und ich diesen kleinen Becher bisher eben auch an den vielfältigsten Laubholz-Substraten fand (Rose, Faulbaum, Buche, Salweide, Weißdorn).



    Das Gelbe auf der Außenseite des einen Bechers ist so eine Eigenart vieler Hyphodiscus-Arten: sie bilden dort älter oder gestresst einen auffälligen pulverigen, meistens goldigen Belag:


    Im Laufe ihrer Entwicklung sind sie von jung bis alt recht verschiedenfarbig:


    Die Mikros dazu:







    Beachtenswert finde ich die rotbraune Anfärbung des Paraphysen-/Marginalzelleninhaltes mit Lugol und das Auflösen des gelben Pulvers auf der Becheraußenseite mit KOH bei kurzzeitigem Erscheinen eines grünen Schleiers.


    VG Ingo W

    Hallo Jan-Arne!

    Zitat


    Ich war heute unterwegs und habe festgestellt, dass bei uns gerade pilztechnisch die Übergangszeit zwischen Winter und Frühling / Sommer ist --> tote Hose.


    Nicht akzeptabel!
    Dann schaust du einfach an zu trockenen Stellen oder suchst nach Großpilzen. Für letztere würde ich dir recht geben, das ist in dieser Zeit schon ein bisschen Zufall.
    Aber kleinere Sachen müssen sich doch zu Hauf finden lassen.


    VG Ingo W

    Lasiobelonium lonicerae (Alb. & Schwein.) Raitv. 1980
    Geißblatt-Weißspitzhaarbecherchen


    Kann man von ähnlichen Lasiobelonium-Arten an Holz wohl kaum per Auge unterscheiden.


    Der Fund ist aus Österreich von Anna G., an Pappelrinde gewachsen (machen andere Lasiobelonium-Arten auch gern!).




    Schaut mal, wie schwarz die Scheiben vergehender Apos werden:


    Mikros:
    Hier liegt einer der Hauptunterschiede zu benachbarten Arten, nämlich Sporen (in eben dieser Größe) mit reichlich Öltropfen und Bildung einer frühzeitigen Septe (allerdings in ölhaltigen Sporen wenig gut erkennbar).

    Rest:



    VG Ingo W

    Hallo Holger!


    Wunderbare Bilder!


    Nr. 2, hier fehlt die Substratangabe (Buche?), sollte eigentlich einer von den zweien sein:
    Lachnum brevipilosum
    Lachnum impudicum
    Die sind makroskopisch nicht auseinanderzuhalten, wachsen aber beide im Winter an Laubholz, sind recht dünn in der Scheibe und die Haare nimmt man kaum wahr. Antrocknend falten sie sich dann auch noch wie dreispitzige Hüte.


    Nr. 4 sagst du ja versteckt schon, sollte Ustulina (Kretschmaria) deusta (Brandkrustenpilz) sein oder wie der jetzt heißt.


    Nr. 6: Schöne Aufnahme!
    Die kleinen neben der Mollisia (Weichbecherchen), da käme verschiedenes in Frage


    Nr. 9 sieht aus wie die Nebenfruchtform von Dacrymyces stillatus (Zerfließende Gallertträne)


    VG Ingo W

    Hallo Reinhard!

    Zitat


    .... an uraltem Hollerstamm gewachsen......


    Fenchelporling ist ein Bewohner von Nadelholz, sicher auch mit gröberen Poren.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Aber falls jemand ein französisches Original übersetzen will, so hätte ich auch noch einen Arachnopeziza-Schlüssel.


    Natürlich könnte ich mich auch selbst daran setzen, denn man wird schon irgendwie mit Internet-Hilfe und Übersetzungsmaschinen zu einem einigermaßen Ergebnis kommen.


    Aber jemandem, der die Sprache gelernt hat, fällt es vielleicht gar nicht so schwer und der ist in einer halben Stunde fertig?


    Arachnopeziza-Key-Korf.pdf


    VG Ingo W

    Hallo Markus!


    Hast du Adresse noch?
    Ansonsten brauchst du kein großartiges Brimborium beim Verschicken zu machen, also ein Klettverschlussbeutel mit was beigelegtem feuchten und richtig im Brief positioniert, sollte es für gewöhnlich tun.


    Zu den Anschaffungsgedanken des Mikroskops muss ich Ralf vollkommen zustimmen.
    Hier macht euch mal weniger Gedanken um die Literatur.
    Absprache mit Wissenden in den entsprechenden Vereinen ist natürlich nicht schlecht, aber die Kommunikation geht ja danach erst richtig los.


    Wichtig ist für ´s erste, und das ist das Aller-allerwichtigste, die Qualität der Anschaffung. Hier am besten nirgends feilschen oder einsparen wollen, denn das ärgert euch später nur.


    Also was ordentliches kaufen (am besten was, was sich bei Kollegen schon bewährt und dort einen guten Ruf hat), der Rest kommt von allein, also das Einarbeiten mit dem Mikroskop und das Erkennen, worauf es beim Mikroskopieren ankommt.


    Fangt mit kleinen Becherchen an, da ist die Literatur dazu sowieso weitestgehend überholt und das Aktuellste gibt es kostenfrei zum Abgucken in Zottos Sammlung oder sonstwo im Netz.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!

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    .....Merismodes anomala welche ist jetzt die aktuellste Taxa?


    Kommt halt immer drauf an, nach wem du dich richtest.
    Ich denke, die meisten Autoren sind bei Merismodes, z.B. mycobank, Funga Nordica.
    Das Cyphellopsis setzt sich nur sehr halbherzig durch, und wenn ich nur eine Art aus dem Komplex mit der umkombinierten Cyphellopsis ......(hier Merismodes einsetzen und "SEARCH" anklicken!)
    http://www.indexfungorum.org/Names/Names.asp
    .....als "current name" akzeptiere und das bei den Brüderchen nicht mache, dann kann ich es auch lassen.


    VG Ingo W

    Hallo Markus!

    Zitat


    ....fand ich eben alles bezüglich des Substrats auf Rotbuche.


    Das macht den weißen Becherling mit den halblangen Haaren, also Bilder 5-8, natürlich spannend. Womöglich kann der sogar Gilben (Bild 7)?


    Auch die Mollisia! An M. cinerea (Aschgraues Weichbecherchen) glaube ich da nicht, denn deine scheint längere Endzellen am Rand zu haben (das, was man als leicht wuschelig wahrnimmt).


    VG Ingo W

    Hallo Markus!


    Zitat


    1. Vermutlich die selben wie beim letzten Mal, aber eine andere
    Fundstelle


    Da ich recht vergesslich bin, wäre es natürlich schön, wenn du da hinlinken könntest, auf was du anspielst. Warst du das mit der Haglundia/Mollisia elegantior an Eiche?


    Zitat


    bei den "kleinen weißen Becherchen" denke ich an 2 Arten.


    Hättest du es nicht von dir aus geschrieben, hätte ich dich darauf angesprochen.
    5-8 ist woanders gewachsen als 9-11, stimmt ´s. Wobei der erste wahrscheinlich an Eiche wuchs (Dasyscyphella) und der 2. womöglich lieber an Buche? Naja, würde ich auf jeden Fall drauf wetten (nur, weil Chancen gut sind, nicht, weil ich sie so bestimmen kann), dass Nr. 2, also weißer Becher von Bild 9-11 auf Lachnum hört.


    Übrigens: wenn du aus der Hand solche Fotos schießt, dann brauchst du ja auch kein Stativ.
    Die Assel würde ich nicht mal nach einem halben Tag Vorbereitung und Stativ so hinkriegen wie du hier auf den Bildern.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Ja, da hast du recht mit Blabla blaa Mikro.
    Besonders eben, wenn man sich nicht sicher ist.


    Bevor man manche Pilzarten ruhigen Gewissens per Auge ansprechen kann, muss eben erst mal kräftig und oft mikroskopiert werden. Kann ´s ja auch nicht ändern.
    Ich würde dir ja anbieten, das Substrat mit den Dreien zu mir zu schicken, aber leider weiß ich nicht, ob ich dazu komme, mich zu kümmern.


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Du hast recht, irgendwie sehen die komisch aus für Merismodes. Der sollte ja eine helle Scheibe haben und bräunliche Haare.
    Bei deinen ist die Scheibe manchmal braun oder sogar noch dunkler und die Haare mitunter ziemlich hell. Kommt mir bekannt vor, muss ich schon mal gesehen haben auf einem Bild. Komme aber nicht drauf.


    Dass noch 2 Becherarten drauf sind, muss ich dir ja nicht sagen.


    VG Ingo W

    Hallo Uli!


    Genau! Dass die Peridiolen bei deinen Teuerlingen so extrem dunkel sind, das ist schon ein guter Hinweis auf Cyathus stercoreus (Dung-Teuerling). Wenn man dann noch was am Substrat erkennen kann......


    Weil ich ´s nicht lassen kann; hier wäre ich mir weniger sicher:
    http://commons.wikimedia.org/w…le:Cyathus_stercoreus.jpg


    Und hier hätten die Interessierten wohl auch einfach mal ihr Pilzforum bemühen sollen:
    http://www.manandmollusc.net/M…_pages/fayla-mystery.html
    Ich sage nur:

    Zitat


    .....called a birds nest fungus (Cyathus stercoreus). That is exactly what I have here.


    Naja, "exactly" ist wohl landläufig auch dehnbar. Was stören da Streifen an der Innenwand des "Bechers" und verwobener Filz außen drauf.


    Übrigens im verlinkten Schlüssel kann man das auch nicht so absolut sehen, wie es geschrieben steht......,

    Zitat


    2 Peridiolen hell bis gelblich braun, Deckelhäutchen gelb .............................................. Crucibulum laeve


    .....denn der gelbe Deckel ist ein gutes Kennzeichen für Cr. laeve, wenn frisch. Aber wenn Fruchtkörper überwintern, dann ist da nichts mehr mit Gelb, siehe Connys Anfangsbilder!


    VG Ingo W

    Hallo Fredy!


    Der Schlüssel ist natürlich schon mal besser als gar nichts, aber:
    Du hast recht! Man bräuchte da besser das Original.
    Zu schnell kommt da was durcheinander oder wird falsch übersetzt/interpretiert.


    Hier stimmt z.B. irgendwas nicht beim H. abietinum, wenn ich die Klammerzahl so betrachte:

    Zitat


    Basidiomes immer dick = 30-50 (-250) mm


    Fruchtkörper 25 cm dick?? Hat natürlich in diesem Fall nichts mit der Übersetzung zu tun.


    Beim H. abietinum muss die folgende Passage anders interpretiert werden, nämlich.....

    Zitat


    Hüte mit beige-brauner Hutoberfläche, ohne oder mit wenigen Farbtönen rötlich Marge aktiven Periode;


    verbessert:

    Zitat


    Hüte mit beige-brauner Hutoberfläche, ohne oder mit wenigen Farbtönen; Zuwachszone rötlich....


    ist so gemeint:
    "Fruchtkörper mit beige-brauner Oberfläche, frisch zuwachsend am Rand ohne oder mit nur wenigen rötlichen Farbtönen."

    Auch würde ich die "Rinde" noch nicht mit einer Kruste gleichsetzen. Es geht ja um den frischzuwachsenden Bereich am Rand.
    Vielleicht könnte man das, da es sich ja um palisadenförmig angeordnete, +- stehende Hyphen handelt und das Pendent zu der flauschigen Obrfläche darstellen soll, eher mit "bräunlicher Schicht" übersetzen.


    Beim H. annosum muss das auch anders gemeint sein als

    Zitat


    Hut mit rotbrauner Beschichtung und orangefarbener Zuwachskante


    ....., denn die Zuwachskante ansich ist frisch zuwachsend ja immer weiß. Es geht hier also eher um den Randbereich, der von außen nach innen gesehen nach dem Weiß kommt:
    http://miko.ldm.gov.lv/2009_Heterobasidion_annosum.htm


    Übrigens habe ich schon wieder Bedenken, wenn ich mir die Makro-Unterscheidungs-Kriterien so durchlese. Aber da sollte ich mich wohl erst mal intensiver damit beschäftigen, bevor ich mich da (wieder) in die Nesseln setze.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Ich bleibe mal bei Schmetterlingstramete.


    Ich denke, damit wirst du wahrscheinlich auch recht behalten.


    VG Ingo W

    Hallo Conny!


    Sehr schöne Aufnahmen von Crucibulum laeve (Tiegel-Teuerling).
    Übrigens nicht einschüchtern lassen, wenn man bei der Bildersuche der Verwechslungs-Kandidaten auf ebensolche Aufnahmen stößt:


    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cyathus_olla_G2.jpg
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cyathus_olla_G2.1.jpg


    http://de.wikipedia.org/wiki/Topf-Teuerling
    Falls es jemand liest mit Draht zu wikipedia: die 2 ersten Bilder sind falsch für Cyathus olla (Topf-Teuerling), sie stellen ebenfalls den Tiegel-Teuerling (Crucibulum laeve) dar:
    Beschrieben ist es aber richtig mit
    - jung mit grauem Epiphragma verschlossen
    - Peridie zeigt.....zuletzt nach außen
    - graue Peridiolen


    VG Ingo W