Beiträge von Climbingfreak

    Hallo ihr lieben,


    ich habe unlängst einen merkwürdigen Einelfruchtkörper gefunden. Die anderen, die am Fundort standen, waren alle nix mehr wert. Der Fund sah so interessant aus, dass ich den einfach mitnehmen musste. Aufgrund des Aussehens dachte ich an was aus der A. campestris-Ecke. Gefunden hab ich den in der Gleisanlage der Straßenbahn direkt vorm Finanzministerium in Dresden. ==Gnolm7 Als ich dann aber versucht habe den mit dem Gröger zu schlüsseln, war ich verdutzt, als ich sterile Lamellenschneiden vorfand. Schaeffer-Reaktion negativ. Verfärbung nach dem Reiben an der Stielbasis war am Fundtag gelbräunlich; am Folgetag rotbräunlich. Fotos sind am Folgetag entstanden (leider mit einem ziemlichen Blaustich; warum auch immer). Ich hab versucht den zu entfernen.










    Die schmalen Zystidene (bis 15 µm breit; viel zu schmal für Phaeolepidotus) und die Sporen führten mich zu A. pseudopratensis. Die gemessenen Werte stimmten im Gröger am besten überein. Geruch: nicht nach Karbol sondern eher nach "überständigen" Zuchtchampis, bzw. ähnlich Agaricus bernardii. Verfärbung im Schnitt: keine.


    Was haltet ihr denn von dem.


    l.g.

    Stefan


    P.S. Exsiccat geht an Christoph. Ich stelle hier den Fund "nur" mal zur Diskussion.

    Für die Erarbeitung der gemeinsamen Standards und Erfahrungsaustausch zwischen den Prüfern ist das Instrument der Prüfertreffen in Leben gerufen worden. Bisher war es so, dass sich die 4 Prüfer sehr gut kannten und auch abgestimmt haben. Da es aber ab diesem Jahr Prüfer auf Probe geben wird, wird dieses Instrument sehr wichtig.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    angenehm ist immer so ne Sache. Die braunen Ritter um T. stans und T. albobrunneum riechen alle mehr oder minder stark mehlgurkig mit einer leichten ranzigen Komponente; also auch nicht zwingend "unangenehm".


    l.g.

    Stefan

    Unabhängig von der Feldmykologen-Diskussion. Ich hab dazu auch eine Meinung, die ich an der Stelle erstmal für mich behalte. Nur so viel dazu; ich kenne einige Leute, die Christophs Meinung teilen.


    Zu den Prüfungsfragen: Es ist mitnichten so, dass die Kritik an den Fragen nicht beachtet wurde. Sie konnte nur nicht in der Kürze der Zeit umgesetzt werden; das ist ein Unterschied! Das was umsetzbar war, wurde auch umgesetzt; nur nicht unbedingt öffentlich kommuniziert. ;) Bestimmte Fragen werden in dieser Saison nicht auftauchen und damit gut. In der nächsten Saison werden dann die Fragen teilweise komplett überarbeitet werden müssen; nur werde ich das nicht allein machen (können)!


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    vollkommen offen sind sie nicht. ;) Das betrifft nur einige. Die total unklaren/fehlerhaften Fragen werden diese Saison nicht in den Prüfungen erscheinen und in der nächsten Saisaon, nach dem Wechsel des PSV-Beautragten werden diese überarbeitet. Ich hab das, was in meiner Macht stand zur Verbesserung der Fragen beigetragen, aber kämpfe mal gegen Windmühlen. :gkopfwand::gaufsmaul:Ich will das Thema nicht wieder aufwärmen. Irgendwann reichts dann aber auch.


    Alles andere wird die nächste Zeit zeigen müssen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    sofern das überhaupt ein brauner Ritterling sein sollte (ich hab da immer noch so meine Zweifel aufgrund des Habitus), dann wäre das T. stans senso FNE4. Dazu müsste aber dessen Huthaut im feuchten Zustand zumindest klebrig schmierig sein.


    l.g.

    Stefan

    Klar, jederzeit gerne wieder. Was glaubst du, wie oft ich schon Inocyben wegen untypisch und extremen Wetterverhältnissen weggeschmissen hab. ;) Selbst ExpertInnen, wie Ditte haben da Probleme.


    Das Hauptproblem ist auch immer, ob die Art auch in der FN, Stangl und GPBW Band 5 usw. auch enthalten ist. Es wurden in den letzten Jahren viele neue Arten beschrieben, bzw. aus der Synonymie mit anderen Arten reaktiviert. Das macht Inocybenbestimmung derzeit so äähm herausfordernd. ;)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    für grammata sind die Sporen zu groß; die Hutfarbe ist auch zu dunkel. Der sollte es also nicht sein. I. mixtilis ist so ne Sache. Ditte hat mir unlängst einen Artikel über die mixtilis-Gruppe geschickt. Da kommt die Sporengröße und Form bei einigen der "neuen" Arten schon hin; die Makroskopie allerdings nicht so wirklich.


    Untypische Kollektionen durch starken Regen, bzw. starke Trockenheit sind immer so ne Sache. Im Zweifel weghauen und nach einer neuen Kollektion suchen. ;)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    anhand des sehr markanten schuppigen Hutes, kann man deinen Fund schon etwas eingrenzen. Ein Tipp, den man weiter verfolgen könnte wäre ein Vertreter aus dem Flocculosa-Aggregat. Natürlich ist das mehr oder minder nur "geraten" und muss auf jeden Fall mikroskopisch abgesichert werden.


    l.g.

    Stefan

    Was ich noch gerne wissen würde. Wie sehr rosalich am Stiel ist denn dein Fund. Ist es gar ein Rosa, was auch iwie gelblich wirkt? Kann das nicht besser erklären. Dein Fund könnte mit rosa Stiel was aus der I. decemgibbosa-Ecke sein.


    Sicher bin ich mir allerdings nicht. Der Stiel passt so überhaupt nicht dazu.


    Ach ja: Mach bitte auch mal Bilder von den Kaulos. :)

    Hi,


    spontan habe ich keine; kann allerdings morgen mal schlüsseln. Mit was hast du denn geschlüsselt und auf welche Ergebnisse bist du gekommen. Vielleicht kann ich 1-2 Ideen ja schon mal ausschließen. ;)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    nach Bildlage passt C. varius; Ökologie auch. Du kannst ja mal die Lamellen vom Stiel wegbrechen. Die müssten auf der Oberfläche einen violetten Abdruck hinterlassen. Laut Andreas Gminder ist das bei dieser Art ein Alleinstellungsmerkmal.


    l.g.

    Stefan