Hallo, Sabine und Holger!
Es sollte sich jeder mal Gedanken darüber machen. Das würden wir uns wünschen!
Ja, das ist ein schwieriges Thema, Gedanken dazu mache ich mir recht oft.
Zunächst mal denke ich nicht, daß Andre die Pilze mit dem Hintergedanken mitgenommen hat, sie vielleicht zu essen.
Möglicherweise ging es ja auch darum, von einem unbekannten Pilz ein möglichst gutes Bild zu erhalten.
Dann ist es ja schon nachvollziehbar, aus einer Kollektion mehrere Exemplare in verschiedenen Altersstufen mitzunehmen.
Womit wir bei mir wären: Ich mache das (wenn möglich) auch, auch bei seltenen Pilzen und auch bei nicht - Speisepilzen. Das kann zum einen der Untersuchung dienen, zum anderen dem Kennenlernen der Art. Wohlgemerkt: Sowas mache ich nur beim Erstfund (wenn die Art schon im Feld gut ansprechbar ist).
Die untersuchten Pilze wandern dann zurück in den Wald, wenn nicht an die Fundstelle dann doch an ein anderes, potentiell geeignetes Biotop. Bis vielleicht auf ein Trockenexemplar für meine Sammlung. 
Dennoch ist dieses Vorgehen durchaus grenzwertig. Zumindest bei seltenen Arten. Nur: Oft weiß man ja anfangs nicht, daß es etwas Seltenes ist. Das stellt sich erst später bei der Untersuchung heraus.
Andererseits habe ich dann etwas weniger Probleme, wenn ich viele Fruchtkörper finde, dort ein paar wenige mitzunehmen.
Den Nadelholzröhrling kürzlich hätten wir zB eigentlich gerne stehen gelassen. Von zwei Exemplaren am Fundort haben wir aber dennoch eines mitgenommen, teils weil ich erst dachte es sei ein Filzröhrling, und den FK schon in der Hand hatte, als der Fehler bewusst wurde, teils natürlich auch, um so einen Pilz wenigstens einmal auch möglichst umfassend zu dokumentieren.
Das selbe war auch so bei unserem Fund von Tyromyces kmetii: Ohne da etwas mitgenommen zu haben, hätte die Identität gar nicht geklärt werden können. Und: An der Fundstelle sind mittlerweile umso mehr schöne Fruchtkörper nachgewachsen. Was dann auch zu dem Punkt führt, daß ein vorsichtiges (!) Einsammeln von Fruchtkörpern dem eigentlichen Pilz ja nicht wirklich schadet. Der wird neue produzieren, sobald die Bedingungen stimmen.
Dennoch unterbricht man ja auch die Sporulation.
Also: Es bleibt eine zwispältige Sache. Das ist schon richtig.
LG, Pablo.