Hallo, Linnea!
Eine Randbemerkung: Wenn du Perlpilze zu Speisezwecken einsammelst, dann solttest du dich schon ganz gut auskennen. Man bekommt immer wieder mal mit, daß Leute dabei versehentliich >diesen hier< aufessen. Alle haben das nicht überlebt.
Aber egal, zu deiner Wiese und den Pferden. Wenn ich das richtig gelernt habe, achten Pferde auf der Weide sehr genau darauf, was sie in den Mund nehmen und was nicht. Ihre Zungen sollen ähnlich feinfühlig und geschickt sein wie die von Hunden, so daß sie unbekannte Fremdkörper, die nicht zur gewohnten nahrung passen (Pilze) eigentlich aussortieren. Anders sieht es natürlich mit dem Winterfutter (Heu, Stroh etc,) aus. Wenn dort getrocknete Pilze drin sind, eventuell noch zerbröselt, sind die Fragmente so klein, daß auch ein Pferd da wohl nicht mehr unterscheiden kann. Daß dabei gewisse Pilzarten zu Problemen führen, kann ich mir gut vorstellen.
Aber dein Projekt ist ein sehr schwieriges. Einerseits weil man eben erst mal wissen müsste, welche Inhaltsstoffe der Pilze nun tatsächlich für welche Symptome bei Pferden verantwortlich sind, andererseits müsste man genau dazu auch nachvollziehen, welchen Pilz ein Pferd nun wirklich gefressen hat. Dazu bleibt wohl nichts anderes, als eine komplette Bestandsaufnahme der Wiesen zu machen, von denen ihr das Heufutter bekommt. Und die Bestandsaufnahme so einer Wiese ist mitunter ein Mammutprojekt. Da können locker mal zwei, drei Dutzend Arten drauf sein. Wenn es eine Magerwiese ist, auch bedeutend mehr (50+).
Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Am besten erstmal mit dem Wissen, daß es bei Wiesenbewohnern so viele und so ähnliche Arten gibt, daß man erstmal nur lernen sollte eine Gruppe zu erkennen und ob denn da verschiedene oder nur eine Art vorliegt.
Deine zuletzt gezeigten Pilze sind - soweit ich das erkennen kann - Helmlinge (Gattung Mycena, in Mitteleuropa mit etwa 200 Arten vertreten). Hier sehe ich Fruchtkörper aus zwei verschiedenen Arten. Wesentlich bei Helmlingen: Das sind alles Weißsporer. Das wäre so ein Punkt, deer sich immer lohnt zu überprüfen, wenn mamn sich noch nicht so auskennt.
Bei ein oder zwei Fruchtkörpern bin ich nicht sicher, ob da nicht die Vonobenansicht eines Dunkelsporers reingerutscht ist.
Was zu Helmlingen wichtig wäre: Die meisten Arten sind harmlos, jedenfalls für Menschen. Einige Arten sind schwach giftig, machen Magen - Darm - Probleme. Dann gibt es eine Reihe von Arten in der Gattung, die extrem giftig sind: Sie enthalten Muscarin in unterschiedlichen Konzentrationen. Das kann je nach gegessener Menge und je nach Art für Menschen mit Herzproblemen lebensgefährlich sein, aber ob es bei Pferden veränderte Leberwerte bewirken kann, da bin ich überfragt.
Und da Helmlingsarten nur nach Bildern nicht bestimmbar sind (oder nur in wenigen Fällen), kann ich zu den hier zu sehenden Arten und damit zur Giftigkeit keine Aussage machen.
LG, Pablo.