Hallo zusammen,
betrachtet für Nord- und Mitteldeutschland würde für lange Zeit unbewirtschaftete Gebiete (also "Urwald") bedeuten, dass es einen an Baumarten eher armen, Rotbuchen dominierten Wald gäbe, der mit dichtem Kronendach wenig Licht auf den Waldboden durchlässt. Die Diversität sowohl an Bäumen, als auch an Unterholz und krautigen Pflanzen wäre eher gering und nur in Lichtungen bei umgestürzten Bäumen zu finden. Bei liegendem Totholz würde sich eine größere Artenvielfalt an Insekten und Pilzen finden, die allerdings sehr spezialisiert wäre. Für die Artenvielfalt wäre eine Mischung von unbewirtschafteten und bewirtschafteten Flächen am günstigsten. Ähnlich sieht es für die CO2 Bilanz aus. Dicke, alte Bäume speichern zwar primär mehr CO2, als jüngere Bäume, allerdings ist die regelmäßige Entnahme von Bauholz hier noch günstiger, weil weniger CO2 durch die Verrottung in den Kreislauf zurückgelangt. Es gibt also keine einfache Antwort auf die Frage, was jetzt ökologisch sinnvoller ist. Klar ist aber: Forstwirtschaft, die möglichst wenig Zerstörung v.a. in den Bodenstrukturen mitbringt, die Diversität bei der Bepflanzung mitbringt, die Umweltfaktoren, wie Feuchtigkeitshaushalt, Böden, Klima berücksichtigt sind aus ökologischer Sicht sinnvoller, als Fichtenplantagen im Flachland. Und: ein Umgang mit Flächenressourcen, der langfristig den Interessen und Bedürfnisse der möglichen Nutzenden widerspricht (z.B. Wald als Erholungsfläche) würde ich auch nicht als nachhaltig bezeichnen.
LG Michael