Hallo zusammen,
nicht nur weil Neufund für mich, finde ich den Pilz interessant, sondern wegen seiner Verbreitungsstrategie, was ihn zu einem Spezialist an Gewässern macht.
Bulbillomyces farinosus, der Körnchen Rindenpilz oder Weißer Bulbillenpilz, ist eine monotypische Art,
die ihre Sporen überwiegend als Anamorphe über das Wasser verbreitet.
Wissenswertes aus Lit. u. Internet:
Die weißen Kügelchen nennt man Bulbillen (~ unberindete Sklerotienknöllchen), die zur Nebenfruchtform gehören.
Man findet diesen Rindenpilz an Gewässern, Bachläufen oder auch in periodisch überfluteten Gebieten.
Diese locker anhaftenden Bulbillen von 0,1-0,2 mm, mit den sogenannten Diasporen, werden wie kleine Styroporkugeln bei Überflutung abgespült, über das Wasser zum nächsten (Laub) Holz weitertransportiert, wo sie andocken und auskeimen.
Die Hauptfruchtform soll laut Lit. seltener zu beobachten sein, wobei sie normal zeitlich versetzt oft nur kurzzeitig auftritt oder auch komplett fehlen könnte.
2 Funde 2026:
Bei meinem ersten Fund am 30.08.26, fand ich diese kleinen weißen Kügelchen, die ich nur mit der Lupe richtig erkennen konnte, auf feuchtem entrindetem Holz im Schlamm am Weiher Burbach bei Saarbrücken / Von der Heydt.
Bei meinem ersten Fund wie auch beim zweiten Fund am 27.09. 26 am Weiher Hahnwiese bei Illingen, waren Hauptfruchtform und das imperfekte Stadium mit den Bulbillen zusammen vorhanden. Das perfekte Stadium zeigte sich als ein unscheinbarer, dünner, grauer Überzug.
Mikroskopisch
Die Bulbillen bestehen aus büschelig angeordneten rundlich bis elliptischen Zellen mit Schnallen.
Die Hauptfruchtform besitzt breitelliptische Sporen und deutlich mit Kristallen inkrustierte Zystiden > siehe Fotos.
Fund 1 Weiher Burbach
Fund 2 Weiher Hahnwiese
Da ich nun die Art inkl. Lebensraum kenne, wird mir dieser leicht zu identifizierende Rindenpilz wohl öfters begegnen.
Lit:
P.d. Schweiz Bd 2 Nr119 / Kr BaWü 1-S173 / FoTE Vol2 S995 / Doku: CEMAS
Gruß Armin
