Hallo, Schwämmchen!
Für "Unwissenheit" brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Ganz im Gegenteil, du arbeitest ja dran, etwas dagegen zu unternehmen. Und wenn du dich reinhängst, dann sollen wir ja wohl auch was dafür arbeiten. So muss das sein.
Die einfache Antwort ("Ja, sind alles Rotfußröhrlinge"), oder die exakte Antwort?
Also, die Exakte: Filzröhrlinge ist mal die Gattung. Enthält in Deutschland eine ganze Reihe Arten und wurde auch mal in zwei Gattungen aufgeteilt (Xerocomus und Xerocomellus), aber das vergessen wir jetzt mal und betrachten die als eine: Filzröhrlinge = Xerocomus.
Dazu gehören neben Arten wie der >Ziegenlippe< und dem >Eichen - Filzröhrling< auch eine Gruppe Arten um den >Echten Rotfußröhrling<.
Zu dieser Artengruppe gehört auch der >Bereifte Rotfuß< und der Starkblauende Rotfuß (Xerocomus cisalpinus, Portrait im Forum fehlt noch, kommt aber wohl im November).
Diese Arten sind alle recht schwer auseinaderzuhalten, weil viele Merkmale stark variieren können. Das betrifft vor allem das äußere Erscheinungsbild, also Hut- und Stielfarben, Größe und Gestalt.
Relativ konstant sind die Farben des Fleisches.
Darum ist es perfekt, daß du auch Schnittbilder ergänzt hast. 
Denn rein gelbes Fleisch im Stiel schließt den Echten Rotfuß schon mal aus. Bleiben der Bereifte Rotfuß und der Starkblauende. Der Starkblauende - nunja - blaut eben stark. Sowohl beim Berühren des Stiels, als auch an den Poren, als auch im Schnitt (teilweise).
Der Bereifte blaut auch, aber im Schnitt nur im Stiel und sehr zögerlich (kann auch mal eine halbe Stunde dauern, bis da was zu sehen ist). Wo du beim Bereiften eine Blaufärbung am ehesten siehst, ist beim Drücken des Stiels an der Stielhaut.
Jedenfalls blaut hier nichts stark genug für den Starkblauenden. 
Dann ist in den Kollektionen 1-3 (Bilder 1 - 9) kein Aufgeschnittener mit rotem Stielfleisch zu sehen, womit wir beim Bereiften Rotfuß (Xerocomus pruinatus) sind.
Leider fürchte ich, daß sich da auch noch der eine oder andere Echte Rotfuß (Xerocomus chrysenteron) eingeschlichen hat. Denn: Der muss keine rote Schicht unter der Huthaut haben, die hätte der Bereifte immer (siehst du ganz gut im Schnitt).
Kommen wir zur letzten Kollektion:
Da ist die Lage etwas kniffliger. Und darum auch so interessant: Denn beim Durchgeschnittenen sind schon rote Stellen im Sielfleisch. Aber da zählt nun der Gesamteindruck (Stielfarben außen, rote LInie unter der Huthaut, Hutoberfläche...), und ich würde doch wieder zum Bereiften tendieren.
Lustig, oder?
Allerdings bin ich selbst eigentlich noch bestenfalls ein Fortgeschrittener auf dem Gebiet der Röhrlingskunde. Da gibt es andere Leute, die es wesentlich besser können. Bei den Filzröhrlingen habe ich momentan noch eine Quote von - etwa - 20%, wo ich entweder zu keiner sicheren Bestimmung komme, oder auch falsch liege.
LG, Pablo.