Beiträge von Beorn

    Hallo.


    Da wären noch die restlichen Pilze.
    01: Tremella mesenterica = Goldgelber Zitterling
    Den wollte Verena wohl noch sehen, hatten wir zwar am Samstag abend schon zusammen angeguckt, aber ich habe mal noch ein paar Bilder gemacht. Kann nicht schaden.
    Die wuchsen in einer Eichenschonung sehr zahlreich an allerlei ansitzenden, toten ästen, manche freilich auch abgefallen, der Wirtspilz war in der meisten Fällen Peniophora quercina (Eichen - Zystidenrindenpilz).

    Was bei den Tremellales eben interessant ist, sind die längsseptierten "Phragmobasidien". Diese Basidien teilen sich in vier Partitionen, aus jeder wächst im Idealfall ein ellenlanges Sterigmum mit einer Sporen am Ende.
    Wenn man so eine Basidie von oben anguckt, zeigt sich diese septierung als Kreuz:

    Nur sieht man so eben keine Sterigmen.
    Dazu muss man die Basidien von der Seite erwischen, nur sieht man dann natürlich kein Kreuz mehr, sondern nur noch einen Strich.


    Die Fruchtkörper durchlaufen übrigens ein Konidienstadium, in dem es noch keine Basidien gibt. Die pigmentierten Hyphen schnüren dabei aber reichlich gelborange pigmentierte Konidiensporen ab, die solchen Fruchtkörpern ein knallig gefärbtes Aussehen verleihen.
    Fertile Basidiosporen sehen dann allerdings so aus:



    02: Ceriporiopsis gilvescens = Fleckender Harzporling
    Ziemlich am Anfang der Tour hatte ich einen rosalichen, resupinaten Porling an einem Buchenstamm eingepackt.
    Das war der hier:

    Etwas näher ran:

    Hier gibt es eine ganze Reihe sehr ähnlicher Arten aus unterschiedlichen Gattungen. Der Schönfarbige Resupinatporling (Junghuhnia nitida) sollte nicht so dick werden und auch etwas feinere Poren haben. Er unterscheidet sich auch durch andere Zystiden.
    Der Fleischfarbene Spaltporling (Schizopora flavipora) kann genauso aussehen, hat aber anders geformte Sporen und einen etwas anderen Aufbau der Fruchtschicht.
    Außerdem wäre Schizopora pseudodimitisch, hat also im Subikulum dickwandige Hyphen. Junghuhnia ist sogar "richtig" dimitisch, hätte also neben den dünnwandigen generativen Hyphen auch dickwandige Skeletthyphen.
    Hier gibt es auch im Subikulum nur dünnwandige Hyphen, diese mit Schnallen an den Septen.
    Ceriporia ist eine Gattung ganz ohne Schnallen, also muss man bei Ceriporiopsis suchen.
    Da gibt es mit Ceriporiopsis gilvescens und Ceriporiopsis pseudogilvescens (resinascens) zwei sehr ähnliche Arten. Die Sporen von C. pseudogilvescens werden aber bis 3 µm breit, das ist hier nicht der Fall:

    Wichtig sind übrigens auch die Hyphenenden im Bereich der Porenmündungen. Diese sind mit feinen, stäbchenförmigen Kristallen besetzt:

    Bei Schizopora wären diese Hyphenenden anders inkrustiert und teils mit Tröpfchen gefüllt.
    Interessanterweise sind diese Kristalle auch im Subhymenium um manche Hyphen angeordnet, und dort auch sehr viel kräftiger und größer als an den Hyphenenden. Das sieht dann so aus:

    Und näher dran:

    Das hat mich ziemlich irritiert, weil ich in der Literatur dazu nichts finde. Ich vermutete eigentlich Zystiden, aber da ist nichts außer normalen, dünnwandigen Hyphen, um die sich diese Kristalle gruppieren.


    03: Peniophora incarnata = Fleischroter Zystidenrindenpilz

    Hier an einem Prunus - Gewächs an einem abgestorbenen Stämmchen.
    Die Art ist im Grunde schon makroskopisch ansprechbar, sieht aber hübsch aus innen.
    Als da wären nämlich zwei Arten von Zystiden. Einmal spindelige, dickwandige, sog. Lamprozystiden (im Bild links) und zylindrische, lange Zystiden, die mit sehr vielen Tröpfchen gefüllt sind. Das wären sogenannte Gloeozystiden:

    Zum Vergleich noch eine Basidie mit Sporen neben Gloeozystiden:


    04: Vuilleminia comedens = Gemeiner Rindensprenger
    An Eiche:

    Von nahem:

    Dieser hier ist schon ziemlich dick geraten (teilweise kaum unter 1mm), die Beläge können auch hauchdünn sein. Makroskopisch kann man bei dem typischen Wachstum unter der Rinde hervorbrefchend und an Eiche schon von dieser Art ausgehen. Andere Arten hätten ein etwas anderes Aussehen oder würden an anderen Substraten auftreten.
    Dieser Pilz zeigt gar keine Zystiden, aber dafür ziemlich große, teils "allantoide" (würstchenförmig gebogene) Sporen:


    05: Myxomphalina maura = Dunkler Kohlennabeling
    Ihr erinnert euch sicher an diese seltsamen Lamellenpilze im Sandkasten unter Kiefern:

    Das ist echt eine Überraschung. Ich hatte mit Trichterlingen gerechnet. Aber am näcshten tag rochen die Pilze im Döschen spermatisch, das kann keine Art der Gattung. Ein Rißpilz ist es aber dennoch nicht.
    Da hatte ich erstmal keinen Plan, Kohlennabelinge habe ich noch nicht gefunden und Bilder im Netz zeigen in der Mehrzahl sehr viel dunklere Pilze.
    Allerdings ist auch die Erscheinungszeit sehr ungewöhnlich, was vielleicht ein Grund für die untypische Färbung sein kann.
    Nun soll Myxomphalina aber amyloide Sporen haben, also Sporen, die mit einer Iodlösung blau werden. Das ist nicht immer einfach zu sehen, hier geht es makroskopisch fast besser als mikroskopisch:

    Mikroskopisch habe ich dann etwas rumgespielt, dann sieht das so aus:

    Und die Sporen selbst in groß sehen dann so aus:

    Die sitzen an viersporigen Basidien:

    Und an den lamellenschneiden finden sich dazu noch recht unterschiedlich geformte Zystiden:

    Die sollten eigentlich etwas regelmäßiger aussehen, aber auch hier kann das eine Auswirkung der späten Erscheinungszeit und des ungünstigen Wetters sein.


    Womit erstmal alles durch wäre.
    Jetzt könnten wir wieder losziehen, ich brauche neues Zeug zum Angucken. :)



    LG, pablo.

    Hallo, Magellan!


    Gloeoporus dichrous hat eine gelatinöse Schicht zwischen Röhren und Hutfleisch (etwa wie Berkandera fumosa / Graugelber Rauchporling). Im trockenen Zustand ist die schwer zu erkennen, weil sehr dünn. Da müsstest du mal mit der Lupe nach gucken.
    Auch will die Art eigenltich Hütchen bilden, wenn das hier nirgendwo der Fall ist, muss man vielleicht noch mal ein paar andere Möglichkeiten in betracht ziehen.
    Resupinate Porlinge an Laubholz (ist das eine Prunus - Art hier?) mit solchen Farben und Poren sind makroskopisch meist nicht sicher zu bestimmen. neben Junghuhnia muss man auch Schizopora flavipora im Kopf haben, sowie einige Ceriporia und Ceriporiopsis - Arten.



    LG, pablo.

    Hallo, Sven!


    Wenn du dich persönlich angegriffen fühlst oder sonst irgendwelche Affekte gegenüber Forenmitgliedern pflegen willst, dann kannst du das per PN machen.
    Im öffentlichen Bereich und in einem Thema, wo es um Pilzbestimmung und nachfolgend um die Diskussion zu Substratvorlieben geht, haben von persönlichen Animositäten geleitete Anfeindungen gegenüber wem auch immer nichts verloren.
    Weitere Kommentare solchen Inhalts erlaube ich mir kommentarlos zu entfernen.


    Ich bitte zu respektieren, daß das hier ein Pilzforum ist und kein Boxring.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Ha! Zumindest einer, den ich kenne (C. infractus). :)
    Mit besseren Ideen zur Bestimmung kann ich hier jedenfalls nicht angeben.
    Wenn du dich da als Anfänger bezeichnest, dann wäre ich der Phlegmacien - Oberanfänger. ;)


    Die Bilder sind trotzdem klasse und so schön dragestellt mit den prägnanten merkmalen und vor allem auch der Laugenreaktion und Sporenbildern. Das ist etwas, was leider oft fehlt, wenn Schleierlinge vorgestellt werden.


    Also ich würde mich auf weitere Funde freuen, sobald du wieder Spaß dabei hast.



    LG, Pablo.

    Hallo, Dieter!


    Nur so am Rande:
    Den "Goldstieligen Leistling" hast du allerdings auch verwechselt. ;)
    Der Name wird normalerweise für Craterellus lutescens (aurora) verwendet. Der wird auch gerne Starkriechender Leistling genannt und zeichnet sich dadurch aus, daß er eben keine Leisten hat, sondern eine jung fast glatte, erst im Alter runzlige Hutunterseite.


    Das was du zeigst, ist Tompiffge / Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis). Den gibt es auch mit gelbem Stiel und auch mit intensivem Geruch, hat aber dann immer noch nichts mit Craterellus lutescens zu tun.
    Trompetenpfifferlinge mit gelben Stielen werden von manchen auch als "Gelbstielige Trompetenpfifferlinge" bezeichnet. Ist aber trotzdem nichts anderes als Craterellus tubaeformis, solange es eben ausgeprägte Leisten an der Hutunterseite hat. Die Stielfarbe ist da eben sehr variabel.



    LG, pablo.

    Hallo, Björn!


    Nö, schimpfen muss da keiner. Wenn, dann mit den Leuten, die das Mikroskop und die Kamera zusammengeschludert haben. ;)


    Klar, bei solchen Mikroskopen kann man nicht viel erwarten.
    Außerdem nehme ich an, daß hier die Kamera noch einiges an Schärfe klaut. Wenn du durchs Okular guckst, dann sieht alles doch noch etwas schärfer aus, stimmts?
    Was schon mal gar nicht schlecht ist:
    Bei den Lamellenbildern erkennt man durchaus schon Basidien mit Sterigmen. Dann könnte man sicher auch mit einiger Suche Zystiden finden und die Form einigermaßen einschätzen. Das bedarf aber auch einiger Übung, gerade mit einem solchen Mikroskop. Wenn man da sehr sorgfältig beim Präparieren vorgeht, kann man schon noch einiges rausholen. Aber meist ist es dann doch frustrierend. Da weiß ich genau, wovon ich rede, weil ich lange genug ja auch kein besseres Material hatte.
    Was du mal machen kannst: Die ein paar gut präparierbare und schon makroskopisch bestimmte bzw. gut eingegrenzte PIlze holen, und mal etwas rumprobieren.
    Ideal sind dann operculate Ascomyceten (Große Becherlinge, Morcheln, Lorcheln, einige Becherchen auf Dung), da sind die Strukturen so riesig und die Pilze so gut zu präparieren, daß auch mit einem solchen Mikro Spaß aufkommt.



    LG, pablo.

    Hallo, Gerd!


    Mein Ratschlag:
    ---> Sporenabwurf grundsätzlich (auch bei Weißsporern) nur auf weißem Papier beurteilen !!!


    - Kann man evtl. nachvollziehen, wenn man sich die Frage beantwortet, warum man bei Fotos einen korrekten Weißabgleich fordert.


    Völlig richtig!
    Wenn man vom Abwurf ein Photo machen will, soll das auf jeden Fall so sein. Unter ein Glasplättchen kann man ja auch was Weißes unterlegen.
    Für die erste Bewertung ist es aber manhcmal ganz gut, in der Unterlage variieren zu können. Manche Bücher haben ja auch Farbtafeln (sehr wichtig zB ja bei Russula), der Vergleich wird schon erleichtert, wenn man das Pulver dann auf einem Gläschen hat.
    Ein weiterer Vorteil: Wenn man am Sporenpulver bestimmte Reaktionen testen will, hat man gleich eine gute Unterlage. Amyloidität zB lässt sich ja auch ganz gut makroskopisch darstellen.


    Was aber auch wahr ist:
    Irgendwie habe ich immer Schwierigkeiten, wenn ich einen Pilz in Parasolgröße auf einen Objektträger legen will. ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Thorben!


    Das Originalbild von Björn hat genau 800 Breite, passt also so wie es ist in den Beitrag. Dann ist das Attachment im externen Fenster genauso groß.


    Wie das mit der Farbe zustande kommt, kann ich nicht sagen. Ds scheint einer der vielen Fehler von IE zu sein.
    :/



    LG, pablo.

    Hallo, Sepp!


    In der Tat, die Qualität der Aufnahmen ist enorm. :thumbup:
    An Buche hatten wir ihn am Samstag, das kommt also schon auch vor.


    Ein >Portrait< gibt's allerdings schon, Andreas, falls du Bilder loswerden willst... ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Björn!


    Wenn du die Sporen auch einigermaßen zuverlässig messen kannst, ist das schon hilfreich. Für die Bestimmung sind aber mindestens noch die Zystiden (im Hymenium) wichtig, ob es auch Stielrinde und Huthaut braucht, habe ich im Moment nicht im Kopf.



    LG, pablo.

    Hallo, Björn!


    Das weiße Gewächs an Moos ist kein Becherchen, sondern wahrscheinlich ein Adermoosling. Am ehesten würde hier der Blasse (Arrheina retiruga) passen.
    Da kann man noch Rimbachia im Auge haben (>siehe hier<) der aber eine etwas andere Wuchsform haben müsste, und keine runzlige Fruchtschicht.


    Bei dem Häubling wird es ohne mikroskopische Merkmale bei Galerina sp. bleiben. Der Arten an Moos sind gar viele und sehr ähnliche. ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Leute!


    Etwas spät melde ich mich hier, die letzten Tage waren etwas zu stressig für's Forum.
    Umso mehr freut es mich, die schönen Bilder sehen zu dürfen und die Beiträge dazu zu lesen.
    Das hat echt Spaß gemacht mit euch allen, trotz Wind und gelegentlichem Regen.


    Übrigens: Der Ph - Gnolm kann nicht nur ganz ausgezeichnet Rechtschreibung, siondern ist auch verantwortlich für saure Böden.


    Dazu dient so ein Thread ja auch immer ein wenig der Aufbereitung und Diskussion der Funde, weil im Eifer des Gefechts ja immer mal was durcheinandergeht. Ist eben so, in der Nachbetrachtung kann man dann ja alles zurechtrücken.


    Das mit den Stielbovisten hat Wolfgang schon übernommen, danke dafür! :thumbup:
    Dann werde ich aus den Funden vom Gewimperten auch mal "Tulostoma fimbriatum s.l." machen, daß sich da mehrere Arten evrstecken, war mir gar nicht bewusst. Unterschieden hatte ich die bislang schon am gewimperten (nicht zylindrischen!) Peristom, der Größe und der weißlichen Peridie erstmal makroskopisch, was anderes kam mir bei den warzigen, rundlichen Sporen dann auch später nie in den Sinn.
    Bei Tulostoma brumale (Zitzen - Stielbovist) und Tulostoma melanocyclum (Schwarzbehöfter Stielbovist) ist es nicht ganz so einfach, weil eben beide Arten ein zylindrisches Peristom haben, bei beiden gibt es darum auch einen dunklen Hof. Bei T. melanocyclum ist der freilich ausgeprägter und dunkler.
    Glückliche Fügung: In meiner Gegend (Dünenlandschaften um Mannheim) scheint T. melanocyclum immer einen rötlichbraunen Stiel zu haben. Jedenfalls hat es sich bislang immer mikroskopisch bestätigt (in den Portraits nachzulesen; Septen der Capillitiumhyphen, Inkrustierung mit Kristallen, kleiner Unterschied in der Sporengröße).
    Aus anderen gegenden in Deutschland sind mir aber sehr wohl Bilder von T. melanocyclum mit grauweißem oder bräunlichem Stiel bekannt.
    Dennoch habe ich mir einfach mal erlaubt, die beiden an bekanntem Standort dort makroskopisch anzusprechen. ;)


    Beim ersten Pilz im Startbeitrag muss ich auch was zurechtrücken:
    Das ist nicht octospora neerlandica, sondern >Lamprospora tortulae-ruralis<.
    Gut möglich, daß ich da was Falsches erzählt habe.
    Aber beide Arten wachsen an Drehzahnmoos und Octospora neerlandica ist mir auf einer Sanddüne an einer anderen Stelle (südlich von Mannheim) ja auch schon begegnet: >Link<.
    Den können wir beim nächsten Mal angucken.
    Auch hier habe ich nichts mitgenommen. Ich denke aber daß es schon ein großer Zufall wäre, wenn an genau der selben Stelle nun eine andere Art auftaucht, als die von vor Weihnachten.


    Aber nun irritiert mich der vermeintliche Haarschüsselrasen. Denn - um das mal weiterzuspinnen - den habe ich auch nicht mitgenommen.
    Irgendwie war ich mir ziemlich sicher, daß der Merismodes heißen muss (oder meinetwegen auch Cyphellopsis), welche der beiden Arten müsste ich da gar nicht wissen. An ein Hängeröhrchen der Gattung Henningsomyces glaube ich nicht, die sollten nicht an Rotbuche wachsen und auch etwas größer werden, oder?
    Phaeosolenia densa (Braunspor - Hängeröhrchen) kenne ich, das gehört an Pappel und sieht anders aus.
    Die einzelnen "Becherchen" hatten hier eine ungefähre Größe von unter 0,5mm im Durchmesser. Also beim angucken sieht's erstmal nur wie eine fein rauhe, dünne, graue Schicht aus.
    Die ebenfalls dort wachsenden Neodasyscypha cerina (Wachsgelben Fleckenhaarbecherchen, hat jemand von denen ein Bild?) sind ja zB sehr viel größer.
    Wie nun die Farbverteilung (Außenseite vs. Scheibe) einzuordnen ist, das kann ich nicht sagen. Aber ein Bildchen der vermeintlichen Merismodes habe ich noch:


    Bei den Schichtpilzen seid ihr euch ja alle so sicher, daß das Stereum insignitum / ostrea ist.
    Ich nicht. ;)
    Zumindest nicht bei allen. Ich kann mich erinnern, in dem Gebiet auch schon an Rotbuche solche mit schön und deutlich giulbenden Unterseiten gefunden zu haben.
    Aber zumindest der hier, vom Anfang der Tour:

    Ist ganz sicher Stereum insignitum (Prächtiger Schichtpilz).
    Eine Acanthohyphidie habe ich mal eingekreist:

    Für die anderen Kollektionen übernehme ich keine Garantie, ob sich nicht doch irgendwo auch mal Stereum subtomentosum (Samtiger Schichtpilz) dazwischen geschlichen hat.


    Tja, dann war da dieser komische, weißlichgraue Belag neben dem Kieferstumpf auf Sand in einer dunklen Kiefernschonung.
    Den hätte ich fast schon als Frage eingestellt, weil manchmal ist man wie vernagelt und kommt nicht auf das Naheliegendste.
    Vor Ort habe ich keine Bilder, darum eine "Studioaufnahme":

    ...und das, was ihn innen so beonders macht:




    Riesige, aus dem Subhymenium entspringende, dickwandige Zystiden (dickwandig = Lamprozystiden), meist annähernd Pfriemförmig und stark inkrustiert, dazu viersporige Basidien und eher kleine, schmalelliptische Sporen...
    ...dabei hätte man schon makroskopisch auf Phlebiopsis gigantea (Großer Zystiden - Kammpilz) kommen können.
    Auch wenn ich den nie neben dem Substrat habe rumkriechen sehen, aber die feste, wachsartige Konsistenz, die Farben und die unregelmäßig warzige Oberfläche sind ansich typisch.


    Ein paar mehr Pilze in Kurzvorstellung gibt's morgen noch, für Verena habe ich mir auch extra noch mal Tremella mesenterica angeschaut. ;)


    Nur den noch:

    Übrigens soll Rotbuche nicht das Standardsubstrat sein. Interessant auch deswegen, weil der in dem Waldstück ja auch genug Kiefernstämme hätte haben können.


    Und noch kurz an Wolfgang:

    Zitat


    @Pablo: ich würde Dich gern mal kennenlernen - vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit in meiner oder Deiner Sandkiste, oder Du kommst an die Nahe für Wiesenpilze - eine Einladung solltest Du bekommen haben...


    Natürlich, das ist bei mir eingegangen. Momentan überlege ich, wie ich das in meinen Jahresplan noch integriert bekomme.
    gerne können wir uns auch so mal treffen, am besten im Frühjahr oder im herbst, im Sommer sind diese speziellen Gebiete wenig ergiebig. Und dann tut man gut daran, den empfindlichen Boden gar nicht weiter zu belasten.
    Wenn sich hier die Frühjahrslorcheln (und andere Arten) zeigen, bekommst du bescheid.



    LG, pablo.

    Hallo, Gerd!


    Das Bild ist der Hammer. :thumbup:
    Das sollte man seinem Hund zu Weihnachten schenken. Das Bild und eine Trüffel, damit er weiß, wonach er suchen soll. ;)



    LG, pablo.

    Hallo, Thorben!


    Kein Grund zum Ärgern!
    Man kann niemals alles mitnehmen und untersuchen, was man findet.
    Ist einfach so. Und außerdem findet man Pilze auch mal wieder, wenn man dann Lust drauf hat, kann man sich die ja immer noch vornehmen.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Zum zweiten Pilz fällt mir was ein.
    Das hier:

    Ist Cystoderma granulosum (Rostroter Körnchenschirmling).
    Cystoderma terrei (*hier bitte deutschen Namen einfügen*) sieht allerdings genauso aus, unterscheidet sich in erster Linie durch das Vorhandensein von auffälligen Zystiden.
    Eine der beiden Arten könnte das gut sein.


    Bei dem Ritterling würde ich zu Tricholoma atrosquamosum (Schwarzschuppiger Ritterling) tendieren. Die Nachbarart (Tricholoma squarrulosum) mit dunkel schuppigem Stiel kenne ich immerhin, der hatte - wenn auch erst im Anschnitt - auch einen deutlich mehligen Geruch.



    LG, pablo.

    Hallo, Thorben!


    Ja wirklich!
    Sehr schöne Bilder und dazu mit ganz feinen Pilzen drauf!
    Tolle Sache!


    Das meiste ist ja schon diskutiert. Ein paar Ergänzungen vielleicht noch:
    8) könnte man mal mikroskopisch absichern, ob der Arbeitstitel Otidea alutacea vielleicht schon ein Volltreffer wäre.
    11) Gefällt mir nicht so ganz als Helvella elastica. Der Stiel ist ja erkennbar fein behaart (oder bereift?). Das würde eher auf eine Art aus der ephippium - Gruppe hindeuten. Oder ein Albino von Helvella atra, wenn es sowas gibt.
    18) Könnte das nicht Limacella guttata (Getropfter Schmierschirmling) sein?



    LG, Pablo.

    Hallo, Chris!


    Es sieht - nach dem was das Bild zeigt - jedenfalls aus wie ein FomFom.
    Aber schade, daß du da nicht rankamst.
    Schon ein Blick auf die Poren hätte da weiter geholfen.



    LG, pablo.

    Hallo, Peter!


    Da ist auch ein Sache, von der man sich oft keinen Begriff macht: Diese Gallertigen sind schwierig zu präparieren!
    Da eine ausreichend dünne Struktur runterzuschneiden ist bei manchen fast schon eine Unmöglichkeit (Gestern Judasohren probiert - die sind die Schlimmsten. Lieber esse ich die, als sie zu präparieren).



    LG, pablo.

    Morgen!


    Ah! Gloeoporus dichrous, das ist der richtige Gedanke!
    Das auf dem letzten Bild hatten wir ja schon mal reichlich berätselt, ich denke jetzt, der Zweifarbige ist hier die beste Spur bislang. :thumbup:
    Der kann auch resupinat wachsen. Überprüfen könnte man den mal, wegen der Konsistenz und der gelatiösen Schicht (feine, dunkle Trennlinie) zwischen Kontext und Röhren.


    Ansonsten:
    Auf Bild 4 ist am linken Stammstumpf natürlich nicht FomPini, sondern Daedaleopsis confragosa (Rötende Tramete).
    Bei 8 schließe ich mich völig an, solche Funde von Nectria cinnabarina kann man ja vorerst einfach mal mit "s.l." versehen, dann ist klar, daß es eben eine Art aus dem Schwarm ist. Aufdröseln dürfen das die Wissenschaftler.
    11: Warum nicht Hypoxylon fragiforme? Das passt an Buche sehr gut und Hypoxylon multiforme sieht schon anders aus in der Form.
    21: Auch hier: Ganz sicher keine Eiche. Der Pilz ist richtig, aber das sollte ein Prunus - Gewächs sein.
    Beim Spaltblättling darüber auch.
    22: Och nö, schon wieder diese völlig untypische Ausprägung?
    Irgendwie wäre es mir echt lieber, wenn man da was anderes draus machen könnte. Neulich hat Frank ja eine Trametes cf ochracea draus gebastelt. Ob man hier sowas wie Trametopsis cf cervina oder so draus machen könnte? :/


    Die Bilder sind wunderschön.
    Das macht echt Spaß, die anzugucken und - Üilznerd eben - ein wenig über die zu sehenden Pilze fachzusimpeln. ;)



    LG, pablo.

    Morgen, ihr Leute!


    Hm, das war doch ein Thema wo es um technische Fragen ging, oder?
    Dann gehört es auch dazu, verschiedene Techniken anzusprechen, aufzuzeigen und da kann ruhig auch mal ein persönliche Bewertung dabei sein.
    "Das Werkzeug mag ich / Mag ich nicht" + Begründung.
    Kein Problem.
    Kein Problem?
    Warum muss man bei so einer Diskussion eigentlich persönlich oder ideologisch werden? Das müsste man mir mal begründen.
    Betrifft eigentlich euch beide, Fredy und Uli. ;)
    Ein Problem ist das Medium, über das wir kommunizieren.
    Es ist nicht immer klar, wo ein Hauch Ironie herausgelesen werden kann, wenn zwei Leute sich kabbeln, die sich persönlich nicht kennen.


    Bleiben wir doch beim Technischen und beim Praktischen.
    Zu psilosophischen Fragen des Einsatzes von Nachberarbeitung bei Freilandpilzbildern sollten wir einen anderen Thread aufmachen.


    Übrigens:
    Mit ein wenig Erfahrung erkennt auch ein Laie stark bearbeitete Stellen in einem Bild. Und wenn diese Laien in der Jury eines Photowettbewerbes sitzen, dann kann das auch mal Abzüge geben. Bearbeitung kann einem Bild helfen, aber es kann ein Bild auch versauen, wenn es schlecht gemacht ist. Mit allen Abstufungen dazwischen.
    Wenn man sich mal das gestempelte Wettersternbild ansieht, da erkennt man sehr gut, daß der Hintergrund an der bearbeiteten Stelle nicht passt. Ich denke, das würde auch in der Jury einigen Leuten auffallen.
    Genau so kann das mit Überschärfen sein, manche Bilder brauchen eine gewisse Weichheit, um wirken zu können.
    Oder zu starke Farbbearbeitung: Da können Fraben auch mal zu knallig werden, es wirkt ggfs unnatürlich.
    Also ist es mit allen Werkzeugen zur Bearbeitung so: Man muss sie auch anwenden können. Und das braucht Zeit und Verständnis der Technik.
    Ich glaube daß die meisten richtig guten Photographen im Forum sehr wohl Wert auf möglichst "echte" Bilder (im Sinne von den Pilz zeigen so wie er ist) legen.
    Denn so phaszinierend und schön wie die Pilze in natura sind, das bekommt man eh mit keinem Bearbeitungsprogramm künstlich zusammengestückelt. Aber man kann nahe drankommen, wenn man die Techniken beherrscht und eben auch weiß, wie man sich einem Pilz im Feld photographisch annähert.



    LG, Pablo.

    Moin!


    So ist das. :thumbup:
    Da hat sich Jan-Arne echt eine Riesenaufgabe aufgeladen, aber wenn man mit so viel Schwung, Ideen und Engagement dahintersteckt, dann ist bestimmt auch eine Menge Spaß bei der Sache.
    Hoffentlich bleibt das so, weil dann ist es für alle zum Genießen.


    Danke!

    Hallo, Frank!


    Ganz und gar nicht verwirrend. Im Gegenteil, danke! :thumbup:
    Manchmal ist das ja wichtig, auf welchem Kontinent eine Art beschrieben ist, weil sich irgendwann herausstellt, daß es zwei regional getrennte, genetisch verschiedene Sippen (mit gleichen oder sehr ähnlichen merkmalen) gibt.


    Und daß es auch eine Beschreibung von Persoon gibt, von Magnus Fries als eigene Art anerkannt, das hat IF mal eben unterschlagen.
    Nun ist mir das ganze jedenfalls sehr viel klarer.



    LG, pablo.

    Hallo, Rainer!


    Das gilt nicht nur für alte Maronen. Die blauen (wenn sie blauen) sogar deutlicher als junge, solange sie nicht völlig hinüber sind.
    Was ich meinte: Das Blauen ist bei der Art generell kein Muss. Unabhängig vom Alter der Fruchtkörper. Mir kommen immer wieder mal welche unter, bei denen das nicht ausgeprägt ist.



    LG, pablo.