Hallo Jan!
Sehr gut, dass ihr dem grünen Knollenblätterpilz gleich zu Anfang so viel Aufmerksamkeit geschenkt habt
, momentan steht er auch bei uns wie gesät im Wald. Man kann ihn nicht gut genug kennen, wenn man Lamellenpilze für die Küche sammelt. Nicht jedes Exemplar des Grünen Knollenblätterpilzes ist jedoch typisch ausgeprägt, und darin liegt eben die Gefahr, ihn bei flüchtigem Hinsehen mit anderen Pilzen ( Täublingen, Scheidenstreiflingen) zu verwechseln.
Das von dir verlinkte Bild eines sehr jungen Grünen Knollenblätterpilzes hat übrigens sehr wohl einen Ring, dieser verdeckt, was auf dem Foto nur schwer zu sehen ist, als Schutzschicht noch die Lamellen, beim weiteren Aufschirmen des Hutes würde er dann sichtbar unterhalb des Hutes herunterhängen.
Als relativer Anfänger würde ich dir persönlich sehr empfehlen, erstmal komplett die Finger von der Gattung Amanita als Speisepilze zu lassen. Scheidenstreiflinge lohnen (mit Ausnahme vom Safrangelben Streifling, Amanita Crocea) ohnehin nicht wirklich für die Küche, schmecken relativ muffig... Man verpasst also wirklich nicht viel. Mit wesentlich mehr Erfahrung kann man sich dann irgendwann den Perlpilz von einem Pilzsachverständigen zeigen lassen, der, wenn man ihn einmal kennen gelernt hat, gut kenntlich ist.
Prinzipiell unterscheidet man die Streiflinge/ Scheidenstreiflinge (Amanita Sekt. vaginatae, früher Amanitopsis) von den Echten Wulstlingen (z.B. dem grünen und weißem Knollenblätterpilz) dadurch, dass erstere einen gerieften Hutrand und keinen Ring, letztere i.d. R. keinen gerieften Hutrand und dafür jedoch einen Ring (Manschette) haben. Die bescheidete Knolle des Grünen Knollenlätterpilzes ist zudem meist wesentlich stärker verdickt als bei den Scheidenstreiflingen.
"In der Regel" heißt aber auch, dass untypischer Exemplare des grünen Kollenblätterpilzes im Einzelfall ganz anders aussehen können... Sie können eine wenig verdickte Scheide haben, der Ring kann im schlimmsten Fall auch komplett abgefallen sein (ist ja sehr fragil) und der Hutrand kann bei feuchtem Wetter und im Alter auch mal leicht gerieft (da durchsichtig werdend, und da sich die Lamellen durch die Huthaut durchdrücken können) erscheinen ( dies ist keine echte Riefung wie bei einem Scheidenstreifling, könnte aber von einem Anfänger als solche interpretiert werden).
Erst gestern hatte ich ein sehr merkwürdiges Exemplar des grünen Kollenblätterpilzes in der Hand: die Basis und damit die Scheide war aufgrund des Regenwetters beim Herausnehmen des Pilzes abgebrochen und im Boden geblieben, der Fruchtkörper sehr klein, schmächtig und hell, fast gelb, und so im Dämmerlicht des Waldes für einen Anfänger kaum von den umstehenden Pfirsichtäublingen zu unterscheiden. Da wird man schon nachdenklich.
Also mein Tipp wäre auch: mit leicht kenntlichen Pilzen bei den Röhrlingen anfangen, sich dann ein paar Arten mit klaren Merkmalen, wie z. B. den Parasol von jemandem mit Ahnung zeigen lassen und hinzunehmen. Und so oft wie möglich bei geführten Pilzwanderungen mitgehen. Denn was Leisten und Lamellen sind, muss man erstmal richtig verstanden haben, sonst kann man auch den Pfifferling verwechseln, wie übrigens fast jeden Pilz, den man nicht kennt. 
P.S.: Leistlinge meint nur die Pfifferlingsverwandtschaft, ein Edelreizker hat Lamellen.