Hallo.
Die verlinkte Seite halte ich für eher ungünstig, da sind mir bei früheren Besuchen schon viele, teils auch grobe Fehler aufgefallen.
edit: stimmt nicht. Die Seite ist ist gut, ich hatte eine andere mit ähnlichem Hintergrund im Kopf.
Die Beschreibung zur Ökologie von A. fissuratus dort ist falsch. Was dort steht, würde eher zu Agaricus bernardii (Salzwiesen - Egerling) passen. Das wäre aber eine morphologisch völlig andere Art aus der Sektion der rötenden Champis.
Die Ökologie von A. fissuratus ist eher diffus, aber Parkanlagen hauen schon hin. Ich hatte einen Fund der Art im Außenbereich des botanischen Gartens in Heidelberg und einen auf einem sehr alten Strohballen in einem Waldstück im Odenwald.
Beide Funde muss ich aber mit einem cf versehen (leicht unsichere Bestimmung), trotz Mikroskopie, weil eben beide nach Ludwig (Pilzkompendium), Gröger (Schlüssel der Röhrlinge und Blätterpilze, Regensburger mykologische schriften), Breitenbach & Kränzlin (Pilze der Schweiz) und Krieglsteiner (Großpilze Baden - Württembergs) bestimmt sind und da sind nun auch nicht alle Arten drin, die theoretisch hier vorkommen könnten.
2013, Odenwald:

2014, Heidelberg:

Beide Funde müssten so aus Mai bis Julii sein. Die Erscheinungszeit ist bei Champis aber ohnehin kein besonders gutes Merkmal.
Nach wie vor gilt aber zu berücksichtigen, daß Harry auch mit einer Art aus der essettei - verwandschaft richtig liegen kann.
Edit:
Nein, Knollenblätterpilz ist auszuschließen.Alle Arten der Gattung Amanita haben +/- weiße Lamellen. Immer. Das Sporenpulver dieser Arten ist weiß, das von Champignons dunkelbraun.
Falls du an einen verzehr denkst: Besser nicht!
Eine Verzeehrfreigabe kann man in einem Forum nicht geben. Da übernimmt hier niemand mit etwas Sachverstand Verantwortung dafür. Dazu muss man die Pilze selbst in der Hand gehabt haben. In meiner Signatur ist ein Link: PSV - Liste. Da kannst du gucken, ob bei dir in der Nähe jemand ist, dem du die Pilze zeigen kannst. Dort bekommst du vielleicht eine zuverlässige Artbestimmung und ganz sicher eine Aussage, ob du die Pilze essen kannst.
Ansonsten empfielt es sich, erstmal gründlich zu lernen, wie man Champignons von anderen gattungen unterscheident und wie man giftige von ungiftigen champignonarten trennt. Wenn man das sicher kann, kann man auch selbst welche zum Essen sammeln.
Edit 2:
Stimmt schon, auf deinen Bildern sind die Lamellen weiß. Aber lass die Pilze mal bis morgen liegen, die werden schon noch mindestens rosa.
Habitus, Form der Stielbasis, Textur der Hutoberfläche, Beschaffenheit der Ringunterseite, Intensität des Gilbens, beschriebener Geruch: Das alles passt nicht zu Amanita (Wulstlinge, Knollenblätterpilze).
LG, Pablo.