Beiträge von Naan83

    Hallo Ingo,


    das klingt ja alles hochspannend. :)


    Als Neuling auf dem Gebiet der Ritterlinge hatte ich natürlich nicht erwartet, dass dieser Fund gleich etwas besonderes sein könnte. 8|


    Vielen Dank jedenfalls für deine ausführlichen Erläuterungen, die mich keinesfalls gelangweilt haben - ganz im Gegenteil! :thumbup:


    Ich habe den Fund, die verbleibenden drei Fruchtkörper, soeben bei niedriger Temperatur auf den Dörrex befördert und werde ihn dann beschriften und bei mir einlagern. Ich habe ohnehin eine kleine ( :evil: ) Trockensammlung spannender oder strittiger Funde (für den Fall dass ich mal tiefer in die Materie einsteigen möchte :P ).


    Falls also jemand die Möglichkeit hat, hier mehr herauszufinden, freue ich mich darüber sehr und stelle ihm die Bilder und das Material natürlich gerne zur Verfügung.


    Edit: Der Link zur ähnlichen Anfrage im Parallelforum würde mich übrigens sehr interessieren. Ich vermute das warendie Doppelpilze? Werde mal stöbern.

    Hallo!



    Ob man Geruch und Geschmack und Nuancen in der Wuchsform nun als harte Kriterien bei Ritterlingen betrachten kann, da habe ich etwas Zweifel. Mich hätte jetzt auf den Bildern allerdings im Nachinein vor allem der Hutrand gestört.


    Bei Geschmack und Nuancen der Wuchsform gebe ich dir völlig Recht - das sind sicherlich recht schwmmige Kriterien. :thumbup:


    Mein zentrales Kriterium war der hier 1. Geruch und 2. der gerippte Hutrand.
    Starker Mehlgeruch ist bei den Ritterlingen denke ich schon ein bestimmungsrelevantes Merkmal, über welches manche Arten ausgeschlossen werden können. Und hier war der Geruch ( - und ich hab ja Exemplare mitgenommen, wieder und wieder beschnuppert, gedrückt und beknabbert - :D ), so richtig schön aufdringlich mehlig, ungefähr wie einem Schuppigen Porling, gekreuzt mit Maipilz und Gifthäubling. :evil:


    Zitat


    Übrigens: Wenn du hier anrückst, Stephan, dann ist die Übersättignung an der Gattung sicher ganz schnell verflogen. Sag vorher bescheid. :thumbup:


    Genau. Das wäre Klasse! Ritterlinge sind ein spannendes Feld, von dem ich leider noch keine Ahnung habe. Da wären wir Heidelberger auch zu gerne dabei. Gestern haben wir uns besonders gefreut, die seidige Taube zu bewundern.

    Hallo Pablo! :)


    Ich hatte diese Art bei meinen Recherchen daheim v.a. wegen des starken gurkigen Mehlgeruchs unseres Fundes, den T. imbricatum nicht haben sollte (lt. Pilze der Schweiz: "krautig-pilzig", bzw. im Tintling online: "unauffällig"), eher ausgeschlossen. Im Feld waren wir da glaub ich noch zu keiner klaren Entscheidung gekommen. Dann war T. Imbricatum dein Kandidat - war mir da nicht mehr sicher?


    Weitere Kriterien: Geschmack wäre bei T. imbricatum bitterlich, sowie Stiel bei Berührung braunfleckend. Außerdem finde ich nur kaum Vergleichsbilder der Art mit einem so durchgehend geripptem Hutrand - ein solcher wird hier in der Regel in der Literatur nicht erwähnt. Das Gesamterscheinungsbild passt für mich hierzu irgendwie - auch farblich und von der Statur - nicht so richtig.

    Hallo Stephan, :)


    herzlichen Dank schon mal für deine Hinweise und Erläuterungen zu dieser schwierigen Gruppe, und besonders auch für den Hinweis zum Artikel über mögliche Giftwirkung in dieser Gruppe. Drastisch und geradezu unheimlich. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, das Ritterlinge für mich keine Speisepilze sind. 8|


    Danke für deinen Hinweis zum Rotfleckenden Kiefernritterling, T. stans... :)
    T. stans passt optisch gut, für meine Begriffe.
    Edit: Ich hatte diese Art gestern abend auch in Betracht gezogen, da das Aussehen wirklich sehr gut passt, konnte dann aber beim Quetschen der Fruchtkörper (Lamellen) keine Verfärbung beobachten, auch nicht über Nacht. Wegen des zudem milden Geschmacks, der hier bitter sein müsste, hatte ich ihn dann ausgeschlossen. Ich habe eben nochmal probiert... Ich kann hier einfach keine Bitterkeit schmecken, obwohl ich den Geschmack als unangehm empfinde. <X


    Ich bin gespannt, was du über dieser Gruppe noch so zukünftig herausfindest, da scheint ja noch einiges an Forschungsbedarf zu bestehen. :thumbup:


    Das Fleisch der Ritterlinge war jedenfalls sehr hell cremeweiß, ganz ohne Gelbstich. Zudem kenne ich den Gelbblättrigen Ritterling von Pilzausstellungen, so dass ich ihn hier eher ausschließen würde. Ich stelle unten noch aktuelle Schnittbilder und Bilder der Stielspitze ein, um meine Angaben zu untermauern.


    Drei Exemplare der Gruppe liegen mir übrigens noch vor, und ich kann gerne weitere Angaben nachreichen, die zur Klärung beitragen. Gerne rücke ich den dreien auch mit meinem Chemiebaukasten zu Leibe, falls das Beträufeln mit gewissen Substanzen hier irgendetwas bringt... :P




    Hallo Jan-Arne, :)


    Pablo hatte da eine eigene Idee zu dem Pilz, weiß aber nicht mehr genau, welchen Kandidaten er im Sinn hatte.


    Danke vielmals für deinen Hinweis, jede Meinung und jeder Tipp ist herzlich willkommen :thumbup:


    Der Hut und die Rippung passt zu T. fulvum zugegeben gut, aber unser Pilz hatte keinerlei Gelbstich, weder im Fleisch, noch in den Lamellen. Zudem wird bei unserem Pilz der Hut bei Wiederbefeuchtung nicht schleimig, was er bei T. fulvum wohl machen müsste. Und Birke als Baumpartner halte ich an dieser Fundstelle für eher unwahrscheinlich.



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    Hier die ergänzenden Bilder mit Schnittbild zum Fund:







    Hallo liebes Forum,


    gestern fanden Pablo, Stefan und ich bei einem Ausflug in den Pfälzerwald folgende braunhütige Ritterlingsgruppe, die ich gerne näher bestimmen würde...


    Fundangaben:
    Ökologie: Lichter, sandiger Kiefernwald; vorwiegend Kiefern, in weiteren Umfeld auch Buchen, Birken, Esskastanien; Standort am Wegrand; vermutlich Kalk
    Größe: Hutdurchmesser ca 3-8 cm
    Hut: stumpf gebuckelt, alt rotbraun (jung auch wesentlich heller braun), feinfaserig, trocken, Rand deutlich gerippt und lange eingerollt
    Lamellen: cremeweiß mit stark ausgeprägtem Burggraben, gekerbt
    Stiel: unten braunrot, längsfaserig, Stielspitze leicht abgesetzt und wesentlich heller
    Geruch: mehlig-gurkig
    Geschmack: mehlig-ranzig, für meine Begriffe aber mild









    Meine Vermutung geht momentan in Richtung weißbrauner Ritterling, T. striatum.


    Was meint ihr? :)

    Wow, beeindruckende Fundliste! :thumbup:


    @Pablo: Euren hübschen Dachpilz halte ich klar für den schwarzflockigen, P. Umbrosus. Der sieht mir für den schwarzschneidigen insgesamt viel zu plüschig aus. :)

    Hallo abeja,


    du hast Recht, aus neueren Studien geht wohl hervor, dass verschiedene Erscheinungsformen des Gifthäublings wohl zusammengehören. Das "s.l." schreibe ich halt aus Gewohnheit, um mich nicht genauer festlegen zu müssen... ;)


    Edit: Dass das Silbrige des Stiels nicht auf allen Fotos sofort herüberkommt, liegt glaube ich an der Feuchtigkeit und am Dreck, der an ihnen haftet (hatte es stark geregnet?).

    Hallo Andreas,


    ohne mich mit Cortinarien besonders gut auszukennen: Der Prächtige passt für mich nicht so recht, v.a. was die Lamellenfarbe anbelangt (hat Ingo ja schon geschrieben).


    Ich könnte mir den Buchenklumpfuß, C. anserinus, vorstellen, aber sicher bin ich da natürlich nicht. :)


    Schleierlinge sind halt ein schwieriges Pflaster, besonders wenn man nur einen Fruchtkörper findet...


    Aber dein Pilz ist wirklich eine Augenweide, egal wie er nun heißen mag... :)

    Hallo Michael,


    den hast du richtig bestimmt, das ist ein Pantherpilz, mit den klassischen Merkmalen: sehr helle, kleine Flöckchen auf dem Hut, glatter Ring, Bergsteigersöckchen, leicht geriefter Hutrand. :)

    Hallo liebe Alexa,


    danke für das Lob und die netten Worte! :)


    Schön, dass du dich im Forumchen angemeldet hast - schließlich bist du ja in Realität immer wieder mal bei unseren Funden live dabei... :cool:
    Nein, bei mir bestehen keinerlei Veröffentlichungsbsichten. Ich hab noch selbst viel zu viel dazu zu lernen und bin damit auch vollauf beschäftigt. :shy:
    Unser Pablo sollte das aber wirklich irgendwann amal in Betracht ziehen. Das ein solches Projekt sehr gut werden würde, ist in Anbetracht der unglaublichen Sorgfalt bei den Pilzporträts im Fourm völlig offensichtlich... :thumbup:


    So, aber jetzt genug off-topic. :D


    Ergänzend stelle ich jetzt noch ein aktuelles Bild des Gifthäublings (G. marginata s.l.) ein, welches den gelegentlich recht büscheligen Wuchs veranschaulichen kann:


    Hallo Lenti,


    dankeschön für deine nettenm Worte *freu*! :)


    Natürlich hast du Recht - hätte mir jemand mein erstes Bild gezeigt, und gefragt, was das ist, hätte ich von oben wohl auch auf Stockschwämmchen getippt. Das Bild suggeriert auf den ersten Blick nur eine Art. :evil:


    Ich habe dieses Bild ja ganz bewusst so inszeniert, dass man zu diesem Eindruck kommen musste. Damit wollte ich wachrütteln und zeigen:


    Verlasst euch nicht auf die Hüte, nur die Stiele sind relevant!


    Unter bestimmten Umständen können beide Arten von oben betrachtet einander täuschend ähnlich sehen. Ich selber esse Stockschwämmchen wirklich sehr gern, und mit einem guten Gefühl, und möchte niemand vor ihrem Verzehr abschrecken. Für den fortgeschrittenen Pilzsammler sind sie - wenn dieser sie erst kennt - eine gut bestimmende Art, sofern er immer auf die Stiele achtet.


    Zu deiner Frage: Nein, ich selbst habe noch keine Stockschwämmchen und Gifthäublinge unmittelbar miteinander verwachsen aufgefunden (=d.h. mit direktem Kontakt der Stiele in einer büscheligen Gruppe...). Funde am gleichen Stubben oder einem unmittelbar benachbarten sind mir aber schon mehrfach untergekommen, mit lediglich 30-40 cm Entfernung. Es wäre auf jeden Fall prinzipiell möglich, dass sie noch viel dichter beieinander stehen, oder ggf. untermischt wachsen. Ich weiß aus gesicherten, glaubhaften Berichten, dass Funde direkt beieinander auch schon vereinzelt gemacht wurden.


    Das Rätsel wurde sehr spontan und skizzenhaft entworfen und nicht lange geplant, es dient nicht primär als Demo. Hier eingestellt habe ich es, da es eine themtische Ergänzung zu diesem Thread darstellt, der sich ja bereits länger gerade der Frage der Unterscheidbarkeit beide Arten widmet. :)


    Hier noch zum Abschluss ein aktuelles Fundbild des Gifthäubling (G. marginata s.l. ) der letzen Tage, welches den gelegentlich sehr büscheligen Wuchs veranschaulichen kann. Die Fehleinschätzung, dass der Gifthäubling vereinzelt wachsen müsste, hält sich selbst bei fortgeschrittenen Sammlern leider relativ hartnäckig.