Beiträge von Climbingfreak

    Hallo ihr lieben,


    ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, dass dieses Unterforum leer bleibt, deswegen habe ich mich entschlossen, dieses mal mit ein bisschen Leben zu füllen.


    Fangen wir mit einem Pilz an, der recht häufig, leider aber vollkommen unterkartiert ist. Ich rede von Mastigosporium album, einem sehr häufigen Blattfleckenerreger auf dem Gemeinen Wiesenfuchsschwanz Alopecurus pratensis. Die wenigen Fundpunkte in Deutschland sind ein Witz. Nur noch eine kurze Bemerkung zur taxonomischen Stellung der Pilzart. Diese ist unsicher, denn eine teleomorphe Form konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Sicher ist, dass sie zu den Pezizomycotina gehört.


    Das Gras ist sehr einfach zu erkennen. Es kommt natürlich gerne an feuchten, nährstoffreichen Wiesen vor. Deswegen kommt die Pflanze sehr oft auf Feldrändern stark gedüngter Felder vor. Die einzige Verwechslungsmöglichkeit sehe ich bei dem Wiesenlieschgras Phleum pratense, das aber einen steiferen Blüten- und Fruchtstand, der auch gegabelte Spelzen hat.



    Bilder:


    Zuerst der Wiesenfuchsschwanz




    dann noch eins von einer sehr lieben Pilzfreundin von mir



    Die Blattflecken sind durch die ovale Form, der braunen Farbe mit dem gelben Hof gut zu erkennen. Die weißen Beläge sind die Konidien, bzw. Konidienträger. Es empfiehlt sich die Blätter nach Entnahme in einem geschlossen Plastikgefäß aufzubewahren, denn die Konidien sind leicht vergänglich. Die ideale Zeit die Pilze zu finden ist quasi jetzt, also von April bis Juni.



    Für die Mikroskopie empfiehlt es sich ein Präparat mit Tesa-Film zu machen. Die wunderschönen Sporen (max. 70 x 16 µm) sind eine erfolgreiche Nachsuche auf jeden Fall wert. :sun: Wenn ihr diese Sporen nicht nachweisen könnt, dann legt die Blätter mal über Nacht in eine feuchte Kammer oder einen verschlossenen, aufgeblasenen Plastikbeutel mit ein paar Tropfen Wasser drin. Wenn dann keine Konidien nachweisbar sind, dann haben die Blattflecken andere Ursachen.




    Ich hoffe, dass ich einige von euch zur Nachsuche animieren konnte. Wenn die anderen Blattfleckenerreger an den Standardsüßgräsern sich wieder ziegen, stelle ich die auch gerne vor.


    l.g.
    Stefan


    Na ja, ich könnte Brillen einführen oder dich von der Beckenkante ins Schwimmbad schubsen. Der Möglichkeiten gibts da viele. :evil:


    Okay, Brille könnt ich noch akzeptieren, aber dann bitte eine Gleitsichtbrille mit hübschem Rahmen. Die ist nämlich fällig und reißt mir ein Riesenloch ins Budget. Aber ins Schwimmbad schubsen?! 8| Damit ich dann die Radieschen von unten betrachte??? Stefan, Stefan! :haue: Ich kann doch gar nicht schwimmen!


    Sorry wusste ich nicht. Na guuuut, dann halt 10 Stunden Kinderplanschbecken ohne Bewährung. Hauptsache Schwimmbad. :cool:


    Edit: Hab gerade nachgesehen. Im Laux (zumindest in meiner Ausgabe) ist der Pilz drin und auch schön agebildet. ;) In 1-2 anderen populärwissenschaftlichen, deutschsprachigen Werken ist der auch drin. Im Flück und im Bildbuch von Andreas und Tanja z.B.


    Na ja, ich könnte Brillen einführen oder dich von der Beckenkante ins Schwimmbad schubsen. Der Möglichkeiten gibts da viele. :evil:


    Na ja, das habe ich iwie befürchtet. Der Joker ist genial, allerdings nur, wenn man eine Ahnung hat, in welche Richtung der Pilz ungefähr gehen könnte. Ich kann nur zu dem sagen, dass euch nur noch die Renate helfen kann. :evil: Ich guck dann mal, ob der Pilz im Gerhardt und Laux drin ist. Ich gehe mal ganz stark, davon aus, dass er in beiden drin sein wird. Falls nicht, melde ich mich da nochmal.


    l.g.
    Stefan


    Nach der Auflösung macht ihr dann bestimmt alle den hier. ==Gnolm12 ;)

    Hi,


    ja sehr schön. Ich glaube es gibt außer Kerstin, Mreul und uns beiden hier im Forum nur noch wenige Leute, die sich über anamorphes Zeug freuen können. :D Die grünblauen Synnema sind aber auch ein Träumchen. :sun:


    Muss ich bei Gelegenheit auch mal danach Ausschau halten. :)


    l.g.
    Stefan


    Jetzt bin ich aber verdammt sauer. Nach stundenlangem Gerhardt- und Laux-Studium, googeln nach den wildesten Kombinationen habe ich vier die infrage kommen, aber keinen der renaten-granatenmäßig zu dem Joker passen würde. ==21


    Hi,


    also ich würde mich sehr wundern, wenn der Pilz nicht in einem von beiden Werken drin wäre. Ich kann ja später mal nachsehen. Wie siehts denn sonst so aus? Montag Abend Auflösung?


    l.g.
    Stefan

    Hi,


    deine ersten Pilze sind irgendwelche Psathyrellen. s.l.


    Zu 4.: Irgendein Agaricus; bei solchen Trockenschäden noch eine Bestimmung versuchen zu wollen, ist aus meiner Sicht nicht mehr möglich. Die Gattung ist nicht leicht und man braucht schon ein Mikroskop und Spezialliteratur für die Bestimmung.
    Auf alle Fälle herzlichen Dank für den unterhaltsamen Beitrag.


    l.g.
    Stefan


    Hi,


    das ist eine gute Frage. :) Soweit, wie ich das einschätzen kann sind die Krankheiten überall vertreten. Der einzige Unterschied ist, dass die Kartoffeln in den Andenregionen zumindest früher sich an die Pilze gewöhnt haben und auch Abwehrmechanismen entwickelt haben. Als dann die Kartoffeln ins "saubere" Europa gebracht wurden, wo es die Krankheitserreger nicht gab, haben sie die Awehmechanismen "verlernt". Das war auch einer der Gründe dafür, dass in Europa, besonders aber in Irland, in den 1850er Jahren durch Phytophtora infestans die große Hungersnot ausgebrochen ist. Mit einer "klassischen" Überzüchtung, wie wir sie bei Hunden kennen, hat das aber aus meiner Sicht nix zu tun. Heute werden resistente Sorten. z.B. gegen Kartoffelkrebs gezüchtet.
    Übrigens: Bist du dir sicher, dass du die Sortenzahl nicht mit den Tomaten verwechselst? Von denen gibt es ca. 5000 Sorten weltweit, das weiß ich zufällig... ;)


    l.g.
    Stefan


    Schwierig bis sehr schwierig ist aber die Pigmentierung im Hut: inkrustierend im Trama und intrazellulär in den Endzellen. Damit wird die Sektion definiert.


    Gruß
    Wolfgang


    Hallo Wolfgang,


    das ist genau der Grund, warum ich mit der Gattung nix anfangen kann. Mir fehlt da einfach die Erfahrung, Fähigkeit zur Einschätzung, Vermögen, kann man nennen, wie man will diese Merkmale zu erkennen und richtig zu deuten... Hast du da einen Tipp für mich, wo so was abgebildet ist?


    l.g.
    Stefan


    Hallo,


    da fällt mir zu Rhizoctonia noch was aus älterer Zeit ein: Vertreter dieser Gattung sind ja Symbiosepartner von Orchideen an den Wurzeln. Ich hab mal eine Orchidee gefunden, bei der der Pilz mit durchgehendem Belag auf der Blattunterseite wuchs, aber nicht parasitisch, also mit irgendwelchen erkennbaren Blattschädigungen, sondern symbiontisch. Der Beleg wird wie alle meine anderen in der Botanischen Staatssammlung, München aufbewahrt, falls sich das jemand näher ansehen will.


    Viele Grüße
    Dieter


    Hi,


    ich dachte bisher, dass die Symbiosepartner von Orchideen zu den Glomeromycota gehören würden. Das ist seltsam. oder irre ich mich da? :/ Rhizoctonia zählt, wie du schon sagtest zu den Cantharellales.


    Hallo Ihr Zwo!
    Osiris hat diesen beitrag in 2011 verfasst. Vielleicht hat er seinen Account bei Imagehack gekündigt o. ä., darum sind die Bilder nicht mehr zu sehen. Außerdem war Osiris im Dezember 2011 zum letzten Mal hier aktiv. Darum wird er Eure Frage/ Eure Bitte wohl nicht mehr lesen.


    Oder aber die Fotos sind gelöscht, weil die nur 2 Jahre gespeichert werden. Das ist bei den kostenlosen Angeboten von den Upload-Diensten wohl so üblich habe ich mir sagen lassen. Alte und sehr interessante Fotos von Björn Wergen sind ja teilweise aus dem Grund auch nicht mehr zu sehen.


    l.g.
    Stefan


    Hi,


    auf dem letzten Bild ist aber schon ein weißes Pulver auf der braunen Tischplatte zu sehen, oder sieht das nur so aus? ;)


    l.g.
    Stefan

    Hi,


    na ja, das wird wohl auf junge Zunderschwämme oder junge FlachLackis hinauslaufen. Das weiße kann Sporenpulver von Zunderschämmen sein. Wenn die aussporen, dann ist alles drumherum mit einer sehr dicken, weißen Sporenschicht bedeckt. Waren deine Finger weiß, als du den weißen Belag verscuht hast abzuwischen. Alternativ kann das Weiße von der "Jugend" der Fruchtköper herrühren...


    l.g.
    Stefan

    Hi ihr lieben,


    ich hatte in der letzten Woche eine kleine Sternstunde. Ich habe mal was sehr knuffiges mikroskopiert. Die Bilder sind alle mit einer Stereolupe aufgenommen und sind demzufolge entsprechend unscharf. Ich habe mich aber trotzdem gefreut, dass ich die beiden Schimmelpilzgattungen hatte.


    Die erste war besonders üppig gewachsen. Meist sind das nur winzig kleine Bereiche, wo der wächst. Hier war das richtig massiv, eines sonst sehr zarten Vertreters, so dass ich das fotografieren musste. :cool:



    Mikrobild als kleine Hilfestellung



    Schimmel 2 wirkte gegen so zarte Strukturen "grob", wenn ich das mal so sagen darf. Auf Tipps von euch bin ich gespannt; bitte per PN.



    Wir können gerne mal ein Experiment machen. Ein Grund, warum ich das Rätsel erstellt habe, ist auch die Tatsache, dass den meisten von uns nur beim Begriff "Schimmelpilz" Penicillien und Aspergillen einfallen. Die versierteren von uns kennen dann noch Fusarien, Alternaria, Mucor und Rhizopus aber dann wirds auch schon eng. Weitere Gattungen, die euch spontan einfallen können, dürfen und sollen im Thread weiter genannt werden. (Kleine Zusatzaufgabe)


    Also was für Schimmelpilze sind oben abgebildet? Nochmal: bitte per PN. ;)


    l.g.
    Stefan


    :evil: Ach ja, versucht gar nicht erst in den Joker den Trompetenschnitzling reinzuinterpretieren. Der ist es nicht. :D Schon allein deswegen nicht, weil der Stiel beim Rätselpilz für den zu glatt ist. :cool:


    Hi,


    ich kannte die Klasse bis letztes Jahr auch nicht. Ich hab sie erst beim Fachberater-Phyto-Kurs bei Meike Piepenbring kennengelernt. Von Kartoffelkrebs habe ich persönlich nicht gefunden, aber mal live gesehen. Ansonsten habe ich bisher nur einmal einen Chitridiomyceten an Löwenzahn "finden" können und zwar im Wissenschaftsgarten der Uni Frankfurt/Main; eben bei dem Phyto-Kurs von Meike und dem Einführungskurs von Hermine. Hast du den Klenke/Scholler? Da sollten die Chitridiomyceten eigentlich mit drin sein.


    Noch eine Sache zu den Rhizoctonias. Die kannst du mehr oder minder nur genetisch bestimmen. Diese typsiche T-Verzweigung auf den Hyphen ist übrigens wirklich sehr markant. ;)


    l.g.
    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    anbei der Joker. Endlich mal eine Band als Joker, die ich auch privat gern höre. ==Gnolm7


    Joker. Ihr dürft darüber gerne geschockt sein (nicht über das Video an; das ist sehr knuffig). Ich bin sehr gespannt, ob der euch weiterhilft. ==Gnolm10


    Dann hab ich noch einen ganz speziellen Biker-Gruß an Hans und die ganz hartgesottenen unter euch. :cool: Der nächste Joker wird von einer meiner Lieblingsbands sein. Meine Einstiegsdroge in die Hard-Rock und Metal Musik, wo ich immer noch zu Hause bin. \m/


    Todaaahl Beinhart.


    l.g.
    Stefan


    Hi,


    das mit den Bildern und der langen Ladezeit, kann ich bestätigen. Zu meiner Anfängerzeit bin ich so vorgegangen: Schnuppert nicht nach Anis (riecht wie Ouzo) => ist wahrscheinlich Karboli. ;) Du kannst zumindest mit dem Ansigeruch essbare Arten sicher erkennen. Nur eine Info zur Warnung: alle gilbenden Egerlingsarten, sammeln Cadmium; das in den letzten 5-6 Jahren wieder mehr in Verruf geraten ist. Das hat zu einer neuen Sicherhietsbewertung geführt. Also sollten gilbende Egerlinge nicht in der Nähe von Straßen bzw. von Flächen mitgenommen werden, bei denen eine hohe Cadmiumbelastung bekannt ist bzw. vermutet wird, mitgenommen werden. Dagegen ist Blei, worauf die Menschen mehr sensibilisiert sind, harmlos (aus mehreren Gründen). Ums kurz zu machen, wird Blei stärker von Tonmineralien/Erdpartikeln festgehalten, die meisten Pflanzen und Pilze nehmen das nicht auf; im Gegensatz zu Cadmium, und Blei wird zu großen Mengen in die Knochen abgelagert. Ehe da Vergiftungserscheinungen auftreten, muss man schon einiges aufgenommen haben.


    l.g.
    Stefan


    l.g.
    Stefan