Ich hatte es oben schon geschrieben, aber ein Pilz der zufällig gelegentlich überschwemmt wird, ist noch lange kein mariner Pilz.
Selbst dann nicht, wenn er permanent von Süßwasser umgeben ist.;)
Die Frage dreht sich doch um eine aquatische Lebensweise, die ja nicht nur den marinen Bereich betrifft.
In so fern darf man m.M. nach z.B. den Wasserkreisling und den Sumpfhaubenpilz durchaus im aquatischen Bereich ansiedeln.
Weiter kämpfen wir noch mit der Definition "Aquatisch". Ist eine Art nur dann aquatisch zu nennen, wenn alle Teile ununterbrochen vom Wasser umschlossen sind? Oder ist eine Art auch dann aquatisch, wenn das Myzel zwar permanent unter Wasser liegt, die Fruchtkörper jedoch über die Wasseroberfläche geschoben werden?
Wo ist die Grenze zwischen "aquatisch" und "semiaquatisch" ?
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Hallo Ralf,
die Definitionen müssen etwas aufgearbeitet werden:
* aquatisch bedeutet, dass ein Organismus zum Wasser gehört, ihm aber nicht ständig ausgesetzt sein muss. Das bedeutet, hierein fallen auch Arten wie Cudoniella clavus oder Mitrula paludosa, oder auch die ganzen Kernpilze, die wir so gefunden haben. Im Englischen werden diese Arten aus als "freshwater fungi" bezeichnet, weil sie zumeist in fließenden Gewässern zu finden sind.
* semiaquatisch bedeutet wohl, dass eine Art in Gewässernähe wächst, aber nicht dem Wasser ausgesetzt ist. Wir hatten auch einige Arten wie Pseudohalonectria lutea, die oft an Stämmen und Ästen zu finden ist, die irgendwo am Bachufer in der Erde stecken. Zwar gibt es wohl Kontakt mit Wasser, aber der dürfte sich sehr in Grenzen halten. Ich halte semiaquatisch daher eher für eine Umschreibung für eine Art Feuchtbiotop mit besonderen ökologischen Parametern.
* marine Arten sind dagegen andauernd im Wasser oder auf dessen Oberfläche zu finden, und da sind wir auch nicht mehr bei "freshwater", sondern wirklich im Meer oder in Seen, ohne Kontakt zum Ufer. Das ist ein ganz anderes Biotop mit eigenen Faktoren.
Ich habe z.B. auch in der Grube Cox nach unseren aquatischen Pilzen geguckt, habe vom Gewässerrand (was ja per definitionem "marine" ist) Hölzer und Stängel aufgehoben, darauf aber überhaupt nichts gefunden, obwohl ich weiß, dass es mit Obtectodiscus und verschiedene Loramyces Arten gibt, die sich sozusagen genau zwischen aquatisch und marine befinden (an Gewässerufern auf abgestorbenen Halmen von z.B. Typha).
Ich halte die Begriffe aquatisch und semiaquatisch abschließend für diffus und spreche eigentlich nur von aquatisch, da die Abgrenzungen unklar sind.
lg björn
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* aquatisch bedeutet, dass ein Organismus zum Wasser gehört, ihm aber nicht ständig ausgesetzt sein muss. Das bedeutet, hierein fallen auch Arten wie Cudoniella clavus oder Mitrula paludosa, oder auch die ganzen Kernpilze, die wir so gefunden haben. Im Englischen werden diese Arten aus als "freshwater fungi" bezeichnet, weil sie zumeist in fließenden Gewässern zu finden sind.
* semiaquatisch bedeutet wohl, dass eine Art in Gewässernähe wächst, aber nicht dem Wasser ausgesetzt ist. Wir hatten auch einige Arten wie Pseudohalonectria lutea, die oft an Stämmen und Ästen zu finden ist, die irgendwo am Bachufer in der Erde stecken. Zwar gibt es wohl Kontakt mit Wasser, aber der dürfte sich sehr in Grenzen halten. Ich halte semiaquatisch daher eher für eine Umschreibung für eine Art Feuchtbiotop mit besonderen ökologischen Parametern.
* marine Arten sind dagegen andauernd im Wasser oder auf dessen Oberfläche zu finden, und da sind wir auch nicht mehr bei "freshwater", sondern wirklich im Meer oder in Seen, ohne Kontakt zum Ufer. Das ist ein ganz anderes Biotop mit eigenen Faktoren.
Ahoi (zum Seemannsgruß gewordener tschechischer Gruß)
...und damit sind wir in media res.
Der Kleine Lateiner in mir
(Sorry, mehr habe ich an dokumentierter Quali nicht vorzuweisen)
ist ob des obigen Diskurses ein Wenig in's Straucheln gekommen.
Und zwar in erster Linie wg. des Begriffes "marin"
Soviel weiß ich noch:
aqua = Wasser (das)
aquatisch würde somit bedeuten:
dem Wasser zugehörig/zugeordnet/im Wasser wachsend/lebend odr beheimatet u. dergl. mehr
semi = [Maggi Knödel halb und] halb oder dazwischen u. Ä. (Präfix)
semiaquatisch also würde bedeuten:
halb im/am/auf/neben dem Wasser odr vielleicht noch von ihm abhängig.
mare = Meer (das)
marin würde somit bedeuten:
im/auf/am/unter dem Meer
wurzelnd/wachsend etc.
Siehe marine Lebensformen
sarifa: bitte gerne Deinen Senf dazu.
Und genau da kommt er in's Straucheln, der kleine Lateiner.
(...und hat schon wieder eine falsche Taste gedrückt,
was das bisher Geschriebene in den Orkus oder in die unergründlichen Weiten des Weltalls schießt.
Also Alles nochmal auf Anfang...
...und: BITTE:)
Die Bedeutungen der dankenswerterweise oben von Björn zitierten Begriffe
decken sich nicht mit den Übersetzungen, die Trennungsschärfe fehlt.
Deutlicher:
Sie (die Begriffe) sind irreführend.
Malone mag so etwas nicht.
Nun wären die des Lateinischen wirklich Mächtigen
(kurz: große Latiner) aufgerufen,
sich hier einzumischen.
Folgende Begriffe sind IMHO sauber zu übersetzen:
1. "zum Wasser gehörig"
Aber auch das ist an sich schon eine sehr schwammige Definition,
da wird mir ein wenig mulmig.
2. "in Gewässernähe lebend"
3. "im Wasser lebend"
und eben nicht nur im MEER, also im Salzwasser, sondern auch in Süß-Wasser.
LG
Malone