Beiträge von Beorn

    Hallo, Juliane!


    Was auch ganz nett ist: Starke Taschenlampe nehmen und ganz kleine Pilze ohne Deckgläschen udn ohne Wasser drunterlegen. Das ist dann ungefähr wie eine Stereolupe.
    Und macht auch schon mal gleich Spaß.



    LG, pablo.

    Moin.


    Ich sag mal was da hilft:

    (BildQuelle: Hafenjunge.com)
    Half jedenfalls gestern gegen Winterkatarrh, hilft bestimmt auch gegen Blacklistgnolme.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Blauer Murph im frischen Grün.
    Ja, so sieht Vorfreude aus. :)


    Ansonsten ist es hier recht ähnlich, so ein bissel was sprießt schon, aber das geht dann erst richtig los, wenn die Nächte mal konstant frostfrei sind.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Tja, Tubaria...
    Irgendwie sträubt sich's da bei mir auch.
    Aber vernünftige Alternativen wollen mir nicht einfallen, an Callistosporium dachte ich kurz, aber das passt nicht. Makroskopisch ein anderer Lamellenansatz und Lamellen schmaler und gedrängter, mikroskopisch dürfte Callistosporium keine Schnallen haben.
    Das deutliche Velum schließt ja alle Hygrophoraceae im Grunde aus.


    Also doch Tubaria?
    Da frage ich mich aber echt, was das für wunderliche dickwandige Elemente im Hymenium sind.
    Sowas hat bei Tubaria ja eigentlich nichts zu suchen.
    Falls das aber ein Artefakt ist, würde ich schon an Tubaria denken. T. furfuracea s.l. halte ich schon für einen Artenschwarm, ob sich daraus sowas wie Tubaria hiemalis abtrennen lässt, ist aber fraglich. Das selbe Fragezeichen steht für mich auch hinter T. praestans und T. romagnesiana. Dennoch ist die "Art" so vielfältig, daß da gut mehr drinstecken könnte.
    Ist nur halt die Frage, wie das abzugrenzen ist.


    Achja, daneben gibt's ja auch noch so ein paar Arten in der Gattung.
    Tubaria pallidospora? Scheint hier aber nicht zu passen, das soll ein ganz lütter Pilz sein, habituell ähnlich wie Tubaria minutalis.
    >Tubaria albostipitata< wäre noch eine kräftigere Art, aber zu der ist nciht viel zu finden.
    Bleibt mikroskopisch aber immer noch das Problem mit diesen "Lamprozystien".



    LG, Pablo.

    Moin, peter!


    Nachdem ich da zu meiner Bestimmungsidee mal ein paar Bilder gesucht habe, stellte ich fest, daß deine Bilder bei Wolfgang ja bereits im richtigen Portrait untergebracht sind. :thumbup:
    >Klick<


    PS.: >Hydnellum suaveolens< (Duftender Korkstacheling) kann freilich auch blau sein. Der unterscheidet sich aber durch intensiven Anisgeruch (frisch!) und blaues Stielfleisch (bei H. caeruleum orangebraun).



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Ja, bei Trichptum verschwinden im Alter die violetten Farben, das erscheint dann nur noch bräunlich. Und die Oberseiten sind weiß und haarig - filzig.
    Die Art kann übrigens auch resupinat auftreten, je nach Lage des Substrats.
    Es gibt auch ein paar weitere Arten in der Gattung, an nadelholz wäre vor allem Trichaptum fuscovioleceum (Zahnfärmiger Violettporling) zu beachten. Der ist nicht ganz so häufig und hat auch im Jungstadium schon keine Poren, sondern breite Stacheln. Bei alten Fruchtkörpern ist die Unterscheidung oft schwierig, weil auch T. abietinum dann irpicoid aufreißt. Meistens findet man aber bei dem noch ein paar poroide Stellen im Randbereich des Hymeniums oder in der Nähe der Ansatzstelle.



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Du zeigst da zwei verschiedene Pilze, die gerne mal beide am gleichen Nadelholzstamm zu finden sind.
    Der härtere mit mehr violetten und ohne orangene Farben sollte Trichaptum abietinum (Gemeiner Violettporling) sein, der etwas Weichere mit den Orangenen Farbtönen (sollten auch im Schnitt als Linie zwischen Röhren und Hutfleisch zu finden sein) sieht aus wie Skeletocutis amorpha (Orangener Knorpelporling).



    LG, Pablo.

    Hallo, Rainer!


    Das sehe ich auch so, freut mich dann umso mehr, wenn Frank die selbe Einschätzung hat. :)


    Der erste Fund vom Aschgrauen Wirrling ist aber immer irgendwie verwirrend.
    Weil manches passt, anders aber nicht.
    Die dunkle KOH - reaktion hast du bei Trametes so zB auch nicht.
    Dann könnte man noch an Coriolopsis gallica (Dunkle Borstentramete, reagiert dunkel mit KOH) denken, aber die hat ganz andere Fleischfarben und auch die Huthaare sind normalerweise nicht weiß.


    Hier hast du:
    Einen effus - reflexen Pilz mit weiß behaartzer Hutoberseite, einer dunklen Schicht unter dem Hutfilz und grauem Hymenium mit länglichen bis labyrintischen Poren, die oft auch irpicoid aufgespalten sind. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Moin!


    Na das ist ja mal ein Ding. :D
    Aber vorsicht: Bei so großen perlpilzen ist es umso wichtiger, die Huthaut abzuziehen.
    Nicht nur um Magenverstimmungen vorzubeugen, sondern auch wegen den darin steckenden Kletterhaken.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Oder man muss eben hinterfragen, inwieweit da bestimmte Strukturen durch den parasitären Befall verändert sind.


    Zu Cistella: Wenn die feinwarzigen Haare so aussehen sollen, wie >hier< bei Cistella grevillei, dann wäre das schon eine Option.
    Wirklich glatt erscheinen die mir nicht, bzw. erscheinen nur in Kongo glatt. Und was das Zeig wieder an den Strukturen anrichtet, wäre die nächste Frage.


    Bei den Paraphyseninhalten frage ich mich jetzt: Müssen die Vakuolen auch in natürlichem medium (Wasser) zu sehen sein? Weil in Lugol sind ja welche da (gelblich eingefärbt dann).


    Ein paar winzige, unreife Apos habe ich noch, denen habe ich nun auch mal etwas Feuchtigkeit entzogen. Vielleicht ist es denen zu nass im Töpfchen...



    LG, pablo.

    Hallo, Gábor!


    Wunderschön!
    Ich hoffe ja, von dem auch noch ein paar mehr zu finden. Oder daß der an der Platane in diesem Jahr etwas üppiger erscheint. Und daß niemand auf die Idee kommt, die Platane zu fällrn (was aber wahrscheinlich passieren wird, weil ist ja ein öffentlicher Park).


    Interessant auch, wie knubbelig der im Jungstadium aussieht.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Der Ascusporus wird in Lugol blau (ohne Vorbehandlung mit KOH). Das hat meine Kamera leider irgendwie verschluckt, ist auf keinem Bild zu sehen. Aber eingebildet habe ich mir die Reaktion nicht. ;)
    Die Paraphyseninhalte erscheinen in Lugol als gelbliche Tröpfchen, die sind eher verteilt also nicht gedrängt an der Paraphysenspitze.
    Immerhin das lässt sich auf dem drittletzten Bild im Starbeitrag vielleicht ein wenig erahnen.



    LG, pablo.

    Hallo, Karl & Klaus!


    Gut, dann erleichtert das noch mehr die Unterscheidung zwischen G. resinaceum und G. pfeifferi, wenn letzterer mehrjährig ist. :thumbup:
    Die Portraits bei Jahn und Pohl sind sehr schön, da muss ich noch ein Weiclhen üben.
    Ganoderma pfeifferi müsste ich dann auch erstmal finden, der scheint mir schon recht selten zu sein. In Beständen mit alten Buchen halte ich immer die Augen auf (gibt da ja auch noch andere schöne Sachen zu entdecken) aber bislang Fehlanzeige.
    Aber ich nehme das Merkmal oben im text gerne und dankend bei "verwechslungen" mit auf.



    LG, Pablo.

    Hallo, Karl!


    Wunderschöne Bilder, auf sowas hatte ich gehofft. :thumbup:


    Der Fehler mit "mehrjährig" ist auch in den Großpilzen BWs drin.
    Da werden im Schlüssel G. resinaceum und G. pfeifferi (der auch einjährig sein müsste) gegenüber den Arten um G. lucidum als "mehrjährig" ausgeschlüsselt.
    Allerdings nicht bei Ryvarden (European Polypores) und auch nicht bei Bernicchia (Fungi Europaei 10).
    Nach eigener Beobachtung sterben die Fruchtkörper von G. resinaceum eben nach einer Saison ab.
    In Harry's Forum gab es >eine längere Diskussion< zu der Art, der Finder hat dort auch die Fruchtkörper über einen langen zeitrauzm beobachtet und bestätigt das einjährige Wachstum.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ingo!


    Ok. Im Grunde ist das auch kein Wunder.
    Schaut man sich den normalen, unbestimmbaren Standardlamellenpilz an, kann man sich auch immer streiten, ob der Hut nun schuppig, abstehend schuppig, faserschuppig, angedrückt faserschuppig, strähnig schuppig...
    ...das ist dann im grunde die gleiche Diskussion.
    Natürlich geht es um charakteristische Merkmale, aber die zu beschreiben ist nicht immer leicht. Denn eine Beschreibung will ja von anderen verstanden werden.


    Ähm... Zurück zu diesem spezifischen Becherrand, der in irgendeiner Weise eben haarig ist.


    Die Kollektion auf dem Holzstückchen ist nicht mehr wirklich fit.
    Allerdings nagte ja schon zu Anfang was an den Pilzen rum, das nimmt nun aber Überhand.


    Da sind solche Sachen an den Becherchen dran:


    Oder auch sowas:


    Einen ganz Großen (ca.400 µm im Durchmesser, also ja, ganz sicher nicht 0,4 µm, Björn ;) )
    habe ich noch gefunden, gegen die Anderen, die da noch sitzen sind die Podosporas auf meiinem Eselsklumpen wahre Goliaths.


    Was mich irritiert: Der hat quasi keine Asci mehr. Nur ein paar Leere und ein paar sehr unentwickelte.
    Dennoch schwimmen da vereinzelt noch solche Sporen rum, wie ich sie beim ersten Becher auch in den Asci sehen konnte.
    Da die aber nicht still halten wollen, sind sie immer noch schwer abzulichten:

    An den Größen hat sich nichts geändert.


    Teile des Hymeniums habe ich mal versucht mit etwas Kongo darzustellen:


    Wobei ich mir bei den ganz langen dünnen Gestalten schon wieder unsicher bin, ob die nicht auch zu was anderem (Parasit) gehören.


    Am Becherrand ist allerdings schon noch was zu sehen. Einmal 400fach in Wasser:


    Dann mit Kongo:



    Die Haare sind den Paraphysen schon ähnlich, aber nicht so schlank. Die Segmente etwas kürzer und dicker. Die der Paraphysen sind ja nur dünn und zylindrisch bis zu Ansatzstelle im Subhymenium. Dies hier sieht tatsächlich einfach mehr wie verlängerte Excipulumzellen aus.
    Die wären in etwas tieferen Schichten übrigens fast rundlich.
    Interessant sind die Inkrustierungen. Da gibt es einmal ganz feine Kristalle und zum anderen (nicht an allen Endzellen) auch diese gröberen Kappen. Aus was die bestehen kann ich nicht sagen, aber wenn ich mir so einen Becherrand in KOH (3%) angucke, dann sind diese Kappen weg:

    Eventuell sind es diese Inkrustierungen, die auch das büschelige Zusammenkleben der Haare bewirken. Das tun sie jedenfalls in natürlichem medium, was zum einen das struppige Aussehen des Bechers erklären würde, zum anderen die Schwierigkeit, da einzelne Haare vernünftig darzustellen.



    Aber ok, bei dem schlechten Allgemeinzustand des Becherchens (und meiner Unerfahrenheit mit den kleinen Inoperculaten) ist da wohl nichts rauszuholen. Aber interessant ist es doch. Sagen wir's so: Ich bin schon mal wieder einen Schritt weiter. :)



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan et al.!


    Ich würd's mal gar nicht so kompliziert machen für den Anfang.
    Alleine über diese ersten Punkte:

    Zitat


    1. Glossar über toxikologische Fachbegriffe und Erläuterungen über die Grundlagen der Toxikologie. (Das hat den Vorteil, dass ich bestimmte Fachausdrücke nur einmal erklären muss)
    2. Erklärung, wie ein Grenzwert in Lebensmitteln usw. zustande kommt und welche Tests da vorrausgehen
    3. Vorstellung der Schimmelpilzgifte mit Strukturformeln, Giftwirkungen usw.
    4. Wie werden Schimmelpilze bestimmt (Hauptsächlich Kerstins Part) evtl. mit Vorstellungen von Gattungen und Arten.


    Wäre ich schon mal froh.


    Sicher sind auch dei weiterführenden Themen zB zur Schwermetallbelastung wichtig.
    Aber man muss ja erstmal irgendwo anfangen und das Ganze muss auch jemand durcharbeiten.
    Das in eine gut lesbare und für den durchschnittlichen Pilzfreund verdauliche Form zu bringen ist schon mal eine richtige Arbeit, das ist nicht in ein oder zwei Stunden erledigt.


    Daß man das dann weiterführen kann, ist das Schöne dabei.
    Und soll auch so sein, aber eben eins nach dem Anderen.


    Aber was schön wäre: Parallel dazu so eine Art Workshop zu installieren. So könnte jede/r Interessierte eigene Beiträge zum gesamten Thema leisten.
    Das müsste freilich jemand leiten, der davon auch was versteht.... Stefan?
    IM grunde fängt genau das ja schon hier an dieser Stelle an.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ouja!
    Das ist ein wunderbares Geschenk. :)
    Insofern dein Glück, daß Ralf gewonnen hat, Jan - Arne.
    Ich hätte wahrscheinlich nicht sowas Schönes auftreiben können.



    LG, pablo.

    Ganoderma resinaceum Boud.
    Harziger Lackporling
    Synonyme:
    - Ganoderma lucidum var. resinaceum (Boud.) Maire
    - Schließt möglicherweise weitere Taxa mit ein, siehe >Mycobank<



    Familie: Ganodermataceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Fruchtkörper: einjährig, ungestielt; Hut seitlich am Substrat sitzend, relativ flach auswachsend (jung auch dick und knubbelig); Stiel und Hut mit dünner, harzhaltiger Kruste, die sich gut eindrücken lässt; Kruste jung ockerbraun bis rotbraun, bei Sporenreife oft von braunem Sporenpulver bedeckt; Zuwachskante weißlich; abgestorbene Fruchtkörper vom Vorjahr dunkel rotbraun; sehr leicht und bisweilen mit auffallend würzigem Geruch;
    Die Harzhaltigkeit der Kruste lässt sich gut mit dem "Butzeltest" feststellen: Hält man eine Flamme an die Kruste, beginnt die Oberfläche rasch Blasen zu schlagen, schmurgelt und blubbert.
    Poren frisch weißlich überzogen, sehr fein; alt ockerbraun
    Fleisch hellbraun, holzfarben, teils ebenfalls harzhaltig


    Speisewert: unbekannt


    Sporenpulver: braun; Sporen doppelwandig: Außenwand glatt, dünn, hyalin; Innenwand braun, warzig-stachelig; mit dem Exospor durch feine (unsichtbare) Palisaden verbunden
    Hutkruste eine Palisade aus keuligen Zellen


    Vorkommen: An offenen, sonnigen, thermophilen Standorten; gerne am Stamm (nicht direkt am Stammfuß, aber auch nicht in großer Höhe) alter, geschwächter Bäume (Schwächeparasit), auch als Folgezersetzer; nur an Laubholz, gerne an Eichen aber mit großem Substratspektrum. Der vorgestellte Fund wächst an Platane.


    Verwechslungen: Der Kupferrote Lackporling (Ganoderma pfeifferi) untescheidet sich durch kompakteres, dunkelbraunes Fleisch , das auch bei abgestorbenen, vorjährigen Fruchtkörpern nicht so federleicht wie das von G. resinaceum sein soll. Die Hutkruste von G. pfeifferi ist keine Palisade keuliger Zellen, sondern ein Geflecht verharzter, liegender Hyphen; zudem bildet G. pfeifferi mehrjährige Fruchtkörper.
    Zur Unterscheidung von Ganoderma lucidum (Glänzender Lackporling) ist bei europäischen Kollektionen die Ausprägung des Stieles maßgeblich. Das hängt aber auch mit der bevorzugten Wuchsweise zusammen: G. resinaceum in einiger Höhe über dem Boden an alten Stämmen; G. lucidum sehr bodennah, teils scheinbar auf Erdboden (weil an Wurzeln oder vergrabenem Holz furchtend).
    Der Rotrandige (Fomitopsis pinicola) hat weißes Sporenpulver, die Fruchtkörper sind wesentlich fester.


    Anmerkungen: Die Art (oder zumindest der europäische Stamm) soll mit einzelnen Stämmen von Ganoderma lucidum aus Nordamerika kreuzbar sein.
    Dennoch bestehen wohl genetische Unterscheide, auch in Kultur sollen sich Unterscheide im Mycelwachstum und bei den Chlamydosporen zeigen.
    Der Kompelx der Arten um Ganoderma lucidum ist allerdings ziemlich schwierig aufzulösen, zumal von manchen Autoren auch Ganoderma resinaceum als –žkurz gestielt–œ beschrieben wird.
    Weitere Untersuchungen nach morphologischen Kriterien, Gensequenzen und auch Kulturverhalten der Art sind wünschenswert.
    Weltweit existieren in dieser Gruppe (Verwandschaft von G. lucidum mit ungestielten Fruchtkörpern) weitere Arten, die teils ebenfalls schwer zu trennen sind und bisweilen in die Synonymie von G. resinaceum gestellt werden (siehe oben unter Synonyme). Die Zusammenhänge und Artkonzepte außerhalb Europas werden hier nicht erläutert.



    Bilder:
    abgestorbene Vorjahresfruchtkörper im Frühjahr 2014:



    (vergesellschaftet mit Perenniporia fraxinea)


    Frischer Fruchtkörper im Sommer 2014:


    Hutkruste mikroskopisch:




    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Ganoderma lucidum = Glänzender Lackporling<
    >Ganoderma pfeifferi = Kupferroter Lackporling<
    >Fomitopsis pinicola = Rotrandiger Baumschwamm<

    Ganoderma australe (Fr.) Pat.
    Wulstiger Lackporling
    Synonyme:
    - Polyporus australis Fr. (1828)
    - Ganoderma adspersum (Schulzer) Donk
    - Polyporus adspersus Schulzer (1878)
    - Ganoderma europaeum Steyaert
    - Polyporus tornatus Pers.



    Familie: Ganodermataceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Fruchtkörper: mehrjährig, konsolig; jung knollig, später unregelmäßig verflachend aber immer recht dick und kräftig bleibend, mit derber grauer, graubrauner oder brauner Hutkruste (ausgewachsen meist deutlich über 1mm dick); Oberfläche glatt aber meist wellig bis buckelig; frisch mit dicker, breiter Zuwachszone (Attribut –žwulstig–œ), Poren fein, weißlich überzogen, Zuwachskante ebenfalls weiß; Trama fest, satt rotbraun bis dunkel weinbraun, meist ohne weißliche Fasern und Punkte;
    Einzeln oder in wenigen Exemplaren am Stammfuß alter Laubbäume oder an Stümpfen


    Speisewert: kommt zu Speisezwecken nicht in Frage


    Sporenpulver: braun; Sporen doppelwandig: Außenwand glatt, dünn, hyalin; Innenwand braun, warzig-stachelig; Messungen im Folgenden beziehen sich auf das Endospor (Innenwand), da das Exospor insbesondere im bereich des Apikulus unterschiedlich geformt sein kann und so starke Schwankungen in der Größe auftreten.
    Endospor (eigene Messungen): ± 8-11,5 x 6-7,5 µm


    Vorkommen: Eher temperat verbreitete Art, daher in Deutschland besonders in wärmeren Gebieten zu finden.
    Bevorzugt dementsprechend auch thermophile Standorte wie sonnige Parks, Gärten, Waldränder; relativ trockentolerant; Meist am Stammfuß alter, noch lebender Laubbäume (eigene Funde an Eiche, Linde, Hainbuche, Platane) als Schwächeparasit; nach Absterben des Baumes noch einige Zeit als Folgezersetzer, dann auch zB an abgesägten Stümpfen.


    Verwechslungen: Die große morphologische Variationsbreite dieser Art und die noch größere von Ganoderma applanatum (Flacher Lackporling) macht eine Unterscheidung im Feld bisweilen schwierig bis unmöglich. Das sicherste Trennmerkmal ist die unterschiedliche Sporengröße (G. applanatum –“ Sporen nur 6-8 µm lang, Endospor). Makroskopisch bietet die dunkler rotbraune Trama, die undeutlichere Schichtung der Röhren bei mehrjährigen Fruchtkörpern und die dickere Hutkruste gegenüber der oft mit weißlichen Flecken und Fasern durchsetzten bräunlichen Trama und der eher dünnen, leichter eindrückbaren Hutkruste von G. applanatum gute Anhaltspunkte. Auch die kompaktere, knollige Wuchsform und der Standort können zur Voreinschätzung herangezogen werden.
    Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) hat weißes Sporenpulver und helleres Fleisch.
    Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) hat eine harzhaltige Hutkruste (Brutzeltest), weißes Sporenpulver, gröbere Poren und helleres Fleisch.
    Der Eschen –“ Baumschwamm (perenniporia fraxinea) hat gar keine Hutkruste im eigentlichen Sinne, weißes Sporenpulver und deutlich helleres Fleisch.
    Feuerschwämme wie der Weiden –“ Feuerschwamm (Phellinus igniarius s.l.) haben keinen weißen Belag auf den Poren, kompakteres Fleisch (härter) und Unterscheiden sich mikroskopisch klar durch die völlig anderen Sporen und Setae im Hymenium (Ausnahme: Phellinus robustus / Eichenfeuerschwamm).


    Anmerkungen: Sieht man Ganoderma australe und Ganoderma adspersum als Synonyme an, so ist der Name Ganoderma australe zu bevorzugen, da das Basionym älter ist.
    Die meisten Autoren sehen in Ganoderma australe und Ganoderma adspersum Synonyme einer einzigen, plastischen Art.
    Bei einer (in temperaten Breiten) weltweit verbreiteten Art mit sehr hoher Variationsbreite (insbesondere bei manchen außereuropäischen Sippen) ist allerdings auch vorstellbar, daß es sich um einen Artenschwarm handelt.
    Mycobank stellt dazu einige interessante Auszüge aus Veröffentlichungen zur Verfügung:
    >Ryvarden / Johansen 1980<
    >Ryvarden / Gilbertson 1993<
    >Ryvarden 2004<
    >Yeh / Chen / Kimbrough 2000<
    Die Synonymie wird an dieser Stelle belassen, zumal die hier vorgestellte, europäische Sippe makro- wie mikroskopisch und ökologisch ein recht homogenes Erscheinungsbild hat.
    Sollte sich in der Zukunft herausstellen, daß weltweit mehrere Arten zu trennen sind, würde sich ohnehin wieder die Frage stellen, welcher Name zu welcher Art gehört.



    Bilder:






    Sporen:

    Sporen mit Billigmikro:

    Sporen von Ganoderma applanatum mit Billigmikro:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Ganoderma applanatum = Flacher Lackporling<
    >Fomes fomentarius = Zunderschwamm<
    >Perenniporia fraxinea = Eschen - Baumschwamm<
    >Phellinus igniarius = Weiden –“ Feuerschwamm<

    Ganoderma lucidum (Curtis) P. Karst.
    Glänzender Lackporling, Reishi
    Synonyme:
    - Boletus lucidus Curtis
    - ???



    Familie: Ganodermataceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    Fruchtkörper: einjährig, gestielt, jung ohne ausgeprägten Hut, der sich während des Reifungsprozesses ausbildet und eine stattliche Breite erreichen kann; Hut und Stiel mit dünner, harzhaltiger Kruste, Kruste glänzend, jung blass gelbbraun über orangebraun bis hell rötlich, später von der Stielbasis her dunkler werdend (rotbraun bis schwarzbraun), im Alter überall dunkel rotbraun; Trama hell bis dunkelbraun, weich; Poren weißlich überzogen, alt ockerlich, sehr fein


    Speisewert: gilt getrocknet und zermahlen als Heilpilz


    Sporenpulver: braun; Sporen doppelwandig, Exospor glatt mit kegelig ausgestülptem Apex oder Apex eingefallen (und dann truncat), Endospor bräunlich, deutlich warzig; Sporengröße lt. Lit. (European Polypores Part 1, 1993, Ryvarden / Gilbertson) 7-11x6-8 µm (ohne Angabe ob Endo- oder Exospor gemessen)


    Hutkruste: Eine Palisade aus keuligen Zellen


    Vorkommen: als Artenschwarm weltweit verbreitet; in Europa von Nord bis Süd zu finden mit recht unterscheidlichen klimatischen und ökologischen Bedingungen.
    Eigene Funde an Stümpfen von Laubholz (bisher nur Eiche), meist an schattigen Stellen in Gebüschen und Wäldern (sommerwarm), Fruchtkörper immer sehr bodennah an Wurzeln oder sogar teils vergrabenen Stümpfen.
    Gelegentlich ist auch Fruchtkörperwachstum an Stellen weiter oben am stamm möglich (siehe Funde von Habicht unten).
    In Europa sind Vorkommen an diversen Laubbaumarten dokumentiert, aber auch an Nadelbäumen (insbesondere Fichte im fennoskandinavischen raum). Inwieweit diese Funde an Nadelholz möglicherweise anderen Spezies zuzurechnen sind (siehe unten) kann hier nicht beurteilt werden.


    Verwechslungen: Vor allem mit anderen Lackporlingen, allerdings ist die Trennung der Arten um Ganoderma lucidum nicht immer eindeutig und bisweilen auch strittig (siehe unten).
    Es ist nicht zu 100% klar, wie stark welche Arten an welches Substrat gebunden sind.
    Zumindest Ganoderma lucidum scheint aber recht variabel zu sein, was möglicherweise auch Nadelholz mit einschließt.
    Dennoch bleibt für die Trennung oft nur das Substrat als verlässlichstes Merkmal übrig, wenn man keine Kultur anlegen oder sequenzieren kann.
    In Europa kann der dunkle Tannen –“ Lackporling (Ganoderma carnosum) unterschieden werden, der auch jung eine dunklere, mehr rotbraune Hutkruste hat, geringfügig größere Basidiosporen bilden soll und möglicherweise streng an Weißtanne gebunden ist.
    Das Substrat und die Färbung frischer (!) Fruchtkörper ist aber hier wohl die einzige Option, zu einer Unterscheidung im Feld zu kommen.
    Der Wallisische oder Lärchen –“ Lackporling (Ganoderma valesiacum) ist wohl in Europa vorwiegend im Alpenraum an Lärchen zu finden. Auch hier müsste man sich für die Unterscheidung in erster Linie auf das Substrat verlassen, möglicherweise kann auch das hellere Fleisch bei G. valesiacum einen Ansatzpunkt zur Unterscheidung bieten.
    Der Harzige Lackporling (Ganoderma resinaceum) bildet keine Stiele. Die Fruchtkörper sitzen zudem meist nicht so bodennah wie die von Ganoderma lucidum. Auch hier ist eine mikroskopische Unterscheidung kaum möglich.
    Der Kupferrote Lackporling (Ganoderma pfeifferi) ist ebenfalls ungestielt und unterscheidet sich zudem mikroskopisch durch einen anderen Aufbau der Hutkruste.
    Andere Lackporlinge (Ganoderma applanatum, Ganoderma australe) bilden mehrjährige Fruchtkörper und enthalten kein Harz in der Hutkruste.
    Der Rotrandige Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) lagert in der Hutkruste Harz ein, ganz junge Fruchtkörper können möglicherweise Anlass zu Verwechslungen geben, allerdings ist FomPini auch jung schon deutlich härter als Ganoderma lucidum.
    Neuere, genetische Untersuchungen und Untersuchungen der Inhaltsstoffe legen nahe, daß auch der hier als Ganoderma lucidum vorgestellte Pilz eher ein Artenaggregat ist. Also selbst nach Abtrennung von Ganoderma carnosum, Ganoderma valesiacum und Ganoderma resinaceum könnte die Art noch weiter gespalten werden. Das bleibt abzuwarten, was die Forschung dazu in Zukunft an Erkenntnissen bringt.


    Anmerkungen:
    Weltweit gesehen werfen die Arten um Ganoderma lucidum noch einige Fragen auf. Eine recht große Zahl an beschriebenen Arten wäre wohl diesem Komplex zuzurechnen, alleridngs stellt sich immer wieder die Frage, inwiefern Ökologie (Verbreitung, Klimazonen, Substrat) oder Ausprägung des Stieles eine Rolle spielt. Morphologisch sind sich viele der weltweit beschriebenen Sippen sehr ähnlich, geringe Unterschiede in der Farbentwicklung der Hutkruste, den bevorzugten Substraten und des Stielwachstums sind wohl nicht immer zuverlässig.
    Tatsächlich ist eine sichere Unterscheidung oft nur in Kultur möglich. Viele mittlerweile abgetrennte Spezies (amerikanische Arten: Ganoderma tsugae an Douglasie, Ganoderma oregonense etc.) entwickeln in Kultur keine Chlamydosporen oder signifikant größere wie zB Ganoderma resinaceum. Weitere Unterschiede werden durch phyllogenetische Studien deutlich, aber auch hier liegt noch einiges im Unklaren. So sind manche Sippen von nordamerikanischen Ganoderma lucidum kreuzbar mit europäischen von Ganoderma resinaceum, innereuropäische oder indische aber nicht, hier lassen sich auch phyllogenetische Unterschiede feststellen.
    Die Auflösung des Artkomplexes um Ganoderma lucidum ist an dieser Stelle für mich nicht möglich.
    Auch in Europa kann es möglicherweise zu einer weiteren Aufspaltung der Art kommen.
    Die Vorstellung an dieser Stelle bezieht sich daher nur auf –žeindeutige–œ Kollektionen, also vital +/- hell gefärbte Fruchtkörper mit deutlichem Stiel an Laubholz.
    Dokumentiert ist die Art bei uns auch an Nadelholz, hier wären aber weitere Untersuchungen wünschenswert, da einige nordamerikanische Arten nur durch Anlegen einer Kultur zu unterscheiden sind. Zudem ist Ganoderma carnosum (Dunkler Tannen –“ Lackporling) auch in Europa wohl als eigene Art zu sehen, ebenso wie Ganoderma valesiacum.



    Bilder zur Fruchtkörperentwicklung an zwei Standorten auf dem Mannheimer Hauptfriedhof
    30.05.2014; Eichenstumpf unter Eibengebüsch:

    22.07.2014; selber Fundort aber anderer Fruchtkörper (der erste wurde entfernt):

    01.08.2014; selber Fundort, selber Fruchtkörper wie am 22.07.:


    09.07.2015; Überreste eines Eichenstumpfes in einem Buchen –“ Eichenmischwald:

    Die selben Fruchtkörper am 15.07.:

    Die selben Fruchtkörper am 22.07.:



    Links zu verwandten und ähnlichen Arten im Archiv:
    >Ganoderma resinaceum = Harziger Lackporling<
    >Ganoderma carnosum = Dunkler Tannen –“ Lackporling<
    >Ganoderma pfeifferi = Kupferroter Lackporling<
    >Ganoderma valesiacum = Wallisischer Lackporling<
    >Fomitopsis pinicola = Rotrandiger Baumschwamm<