Hallo.
In der Tat, das wird richtig interessant hier.
Danke Mausmann, für die Quellen! 
Ich will das Vorgehen auch nicht pauschal verteufeln, aber solche Eingriffe sind eben immer heikel. Insbesondere in Jahren wie diesem, wo ohnehin eine massive Schwächung von Flora und Funga durch die Hitze und Dürre vorliegt. Der Schaden, der da zunächst durch eine zusätzliche Schwächung der Funga auch an der Fauna entsteht überwiegt ja den "Nutzen".
Die Frage ist auch immer - wie ich schon oben schrieb - welche ürsprünglichen Bodenverhältnisse vorliegen. Geht es um Wälder auf natürlich saurem Ausgangsgestein? Diese Biotope sind auf das saure Milieu eingestellt und Kalkung ist schlichtweg verkehrt. Beispiele wären die sauren Buchenwälder auf Bundsandstein im Odenwald, die sauren Nadelwälder auf Granit und Gneis im Schwarzwald oder gar Hochmoorflächen. Die Folgen einer solchen Kalkung wären in diesen Biotopen fatal.
Hat man Gebiete auf kalkhaltigem Ausgangsgestein oder Mischflächen mit wechselnden bzw. neutralen Bodenverhältnissen, dann kann eine Kalkung schon aus den oben einzusehenden Gründen sinnvoll sein. Wobei wir uns hier mehr kritisch hinterfragen müssen: Egal, wie, warum und wann wir in eine Entwicklung der Natur eingreifen, der Mensch sieht niemals alle Zusammenhänge. Ich halte solche Eingriffe immer für heikel. Denn letztlich weiß die Natur selbst am besten, was zu tun ist.
Übrigens: Um deine Pfifferlinge musst du dir keine Gedanken machen. Die sind bodenvag, der PH-Wert interessiert die nicht wirklich. Bei Steinpilzen kannst du davon ausgehen, daß die Sommersteinpilze sich auch nicht um das veränderte Milieu scheren, die sind ebenfalls bodenvag. Fichtensteinpilze bevorzugen saures Milieu, bilden aber auch auf oberflächlich schwach versauertem, kalkigem Basisgestein Fruchtkörper, genau wie Flockis. Ich denke nicht, daß denen die Beeinflussung mittelfristig schadet. Möglicherweise wirkt es sich aber auf dieses Jahr aus, eventuell auch auf das Kommende, weil die Mycelien ohnehin durch das anhaltend schlechte Wetter stark gestresst sind und ebenso die Baumpartner.
Kritisch wird es für streng säuregebundene Arten.
Also alles was ähnlich acidophil oder noch acidophiler ist wie Reifpilze. Nur: Diese Arten wirst du im Hardt, bzw. in der Oberrheinebene generell kaum finden, weil dort die Böden nicht durchgängig sauer genug sind.
LG, Pablo.