Beiträge von Pantherina

    Ich würde dir auf jeden Fall "Pilze an Bäumen" von Hermann Jahn empfehlen. Da ist sehr viel an "gängigen" Holzbewohnern drin. Meiner Meinung nach ein ganz tolles Buch!


    Deutlich wissenschaftlicher und nur auf Porlinge beschränkt ist "Die pileaten Porlinge Mitteleuropas" von Heinrich Dörfelt, welches ja schon erwähnt wurde.


    Liebe Grüße

    Vroni

    Liebes Forum,

    folgenden Fund machte dieses Jahr Ende Juli auf einem Holzlagerplatz. Die Fruchtkörper wuchsen gesellig auf einem Berg auf Holzhäcksel, Erde und Rindenstücken.

    Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Freilandfotos, da es ein Zufallsfund war, als ich mit meinen Kindern unterwegs war, hatte ich nur meine miserable Handykamera und wenig Zeit zur Verfügung ;)



    Nun zu den "harten Fakten":

    Makroskopische Beschreibung

    • Hutdurchmesser bis 35 mm
    • Hut kegelig mit Buckel; junge Fruchtkörper "oval paukenschlegelartig"
    • Hüte weiß bis cremefarben, Hutmitte hell bräunlich (stärker ausgeprägt bei älteren Exemplaren)
    • Hut mit weißen, mehlig-körnigen und abwischbaren Velumflöckchen bedeckt; zum Rand hin weniger werdend
    • Hutrand bei älteren FK fein gerieft
    • Lamellen frei
    • Lamellen gedrängt stehend
    • Lamellen weiß bis cremefarben
    • Stiel lang, schlank, zylindrisch, Länge bis 100 mm, Durchmesser bis 6 mm
    • Stielweiß bis cremefarben, bei Reibung und auch nach längerem Liegen leicht rötend
    • Stiel mit einem häutigen, aufsteigenden Ring, OF leicht wattig und mit minimalen Brauntönen (Bino)
    • Stiel unterm Bino auf ganzer Länge fein bepudert wirkend; oberhalb des Ringes stärker ausgeprägt
    • junge Exemplare mit Guttationstropfen oberhalb der Ringzone
    • Stiel hohl
    • Stielfleisch im Längsschnitt rötend
    • Geruch leicht unangenehm (Müllcontainer; erinnert ein wenig an Tricholoma album), im Feld mit leichter Zitrusnote


    Mikroskopische Merkmale:

    • Sporen ovoid bis ellipsoid
    • viele Sporen mit einem großen Öltropfen
    • undeutlicher Keimporus?
    • Durchschnitt 9 x 6 µm
    • Basidien viersporig
    • Cheilozystiden extrem dicht an der Lamellenschneide
    • lageniform 70 x15 µm

    60 x 15 µm


    80 x 20 µm


    55 x 17,5 µm


    72,5 x 17,5 µm

    • keine Pleuros gefunden
    • Huthaut: mit sichtbaren Endzellen, auf jeden Fall kein Epithelium
    • keine Schnallen gefunden


    Auffällig war die extrem dicht mit lageniformen Cheilos besetzte Lamellenschneide.



    Huthaut



    Ich habe mit verschiedener Literatur geschlüsselt und lande mit dem Schlüssel der Funga Nordica bei der Gattung Leucocoprinus.

    Etwas richtig passendes finde ich nicht, am ehesten erscheint mir noch Leucocoprinus cepistipes passend, allerdings sind meine Cheilos deutlich länger als in der mir verfügbaren Literatur angegeben.

    Laut Krieglsteiner kommt diese Art ach gelegentlich im Freiland auf "Rindenschrothaufen im Wald" vor, was natürlich sehr gut zu meinem Fundort passen würde.


    Vielleicht hat sich ja jemand von euch näher mit der Gattung Leucocoprinus beschäftigt und kann mir hier weiterhelfen?


    Viele liebe Grüße

    Vroni

    Liebes Forum,


    aktuell versuche ich mich an der Bestimmung einiger Exsikkate von diesjährigen Funden.

    Im Gröger-Schlüssel bin ich dabei auf folgende Schlüsselfrage gestoßen:

    "L mit Ammoniak-Dämpfen grün oder rot verfärbend" (S. 25, Schlüsselfrage 19a).

    Eine positive Reaktion führt mich zur Gattung Leucoagaricus.


    Meine Frage ist nun: Wie teste ich eine solche Reaktion? Vermutlich nur am Frischmaterial möglich? (Wäre aber dann interessant, falls ich wieder mal einen ähnlichen Fund mache).

    Pilz über ein Fläschchen mit hochprozentiger Ammoniaklösung halten (wegen der Dämpfe)?


    Vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrung damit und kann mir weiterhelfen :)


    Den Fund, um den es geht, stelle ich später auch noch ein, bisher bin ich nämlich zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.


    Liebe Grüße und habt schöne Weihnachtsfeiertage

    Vroni

    Puuh....

    Ich bin selbst Mama von zwei kleinen Kindern (3 und 6) und meine Kinder wachsen "zwangsweise" mit Pilzen auf.

    Das heißt, sie lernen von klein auf, dass Pilze sehr giftig sein können und dass man sie zwar anfassen kann, aber auf keinen Fall in den Mund stecken darf.

    Bei meiner Tochter konnte ich mich von Anfang an drauf verlassen, dass sie sich daran hält (natürlich war sie trotzdem nicht unbeaufsichtigt mit Pilzen zu Gange). Bei meinem Sohn würde ich die Hand nicht dafür ins Feuer legen.

    Und das, obwohl beide die gleiche Erziehung genossen haben ;)

    Hätte ich in meinem Garten Knollis oder ähnliche sehr giftige Pilze, würde ich sie trotz Aufsicht wohl auch lieber entfernen. Wie schnell ist man mal kurz mit der Aufmerksamkeit woanders - und damit meine ich nicht GNTM auf dem Handy 🥴, sondern es reicht ja schon, wenn sich nicht alle Kinder genau am gleichen Ort aufhalten oder eins muss aufs Klo oder Durst hat oder was auch immer....


    Klar ist es unsinnig, den Boden auszutauschen oder sonst was, das wurde ausführlich diskutiert.

    Aber von hier zu Elterntaxis und Handysucht der Eltern zu kommen, ist schon ein weiter Weg und m.M. nach auch unangebracht, einfach mal alle Eltern über einen Kamm zu scheren.


    In diesem Sinne würde ich einfach sagen Safety First. Ansammeln und gut ist.


    Liebe Grüße

    Vroni

    Guten Morgen,

    Ich bin bei der Gattung keine Expertin, aber ich denke auch, dass es sich um einen Dachpilz handelt.

    Wäre vielleicht Pluteus romellii (Gelbstieliger Dachpilz) eine Möglichkeit? Dieser hat so einen schönen gelben Stiel und auch die Lamellen können gelblich sein. Auch wächst er oft (scheinbar) auf dem Boden.

    Bin gespannt auf weitere Einschätzungen!

    Viele Grüße

    Vroni

    Hallo Sebbo,

    wie mein Vorgänger schon schreibt: für einen Parasol fehlt die Stielnatterung (auch wenn man von deinem Stiel nicht viel sieht) und auch die safranrote Verfärbung spricht dagegen.


    Ich vermute, du hast die Pilze im Fichtenwald gefunden und denke aufgrund der düsteren Farben und dem fehlenden Kontrast zwischen Huthaut und Hutschuppung an den Olivfarbigen Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri).


    Eine Verzehrfreigabe ist das natürlich nicht🙂


    Viele Grüße

    Vroni

    Super, vielen Dank für deine Einschätzung, Hias!


    Über das "practically smooth" bei G. pseudomycenopsis bin ich auch etwas gestolpert, einfach deswegen, weil gleichzeitig eine Plage erwähnt wird - eine solche kann doch nur bei ornamentierten Sporen deutlich sichtbar sein, oder?


    Wie auch immer, dann leg ich den Fund als G. marginata (s.l.) ab. Schon krass, wie variabel da die makroskopische Erscheinung sein kann....

    Danke für eure Einschätzungen. Dann schließe ich Galerina zumindest nicht mehr ganz aus.


    Ich habe unmittelbar davor eine ganz typische Galerina mikroskopiert, da waren die Zystiden etwas anders geformt. Schon auch lageniform, aber nicht so spitz,sondern teilweise leicht kopfig.

    Vielleicht bin ich auch davon beeinflusst ;)



    Vielleicht messe ich nochmal ein paar mehr Sporen (es waren um die 20) und ein paar mehr "ungewöhnliche".


    Liebe Grüße!

    Servus Cognacmeister,


    danke, aber beides schon aufgrund der Farbe des Sporenpulvers(Schwefelköpfe) und der Tatsache, dass die Stiele beringt waren, ausgeschlossen. Das Spp war rostbraun (hatte ich nicht extra erwähnt, sorry) ;)

    Bin mir eigentlich schon sehr sicher, dass es sich um eine Galerina handelt.

    Hallo an alle Liebhaber der LBMs!


    Diese kleine Galerina beschäftigt mich seit ein paar Tagen und ich komme nicht so richtig weiter:



    Fundort: an einem Fichtenstumpf; gesellig wachsend, ca. 10 FK


    Makroskopische Merkmale:

    - Hüte glockig und alle mit diesem auffälligen, spitzen Buckel in der Hutmitte

    - Hutdurchmesser 10 - 20 mm

    - Hüte orangebraun, im Zentrum etwas dunkler und zum Rand hin heller werdend

    - Hut im äußeren Drittel schwach durchscheinend gestreift

    - keine Velumreste am Hut


    - Lamellen creme bis hellocker

    - Lamellen angewachsen und mit kleinem Zahn herablaufend

    - Lamellen nicht auffällig dicht oder entfernt stehend


    - Stiel zylindrisch

    - häutiger, hängender Ring

    - Stielspitze weiß bereift

    - Stiel unterhalb des Ringes weißlich überfasert; wirkt bei manchen FK wie genattert


    Mikroskopie:

    - Sporen ornamentiert; mit Plage

    - kleiner Keimporus (?)

    - Durchschnittsgröße der Sporen 10,29 x 6,13


    - Pleurocystiden vereinzelt vorhanden; lageniform bis fusiform (teilweise mit ziemlich "dickem Bauch"); Länge ca. 55 µm


    - Cheilozystiden zahlreich, lageniform, teilweise mit Spitze am Ende; Längen der beiden "herausgequetschten" 44,41µm und 50,08µm



    - Schnallen vorhanden


    - Basidien 4-sporig; wobei ich meine dazwischen auch vereinzelt 2-sporige entdeckt zu haben (ich bin mir allerdings nicht sicher, ob da nicht enfach Sterigmen verdeckt waren, die ich auch beim Fokussieren nicht erkennen konnte)


    Alle Präparate wurden im KOH betrachtet (teilweise mit Kongo angefärbt) und 400-fach vergrößert; bei den Sporen 1000-fache Vergrößerung.



    Ich habe versucht, mit der Funga Nordica zu schlüsseln, komme da aber nicht so recht auf einen grünen Zweig.

    Ich entweder bei G. badipes (laut FN zweisporig; in PDS wird von einer 2- und einer 4-sporigen Variante gesprochen); hier fehlt mir allerdings eindeutig der sich nach unten hin verdunkelnde Stiel und auch sind meine FK viel kleiner.

    Verfolge ich den Weg mit 4-sporigen Basidien, stehen noch G. marginata (schließe ich aufgrund des Habitus aus) und G. pseudomycenopsis "zur Verfügung". Bei letzterer passt die Ökologie aber auch so gar nicht.


    Ganz abgesehen davon, finde ich in keiner der mir aktuell zur Verfügung stehenden Literatur derartig spitzhütige Häublinge. Ist der spitze Buckel nur ein Artefakt? Dann aber bei allen Fruchtkörpern der Kollektion?....


    Vielleicht hat von euch jemand eine Idee und kann mir ein bisserl auf die Sprünge helfen.


    Lieben Dank und viele Grüße

    Vroni

    Mir fällt da höchstens die ÖMG ein, da heißen Pilzsachverständige ja Pilzberater. Wenn dem so wäre, würde es aber keinen Sinn machen, warum er das nicht explizit erwähnt bzw. einen Scan seines Zertifikats zur Verfügung stellt.

    Ich bin Pilzberaterin BMG, die Bayerische Mykologische Gesellschaft verwendet die Bezeichnung auch :)

    Aber ich stimme dir voll zu, es gehört sich einfach zu sagen, woher man seine Zertifizierung hat.

    Servus zusammen,


    ich war gerade auf der Internetseite und finde das auch ganz schön "reißerisch" aufgemacht.

    Natürlich macht das Lernen von den Gattungen (der Begriff wird allerdings nicht mal verwendet) zu den Arten hin Sinn, ist aber nix Neues und dieses Konzept wird auch bei zahlreichen anderen seriösen Stellen vermittelt. Dass man das dann alles sicher binnen weniger Stunden intus hat, halte ich für ein Gerücht. Da wird es auch nix helfen, dass man knapp 250 Euro für den Online-Kurs abgedrückt hat. Ein stolzer Preis.


    Mich würde außerdem interessieren, bei welcher Organisation er "zertifizierter Pilzberater" geworden ist, ich finde sowas gehört einfach angegeben, wenn man seriös wirken will.


    Bin gespannt, ob es vielleicht jemanden gibt, der tatsächlich schon Erfahrungen mit dem Angebot gesammelt hat.


    Liebe Grüße

    Vroni

    Hallo,

    hast du einen zum Sporen ausgelegt?

    Ich würde wetten, dass du dunkles Sporenpulver erhältst und würde hier durchaus auf Schwefelköpfe tippen.

    Am Hutrand sind Velumreste zu erkennen, allein das spricht gegen die Gattung Gymnopus und auch der faserige Stiel ist gar nicht rüblingsartig.


    Zur Zähigkeit kann ich dir allein vom Foto nicht viel sagen ;)


    Viele Grüße

    Vroni

    Hallo Mario,

    bei unserer Vereinsexkursion vergangenes Wochenende konnten wir den Tranigen Glöckling (Entoloma hirtipes) finden.

    Makroskopisch sahen unsere Fruchtkörper denen auf deinen Bildern recht ähnlich, vielleicht vergleichst du mal.

    Es lohnt sich auch eine Geruchsprobe, vor allem an der Stielbasis: ältere Exemplare riechen deutlich fischig, bei jungen geht der Geruch m.M. in Richtung Fensterkitt.


    Liebe Grüße

    Vroni

    Hallo, ich mag auch

    Pilze an Bäumen von Hermann Jahn sehr gerne.


    Weiß allerdings nicht, ob das in die Richtung geht, die du suchst, der Dörfelt enthält ja Bestimmungsschlüssel und ist schon sehr wissenschaftlich.


    Beim Jahn gibt es keine Bestimmungsschlüssel, aber ich denke die gängigsten Holzpilze sind erfasst (nicht nur Porlinge) und ich mag die Texte dazu recht gerne.


    Liebe Grüße

    Vroni