Beiträge von Beorn

    Hallo, Manuela!


    Du bist eben vom Klima begünstigt, so viel gutes wetter, wie ihr da oben im Norden in letzter Zeit hattet. :thumbup:
    Hier ist es nach einer viel zu kurzen Wetterbesserung am Wochenende schon wieder schlecht. Da guckt derzeit kein Pilz aus dem Boden, und das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern.


    Danke für deine schönen Bilder.


    Aber:

    Zitat


    Imleria...


    Och nö, wo hast du das denn jetzt her. :D
    Ich denke, man kann es auch übertreiben. Am besten stellen wir bald jeden Pilz in eine eigene Gattung, weil ja da hin und wieder zwei Zystiden einen halben µm größer sind, oder irgendwo in einer Gensequenz ein bestimmter Faktor nicht aktiv ist.
    So stellt man zB ja bald fest, daß sich der Keifernsteinpilz und der Gemeine Steinpilz in sogar zwei Sequenzen unterscheiden. Kann man die dann noch in der gleichen Gattung belassen? Auf gar keinen Fall!
    Am besten definieren wir den Gemeinen Steinpilz um. Nennen ihn zB Schildbürgeria edula.
    Hoppla, das war ja die Typusart der Gattung.
    Naja, kein Problem, lösen wir doch die Gattung einfach auf, die Marone und die Appendiculati haben wir ja ohnehin schon erfolgreich eigenständig gemacht.
    Dann stellt man im Zuge der Umordnung fest, daß ein bestimmter Genabschnitt bei Boletus satanas und Xerocomus heterodermus ja identisch ist. Kein Problem, dann kommt der Stan eben zu Xerocomus. Nur leider hatten wir die Gattung ja kürzlich auch schon erfolgreich aufgelöst.
    Und außerdem muss Xerocomus heterodermus ja eigentlich zu Bletus gestellt werden. Also wat nu?
    Auch kein Problem, das parken wir einfach alles bei Leccinum (und nicht vergessen, die anderen Dickröhrlinge heißen mittlerweile ja Münchhausensis erythropus usw).
    Da hat aber gerade jemand in Malaysia einen raustielröhrling beschrieben, der zufällig eine Anamorphe bildet. Die ist erstaunlicherweise mikroskopisch identisch mit der Anamorphe von Hypoxylon rubiginosum.
    Aber auch das ist kein Problem, dann ist der Fichtensteinpilz eben nun eine Kohlenbeere und heißt fortan Hypoxylon edule. :thumbup:
    Und die Marone lassen wir bei Imleria, wobei ich ziemlich sicher bin, daß die Gattung schon bald zu den Dacrymycetales gestellt wird.



    :evil:


    PS.: Ach ja, kann mir jemand die Arbeit von Vizzini zukommen lassen, in der er die Marone zu Imleria stellt?



    LG, pablo.

    Hallo, Hans!


    Dann sollte es mit ca. 98,7% Wahrscheinlichkeit Fomitopsis pinicola sein.
    Zunderschwämme sollen zwar sehr selten auch mal an Nadelholz gehen, allerdings habe ich dieses Ausnahmephänomen noch nicht gesehen.
    Der Rondrandige ist eben auch ein Chamäleon (also eine im Aussehen sehr wandelbare Art) und kommt an so ziemlich jedem Holz vor.
    Das ist so ein Fall, wo du mit Bildvergleich wahrscheinlich ins Leere läufst, bzw. bei der falschen Art landest. Aber hier gibt es einen guten Test, den man durchführen kann:
    Halte mal ein Feuerzeug gegen die Hutkruste. Die dürfte dann anfangen zu schmurgeln und zu brutzeln, weil der Pilz in der Kruste Harz einlagert. Das macht der Zunderschwamm nicht (Feuerschwämme übrigens auch nicht), da kokelt die Kruste nur und wird schwarz.



    LG, pablo.

    Hallo.


    In diesem Fall schein für mich die Gattung Seitlinge/Pleurotus relativ sicher zu sein, ...


    Nicht relativ.
    Die ist schon sicher.
    Aber mach es dir mit den Familien und Ordungen nicht so schwer.
    Da kommst du nämlich ganz schnell auf dünnes Eis, weil viele Pilze nicht nach Aussehen eingeordnet sind, sondern eben nach ihrer genetischen verwandschaft. So findest du zB bei den Russulales (Sprödblätter) auch Pilze, die wie Porlinge aussehen (Stachelbärte), sowie Rindenpilze, also resupinate Beläge auf Holz und sogar Hypogäen, also Pilze, die optisch wie Trüffeln aussehen und unterirdische Fruchtkörper bildern.
    Es gibt "Lamellenpilze", die bei den Borstenscheiblingsverwandten (Hymenochaetales) eingeordnet sind.
    Es gibt des weiteren Rindenpilze, die zu den Boletales (Dickröhrlingsverwandten) gehören. Es gibt Bovistartige und Teuerlinge, die zu den "echten Lamellenpilzen" (Agaricaceae) gestellt sind. Es gibt sogar Becherchen, die in diese Familie gehören. Und dann auch Becherchen, die zu den Tricholomataceae (Ritterlingsartigen) gerechnet werden.


    Ist leider alles nicht so einfach.



    LG, pablo.

    Hallo.


    P. igniarius s.l. (Also ganz gleich, welcher Artauffassung man nun folgt, und ob man P. trivialis und P. igniarius trennt), sollte eigentlich gerade in dem Alter eine andere Wuchsform haben und eine andere Hutoberfläche / Kruste.
    Ich denke hier schon eher an alte Zunderschwämme (Fomes fomentarius).
    Aber das Substrat würde mich mal interessieren. Wenn das nämlich Nadelholz ist, dann kann es gut sein, daß ich schnell zum Rotrandigen (Fomitopsis pinicola) umschwenke. ;)



    LG, pablo.

    Hallo.


    Die Champis hast du richtig erkannt: Obere Reihe + die zwei mittleren in der unteren Reihe.
    Die gehören in die Umgebung des Schafchampignons (Agaricus arvensis s.l.). Ob es nun genau diese Art ist, oder eine andere aus der nahen Verwandschaft, ist für den Speisewert freilich unerheblich. Wichtig ist, daß du sie von anderen gattungen (zB giftige Wulstlinge) und giftigen Champignons (zB karbolegerling) unterscheiden kannst.
    Die beiden links und rechts außen in der unteren Reihe sind definitiv keine >Parasole<.
    Allerdings dürften beide Fruchtkörper zur selben Art gehören, der links ist eben jünger als der rechts.
    Ich sehe da mehrere Möglichkeiten:
    A) Es sind Acker - Riesenschirmlinge (Macrolepiota excoriata)
    B) Es ist eine Art aus der Gattung der Egerlingsschirmlinge (Leucoagaricus).


    Da müsste man mal genauer gucken, insbesondere was die Verfärbungen betrifft (Schnitt, Kratzen an der Stielrinde).


    C) Es existieren weitere, recht ähnliche Arten in der Gattung Lepiota (Schirmlinge). Diese sind zum teil sehr giftig, darum solltest du von solchen Pilzen eigentlich lieber die Finger lassen. Auch Egerlingsschirmlinge sind nicht gerade zum verzehr zu empfehlen.
    Wenn du Schirmlinge sammelst, dann achte auf die Größe (sollten viel größer sein, als die beiden, die du da zeigst), auf den doppelten Ring (ist hier einfach), die grobe Hutschuppung und den genatterten Stiel.


    Nachtrag:
    Mensch, seid ihr schnell, Stephan und Emil. :D
    An L. leucothites glaube ich nicht wirklich. den kenne ich eher als eine recht robuste Art mit keuligem Stiel. Und wenn beide Fruchtkörper zur selben Art gehören, schließt die Hutoberfläche diese Art absolut aus.
    Man musste den FK recht dann natürlich auch mal von oben sehen.


    Nachtrag II:
    Rosablättriger Egerlingsschirmling = Leucoagaricus carneifolius. Die Art bekommt viel früher und deutlicher Rosafarbene Lamellen und unterscheidet sich auch mikroskopisch von Leucoagaricus leucothites (Gemeiner Egerlingsschirmling). ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Hans!


    Das mit der Bestimmung nach Bildern funktioniert nur leider nicht besonders gut. Jedenfalls nicht in den meisten Fällen.
    Das hat zwei Gründe:
    - Auch Vergleichsbidler sind oft (vor allem wenn im Netz gefunden) falsch bestimmt.
    - Bilder zeigen nur eine Momentaufnahme. Die Art selbst ist in der Regel variabel und kann so oder auch ganz anders aussehen. Das gilt dann auch für ähnliche Arten.


    Bei den Pilzen, die du da zeigst, ist es ganz ähnlich:
    Hier kommen drei Arten in Frage:
    >Pleurotus ostreatus<
    >Pleurotus pulmonarius<
    >Pleurotus cornucopiae<
    Hier kommst du nur mit Bildervergleich nicht wirklich zum Ziel.
    Alle drei Arten sind morphologisch sehr variabel und makroskopisch oft nicht zu unterscheiden.
    Klar, hier spricht vieles gegen den Lungenseitling (Farbe, Dicke der Fruchtkörper, Wuchsform), auch der Rillstielige ist bei den ziemlich lateral gestielten Frucht nicht sehr wahrscheinlich.
    Für mich wären das - nach dem einen Bild zu urteilen - Austernseitlinge. aber das muss nicht heißen, daß es auch welche sind. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Danke für die Bilder und die Erklärung. :thumbup:


    Meine kleinen müssen trotzdem unbestimmt bleiben, auch wenn sich vielleicht eine Tendenz abzeichnet.
    Galerina spec.:

    Das mit dem Holz ist übrigens irreführend, weil das Stammstück eigentlich komplett bemoost war. Das hätte ich aber auch noch genauer prüfen müssen, wo nun das Mycel hinweist.
    Egal, irgendwann inde ich die wieder. Oder eben andere, die ich untersuchen kann. :)



    LG, pablo.

    Hallo.


    Bild nummer 2 wird wohl eine Lacktrichterlings - Art sein (Laccaria spec).


    Die bunten Helmlinge...
    Naja. Das Bild hätte ich ohne die farbliche Bearbeitung höher bewertet, Verena. Das war mir dann doch zu künstlich, aber das mag eine Frage des Geschmacks sein. ;)
    Und was die Bildbearbeitung an sich betrifft: Nachschärfen, Stacken, Weißabgleich, Veränderung der Farbtiefe usw...
    Ganz zu schweige davon, Pilze standortversetzt zu photographieren, bzw. Kollektionen so zu gestalten, daß sie ein ideales Bild ergeben. Oder Studioaufnahmen.
    Klar, die technischen Möglichkeiten sind groß und werden auch genutzt.
    Bild 3, 6 und 7 sind ja auch überarbeitet, einige weitere auch. Aber das sehe ich eben auch als Kunst an: Eine Bearbeitung so zu gestalten, daß es eben nicht auffällig wird, der Pilz trotzdem natürlich wirkt und dabei die Details auch den Betrachter verzaubern können.
    Also für mich kein Thema, das Spiel der Farben schoss bei mir zwar übers Ziel hinaus, aber ein Verstoß ist da nicht zu erkennen. Ansonsten müsste man konsequent sein und jede technische Nachbearbeitung verbieten.
    Das geht nicht und ließe sich auch kaum überprüfen.


    Insofern: Danke für dein Bild, Verena.
    Das hat bei mir einige Gedankengänge ausgelöst.
    Und ein gutes Bild ist es zudem, was ja auch der 3. Platz klar belegt.



    LG, pablo.

    Hallo, Karl!


    Nachdem ich mir in letzter Zeit so viele Bilder von dicken Röhrlingen angeschaut habe, kommen mir diese Pilze gerade recht. Eine sehr willkommene Abwechslung, und das auch noch in absolut druckreifen Bildern. :thumbup:


    Wirklich schön, und auch der kleine Häubling ist famos getroffen.
    Kann aber nicht auch G. ampulaceocystis (Flaschenzystidenhäubling) so aussehen? Also auch mit kleiner Ringzone am Stiel?
    Aus meiner Vor - M. - Zeit habe ich noch so eine kleine Galerina auf der Platte, die so ganz ähnlich wie diese hier aussieht. Und konnte mich nicht zwischen den beiden Arten entscheiden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Schonna.


    Schade, ich hatte jetzt gehofft, daß es da rötlich ist.
    Also ungefähr so ausseiht wie auf >diesem Bild<.
    Andererseits ist es vielleicht ganz gut so, daß dieser Pilz nicht mehr geklärt werden kann. Heißt für dich: Beim nächsten Mal besser auf die >minimalen Merkmale< zur Bestimmung achten.
    Ist ja nicht schlimm, beim nöchsten Pilz klappt's besser. :thumbup:
    Hier sind zu viele Merkmale nicht zu sehen (Stielbasis, Stieloberfläche, Fundort usw.), andere Merkmale sind verfälscht (Verfärbungsmuster sind nach einer Nacht im Kühlschrank nicht mehr gut bewertbar), oder sind wiedersprüchlich (Hutfarbe, Farbe Stielfleisch, Farbe Röhrenboden). Für das letzte kannst du aber nichts, wahrscheinlich hast du da auch Fruchtkörper erwischt, die untypisch ausgeprägt sind.
    Umso wichtiger, möglichst viele Angaben und Details zusammenzutragen.



    LG, pablo.

    Hallo, Hary!


    bei der Wurzel und der Größe kam mir gerade noch Bovistella radicata in den Sinn. Der ist es aber nicht, >weil sieht ganz anders aus<.
    Traurig, aber wahr: Ich habe von den Bovisten (egal welcher Gattung) so gut wie keine Ahnung. Ich fürchte fast, daß emil recht haben könnte: Ohne Mikrodaten wird's schwer.
    Aber vielleicht schreibt ja noch jemand mit mehr Einblick in diese Gattung(en) was hier rein.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Und wo soll da eine Konkurrenz sein?
    Ich nehme mal nur Bezug auf das, was da im Startbeitrag verlinkt ist (das Andere ist eine kostenplichtige App, also ein kommerzieller Link und fliegt darum raus).


    Da habe ich kurz reingeschaut, nach den ersten Zeilen aber aufgehört zu lesen. Da sollen allen Ernstes Pilze nach Ansicht von Bildern zum Verzehr freigegeben werden?
    Unseriöser geht's ja kaum.
    Da ist es völlig egal, wer seinen Namen für so sowas hergibt.
    Denn daß Ewald Gerhard dort höchstselbst seine Zeit damit verplempert, einen Haufen schlechter Bilder durchzugehen, übersteigt meine Vorstellungskraft.
    Wer sollen denn diese anderen vermeintlichen Experten sein?
    Da vermisse ich Namen.
    Man kann getrost davon ausgehen, daß hier im Forum - auch bei Bestimmung über Bilder - ein bedeutend seriöseres Feedback gegeben wird. Vor allem, weil es hier auch nicht um Massenabfertigung geht, sondern darum, den Anfragenden möglichst eine Hilfe zu geben, wie sie ihre Pilze selbst sicher bestimmen können.
    Dazu gehört sehr viel mehr als nur einen Namen für ein paar Bilder runtergerattert zu bekommen.


    Mein Tip an alle, die Pilze bestimmen möchten, selbst gesammelte Pilze verzehren wollen, oder sich einfach in und um das Thema Mykologie schlau mache wollen: vergesst solche Apps, erst recht welche mit fadenscheinigen und unseriösen Angeboten (Verzehrfreigabe bei Bildbestimmung).
    Am besten und am nachhaltigsten ist es, sich Gruppen mit erfahrenen Pilzsammlern und Fachleuten anzuschließen, Kurse, Seminare und / oder Exkursionen mitzumachen.
    Dann kann man sich die weitere Hilfe in einem Forum der Wahl suchen. Das muss nicht dieses sein, es gibt ja noch weitere Pilzforen mit guter fachlicher Unterstützung.



    LG, Pablo.

    Hallo, Michael!


    Schönes Bild! :thumbup:


    Boletus junquilleus = >Boletus pseudosulphureus<.
    Das ist ein Flocki, dem das rote Pigment komplett fehlt.
    Einen roten Röhrenboden hat der natürlich auch nicht.
    Die gelbe Form von der Netzhexe ist Boletus luridus forma primulicolor.
    Ob der einen roten Röhrenboden haben kann, weiß ich nicht.
    Allerdings kann der auch bei ganz normalen Netzhexen mal gelb sein.



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank!



    Das größere Stück wäre aus dem linken markierten Bereich auf diesem Bild.
    Makroaufnahmen aus diesem Ausschnitt sind die Bilder 3 & 4 im Startbeitrag.
    Das kleine Stück habe ich dann möglichst weit rechts genommen, das ist ungefähr der Bereich, den man auch auf Bild 2 im Startbeitrag sieht. ´



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Vielen Dank für euren Zuspruch!
    Das freut, weil es steckt schon eine Menge Arbeit drin.
    Der Zeitaufwand ist aber relativ. Im grunde habe ich schon im Herbst letzten Jahres damit angefangen, mir zu einzelnen Arten Notizen gemacht und eine kleine Liste erstellt, Literatur verglichen und wieder Notizen gemacht usw.
    Der Impuls kam übrigens von Jürgen Schreiner, der sich irgendwann mal die Zeit geamcht hat, eine Liste der Purpurröhlinge, die ich in einer Bestimmungsanfrage mal abgeseilt hatte, zu korrigieren. ;)


    So läppert sich das zusammen.
    Und die letzten Wochen war's dann schon etwas mehr, weil irgendwann möchte man ja fertig werden, bevor die Gattung mal wieder komplett umgekrempelt wird.


    Einen Besonderen Dank hier noch an Toffel, Lebrac und vor allem Oehrling! :thumbup:
    Eure Korrekturen arbeite ich die Tage noch ein.
    Xanthoconium ist schon eine interessante Sache. Was bin ich erschrocken, als ich bei den Recherchen irgendwann über einen Pilz gestolpert bin, der 1:1 wie ein Fichtensteinpilz aussieht, nur mit leicht rosa überhauchtem Stiel. 8|
    Dann die Erleichterung: Nordamerikanische Art.
    Das muss aber trotzdem rein, es sind ja schon etliche Arten von jenseits des großen Teiches hier eingewandert.


    Stephan, deine Hilfestellung gehe ich noch mal ganz aufmerksam und mit der nötigen Zeit durch. Da stehen einige Sachen drin, die ich auf jeden Fall noch aufnehmen werde. :thumbup:
    Ein paar andere habe ich bewusst weggelassen, um die Kurzdiagnosen bei der Artenliste möglichst knapp und übersichtlich zu halten. So zB daß bei B. queletii nie eine Bataille - Linie zu sehen ist. Das hätte ich sonst ja oft reinschreiben müssen.
    B. erythropus habe ich übrigens durchaus schon mit Rot- und Rosatönen am Hut gefunden. Das sind aber dann Ausnahmefälle, nicht representativ und meist auch eine Alterserscheinung.



    LG, Pablo.

    4. Abgrenzungen zu weiteren Gattungen mit röhrigem Hymenophor:


    Die wohl größten Ähnlichkeiten bestehen zu einigen Filzröhrlingen (Gattung Xerocomus sensu lato).
    Morphologisch stehen vor allem die Arten Boletus badius (der auch lange Zeit zu den Filzröhrlingen gestellt wurde), Boletus pulverulentus, Boletus fragrans, sowie Boletus impolitus und Boletus depilatus (aus molekularbiologischer Sicht) sehr nahe bei Xerocomus.
    Auf der anderen Seite werden Arten aus der Gruppe um Xerocomus subtomentosus (Ziegenlippe) mittlerweile zu Boletus gestellt. Vergleiche dazu auch oben unter 1.
    In der Tat ist die Unterscheidung relativ künstlich, es bleibt abzuwarten, ob sowohl bei Boletus als auch bei Xerocomus / Xerocomellus nach genetischen Studien neu sortiert werden muss.
    Neben der Statur sind die zuverlässigsten makromorphologischen Merkmale zur Trennung der beiden Gattungen wohl die Röhren und Poren: Bei Boletus sind die Poren meist recht fein und rundlich, bei Xerocomus schon früh weit und meist eckig. Bei Boletus wären die einzelnen Röhren voneinander zu trennen, während das bei Xerocomus nicht geht, ohne die Röhren zu zerreißen.
    Bei der Ablösbarkeit der Röhren vom Hutfleisch gibt es Übergänge, generell ist das aber bei Boletus viel einfacher möglich als bei Xerocomus.
    Mikroskopisch wurde die Trennung auch an der unterschiedlichen Beschaffenheit der Röhrentrama festgemacht.


    Unter den Schmierröhrlingen (Suillus) gibt es mit Suillus variegatus (Sandröhrling) zumindest eine Art, die sehr einem Dickröhrling ähnelt. Auch hier ist die Porenform und –“größe ein gutes Trennmerkmal. Bei den Dickröhrlingen gibt es keine Art mit einer jung so grob filzigen Hutoberfläche wie der des Sandröhrlings.
    Die übrigen Arten der Gattung haben entweder noch größere Poren, eine Ringzone, herablaufende Röhren oder auch Drüsenpunkte an Stiel und / oder Röhren. Keines dieser Merkmale kommt bei Boletus vor.


    Die Gattungen Porphyrellus (Düsterer Röhrling, Porphyrellus porphyrosporus) und Strobilomyces(Strubbelkopf, Strobilomyces strobilaceus) unterscheiden sich unter anderem durch düstergraues Sporenpulver mit Rottönen und rötlich verfärbendes Fleisch.
    Weitere Vertreter dieser Gattungen finden sich in Nordamerika, in Europa ist jeweils nur ein Vertreter der Gattung zu finden.


    Der Gallenröhrling (Tylopilus felleus) hat im Alter rosa Poren. Er zählt zu den Rosaspor –“ Röhrlingen (eindeutige Unterscheidungsmöglichkeit zu den Dickröhrlingen). Auch in dieser Gattung gibt es in Nordamerika weitere Vertreter, in Europa ist er der einzige seiner Gattung und auch durch den bitteren Geschmack und eine andere Fleischkonsistenz von den ähnlichen Steinpilzarten zu unterscheiden.


    Die Rauhstielröhrlinge (Gattung Leccinum) unterscheiden sich von Boletus durch den grob geflockten Stiel und graue, grauweiße oder grauolive Porenfarben. Bei Leccinum pseudoscabrum (Hainbuchenröhrling) und Leccinum crocipodium (Gelbporiger Rauhfuß) kommen auch gelbliche Porenfarben vor, allerdings zeigen beide in der Regel rötliche oder grauviolette Verfärbungen im Schnitt, die bei Boletus nicht vorkommen.


    Die Gattung Gyroporus (zb. Hasenröhrling, Gyroporus castaneus) unterscheidet sich durch helleres Sporenpulver (ockerbraun, gelbocker, ohne Olivtöne), die Stiele der drei in Europa vorkommenden Arten sind deutlich gekammert (jung Kammern wattig ausgestopft).


    Der Goldporige Röhrling (Aureoboletus gentilis) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter seiner Gattung, ein eher schmächtiges Pilzchen, habituell aber zB einem Schwarzblauenden Röhrling (Boletus pulverulentus) ähnlich, jedoch ohne Verfärbungen im Schnitt oder beim Drücken. Die Huthaut schmeckt salzig.


    Bei Buchwaldoboletus sind je nach Artauffassung zwei bis drei Arten untergebracht, wobei der Nadelholzröhrling (Buchwaldoboletus lignicola) noch der Bekannteste sein dürfte. Vor allem durch die besondere Huthaut und die unregelmäßigen Poren von den schmächtigen Arten der Dickröhrlinge zu unterscheiden


    In der Gattung Chalciporus (Zwergröhrlinge) sind nur kleine bis sehr kleine und schlankstielige Arten beschrieben. Der Pfefferröhrling (Chalciporus piperatus) ist noch die größte Art in der Gattung.


    Die Gattung Boletinus (Schuppenröhrlinge) (zB Boletinus cavipes, Hohlfußröhrling) umfasst Arten mit auffällig wollig –“ schuppiger Hutoberfläche, manche Autoritäten ordnen die Gattung auch zu den Schmierröhrlingen (Suillus) ein.


    In die Gattung Fuscoboletinus sind einige Röhrlinge mit herablaufenden, sehr weiten Poren, roten Farben und schuppigen Hüten ausgegliedert, die optisch sehr ähnlich zu Röhrlingen aus der Gattung Boletinus sind, die Arten werden bisweilen auch bei den Schuppenröhrlingen (Boletinus) zw. Den Schmierröhrlingen (Suillus) eingeordnet.
    Die Gattung ist eher in Nordamerika verbreitet, in Europa wurden bisher nur sporadische Funde einzelner Arten bekannt.


    Bei den Grüblingen (Gyrodon) kommt in Mitteleuropa nur eine Art vor; der Erlengrübling (Gyrodon lividus), der duch die kurzen, weit herablaufenden Röhren gekennzeichnet ist.


    Ziemlich einsam ist es in der Gattung Rubinoboletus in Europa. Hier tritt nur eine sehr seltene Art sporadisch auf, nämlich Rubinoboletus rubinus. Der ist allerdings eine sehr auffällige Erscheinung durch die roten Poren und Röhren (ansonsten so nur noch bei Chalciporus zu finden).


    Boletellus ist eine recht umfangreiche Gattung mit vorwiegend tropischer und subtropischer, sowie asiatischer Verbreitung.
    In Zentraleuropa sind kaum Funde von einzelnen Arten zu erwarten; daß es Ausreißer geben kann, ist >hier< dokumentiert. Der dort vorgestellte Boletellus projectellus erinnert tatsächlich stark an eine Steinpilz –“ Art mit zu kräftigem Netz. Die beschriebenen Farbveränderungen im Schnitt lassen aber schnell eine Unterscheidung zu.


    Arten der Gattung Xanthoconium können manchen Dickröhrlingen (u.A. Steinpilzen) sehr ähnlich sehen (Vgl. zB Xanthoconium separans). Die Gattung ist allerdings bisher nur in Nordamerika verbreitet. Fundberichte aus Europa sind zu hinterfragen bzw. genau zu untersuchen. Allerdings kann durchaus mit einem sporadischen Auftreten hierzulande gerechnet werden, wie sich auch andere Einwanderer aus Nordamerika (zB. Boletinus cavipes / Hohlfußröhrling) inzwischen in Europa recht wohl fühlen.
    Die Arten haben weißliches (bis blassrosa) Fleisch, blauen nicht und unterscheiden sich durch andere Sporenpulverfarben (gelblich, bräunlich, rostfarben, seltener oliv, dann aber heller als bei Boletus).


    Erwähnt werden sollte noch die Blauende Bergtrüffel (Chamonixia caespitosa). Als hypogäischer Pilz mit knolligem Äußerem scheint die Gattung Chamonixia zunächst nichts mit den Dickröhrlingen gemein zu haben, aber sie sind doch sehr nahe verwand.


    Das Goldblatt (Phylloporus pelletieri) ist ebenfalls nahe mit den Dickröhrlingen verwand, noch näher allerdings mit den Filzröhrlingen. Optisch sind auf der Hutunterseite aber Lamellen zu sehen. Die Gattung Phylloporus enthält in Europa ebenfalls nur eine Art.




    Anmerkung in eigener Sache:
    Diese kleine Übersicht ist sicher nicht fehlerfrei, und auch nicht ganz ausgereift. Dazu fehlt mir einfach bei zu vielen Arten die eigene Funderfahrung. Die Abwägung, welchen Angaben in welcher Literatur man folgt, und welchen lieber nicht (vor allem im taxonomischen Bereich) ist natürlich mehr oder weniger individuell und enstpringt den Quellenvergleichen, sofern nicht eigene Funduntersuchungen den Ausschlag geben.
    Einiges ist da auch nicht im Einklang mit den taxonomischen Datenbanken, insbesondere wenn es dort ganz offensichtliche Fehler gibt (Bsp.: IndexFungorum führt Boletus erythropus und Boletus luridiformis als zwei getrennte, aber gültige Arten. Der Fehler beruht wohl darauf, daß beide Taxa gegenwärtig gültig sind. Leider scheint es da der Datenbank nicht möglich, eine entsprechende Synonymie herzustellen).
    Verbesserungsvorschläge, Fehleranalyse, Kritik und kritische Diskussion an dieser Arbeit ist durchaus erwünscht und willkommen (und ja: Tippfehler interessieren mich auch)!
    LG, Pablo.







    Quellen:
    - Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2; G.J. Krieglsteiner
    - Pilze der Schweiz Band 3; Breitenbach & Kränzlin
    - Funga Nordica Band 2; Hansen & Knudsen
    - Regensburger Mykologische Schriften Band 11; Bresinsky / Besl
    - Kleine Kryptogamenflora Band 11b/2; Moser
    - Dickröhrlinge –“ Die Gattung Boletus in Europa; Engel, Krieglsteiner, Dermek & Watling
    - Fungi Europaei –“ Boletus s.l.; Munoz
    - Czech Mykol. 85 (1-2): 31-42, 2006; Boletus kluzakii, a new species related to Boletus radicans; Sutara & Spinar
    - CZECH MYCOLOGY 66(1): 1–“37, JUNE 4, 2014 (ONLINE VERSION, ISSN 1805-1421); Contribution to the study of genus Boletus, section Appendiculati: Boletus roseogriseus sp. nov. and neotypification of Boletus fuscoroseus Smotl. ; Sutara, Janda, Kriz, Graca, Kolarik
    - Mycol Progress, DOI 10.1007/s11557-013-0896-4, Boletus mendax, a new species of Boletus sect. Luridi from Italy and insights on the B. luridus complex; Vizzini, Simonini, Ercole, Voyron
    - Rivista di Micologia, Anno 40 –“ N.1, Pag 37-51, 1997; Boletus flavosanguineus sp.nov.; Lavorato & Simonini
    - CZECH MYCOL. 60(1): 29–“62, 2008, Xerocomus s.l. in the light of the present state of knowledge; Josef Sutara
    - mycologicalresearch 110 (2006) 276 –“ 287; Detection of species within the Xerocomus subtomentosus complex in Europe; Taylor, Hills, Simonini, Both, Eberhardt
    - Schlüssel zu den Gattungen Xerocomellus und Xerocomus; Harald Andres Schmid
    - Schlüssel der Rotporigen Röhrlinge; Andreas Gminder
    - Österr. Z. Pilzk. 16 (2007); Schlüssel zur Bestimmung von Frischfunden der europäischen Arten der Boletales mit röhrigem Hymenophor; Klofac


    im Netz:
    - http://www.mycobank.org
    - http://www.speciesfungorum.org
    - http://www.boletales.com
    - http://www.pilzforum.eu
    - http://www.pilzepilze.de
    - http://www.forum.pilze-bayern.de
    - http://www.Pilzforum.at
    - http://www.123pilze.de
    - http://www.pilzraritaeten.de
    - http://www.pilzfotopage.de
    - http://www.wikipedia.com

    Hallo, Bjoern!


    Die wesentlichen Arten der jeweiligen Monate hast du ja im Kasten. Und das mit hervorragenden Bildern. :thumbup:
    Deinen Bildserien schenke ich immer wieder mit Vergnügen meine Aufmerksamkeit.


    Ich drücke die Daumen für mehr Zeit für Pilze.
    In der Hoffnung auf weitere Bilder. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo & Willkommen, Stefan!


    Das sieht so von den Bildern schon sehr nach Hasenröhrlingen aus. :thumbup:
    Wenn du einen Fruchtkörper mal noch durchschneidest, dann kann man den gekammerten Stiel bewundern und die Bestimmung absichern.


    Schöner Fund jedenfalls, Glückwunsch.
    Ich schiebe das trotzdem mal gleich zu den Bestimmungsanfragen rüber, weil da wo "Portraits" dransteht, sollte nur Vorstellungen von sicher bestimmten Arten rein, zum lesen und Vergleichen.
    Anhängen an fertige Portraits kannst du Bilder natürlich immer, wenn die Pilze eindeutig bestimmt sind. Portraits (die es noch nicht gibt) selbst erstellen natürlich auch, das sähe dann im Fall des HAsenröhrlings ungefähr so aus: >Gyroporus castaneus<.



    LG, Pablo.

    3. Artenliste mit Kurzdiagnose:


    - Boletus adalgisae Marsico & Musemeci
    --> mediterrane Art; rotporig, ohne Stielnetz; blauend an Hut, Poren Stiel und Schnitt
    optisch wie ein wenig farbfreudiger Boletus queletii; Hut im Alter oft mit extrem aufgebogenem Hutrand, Amylonreaktion negativ
    = Aufschirmender Hexenröhrling


    - Boletus adonis Pöder & Ladurner
    --> mediterrane Art; gelbporig, ohne Stielnetz; blaut überall;
    lebhaft rot, rosarot oder orangerot gefärbter Hut; Amylonreaktion positiv
    = Adonis –“ Röhrling, Schöner Röhrling


    - Boletus aereus Bull.
    >Portrait<
    --> Poren weiß bis gelb; Stiel genetzt; Hutoberfläche feinfilzig bis samtig, oft bereift; Hut mit dunklen Farben (dunkelbraun, schwarzbraun, dunkeloliv, olivschwarz), gerne irgendwie gescheckt wirkend; Fleisch sehr fest und kompakt, schwerer als bei B. reticulatus; ohne Verfärbungen; kalkgebunden, bei Laubbäumen, wärmeliebend
    = Schwarzhütiger Steinpilz, Bronzeröhrling


    - Boletus appendiculatus Schaeff. (= Butyriboletus appendiculatus (Schaeff.) D. Arora & J.L. Frank)
    --> gelbporig, mit Stielnetz; Schwache Blaufärbung der Poren / Röhren und des Fleisches im Schnitt, seltener völlig unveränderlich, Fleisch gelblich, besonders im Hutbereich, in der Stielrinde auch rosabraun getönt; Hut meist eher dunkel toniert: braun, hellbraun, gelblich selten mit Rosatönen, Hutoberfläche jung deutlich filzig; Stiel überwiegend gelb, teils rosa oder rosabraune Flecken im Bereich der Stielbasis; Laub- und Laubmischwälder, wärmeliebend, bevorzugt auf Kalk
    = Anhängselröhrling


    - Boletus badius Fr. (= Xerocomus badius)
    >Portrait<
    --> gelbporig, ohne Stielnetz; omnipräsentes Chamäleon mit sehr wandelbarem Erscheinungsbild;
    Stielrinde längsfaserig, alt strohig; blaut nur an Poren, Röhren und im Schnitt (kann auch fehlen); Laub- Misch- und Nadelwälder; auf sauren Böden, seltener auf schwach übersäuerten Kalkböden
    = Maronenröhrling


    - Boletus calopus Pers. (= Boletus pachypus Fr.)
    >Portrait<
    --> gelbporig, mit Stielnetz; Hutoberfläche auf Druck unveränderlich, ansonsten stark bis schwach blauend; bitterer Geschmack; Hut ohne rote oder rosa Farben; Stiel mit roten Farben, die aber im Alter auch verschwinden können; Amylonreaktion positiv
    = Schönfußröhrling


    - Boletus comptus Simonini
    --> mediterrane Art bei Eichen; Poren rot (aber mehr blass orangerot, orangegelb, rostrot), Stiel mit inkonstant entwickelter Netzzeichnung: teils fein an der Stielspitze, teils fehlend; Stielbasis oft spindelig / wurzelnd; überall blauend; Huthaut glatt; Amylonreaktion positiv
    = Täuschender Hexenröhrling


    - Boletus depilatus Redeuilh (= Hemileccinum depilatum (Redeuilh) Sutara = Xerocomus depilatus (Redeuilh) Manfr. Binder & Besl)
    >Portrait<
    --> gelbporig, ohne Stielnetz; ohne jede Blaufärbung; Fleisch in Hut und oberer Stielhälfte blass gelblich; Geruch zumindest in Stielbasis chemisch (Iod, Desinfektionsmittel), Hutoberfläche grubig –“ dellig; kalkgebunden, Laubwälder, wärmeliebend
    = Gefleckthütiger Röhrling, Gehämmerter Röhrling, Verdallerter Röhrling


    - Boletus dupainii Boud.
    --> rotporig, Stiel ohne Netz; Hut & Stiel mit lebhaften Rottönen; Hutoberfläche glatt, bei Näss glänzig bis fast schleimig; überall stark blauend; Hyphen der Stielbasis inamyloid; Stiel mit feinen, roten Flöckchen auf gelbem bis rotem Grund; Gesamteindruck bei Anblick von oben: Roter Apfel
    = Blutroter Hexenröhrling


    - Boletus edulis Bull. (= Boletus personii Bon = Boletus edulis f. citrinus Hlavacek = Boletus citrinus A. Venturi = Boletus venturii Bon = Boletus reticulatus var. citrinus Hlavacek = Boletus edulis f. albus (Pers.) J.A. Munoz = Boletus betulicola (Vassilkov) Pilat & Dermek = Boletus edulis var. betulicola Vassilkov = Boletus clavipes (Peck) Pilat & Dermek = Boletus edulis var. clavipes Peck = Boletus edulis var. arenarius H. Engel, Krieglst. & Dermek = Boletus solidus Sowerby)
    >Portrait<
    --> Poren weiß bis olivgelb, Stiel mit Netz (bisweilen kaum ausgeprägt); extrem plastische Art, Hut mit breitem Farbspektrum, äußerster Hutrand oft weißlich, Hutoberfläche glatt, feucht glänzend bis schmierig; Fleisch weiß, gelegentlich mit gelblichen Flecken in Stielrinde und Stielbasis, unveränderlich, unter der Huthaut meist rosa; in diversen Waldtypen (Laub- und Nadelbäume) auf sauren Böden oder oberflächlich angesäuerten Kalkböden
    = Gemeiner Steinpilz, Herrenpilz, Fichtensteinpilz


    - Boletus erythropus Persoon (= Boletus erythropus Fries = Boletus luridiformis Rostk. = Boletus luridiformis var. discolor (Quel.) Krieglst. = Boletus discolor (Quel.) Boud. = Boletus luridiformis var. junquilleus (Quel.) Krieglst. = Boletus erythropus subsp. discolor (Quel.) Dermek, Kuthan & Singer = Boletus erythropus var. junquilleus (Quel.) Bon = Boletus junquilleus (Quel.) Boud. = Boletus immutatus (Pegler & A.E. Hills) Pegler & Watling = Boletus luridiformis var. immutatus Pegler & A.E. Hills)
    >Portrait<
    --> Poren rot, Stiel ungenetzt; in Farben und Form extrem variabel; überall stark blauend; Fleisch sehr fest und kompakt, normalerweise vor allem im Hut leuchtend gelb; Amylonreaktion negativ; auf sauren Böden, seltener auf angesäuerten Kalkböden
    = Flockenstieliger Hexenröhrling, Flocki, Schusterpilz, Zigeuner


    - Boletus fechtneri Velen. (= Butyriboletus fechtneri (Velen.) D. Arora & J.L. Frank)
    >Portrait<
    --> gelbporig, Stiel mit Netz; Hut in hellen Farben ohne Rosatöne; Poren / Röhren und Stieloberfläche auf Druck blauend; im Schnitt vorwiegend im Hutbereich blauend, im Stiel oft mit rosa Farben; kalkgebunden, thermophile Laubwälder; Amylonreaktion negativ; Geschmack mild
    = Silberröhrling, Sommerröhrling


    - Boletus flavosanguineus Lavorato & Simonini
    --> mediterrane Art; gelbporig, Stiel im oberen Teil fein genetzt (teils nur Stielspitze); eher klein & schlank, optisch ungefähr wie ein gelblicher Boletus pulverulentus mit Netzzeichnung; also überall stark blauend; Amylonreaktion positiv; Bei Laubbäumen und Kiefern; Stieloberfläche steril (also ohne basidienartige Elemente)
    = Gelbbunter Röhrling


    - Boletus fragrans Vittad.
    --> gelbporig, ohne Stielnetz; optisch wie eine der stämmigen Formen von Boletus badius, aber mit auf Druck +/- blauendem Stiel, stärker blauendem Fleisch und Poren, weniger längsfaseriger Stieloberfläche (mehr beflockt, bereift & oft mit rötlichen Farben), meist unregelmäßig wellig –“ flatterigem Hutrand, Hutoberfläche einheitlich dunkel braun; Amylonreaktion negativ; Laubwälder (in Nordamerika auch in Kiefernwäldern und dann mit hellerem Hut), wärmeliebend, nördlich der Alpen sehr selten und nur sporadisch anzutreffen
    = Starkriechender Röhrling, Goldröhrenschwamm


    - Boletus gabretae Pilat
    --> Poren immer gelb (auch wenn verwandschaftlich den Rotporern / Luridi zuzurechnen), Stiel genetzt; Fruchtkörper komplett gelb (Hut auch braun fleckend); in allen Teilen stark blau verfärbend; Geschmack mild; Amylonreaktion negativ; montane und colline Nadelwälder
    = Böhmerwaldröhrling


    - Boletus impolitus Fr. (= Hemileccinum impolitum (Fr.) Sutara = Leccinum impolitum (Fr.) Bertault = Xerocomus impolitus (Fr.) Quel. = Boletus suspectus Krombh.)
    >Portrait<
    --> Poren gelb (meist leuchtend); Stiel ohne Netz, teils mit rötlichen oder rötlichbraunen Flecken; niemals blau verfärbend, Geruch zumindest in Stielbasis chemisch (Iod, Desinfektionsmittel); Fleisch gelblich bis leuchtend gelb (im Hut über den Röhren); kalkgebunden, Laubbäume, wärmeliebend
    = Fahler Röhrling


    - Boletus kluzakii Sutara & Spinar (= Boletus fallax Kluzak, nicht Boletus fallax Corner)
    --> gelbporig, Stiel genetzt; bitter schmeckende Art, sehr ähnlich Boletus radicans, aber Hut besonders im Alter mit Rosatönen (jung eher grauweißlich) wegen rosa-roter Subkutis; Amylonreaktion negativ; Laub- und Nadelwald
    = Kluzaks Bitterröhrling, Rosahütiger Bitterröhrling


    - Boletus legaliae Pilat (= Boletus splendidus C. Martin = Boletus splendidus subsp. moseri Singer & Kuthan = Boletus satanoides ss. auct. div.)
    >Portrait<
    --> Poren rot; Stiel mit rotem Netz in der oberen Stielhälfte, darunter rot beflockt, Stielrinde jung schön orangerot; Hutoberfläche auf Druck unveränderlich, ansonsten blauend; Hut recht hell in Grau- und Rosatönen, seltener weißgrau oder braun; Amylonreaktion positiv; kalkgebunden, Laubwald, wärmeeliebend
    = LeGals Purpurröhrling, Falscher Satansröhrling


    - Boletus lupinus Fr.
    --> rotporig, Stiel ungenetzt; überall blauend; Hut mit rosa Farben; Stiel gelblich + Stielbasis teils rot gefleckt, fein beflockt oder glatt; Amylonreaktion negativ; Laubwald, wärmeliebend
    = Wolfsröhrling


    - Boletus luridus Schaeff. (= Boletus erythrenteron Bezdek = Boletus luridus var. erythrenteron (Bezdek) Pilat & Dermek = Boletus luridus var. erythroteron in Engel et al. = Boletus luridus var. rubriceps (Maire) Dermek = Boletus luridus f. primulicolor Simonini)
    >Portrait
    --> rotporig, Stiel mit Netzzeichnung; überall stark blauend; Röhrenboden meist orange oder rot; Amylonreaktion positiv; sehr variable Art (Farben und Habitus); kalkgebunden
    = Netzstieliger Hexenröhrling, Netzhexe


    - Boletus luteocupreus Bertea & Estades
    --> rotporig, Stiel mit roter Netzzeichnung; überall blauend; Hut mit Gelbtönen; Amylonreaktion positiv; Laubwälder, wärmeliebend
    = Gelbhütiger Purpurröhrling


    - Boletus mendax Simonini & Vizzini
    --> rotporig, Stiel in der oberen Hälfte mit (teils rudimentärer & feiner) Netzzeichnung, darunter rot beflockt; eher schmächtiger Pilz, optisch wie eine Mischung aus Boletus luridus, Boletus queletii & Boletus erythropus; überall blauend; Amylonreaktion positiv; Röhrenboden rötlich oder gelb; Fleisch im Schnitt meist mit Rottönen
    = Abweichender Hexenröhrling


    - Boletus permagnificus Pöder
    --> mediterrane Art; Poren rot, Stielnetz gut ausgeprägt; überall stark blauend; Hut meist mit Rottönen; gerne büschelig und mit wurzelndem Stiel, Fruchtkörper eher klein; Fleisch beim Trocknen rot; Amylonreaktion negativ
    = Büscheliger Hexenröhrling, Tränender Hexenröhrling


    - Boletus pinophilus Pilat & Dermek (= Boletus edulis var. pinicola Vittad. = Boletus pinicola (Vittad.) A. Venturi)
    >Portrait<
    --> Poren jung weiß, alt gelb bis oliv, Stiel mit Netz; Hutoberfläche glatt, bereift, bei Nässe glänzend, satt rotbraun bis rosarötlich (alt); unter Kiefern (selten bei Laubbäumen) auf sandigen Böden
    = Kiefernsteinpilz, Rothütiger Steinpilz


    - Boletus poikilochromus Pöder, Cetto & Zuccherelli (= Boletus poychylochromus)
    --> mediterrane Art; Porenfarbe inkonstant (gelb, im Alter unregelmäßig orangerot oder rostrot überlaufen), Stiel mit Netzzeichnung; überall blauend; Fruchtkörper wenig stämmig; Hutoberfläche glatt, eher in gedeckten Farben (beige, gelbbraun, rosabraun, ockerlich), besonders im Alter unregelmäßig fleckig; Amylonreaktion negativ; Geruch süßlich –“ fruchtig, alt wohl eher süßlich - gärig
    = Italienischer Röhrling, Duftender Hexenröhrling


    - Boletus pseudoregius (Huber) Estades (= Butyriboletus fuscoroseus (Smotl.) Vizzini & Gelardi = Boletus fuscoroseus Smotl. = Boletus speciosus Frost ss. auct. europ. zB. Engel)
    >Portrait<
    --> Poren gelb, Stiel mit Netzzeichnung; Hut und Stiel mit Rosa- und / oder Rottönen; Geschmack mild; Poren auf Druck blauend, im Schnitt überwiegend im Hutbereich blauend, im Stiel oft auch mit rosa oder rötlichen Farben; Amylonreaktion negativ; kalkgebunden, wärmeliebend, Laubwaldbewohner
    = Blauender Königsröhrling


    - Boletus pseudosulphureus Kallenb. (= Boletus junquilleus sensu Reid)
    >Portrait<
    --> Poren immer gelb (gehört dennoch zur Sektion Luridi / Rotporer), Stiel ohne Netzzeichnung; überall stark blauend; Hut und Stiel gelb, im Alter auch braun fleckend; Hutoberfläche nur jung fein samtig, bald verkahlend; Amylonreaktion negativ
    = Falscher Schwefelröhrling, Gelber Hexenröhrling


    - Boletus pulchrotinctus Alessio
    --> mediterrane Art; Porenfarbe inkonstant (jung gelblich, später orangegelb –“ orangerot, schließlich wieder zu gelb umfärbend), Stiel mit rosaroter Netzzeichnung; Stiel und Poren bei Berührung blauend, im Schnitt +/- blauend, Hutoberfläche auf Druck unveränderlich; Hut meist rosa; Amylonreaktion negativ; Laubwälder
    = Schöngefärbter Röhrling


    - Boletus pulverulentus Opat.
    >Portrait<
    --> gelbporig, ohne Stielnetz; meist von schlankem Wuchs und eher klein; überall bei Berührung / Verletzung intensiv schwarzblau verfärbend; Hutfarben sehr variabel (meist bräunlich, aber auch gelbe und rosane Farbformen möglich), Stiel in oberer Hälfte mehr gelblich, unten mehr rötlich, glatt bis fein bereift (Oberfläche fertil); Amylonreaktion negativ; Q-WertSporen ca. 2,5
    = Schwarzblauender Röhrling


    - Boletus queletii Schulzer
    >Portrait<
    --> rotporig, Stiel ohne Netzzeichnung; Hutoberfläche meist mit Rot- oder Rosatönen; Stiel gelblich + von Stielbasis aus rötlich überlaufen / gefleckt, nicht oder sehr fein rötlich oder gelblich beflockt; Fleisch eher weich; überall blauend; Fleisch im Schnitt von Stielbasis ausgehend +/- rot; Amylonreaktion positiv; kalkgebunden, wärmeliebend, Laubwald
    = Glattstieliger Hexenröhrling, Quélets Hexenröhrling


    - Boletus radicans Pers. (= Boletus albidus Roques)
    >Portrait<
    --> rotporig, Stiel ohne Netzzeichnung; Hutoberfläche meist mit Rot- oder Rosatönen; Stiel gelblich + von Stielbasis aus rötlich überlaufen / gefleckt, nicht oder sehr fein rötlich oder gelblich beflockt; Fleisch eher weich; überall blauend; Fleisch im Schnitt von Stielbasis ausgehend +/- rot; Amylonreaktion positiv; kalkgebunden, wärmeliebend, Laubwald
    =Wurzelnder Bitterröhrling, Bitterling


    - Boletus regius Krombh. (= Butyriboletus regius (Krombh.) D. Arora & J.L. Frank)
    >Portrait<
    --> Poren gelb, Stiel mit Netzzeichnung; rosahütig, Huthaut oft rau, schorfig; Hut, Stiel, Poren und Trama bei Druck / Verletzung unveränderlich; Trama intensiv gelb; Fruchtkörper meist eher klein; Amylonreaktion negativ; kalkgebunden, wärmeliebend, Laubwaldbewohner
    = Königsröhrling


    - Boletus reticulatus Schaeff. (= Boletus aestivalis (Paulet) Fr. = Boletus carpinaceus Velen.(?))
    >Portrait<
    --> Poren weiß, später gelb bis oliv; Stiel mit Netzzeichnung; Fleisch weiß, unveränderlich, eher weich und locker, häufig von Parasiten befallen; Hut filzig bis samtig, gerne rissig aufplatzend, hellbraun (und dann mit dunklerem Stielnetz auf hellerem Grund) oder dunkelbraun (und dann mit hellerem Stielnetz auf dunklerem Grund; Fleisch unter der Huthaut weißlich oder bräunlich (nie rosafarben); Laubwald
    = Sommersteinpilz


    - Boletus rhodopurpureus Smotl. (= Boletus xanthopurpureus (Smotl.) Hlavacek = Boletus rhodopurpureus f. xanthopurpureus Smotl.)
    --> rotporig (jung auch gelb), Stiel mit Netz; überall stark blauend; Hut graurosa bis weinrot oder mit Gelbtönen; Amylonreaktion positiv; Laubwälder, wärmeliebend
    = Blaufleckender Purpurröhrling


    - Boletus rhodoxanthus (Krombh.) Kallenb.(= Boletus sanguineus var. rhodoxanthus Krombh. = Boletus rhodopurpureus var. rhodoxanthus (Krombh.) Bon)
    >Portrait<
    --> rotporig, Stiel mit Netzzeichnung (rot auf gelbem Grund); Hutoberfläche auf Druck unveränderlich, grauweiß bis beigegrau mit Rosatönen; Stiel und Poren auf Druck blauend; im Schnitt zweifarbig: im Hutbereich blauend, Stielfleisch gelblich; Amylonreaktion schwach positiv; Laubwald, wärmeliebend
    = Blasshütiger Purpurröhrling, Rosahütiger Purpurröhrling


    - Boletus roseogriseus J. Šutara, M. Graca, M. Kolarík, V. Janda & M. Kríž (= Butyriboletus roseogriseus (J. Šutara, M. Graca, M. Kolarík, V. Janda & M. Kríž) Vizzini & Gelardi)
    --> gelbporig, Stiel mit Netzzeichnung; Geschmack mild; Hut auf Druck nicht blauend, Poren blauend, im Schnitt +/- nur im Hut blauend, Stiel bleibt größtenteils gelblich bzw. bräunlich in Stielbasis; Stieloberfläche ohne Rottöne; Hut jung +/- rosa, alt +/- grau; Amylonreaktion negativ; Nadelwald
    = Rosagrauer Königsröhrling


    - Boletus rubrosanguineus Cheype
    --> Poren rot, Stielnetz +/- durchgehend, rot auf +/- rotem Grund; Hut dunkelgrau –“ mausgrau mit Rot- und Rosatönen, im Alter zu hellerem Grau ausblassend (ähnlich B. calopus); Hutoberfläche auf Druck unveränderlich, ansonsten +/- blauend; Amylonreaktion positiv; Bergnadelwälder, selten bei Buchen
    = Weinroter Purpurröhrling, Mosers Satansröhrling


    - Boletus satanas Lenz
    >Portrait<
    --> Poren rot (selten gelb), Stiel mit feiner Netzzeichnung und eher kalten Rottönen (karmin, pink); Hut schmutzig weiß, grauweißlich, ockergrau, selten gelb, höchstens im Alter am äußersten Hutrand mit Rosatönen; Hutoberfläche auf Druck unveränderlich, ansonsten +/- blauend; Amylonreaktion negativ; Geruch säuerlich, etwas urinartig (aasartig bei vergehenden Fruchtkörpern, wie bei den meisten Pilzen); Fruchtkörper oft groß und massiv / stämmig; kalkgebunden, wärmeliebend, Laubwald
    = Satansröhrling


    - Boletus spretus Bertea (= Boletus emilei Barbier)
    --> mediterrane Art, Poren gelb, Stiel ohne Netz; überall blauend; Hut mit recht krassen Rottönen; Amylonreaktion negativ (vgl. Boletus adonis + Schlüssel)
    = Falscher Königsröhrling, Leuchtendbunter Röhrling


    - Boletus subappendiculatus Dermek, Lazebn. & J. Veselsky (= Butyriboletus subappendiculatus (Dermek, Lazebn. & J. Veselsky) D. Arora & J.L. Frank)
    >Portrait<
    --> Poren gelb, Stiel mit Netz; bei Druck / Verletzung nicht oder nur zögerlich & schwach blauend (Poren / Röhren & Hutfleisch); Hut meist eher hell, ockergelb, gelbbraun, blassbraun, zimtfarben; Stiel meist gelblich, selten rötlich oder rosa fleckend; Amylonreaktion negativ; Gebirgsnadelwälder
    = Nadelwald –“ Anhängselröhrling, Falscher Anhängselröhrling


    - Boletus torosus Fr.
    --> Poren gelb oder rötlich, Stiel mit Netzzeichnung; überall intensiv blauend; Hut komisch bunt fleckend, oft mit Olivtönen; Fleisch sehr kompakt mit auffallend hohem spezifischem Gewicht (–žBleipilz–œ); Amylonreaktion positiv; Laubwälder, wärmeliebend
    = Ochsenröhrling



    - Boletus caucasicus Singer ex Alassio (= Boletus luridus var. caucasicus Singer)
    --> unklare Art; Rotporer mit genetztem Stiel (Netz fein, +/- obere Stielhälfte, darunter rotflockig); Röhrenboden gelb; Amylonreaktion negativ; Stielfleisch von der Bais her +/- rot; Hutfarben wohl recht variabel; überall blauend
    Die Art ist schlecht definiert und von ähnlichen Arten abgegrenzt. Die negative Amylonreaktion spricht gegen eine Synonymisierung mit B. luridus oder B. mendax. Denkbar wäre aber auch eine Fom von B. erythropus mit genetztem Stiel und mehr rotem Stielfleisch, unwahrscheinlicher wohl eine wenig rothütige Form von B. permagnificus (diese wäre nicht nur untypisch gefärbt, sondern auch Größe und Habitus passen schlecht); eine mögliche Verwandschaft / Synonymie zu B. poikilochromus ist wegen der deutlich kleineren Sporen dieser Art wohl ausszuschließen.
    Da wären weitere Untersuchungen abzuwarten.
    = Kaukasischer Röhrling


    - Boletus pinetorum M. Korhonen
    --> boreale Art unter Kiefern; Status und Artabgrenzung sind unklar, muss möglicherweise bei B. edulis eingeordnet werden


    - Boletus xanthocyaneus (Ramain) Romagn. (= Boletus purpureus var. xanthocyaneus Ramain)
    --> unklare Art; es kann sich hier möglicherweise um eine gelbliche Farbform von Boletus torosus handeln, weniger wahrscheinlich um eine gelbliche Form von Boletus rhodopurpureus (Boletus rhodopurpureus f. xanthopurpureus); es soll sich hier allerdings um eine Art mit auffällig schwerem Fleisch und aber auch angenehm süßlichem Geruch handeln; Poren gelblich bis unregelmäßig rötlich fleckend / überlaufend, Stiel genetzt
    = Gelber Ochsenröhrling

    2. Provisorischer Schlüssel für in Europa vorfindbare Dickröhrlinge:


    Anmerkung zu den im Folgenden geschlüsselten Arten:
    Hier muss immer damit gerechnet werden, daß es auch Röhrlinge aus anderen Gattungen gibt, die sehr ähnlich sehen können. Insbesondere zu vergleichen wäre in den Gattungen Xerocomus s.l. (Filzröhrlinge), Aureoboletus, Buchwaldoboletus und Suillus (Schmierröhrlinge). Vgl. dazu auch unten unter –žGattungsabgrenzung–œ.
    Des weiteren ist zu berücksichtigen, daß die Merkmale der einzelnen Arten teils stark variabel sind.
    Dadurch ergeben sich bei vielen Arten Überschneidungen bei optischen Merkmalen.
    Dazu kommt, daß Merkmale wie Hut-, Stiel- und Porenfarben, Beschaffenheit der Hutoberfläche, Wuchsform, Intensität und Konstanz der Verfärbungen, Stielbekleidung (Netz, Flocken etc.) durch Witterungseinflüsse, mykophage Tierchen (Mäuse, Maden, Schnecken, Bakterien usw.) oder durch Standort- und Wuchsbedingungen beeinflusst sein können.
    Daher ist zusätzlich zum Schlüsselergebnis immer ein Abgleich aller relevanten Merkmale und ein Vergleich mit ähnlichen Arten durchzuführen, um das Gesamtbild zu berücksichtigen.



    1a) Stiel mit Netzzeichnung (eventuell nur an Stielspitze, mit Lupe zu erkennen) → 2
    1b) Stiel komplett ohne Netzzeichnung → 35


    2a) Poren & Röhren jung rein weiß, Fleisch weiß und ohne Verfärbungen → 3
    2b) nicht mit dieser Merkmalskombination → 6


    3a) Hutoberfläche +/- einheitlich satt rotbraun ohne weißlichen Hutrand und Stielfarben mit ausgeprägten Ocker-, Gelbocker- oder Brauntönen → Boletus pinophilus
    3b) nicht mit dieser Merkmalskombination → 4


    4a) Hutoberfläche auch jung glatt, höchstens fein bereift, feucht glänzend → Boletus edulis s.l.
    4b) Hutoberfläche matt (nicht glänzend!), fein samtig oder stark bereift → 5


    5a) Hutoberfläche größtenteils einfarbig, feinfilzig bis samtig, hell- bis dunkel haselnussbraun → Boletus reticulatus
    5b) Hutoberfläche marmoriert, fleckig, mehr bereift als samtig, mit sehr dunkeln Braun- bis Schwarztönen → Boletus aereus


    6a) Poren bei reifen Fruchtkörpern gelb → 7
    6b) Poren bei reifen Fruchtkörpern mit Rottönen → 21


    7a) Geschmack bitter → 8
    7b) Geschmack mild → 10


    8a) Stiel meist mit deutlichen Rottönen von der Basis aus (nur alt ohne Rottöne, dann schmutzig graubraun bis ockerbraun), Netz kräftig → Boletus calopus
    8b) Stiel größtenteils gelb oder ockerlich, höchstens mit dünner, roter Ringzone, Netz eher fein oder unvollständig → 9


    9a) Hut mit Grau- , Gelb- oder Brauntönen (jung auch rosa überhaucht), ohne rötliche Schicht unter der Huthaut → Boletus radicans
    9b) Hut im Alter (!) mit Rosa- oder Rottönen, Huthaut zweischichtig (untere Schicht rosa) → Boletus kluzakii


    10a) Fruchtkörper in allen Teilen (Hutoberfläche, Poren, Stieloberfläche) auf Druck sowie gesamte Trama im Schnitt stark blau verfärbend → 11
    10b) Farbreaktion anders → 15


    11a) Fruchtkörper klein (Hutbreite ausgewachsen nur bis ca. 7 cm), schlankwüchsig, Netz sehr fein, meist nur im oberen Stieldrittel bis Stielspitze → Boletus flavosanguineus
    11b) Fruchtkörper größer, Stiel bauchig, keulig bis zylindrisch → 12


    12a) Fruchtkörper mit auffallend kompaktem und schwerem (hohes spezifisches Gewicht) Fleisch, in Laubwäldern → Boletus torosus
    12b) Fruchtkörper mit normalem spezifischem Gewicht, weniger kompakt, im Laub- oder Nadelwald → 13


    13a) Fruchtkörper vollständig gelb, in collinen bis montanen Nadelwäldern, Hyphen der Stielbasis inamyloid → Boletus gabretae
    13b) in Laubwäldern, eher auf kalkhaltigen Böden, Hyphen der Stielbasis amyloid → 14


    14a) Fruchtkörper tendenziell eher schmächtig, Hutoberfläche glatt, feucht glänzend, unregelmäßig –žbunt–œ (in verschiedenen Braun-, Gelb-, Gelbbraun-, Oliv- oder Orangetönen), Röhrenboden immer gelblich, Fleisch nach einigen Stunden orangerot bis rot, Geruch intensiv, süßlich obstartig bis obstbrandartig → Boletus poikilochromus
    14b) Fruchtkörper kräftig, meist +/- vollständig gelb an Hut & Stiel, Hutoberfläche feinfilzig bis samtig, Röhrenboden oft orangerot / rötlich, Geruch normal (unbedeutend / mild) → gelbliche Farbformen von Boletus luridus


    15a) Hutoberfläche zumindest im Alter zunehmend mit Rosatönen → 16
    15b) Hutoberfläche in aller Regel ohne solche Farben → 19


    16a) Fruchtkörper ohne jegliche Blaufärbung, auch Poren auf Druck und im Schnitt unveränderlich → Boletus regius
    16b) Fruchtkörper zumindest im Schnitt oder bei Verletzung der Poren mit Blaufärbung → 17


    17a) Im Schnitt in Hut und gesamten Stiel blauend, Stielnetz hübsch rosa (wie Hutoberfläche gefärbt) → Boletus pulchrotinctus
    17b) Im Schnitt nur im Hut und maximal im oberen Stielteil blauend, Netz eher gelblich oder bräunlich → 18


    18a) Stieloberfläche mit Rottönen, meist im Bereich der Stielbasis; Stielfleisch gerne etwas rosalich; thermophile Laubwälder auf Kalkböden → Boletus fuscoroseus / pseudoregius
    18b) Stieloberfläche gelb, meist ohne Rottöne; Stielfleisch im Bereich der Basis bräunlich; colline bis montane Nadelwälder → Boletus roseogriseus


    19a) Poren auf Druck deutlich blauend, Fruchtkörper zumindest im Hut im Schnitt blauend; Hutoberfläche grauweiß, silbrig, hell grauocker → Boletus fechtneri
    19b) Poren auf Druck und Trama im Schnitt nicht oder nur sehr wenig und zögerlich verfärbend, Hut eher mit ockerlichen, gelblichen oder braunen Farbtönen → 20


    20a) Hut meist recht hell gefärbt (ockerlich, gelblich, gelbbraun), keine oder kaum wahrnehmbare Blaufärbung an Poren und im Schnitt, Sporen (3)3,5 –“ 4,5 (5) µm breit, montane Nadelwälder → Boletus subappendiculatus
    20b) Hut meist eher dunkel (braun, gelbbraun, selten mit Rosatönen), meist schwach blauend, Sporen (3,5) 4 –“ 5,5 (6) µm breit, thermophile Laubwälder → Boletus appendiculatus


    21a) Hutoberfläche auf Druck unveränderlich → 22
    21b) Hutoberfläche auf Druck blau verfärbend → 26


    22a) Hut generell ohne Rot- und Rosatöne, meist weißlich, schmutzig weiß, hellgrau, beigegrau oder gelblich, nur im Alter am Hutrand gelegentlich mit rosa Reflex, Fleisch weißlich oder blass cremegelblich, überall schwach blauend → Boletus satanas
    22b) Hut mit rosa oder roten Farbtönen → 23


    23a)Hut mit pinken Farbtönen; Stiel mit pinkfarbenem / rosa Netz auf blassgelbem bis gelbrosa Grund; Poren meist gelblich, sonst mehr orangerot → Boletus pulchrotinctus
    23b) Stielnetz und Grundfarbe nicht schön rosa sondern gelb oder rot; Poren schon früh und dann dauerhaft rot → 24


    24a) Im Schnitt deutlich –žzweifarbig–œ: im Hut (&eventuell Stielspitze) blauend, Stielfleisch gelb → Boletus rhodoxanthus
    24b) Im Schnitt in Hut und Stiel gleichermaßen (wenigstens schwach) blauend → 25


    25a) Stiel in der oberen Stielhälfte mit feinem, meist rötlichem Netz, untere Stielhälfte fein rötlich beflockt; Hut meist recht hell in grau und rosa; thermophile Laubwälder → Boletus legaliae
    25b) Stiel +/- auf ganzer Länge mit rotem Netz auf rotem Grund bedeckt; Hut jung mausgrau mit rosa Reflex, im Alter mehr und mehr altrosa oder weinrot; Gebirgsnadelwälder (selten auch bei Buchen) → Boletus rubrosanguineus


    26a) Amylonreaktion (Hyphen der Stielbasis verfärben dunkelblau / blauschwarz mit Iodlösungen, zB. Melzer) negativ → 27
    26b) Amylonreaktion positiv → 28


    27a) Stiel schon jung mit deutlichen Rottönen (Netz und Untergrund); gerne deutlich wurzelnd und büschelig; Hut meist lebhaft rot, rotbraun oder orangerot; Poren lebhaft rot, Fruchtkörper eher klein, Geruch unauffällig → Boletus permagnificus
    27b) Stiel jung mit mehr Gelbtönen, kaum wurzelnd oder büschelig; Hut mehr mit gelblichen, bräunlichen oder olivlichen Tönen oft unregelmäßig –žbunt–œ; Poren meist gelblich und unregelmäßig rostrot, bräunlich oder orangebraun überlaufen (v.A. am Hutrand); mit intensivem Schnaps- oder Fruchtgeruch → Boletus poikilochromus


    28a) Fruchtkörper auffallend –žbleischwer–œ + Hut irgendwie –žbunt –“ scheckig–œ → Boletus torosus
    28b) Fruchtkörper mit normalem spezifischem Gewicht → 29


    29a) Stielnetz gut entwickelt, meist +/- auf ganzer Stiellänge → 30
    29b) Stielnetz rudimentär, teils nur schwach und fein im Bereich der Stielspitze → 33


    30a) Hutoberfläche meist mit Braun- oder Olivtönen, weniger häufig gelb und noch seltener mit Rosa- oder Rottönen, Stielnetz oft kräftig ausgeprägt, gelb, bräunlich oder rötlich; Röhrenboden meistens rötlich (orange- bis weinrot) → Boletus luridus
    30b) Hutoberfläche nie mit Olivtönen, immer mit rosa oder roten Farben oder wenigstens Flecken in diesen Farben; Stielnetz gut ausgeprägt aber meistens eher feinmaschig; Röhrenboden immer gelb → 31


    31a) Hutoberfläche mit Gelbtönen (auch mit rosa oder rötlichen Nuancen) → 32
    31b) Hutoberfläche ohne Gelbtöne, dafür größtenteils deutlich rosa oder rot → Boletus rhodopurpureus


    32a) Poren und Stielnetz von anfang an kräftig rot → Boletus luteocupreus
    32b) Poren und Netz bei jungen Pilzen gelb → Boletus rhodopurpureus f. xanthopurpureus


    33a) Stiel auch alt größtenteils gelblich bis gelbbraun, von der Basis her auch rotbraun bis weinrot, aber dann mit eher gelblichen, orangebraunen oder bräunlichen Flöckchen; Stiel oft wurzelnd; Hutoberfläche eher glatt; Hut in eher blassen Farben; Röhrenboden immer gelb → Boletus comptus
    33b) Stiel meist mit deutlichen Rottönen, besonders im Alter, auch Flöckchen unterhalb des Stielnetzes rötlich; stiel nicht oder nur undeutlich wurzelnd; Hut meist feinfilzig bis samtig (zumindest jung), in meist kräftigen Farben; Röhrenboden oft orangerot bis rot → 34


    34a) Röhrenboden zumeist orangerot oder rot; Hut gerne in braunen, graubraunen oder gelbbraunen Farbtönen, bisweilen oliv getönt, seltener mit rot oder rosa Farbtönen; Pilze mit meist kräftigem Wuchs, Q-Wert Sporen < 2,5 → Boletus luridus
    34b) Röhrenboden rot oder gelb; Hut meist mit deutlichen Rottönen; Pilze mit meist eher schmächtigem Wuchs, Q-Wert Sporen > 2,5 → Boletus mendax


    35a) Poren gelb → 36
    35b) Poren rot → 44


    36a) Hutoberfläche, Poren, Stieloberfläche und Trama bei Druck oder Verletzung niemals blauend; Geruch zumindest in Stielbasis nach Desinfektionsmittel (Iod), Krankenhaus, Heftpflaster, Karbol; Poren +/- leuchtend gelb → 37
    36b) nicht mit diesen Merkmalen → 38


    37a) Hutoberfläche auffällig grubig / runzlig / eingedellt → Boletus depilatus
    37b) Hutoberfläche nicht so → Boletus impolitus


    38a) Hutoberfläche auf Druck unveränderlich → 39
    38b) Hutoberfläche auf Druck blauend → 40


    39a) Stieloberfläche auf Druck +/- blauend, glatt oder beflockt, nicht längsfaserig; Poren schon jung schön gelb, Fruchtkörper generell von stämmigem, kräftigem Wuchs; Hutrand eingerollt bis überstehend und meist unregelmäßig verbogen → Boletus fragrans
    39b) Stieloberfläche auf Druck unveränderlich, meist deutlich längsfaserig, im Alter Stielkortex deutlich braun und holzig; Poren jung cremefarben bis blassgelb, Fruchtkörper meist weniger kräftig, Hutrand eher gerade → Boletus badius


    40a) Fruchtkörper in allen Teilen gelb ohne Rot- und Rosatöne, im Alter aber auch braun fleckend an Hut und/oder Stiel → 41
    40b) Fruchtkörper anders gefärbt → 42


    41a) Fruchtkörper mit stämmigen Stiel, kräftigem Habitus, festem Fleisch; Stieloberfläche fein gelbflockig → Boletus pseudosulphureus
    41b) Fruchtkörper von eher schlankem Wuchs (vor allem +/- schlank –“ zylindrisch gestielt); Stieloberfläche glatt oder bereift → Boletus pulverulentus


    42a) Fruchtkörper meist schlankstielig, eher klein (Hut normalerweise < 8cm im Durchmesser); Stiel glatt oder bereift → Boletus pulverulentus
    42b) Fruchtkörper meist größer, mit kräftigem (aber nicht zwingend keuligem) Stiel; Stieloberfläche +/- beflockt, lebhaft gefärbt → 43


    43a) Röhren bis 8mm lang; Amylonreaktion negativ; Q-Wert der Sporen > 2,5 → Boletus spretus
    43b) Röhren länger als 10mm; Amylonreaktion positiv; Q-Wert der Sporen < 2,5 → Boletus adonis


    44a) Amylonreaktion positiv → 45
    44b) Amylonreaktion negativ → 46


    45a) Hutoberfläche samtig; gelblich, gelboliv, gelbbraun, orangebraun, oft mit deutlichen Rosa- und Rottönen, Stielfleisch zumindest in unterem Stieldrittel weinrot → Boletus queletii
    45b) Hutoberfläche glatt; farblich weniger auffällig, aber auch mit blassen rosa oder fleischrosa Einflüssen, dann aber auch mit grauer, graubrauner oder ockerbeiger Komponente, Stielfleisch mit wenig Rotanteilen (vor allem jung gelb) → Boletus comptus


    46a) Hutoberfläche glatt, glänzend oder bereift, bei Feuchtigkeit schmierig; in kräftigen Rottönen (weinrot, blutrot, orangerot) → Boletus dupainii
    46b) Hutoberfläche matt, filzig oder feinsamtig, spät verkahlend, auch bei Nässe kaum schmierig; in Braun- und Gelbtönen oder in Rosa- und Gelbtönen → 47


    47a) Stiel meist deutlich mit roten, rotbraunen oder gelbbraunen Flocken bedeckt; Hut zumindest am Anfang deutlich feinfilzig; meist in kräftigen Brauntönen, teils auch olivbraun oder gelblich, sehr selten (und erst im Alter) rosa oder rötlich → Boletus erythropus
    47b) Stiel größtenteils glatt, höchstens schwach mit feinen gelben oder rötlichen Flöckchen; Hut weniger filzig & farblich meist heller, ohne Olivtöne; rosalich, rosagelblich, rosabräunlich, ockerlich, ockerbräunlich → 48


    48a) Hut zumindest im Alter mit deutlich rosa oder rosarot (im starken Kontrast zum gelben Stiel); auch im Alter eher polsterförmig, flachkonvex, nicht niedergedrückt; Sporen < 6 µm breit, Q-Wert > 2 → Boletus lupinus
    48b) Hut eher unauffällig gefärbt, aber auch mit Rot- und Rosatönen; im Alter auffällig aufschirmend, Hutränder stark hochgebogen, Hutmitte niedergedrückt, die hochgezogenen Röhren dabei teils in seltsamen Formen abstehend; Sporen > 6 µm breit, Q-Wert < 2 → Boletus adalgisae

    Hallo.


    Natürlich hat Murph auch sehr gute Augen, um tolle Funde machen zu können. Ganz zu schweigen davon, daß ich auch Murph (und co.) gerne auf Bildern sehe!


    Dem könnt ihr auch einen lieben Gruß ausrichten.


    Und wegen dem Regen: Kein Problem!
    Was ihr zu viel habt, bitte einfach nach Süden schicken. Hier hat es nun zwar auch endlich ein wenig geregnet, aber lange nicht genug. Ich nehme jeden Tropfen gerne!



    LG, Pablo.

    Die Gattung Boletus / Dickröhrlinge
    Eine kleine Zusammenfassung zur Gattungs- und Artauffassung,
    Versuch eines Bestimmungsschlüssels zu europäischen Arten,
    stichwortartige Kurzdiagnose der Arten
    & Abgrenzung zu weiteren Gattungen



    Inhalt:
    1) Gattungsbeschreibung und Kurzdiskussion zum derzeitigen Status
    2) Bestimmungsschlüssel
    3) Artenliste
    4) Gattungsabgrenzung, ähnliche Arten in anderen Röhrlingsgattungen

    http://www.pilzforum.eu/board/…ssel?pid=230807#pid230807






    1. Kurzbeschreibung der Gattung Boletus


    - Fruchtkörper deutlich in Hut und Stiel gegliedert;
    - Hutunterseite mit Poren, Poren meist fein, rundlich, weiß, gelb, rot oder oliv;
    - Röhren vom Hutfleisch gut ablösbar (ebenso voneinander ohne Beschädigung trennbar), ausgebuchtet oder breit angewachsen, nicht herablaufend;
    - Hut fleischig, Hutoberfläche sehr vaiabel gefärbt, samtig, feinfilzig, bereift oder glatt
    - Stiel meist kräftig, keulig bis bauchig, bei einigen Arten auch schlank und zylindrisch
    - Stieloberfläche genetzt oder mit Flöckchen besetzt, selten auch glatt
    - Fleisch weiß oder gelblich, bei einigen Arten besonders im unteren Stielteil auch rötlich;
    unveränderlich oder blauend (nicht rötend oder schwärzend);
    fest, kompakt, mild oder bitter
    - Sporenpulver olivocker bis (oliv-)braun; Sporen spindelig & meist glatt
    - Alle Arten bilden Mykorrhiza –“ Verbindungen mit Bäumen und / oder Sträuchern
    - Keine tödlich giftigen Arten in der Gattung, aber mindestens eine stark magen –“ darm –“ giftige (Satansröhrling), zwei stark giftverdächtige (Ochsenröhrling und Wolfsröhrling) ,einige zweifelhafte Arten (sämtliche Purpurröhrlinge, diverse seltene und daher kaum untersuchte) und einige ungenießbare (Schönfußröhrling, Wurzelnder Bitterröhrling, Fahler Röhrling).
    Einige Arten sind hervorragende Speisepilze und dazu noch häufig (Steinpilze, Maronen, Flockenstieliger Hexenröhrling).
    Sämtliche Steinpilze sind zudem roh essbar, alle anderen Speisepilze dieser Gattung müssen vor dem Verzehr gründlich erhitzt werden.
    Es ist unnötig, die seltenen Arten mit unbekanntem Speisewert zu Küchenzwecken zu sammeln.


    Die Gattung Boletus –“ Dickröhrlinge kann in sechs Sektionen unterteilt werden, wobei das auch von Autor zu Autor etwas unterschiedlich gehandhabt wird und möglicherweise in der Zukunft durch weitere Untersuchungen anders strukturiert wird.
    Sektion Boleti (Edules): B. aereus, B. edulis, B. pinophilus, B. reticulatus
    Sektion Appendiculati: B. appendiculatus, B. fechtneri, B. pseudoregius, B. regius, B. roseogriseus, B. subappendiculatus
    Sektion Subpruinosi: B. flavosanguineus, B. pulverulentus
    Sektion Fragrantes: B. adonis, B. fragrans, B. spretus, B. badius (?)
    Sektion Calopodes: B. calopus, B. kluzakii, B. radicans
    Sektion Luridi: alle Arten mit +/- roten Poren, sowie die Gelbporer B. gabretae und B. pseudosulphureus & Gelbe Farbformen der Rotporigen Röhrlinge.
    Wo nun B. depilatus und B. impolitus einzuordnen wären, ist mir nicht ganz klar, ebensowenig, wo die bald einzugliedernden –žFilzröhrlinge–œ hingehören. Siehe unten.


    Weltweit sind an die 200 Arten in der Gattung beschrieben, insbesondere in Nordamerika finden sich etliche Gattungsvertreter, die den hier heimischen Arten auch recht ähnlich sehen können.
    Die Gattungsabgrenzung hat ihre Tücken. Es gibt einige –žGrenzgänger–œ, deren Zuordnung umstritten ist. So wurde zB der Maronenröhrling (Boletus / Xerocomus badius) auch bisweilen zu den Filzröhrlingen gezählt. Insbesondere die mikroskopischen Eigenschaften der Röhrentrama zeigen aber eine klare verwandschaft zu Boletus s.str.
    Der Fahle Röhrling (Boletus impolitus) und der Gehämmerte Röhrling (Boletus depilatus) stehen ebenfalls nahe bei Xerocomus, werden aber manchmal auch in einer eigenen Gattung (Hemileccinum) geführt. Möglicherweise wird hier irgendwann entweder eine Eingliederung zu Xerocomus s.l. erfolgen oder eine eigene Gattung geschaffen.
    Die Arten der Sektion Appendiculati (Anhängselröhrlinge, Silberröhrling, Königsröhrling & Verwandte) werden zukünftig voraussichtlich auch in einer eigenen Gattung (Butyriboletus) geführt werden.
    Die Arten werden für diese Aufstellung aber mit berücksichtigt.


    Dafür werden in nächster Zeit etliche –žFilzröhrlinge–œ wohl in die Gattung Boletus eingeordnet (IndexFungorum hat diese Umordnung bereits vollzogen), nämlich fast alle Arten aus dem Umkreis der Ziegenlippe (Xerocomus / Boletus subtomentosus).
    Das wären außerdem Xerocomus ichnusanus (???), Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling) und Xerocomus roseoalbidus (???).
    Xerocomus moravicus (Mährischer Filzröhrling) würde allerdings zu Aureoboletus gestellt, Xerocomus silwoodensis (Purpurbrauner Filzröhrling) würde bei Xerocomus belassen (und wäre dann nahezu die einzige Art der Gattung in Europa, da die meisten übrigend Arten zu Xerocomellus / Rotfußröhrlinge gehören!). Ebenfalls bei Xerocomus würde noch Xerocomus heterodermus (Zedern - Filzröhrling) verbleiben, der optisch einer hellhütigen Marone extrem ähnlich ist und nur durch die nicht gelatinierten Hyphen der Huthaut mit in Kongorot anfärbbarem Inhalt zu unterscheiden wäre (die genaue Abgrenzung wäre noch weiter zu untersuchen).
    Diese Filzröhrlinge werden hier vorerst nicht berücksichtigt.
    Von den hier vorgestellten Arten sind sie durch die zumindest im Alter recht weiten und eckigen Poren und die weniger gut vom Hut ablösbare Röhrenschicht zu unterscheiden.
    Weitere Vergleiche zu anderen Gattungen siehe unten.

    Hallo, Sabine & Holger!


    Wieso sollte man euch die Fundliste nicht glauben?
    Obwohl...
    Wenn ich die anzweifle, liefert ihr dann von den genannten und nicht abgebildeten Arten auch so wunderschöne Bilder ab?
    Dann mach ich's doch. :evil:


    An den Aufnahmen kann man sich kaum satt sehen.
    Vor allem mit dem herrlichen Regen darauf, das glänzt und funkelt, daß es eine Pracht ist. Ich drücke euch die Daumen für noch mehr Nasses von oben, in der Hoffnung hier oder anderswo umso mehr Bilder von nassen Pilzen gezeigt zu bekommen.



    LG, pablo.