Beiträge von nochn Pilz

    August 2023

    bücken - frisch - Parkplatz

    von Suku




    Französische Revolution

    oder

    Der Herrenpilz



    Im grünen Wald der Herrenpilz,

    erzählt von seinen Heldentaten,

    in Samt gekleidet, nicht in Filz,

    besiegt´ er einst des Försters Spaten.


    Reckt seine Nase in den Himmel,

    Er rieche so frisch, würzig und edel,

    Verachte Pilcher, Konsalik, Simmel,

    Lese gern Nietsche, Kant oder Hegel.


    Er sei nun einmal vornehm und fein,

    Von hohem Stande, gebildet und klug.

    Jeglicher Pöbel bereite ihm Pein.

    Von solchem habe er schon lange genug.


    Er kenne Pilze, die lebten im Dreck,

    Sei´n sittenfern und ungepflegt.

    Zum Glück vegetierten diese weit weg,

    Stänken nach Aas, und das unentwegt.


    Und wie die aussäh´n, zerlöchert der Hut,

    Eklig und dünn, behangen mit Fliegen.

    An denen zu schnuppern erfordere Mut,

    Da würden ihn keine 10 Pferde zu kriegen.


    Völlig vertieft, sich sonnend in Pracht,

    Schwärmend von sich, gefällig und bieder,

    Übersieht er das Messer, gibt keine Acht,

    Find´ seine Leiche im Korb dann wieder.

    Liebe Freunde der fungiphilen Dichtkunst.

    Hier dürft Ihr Eure Stimme abgeben.

    Die Abstimmung endet mit Ablauf des 31. August.


    Welches der folgenden Gedichte hat Euch am Besten gefallen?

    Die Vorgaben waren bücken - frisch - Parkplatz.

    Und hier nochmal die Beiträge:




    Französische Revolution

    oder

    Der Herrenpilz



    Im grünen Wald der Herrenpilz,

    erzählt von seinen Heldentaten,

    in Samt gekleidet, nicht in Filz,

    besiegt´ er einst des Försters Spaten.


    Reckt seine Nase in den Himmel,

    Er rieche so frisch, würzig und edel,

    Verachte Pilcher, Konsalik, Simmel,

    Lese gern Nietsche, Kant oder Hegel.


    Er sei nun einmal vornehm und fein,

    Von hohem Stande, gebildet und klug.

    Jeglicher Pöbel bereite ihm Pein.

    Von solchem habe er schon lange genug.


    Er kenne Pilze, die lebten im Dreck,

    Sei´n sittenfern und ungepflegt.

    Zum Glück vegetierten diese weit weg,

    Stänken nach Aas, und das unentwegt.


    Und wie die aussäh´n, zerlöchert der Hut,

    Eklig und dünn, behangen mit Fliegen.

    An denen zu schnuppern erfordere Mut,

    Da würden ihn keine 10 Pferde zu kriegen.


    Völlig vertieft, sich sonnend in Pracht,

    Schwärmend von sich, gefällig und bieder,

    Übersieht er das Messer, gibt keine Acht,

    Find´ seine Leiche im Korb dann wieder.




    Sammelleiden


    Ach, was muss man doch von diesen

    Pilzesammelnden hier lesen,

    die, und das ist angenehmer

    und dazu auch viel bequemer,

    als in Kirche oder Schule

    festzusitzen auf dem Stuhle,

    sich, als ob sie es nicht besser wüssten,

    frisch zur Jagd im Walde rüsten,

    ungeachtet, dass es viel zu spät im Jahr ist oder früh,

    hoffnungsfroh durch Feld und Wald und Wiesen streunen.

    Doch trotz aller Hetz' und Müh'

    finden sie der Pilze keinen.



    Jaja, der Pilzler Los, es ist kein leichtes

    man denkt auch mal: grad' eben reicht es!

    Man war so oft schon viele Male

    und gänzlich leer blieb Korb und Schale.


    Doch wie gewünscht passiert es irgendwann

    Man kommt an einem Parkplatz an,

    gleich mal frisch hinabgebückt

    und flugs den ersten feinen Pilz erblickt.

    Und sind die nächsten gleich zur Hand,

    gerät man langsam außer Rand und Band

    und denkt sich: "derer werden mehrer sein",

    strebt tief in's Areal hinein,


    und schlendert weiter, stets den Blick zur Erde,

    auf daß das Körblein voll und voller werde.

    Man macht so manchen schönen Fund

    der da sich drücket aus der Erde Grund.


    Schlussendlich dann, zuhause angekommen

    und von der Jagd noch halb benommen,

    da sieht man erst, was das an vieler Arbeit ist

    so manches Stück ist von den Fliegen arg geküßt.

    Wir schnibbeln hier und rubbeln da,

    fallerie und hoppsassa!


    Und dann passiert, was nicht passieren sollte

    (wer hier nicht hingehört, ist Witwe Bolte,

    jedoch - es reimt sich, und das woll'n wir ja)

    Doch was passiert denn in der Pfanne da?!


    Dem heißen Gefäße ein Duft entströmt,

    der unsere Nase mitnichten verwöhnt -

    als ob die Zwiebeln viel zu scharf gebraten...

    das war es nicht - da ist was reingeraten...


    Ein Steinpilz war es, jung und knallig

    mit kugeligem Hut, die Röhren weiß...

    ...doch, wie sich rausstellt, war er gallig!

    S'ist Alles ungenießbar, geht in's Klo -

    die ganze Sammelei, was für ein Sch...

    Ja, leider geht es manchmal so...


    Doch, seid nicht traurig und auch nicht betrübt

    wenn Ihr nur fleißig weiter sammeln übt.

    Meine Antwort (vielleicht etwas zu ausführlich):


    Als Geotropismus bezeichnet man eine von der Schwerkraft bestimmte Wachstumsbewegung in der Natur. In diesem Fall ändert sich die Wachstumsrichtung von Pilzfruchtkörpern, nachdem sich die Lage des Substrates ändert. Besonders gut ist das bei mehrjährigen Großporlingen wie dem Zunderschwamm (Fomes fomentarius) oder dem Rotrandigen Baumschwamm (Fomitopsis pinicola) zu beobachten. Und zwar dann, wenn der besiedelte Baumstamm umstürzt. In diesem Fall ändert sich die Wachstumsrichtung von Pilzfruchtkörpern, nachdem sich die Lage des Substrates ändert. Die bisherigen Poren des Pilzes verschließen sich und es wird eine neue Fruchtschicht mit wiederum senkrechten Röhren gebildet.

    ...kleine Ergänzung:

    Paukenschlegel kannst Du auch gut zuhause in Wasser stellen und aufschirmen lassen...

    Das kannte ich nicht, muss ich mal ausprobieren.


    Zitat

    ...Nimmst du von den Paukenschlägeln auch nur die Knolle, also den späteren Hut, und den Stiel nicht?...

    Ja, genau. Ich schneide die Köpfe ab und lasse die Stiele stehen. Dann passen die Funde auch besser in den Korb.

    Ich habe soviel Pilzpulver, damit kann ich ganz Zentraleuropa versorgen. g:D

    Hallo Lila Auster, ich finde es sehr klug von Dir, sich als Anfänger hier Meinungen zum Thema abzuholen. :gbravo:

    Ich bevorzuge Paukenschlegel, also frische, noch nicht aufgeschirmte Fruchtkörper.

    Die muss man dann halt, wenn man sie klassisch zubereiten will, in drei oder vier Stücke zerlegen, um sie flach in die Pfanne zu bekommen.

    Bei aufgeschirmten Parasolen achte ich auf Konsistenz und Lamellenfarbe, aber das ist schwer zu beschreiben. Erfahrungssache halt.

    Allgemein kann ich empfehlen, beim Parasol vor dem Zubereiten den Stiel zu entfernen. Dafür schneide ich den zentralen Buckel auf dem Schirm ab. Man erkennt sehr gut den Stiel, den man dann von oben drücken und von unten ziehen kann. Der Hut hat dann ein sauberes Loch in der Mitte.

    Die Stiele lassen sich trocknen und zu Pilzpulver zermahlen.

    Hallo liebe Pilz- und Poesiefreunde.

    ...und weiter gehts mit dem fünften Monatsbewerb im 11. PPC-Jahr! Ich hoffe auf rege Teilnahme, trotz reichen Pilzfunden (hier im Nordwesten jedenfalls), natürlich vor Allem der routinierten Pilzlyrikexperten der letzten Jahre. Gerne sind auch neue Forenmitglieder, die ich hiermit ausdrücklich anspreche, willkommen: probierts mal mit den Pilzgedichten! Es ist eine zwar leicht vernachlässigte, aber sehr schillernde Facette unseres schönen Hobbys.

    Es geht darum der wenig beachteten Sparte der Poesie, den Pilzgedichten, die verdiente Geltung zu verschaffen.

    Also, traut Euch, zeichnet, dichtet, filmt, fabuliert, erzählt, malt, reimt, besingt, plaudert, hörspielt.... werdet kreativ!

    Hier finden sich die bisherigen Gewinnergeschichten: PP-Poesiealbum

    Eure Vorgaben:

    Das Gedicht (oder ähnliches Werk) muss mindestens 12 Zeilen vorweisen.

    Die Zahl eurer in den Monats-Wettkampf gebrachten Werke ist auf maximal drei begrenzt.

    Jedes eurer Gedichte hat selbstverständlich irgendwie die Pilze mit im Gepäck.

    Weiterhin müsst ihr eine weitere Vorgabe erfüllen, und zwar,

    von den nachfolgenden Vorgabethemen müsst ihr eine Thematik oder zumindest einen der Begriffe verwenden.

    Der Rest ist euch freigestellt. Macht wie ihr meint.

    Und jetzt ran an den Speck, Griffel gespitzt, die vorgegebenen Begriffe in diesem Monat sind

    bücken - frisch - Parkplatz

    Abgabeschluss ist der 24.08.23 24:00 Uhr.

    Juli 2023

    lügen- schwarz - Regenbogen

    von Suku




    Hundstage


    Fiebrig, wabernd, drückende Schwüle,

    Tropisch brütend, graubleiern schwer.

    Hechelnder Wunsch nach sanfter Kühle,

    Schwitzende Körper, flimmernder Teer.


    Ächzende Stille, kein Vogelsang klingt,

    Modrige Schwaden zähstickiger Luft,

    Kein gnädiger Hauch Erleichterung bringt.

    Regen und Denken in Hitze verpufft.


    Schillernde Fliegen, zudringlich schwirrend,

    Labend an Trägheit und klebrigem Schweiß.

    Schwarze Gedanken, richtungslos irrend,

    Im engen Käfig: wie lang noch so heiß?


    Schlaffe, verwelkte, fahlgrüne Blätter,

    Schrumplige Pilze, mumienhaft.

    Grimmiges Fluchen, verdammtes Wetter!

    Kein Glied bewegen, fern jeglicher Kraft.


    Träume von Niesel, frisch im Gesicht,

    Erquickende Brise kosend die Haut.

    Trommelnde Tropfen, brechendes Licht,

    Sehnend nach Regen, Hoffung erbaut.

    Mein Antwort-Vorschlag:


    Fruchtschicht = sporenbildende Schicht;
    Röhren = Fruchtschicht ("Schwamm") aus zahlreichen nebeneinanderliegenden senkrecht von der Hutunterseite abstehenden Röhren gebildet, Fichtensteinpilz;
    Lamellen = Fruchtschicht aus blattartigen Strukturen die radial zwischen Hutrand und Stiel angeordnet sind, Grüner Knollenblätterpilz;
    Stacheln = Fruchtschicht durch senkrecht von der Hutunterseite abstehende Stacheln gebildet, Semmelstoppelpilz.

    Heute fand ich östlich von Verden reichlich frische Parasol-Paukenschlegel.

    Da wir die garnicht alle selber essen können, freuten sich auch einige Nachbarn.

    Desweiteren gab es (nicht gesammelt) Perlpilze, grüne milde Täublinge, reichlich Rotfüsse und die erste Marone des Jahres.

    Liebe Freunde der fungiphilen Dichtkunst.

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    Die Abstimmung endet mit Ablauf des 31. Julis.


    Welches der folgenden Gedichte hat Euch am Besten gefallen?

    Die Vorgaben waren lügen- schwarz - Regenbogen.

    Und hier nochmal die Beiträge:



    Schwarze Wolken


    Heute sah ich - glaubt es oder glaubt es nicht -

    zwei, drei, vier, fünf, sechs Regenbogen

    im allerfeinsten Sonnenlicht,

    und fast ist daran nichts gelogen.


    Indes, ich würde dreistens lügen,

    tät' ich behaupten, einen Pilz geseh'n zu haben.

    Für diesen fehlte nämlich eins: der Regen,

    von dem die meisten Pilze sich bekanntlich laben.


    Nun werdet Ihr ganz sicher fragen:

    wieso erzählt er uns von Regenbögen?

    wenn es doch gar nicht Regen gab in diesen Tagen?

    Münchhausen, der Baron, der konnte besser lögen!


    Es ist doch so: Wenn es nicht Wahrheit ist,

    so ist es wenigstens doch gut erfunden.

    Und glaubt Ihr das nicht, bitte wisst:

    Bei Italienern ist's in aller Munden.


    Und wenn Ihr mich jetzt auch noch fragen tut,

    wieso ich das erdichtet hab' mit frischem Mut,

    dann sag' ich Euch: Es tut nicht weh,

    wenn man ein bißchen Quatsch verzapft beim Peh-Peh-Ceh.




    Hundstage


    Fiebrig, wabernd, drückende Schwüle,

    Tropisch brütend, graubleiern schwer.

    Hechelnder Wunsch nach sanfter Kühle,

    Schwitzende Körper, flimmernder Teer.


    Ächzende Stille, kein Vogelsang klingt,

    Modrige Schwaden zähstickiger Luft,

    Kein gnädiger Hauch Erleichterung bringt.

    Regen und Denken in Hitze verpufft.


    Schillernde Fliegen, zudringlich schwirrend,

    Labend an Trägheit und klebrigem Schweiß.

    Schwarze Gedanken, richtungslos irrend,

    Im engen Käfig: wie lang noch so heiß?


    Schlaffe, verwelkte, fahlgrüne Blätter,

    Schrumplige Pilze, mumienhaft.

    Grimmiges Fluchen, verdammtes Wetter!

    Kein Glied bewegen, fern jeglicher Kraft.


    Träume von Niesel, frisch im Gesicht,

    Erquickende Brise kosend die Haut.

    Trommelnde Tropfen, brechendes Licht,

    Sehnend nach Regen, Hoffung erbaut.

    Heute in der Wildeshauser Geest geerntet: einige ganz frische Perlpilze, zwei Kuhröhrlinge und den ersten Flocki des Jahres, ein sehr schönes Exemplar. Außerdem gesehen: Dachpilze, Waldfreundrüblinge, andere Wulstlinge, Täublinge. Es geht also gerade los. :gnicken:

    ... Der Hasbruch östlich von Bremen wurde mir auch schon empfohlen, das ist aber was wo ich wirklich ein paar Stunden investieren wollen würde...

    Hallo Lila Auster. Der Hasbruch liegt westlich von Bremen in der Nähe von Hude. Er ist NSG, Pilze pflücken ist dort verboten. Wenn Du etwas im Osten suchst, dann sieh Dir mal den "Salingsloh" bei Verden an.

    Viel Erfolg!

    Lieber Nobi,

    etwas verspätet, aber mit voller Symphatie:

    Alles Gute zum Geburtstag, Gesundheit, Glück und viele Gründe für gute Laune wünsche ich Dir.

    Da ich meine Pilzbilder alle fürs APR zurückhalte, einen kleinen Gruß aus der Zentralsahara:


    Hallo, wir hatten hier im Forum vor ein paar Jahren mal einen Erfahrungsaustausch mit Antizeckenmitteln. Seitdem verwende ich das relativ preiswerte "Zeckito Ultra-Protect". Das gibt es u.A. bei Rossmann-

    Es ist nicht so, dass ich gar keine Zecken mehr hätte, aber es sind wesentlich weniger geworden.

    Ich habe bisher auch noch nicht viel rund um Bremen gefunden, aber ich werde morgen oder übermorgen nochmal ein paar Stellen abklappern. Eigentlich müsste es bei dieser Bodenfeuchte bald losgehen. :gnicken:

    Hallo liebe Pilz- und Poesiefreunde.

    ...und weiter gehts mit dem vierten Monatsbewerb im 11. PPC-Jahr! Ich hoffe auf rege Teilnahme, natürlich vor Allem der routinierten Pilzlyrikexperten der letzten Jahre. Gerne sind auch neue Forenmitglieder, die ich hiermit ausdrücklich anspreche, willkommen: probierts mal mit den Pilzgedichten! Es ist eine zwar leicht vernachlässigte, aber sehr schillernde Facette unseres schönen Hobbys.

    Es geht darum der wenig beachteten Sparte der Poesie, den Pilzgedichten, die verdiente Geltung zu verschaffen.

    Also, traut Euch, zeichnet, dichtet, filmt, fabuliert, erzählt, malt, reimt, besingt, plaudert, hörspielt.... werdet kreativ!

    Hier finden sich die bisherigen Gewinnergeschichten: PP-Poesiealbum

    Eure Vorgaben:

    Das Gedicht (oder ähnliches Werk) muss mindestens 12 Zeilen vorweisen.

    Die Zahl eurer in den Monats-Wettkampf gebrachten Werke ist auf maximal drei begrenzt.

    Jedes eurer Gedichte hat selbstverständlich irgendwie die Pilze mit im Gepäck.

    Weiterhin müsst ihr eine weitere Vorgabe erfüllen, und zwar,

    von den nachfolgenden Vorgabethemen müsst ihr eine Thematik oder zumindest einen der Begriffe verwenden.

    Der Rest ist euch freigestellt. Macht wie ihr meint.

    Und jetzt ran an den Speck, Griffel gespitzt, die vorgegebenen Begriffe in diesem Monat sind

    lügen- schwarz - Regenbogen

    Abgabeschluss ist der 24.07.23 24:00 Uhr.