Beiträge von Ingo W

    Hallo Pablo!


    Eine vollwuschelige Mollisia-Art ist z.B. Mollisia rosae an Rosa oder die damit engst-verwandte M. prunicola (Pflaume, Schlehe).
    http://asco-sonneberg.de/pages…ae-120806-01xsjj32791.php
    Die stehen gentechnisch untersucht im DNA-Bäumchen ziemlich abgetrennt von den anderen weg.
    M. ligni hat leider noch keinen Platz gekriegt, die hat noch keiner untersucht/eingeordnet/bewertet.


    Ich denke, auf eine Monografie dazu kannst du lange warten. Andreas hat keine Zeit und Zotto mag die eigentlich nicht sehr und hat mit seinen Orbilien zu tun.


    Selbst hatte ich mal überlegt, ob ich wenigstens für die lignicolen Mollisien einen Schlüssel so für mich selbst mache, nur mit den Arten, die ich auch selbst kenne und untersucht habe (vielen beschriebenen Mollisien traue ich i.d.R. kein Stück über den Weg! Verwirrlich, falsch, suspekt, vermengt, außer sehr gewissenhafte Mykologen waren am Werk wie der von mir hochverehrte Boudier um die vorletzte Jahrhundertwende).


    Vielleicht mache ich auch mal einen Mollisienschlüssel, wenigstens für lignicole. Holzbewohnende kenne ich inzwischen 23, wobei da allerdings ein Viertell "nom. prov.-Namen" und einige als Formenschwarm zusammengefasst sind. Momentan stehen die Zeichen gut, vielleicht sogar Unterstützung durch Sequenzierung zu bekommen, mal sehen, wie sich das entwickelt.
    Ich verspreche dir, dann wird auch die Vokabel "wuschelig" nicht unbeachtet gelassen.


    Gras-, Kräuter- und Blätter-Mollisien kommen dann ja auch noch ordentlich dazu. Da kennt sich aber wiederum Torsten Richter (Mecklenburg-Vorpommern) nicht schlecht aus, besonders bei den Süß- und Sauergras-Bewohnern.


    VG Ingo W


    P.S.:

    Zitat

    Und ie oben gezeigte Mollisia lividofusca wäre dann auch unwuschelig?


    Genau! Die machen einen vollkommen nackten Eindruck am Apo-Rand und auf der Außenseite. Das sind die, die meist nur sehr gewöhnliche "banale" End- und Marginalzellen haben.


    Zitat

    und das, was man nun eher Mollisia sp. nennen müsste, das ist unwuschelig?


    Unwuschelig schon, aber trotzdem mit etwas abstehenden fusseligen Zellen.
    Das ist natürlich immer nur an topfiten Apos zu sehen und mit Stereolupe und nur gut beurteilbar, wenn noch nicht aushyphend

    Hallo Pablo!


    Zitat


    Ich bin regelmäßig baff, wie du da die makroskopischen Unterschiede erkennst.


    Also bei M. ligni ist das schon leicht, weil die eben halbwuschelig ist. Die Bilder sind vielleicht nicht scharf genug, dass du das gut sehen kannst.


    Mit meinem Arbeitsnamen M. benesuada habe ich jetzt erst mal "Zero Points" eingefahren, weil es eben doch nicht so einfach ist.


    Weil wir es kürzlich davon hatten, habe ich gleich mal noch ein Bild gemacht von der positiven Paraphysenreaktion:

    Tja, und die ist ordentlich positiv und langanhaltend, weil gelb ins Medium übergehend. Damit fällt M. benesuada raus.


    Leider nicht reif der Pilz, noch keine Asci gebildet in der Fruchtschicht und damit keine Sporen.
    Arbeitsname ist umgeändert, ich denke M. albogrisea ist das nächste was in Frage kommt (wobei die aber eigentlich heller, fast weiß, zumindest heller grau sein sollte!), M. fusca macht auch noch mit (hat aber meist einen ausgeprägteren Hyphenfilz).


    VG Ingo W

    Hallo!


    Aus transporttechnischen Gründen hatte ich den Kastanienast in 2 Stücken zersägt.


    Jetzt befindet sich doch auf dem 2. Stück neben weiteren Apos von Mollisia ligni ........

    tatsächlich noch eine 3. Mollisia:

    (M. benesuada sieht so aus)


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!


    "Böser Stock" deswegen, weil ich gar nicht mehr fortkomme oder gar nach Pilzen suchen muss. Nimmt man alles eher nebenbei mit.
    Und dass dann noch 2 andere Becher-Arten mit drauf sind, sah ich ja erst später zu Hause. Die blockieren meinen Drang, auch mal nach Rutstroemia bolaris zu suchen.


    Nr. 3 ist übrigens Hyaloscypha intacta (Winzighaariges Hyalinbecherchen), da lag ich richtig.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Ok., komme ich da mit Hartmuts Bild durch wegen der gefragten labyrinthischen Poren (Bild 6+7)?
    http://www.pilzforum.eu/board/…-immer-zum-iv-hammer-hang


    Stiele kann ich nicht bieten, aber so eine ungefähre Form vielleicht (Bild 3):
    http://www.hlasek.com/inonotus_nodulosus.html


    Und die neongelben Filzreste?
    Ok., in der Mitte deines Fotos sieht es etwas gilblich aus, die anderen Fruchtkörper scheinen da aber nicht mitzumachen.


    Ansonsten pflichte ich dir hier bei:

    Zitat


    Das nervt mich eh, so ein Fund und keine belastbare Dokumentation dazu.


    VG Ingo W

    Hallo Peter!


    Auf meiner Stereolupe steht nicht mal ein Name. Scheint ein No-Name-Produkt zu sein. Dementsprechend sind so langsam die Plastezahnräder zur Höhenverstellung verschlissen und der Lichtschalter hat einen Wackel-Kontakt.


    Eine schöne große Arbeits-Plattform hat sie allerdings.


    Auf gut verstellbares Licht könnte man noch achten oder man kann sich dazu natürlich auch so eine Schwanenhals-Lampe dazu kaufen. Meist ist die vorhandene Lichtquelle nicht sehr flexibel bzw. recht einseitig.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Ist aus meiner Sicht allerdings was ganz gewöhnliches bei an der Außenseite gelbbraun gefärbten Mollisien.
    Um so heller das Gelbbraun, desto deutlicher das Grün dann mit KOH.


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!


    Ok., den Rotrandigen erkenne ich an Birke.
    Sei nicht böse, aber mir ist schon so viel mit dem Brustton der Überzeugung erzählt worden, was sich später als Irrtum herausgestellt hat, ich bleibe mir da mit der Skepsis treu.
    Ich sage ja gar nicht mehr, dass es nicht sein kann, bloß dann will ich das auch nachvollziehbar sehen.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Ok., Buche kann ich nachvollziehen.
    Die kleinen Dinger (Dank des Daumens linksseitig vom Bild gut einschätzbar) bezweifele ich als Phaeolus. Ich setze 5 Chips auf Inonotus (nodulosus), Schillerporling.
    Du bist von meiner Seite aus als Schiedsrichter anerkannt, auch wenn ich weiß, dass dir die Konstellation Mitspieler und gleichzeitig Schiedsrichter nicht wirklich gefällt.



    Hallo Stefan!


    Ok., an der Bestimmung Phaeolus komme ich nicht vorbei. Substrat sieht man leider nicht.
    Wusstest du, dass sich die Borke von Kiefer und Birke schon ziemlich ähneln. Besonders alte Birken sind dann sehr grobschollig an der Stammbasis, Kiefern sowieso.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    KOH 5% würde ich sagen. 3% müssten aber auch schon gehen.
    Ein bisschen verdünnt sich das ja auch noch, wenn man es zum Wasser-Präparat gibt, insofern sollten auch 10% kein Problem sein.
    Die gelbe Farbreaktion der Paraphysen-Vakuolen mancher Mollisia-Arten ist übrigens am besten bei geringer Vergrößerung zu sehen, also 100 oder 400fach.
    Ein guter Kandidat ist die jetzt im Frühjahr erscheinende Mollisia fusca, die dadurch auffällt, dass sie auf einem sehr auffälligen ausgedehnten dunklen Filzteppich wächst.
    Hier habe ich die KOH-Reaktion mal bei M. alcalireagens versucht festzuhalten:
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=32531&position=5


    VG Ingo W

    Hallo!


    Der Fund ist von einem locker in einem kleinen Asthaufen liegendem, unberindetem, 2,5 cm starkem Kastanienast (Aesculus).



    Mikros dazu:



    VG Ingo W

    Hallo!


    Mein 2. Becherchen passt zur anfänglichen Grobeinschätzung, also Mollisia ligni (Holz-Weichbecherchen) stimmt.
    Gibt auch nicht viel solche halbwuscheligen Mollisien auf nacktem Holz.


    Die Bestimmung ist in mikroskopischer Hinsicht mal relativ leicht handhabbar (Porus IKI-negativ, Sporen mit entsprechendem Inhalt und halblange Haare). Ausnahmsweise ist mir bisher nichts ähnliches begegnet. Die Mikro-Bilder dazu stelle ich aber ins Portrait.
    http://www.pilzforum.eu/board/thema-mollisia-ligni



    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Wenn es einige hier bestätigen, dass der auch an Laubholz wächst, muss ich wohl klein beigeben.
    Warum finde ich sowas nicht?


    Ich hätte den schon auch gern nachgecheckt, aber das macht wenig Sinn, solange ich keine Ahnung von Holz-Mikroskopie habe.
    Falls da überhaupt Holz vorhanden ist.
    Am besten, du machst dieses Jahr mal eindeutige Bilder von der Art auf dem laubholzigen Substrat, das würde mir schon gefallen und vielleicht meiner ewigen Skepsis gegen "Selbstnichtgesehenes" einen Dämpfer geben.


    Hallo Stefan!

    Zitat


    Macht es Sinn Baumporlingsexsiccate überhaupt zu mikroskopieren? Die dürften meines Wissens keine Sporen mehr haben...


    Naja, das Mikroskopieren von Exsikkaten ist ja bei vielen Pilzgattungen Gang und Gebe.
    Da verschwinden sicherlich nicht alle Sporen, so das noch genug übrig bleibt zum Bestimmen.


    Mach mal einen Link zum Phaeolus-Birkenfund!


    VG Ingo W

    Hallo Peter!

    Zitat


    Peniophora cinerea ist ja schon einmal eine Richtung....


    Ja, das ist aber der alte, rissige Belag.
    Ich sage mal direkt, was ich denke zur frischen Kruste: ich denke, das ist Stereum (Schichtpilz), meiner Meinung nach am ehesten Stereum rugosum (Runzeliger Schichtpilz), hätte also rot anlaufen sollen an Verletzungsstellen.
    Obwohl, wenn er Poren hat, bin ich natürlich schnellstens bei Bjerkandera.
    Naja, hat wohl doch keinen tieferen Sinn sich Gedanken zu machen bei der dürftigen Informationslage.


    VG Ingo W

    Hallo Markus!

    Zitat


    Ich freue mich darauf, dass der Frost langsam verschwindet, und damit auch ein Stück weit hoffentlich Frust und so weiter....


    Das mit dem Frust wegen zu wenig Pilze habe ich dieses Jahr wohl wieder verpasst.
    Ich bekomme den eher, wenn ich sehe, dass viel Unbekanntes/Ungeklärtes ununtersucht vergammelt.
    Aber egal, ob Frust oder Frost, brauche ich beides nicht wirklich, zumindest nicht persönlich.


    Meine 1. Mollisia kann ich übrigens nicht M. cinerea nennen. Da muss ich mir Null Punkte geben.
    Die Kollektion läuft unter denen, die ich Mollisia lividofusca (Subhymenium "minus") nenne, also mit hyalinem, nicht braunem Subhymenium.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    .....und offenbar sind diese BEcherchen doch viel leichter zu bestimmen.


    Schaun mer mal. Schätze mein erster Arbeitsname mit M. cinerea macht schon Probleme, scheint nicht ganz genau zu treffen, obwohl das makroskopisch wirklich sehr gut passen würde.


    VG Ingo W

    Hallo Gabor!


    Naja, Spinnweben waren ja die anderen. Wie gesagt, ich glaube da vorerst nicht an einen Zusammenhang mit Arachnopeziza oder Parachnopeziza.
    Woll(haar)becherchen habe ich persönlich schon an eine andere Gattung vergeben, so steht das bei mir schon bei Psilachnum.


    Den erwähnten bläulichen Schimmer hätte ich auch ganz gerne gesehen, weil es eben zum Epithet gepasst hätte und sich die Namensgeber ja sicherlich auch was gedacht haben.
    Aber selbst mit Zudrücken aller Hühneraugen, da war nichts Blaues und auf Bildern sehe ich auch keinen blauen Schimmer.
    Das einzige Beispiel, das ich für was blaues bei der Art fand, ist ein Portrait von Klaas in pilzepilze-Forum, da scheinen aber die Haare eher blau. Ich halte das für einen eher ungünstigen Weißabgleich.
    Aber sieh selbst:
    https://www.google.de/search?q…cQ_AUoAQ&biw=1540&bih=787


    Mir gefällt eigentlich der Verweis auf die wirr durch die Gegend sprießenden Haare im deutschen Namen.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Ich schwör ´s, ich habe nur mal schnell ein liegendes Kastanienstöckchen aus einem Reisighaufen mitgenommen, weil an dessen Ast diese Mollisia dran war.

    Arbeitsname Mollisia cinerea (Aschgraues Weichbecherchen)
    Untersucht ergab sich, dass das die Mollisien sind, die ich bisher mit "Mollisia lividofusca (Subhym = hyalin)" bezeichne


    Unter der Stereolupe sah ich dann die Vergesellschaftung mit diesem Becherchen:

    So halbwuschelig sieht Mollisia ligni (Holz-Weichbecherchen) aus.
    Untersucht, hat sich bestätigt.


    Man sieht es schon im obigen Bild, dass da auch ein kleines hyalines Becherchen anwesend ist:

    Sicherlich Parorbiliopsis minuta oder Hyaloscypha intacta.
    Untersucht, hat sich als Hyaloscypha intacta bestätigt.


    Da brauche ich wohl meine 3 anderen Stöckchen vom Donnerstag gar nicht mehr anschauen, aber einen habe ich trotzdem fotografiert. Zur farblichen Auflockerung sozusagen:

    Sollte Orbilia eucalypti (coccinella) sein.


    Bei allen würde ich meinen, dass die frisch gewachsen sind. Geht also auch an den Stöckchen mit großen Schritten Richtung Frühling.


    VG Ingo W

    Hallo Stefan!

    Zitat


    .....fange ich erstmal mit dem "Pferd" an. Ich hielt es für "tot".


    Oh, hat sich wohl nicht mehr bewegt?
    Deine Mikros können sich aber jetzt sehen lassen. Nun erkennt man auch was.


    Zitat

    Messfehler, Stefan?


    Vielleicht schmeckt er ja süß. Oder darf sacchariferus nicht "auf das Pferd"?
    Formmäßig kann der ja schon auch so aussehen:
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=24541&position=2


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Schön-schön!
    Ist also der beste Beweis für bitunikate Asci das Beobachten des Verhaltens der Asci bei Reife?
    Oder lässt sich das jetzt auch an der dicken Ascuswand an sich vermuten/nachweisen?
    Oder sieht man vielleicht durch Färbemittel die Doppelwände?


    Hat bei der "Teleskop-Variante" der äußere Mantel eine Sollbruchstelle, platzt also bei den meisten Asci immer an der gleichen Stelle auf?


    VG Ingo W