Parasol (Macrolepiota procera)? Riesenschirmling aus Mischwald bei Berlin – Bitte um Bestimmung

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  • Hallo zusammen,


    wir haben heute, am 18. Oktober, in einem Mischwald bei Berlin einen größeren Schirmpilz am Wegesrand gefunden, an einem lichten, sonnigen Standort. Wir vermuten einen Gemeinen Riesenschirmling (Macrolepiota procera) und würden uns über eure Einschätzung freuen, besonders zu Verwechslungspartnern.


    Fundumstände

    - Region: Berlin, Mischwald, am Wegesrand, lichter und sonniger Standort

    - Funddatum: 18. Oktober


    Beobachtungen

    - Hut: ca. 15 cm Durchmesser, schirmförmig, hellbraun bis beige mit dunkelbraunen, abstehenden Schuppen, in der Mitte ein dunklerer Buckel

    - Lamellen: dicht, hell cremefarben bis beige, frei, sie enden vor dem Stiel

    - Stiel: hohl, bricht faserig, mit auffälliger brauner Natterung

    - Geruch: angenehm bis neutral, nichts Unangenehmes

    - Verfärbung: Das Fleisch verfärbt sich bei Druck und im Schnitt nicht. Im Stielquerschnitt wirkt es auf einem Foto stellenweise rötlich.

    - Ring und Stielbasis: bisher nicht ausreichend beurteilt, sie sind auf den Fotos nicht klar zu sehen

    - Sporenpulver: nicht gemacht


    Uns ist klar, dass diese Merkmale allein keine sichere Bestimmung erlauben.


    Unsere Fragen

    1. Ist Macrolepiota procera plausibel, oder sprechen Merkmale dagegen?

    2. Welche Merkmale grenzen den Fund von Chlorophyllum brunneum ab?

    3. Wie wichtig sind Ring, Stielbasis und Fleischverfärbung bei diesem Exemplar?

    4. Welche weiteren Fotos oder Untersuchungen helfen?


    Wir möchten vor allem lernen, die entscheidenden Merkmale selbst zu erkennen. Vielen Dank für eure Hilfe!


    Fotos: 1 Hutoberseite, 2 Stiel mit Lamellenansatz, 3 Längsschnitt, 4 Lamellen, 5 Stiel mit Natterung

  • Hallo und herzlich Willkommen im Forum!



    Zitat

    1. Ist Macrolepiota procera plausibel, oder sprechen Merkmale dagegen?

    Ich denke M. procera ist plausibel, aber meiner Einschätzung nach nicht gänzlich gesichert.


    2. Welche Merkmale grenzen den Fund von Chlorophyllum brunneum ab?

    Chlorophyllum bruneun hätte zum Beispiel unter anderem keine Natterung am Stiel. Diese ist bei deinem Exemplar deutlich zu erkennen.


    Ein Längsschnitt (wie du Foto 3 benennst) zeigst du jedoch nicht. Längsschnitt heißt den Pilz von oben bis unten zu Halbieren, der Länge nach, und die Innenseite fotografieren. Nicht den Stiel querzuschneiden, oder Längsschnitte in den Stiel und die Aussenseite fotografieren.

    Da hätte man sehen können, daß das Fleisch und die Lamellen nicht röten.


    Chlorophyllum bruneun würde ich ausschliessen aber es gibt noch sehr viele andere Riesenschirmlinge



    3. Wie wichtig sind Ring, Stielbasis und Fleischverfärbung bei diesem Exemplar?

    Der Ring wäre wichtig gewesen, aber der geht mal verloren oder fällt runter.


    M. procera hätte einen "doppelten Ring", der Gartensafranschirmling nur einen einfachen.

    Der Ring ist auch wichtig bei der Abgrenzung von anderen Großschirmlingen.


    Die eigentliche Fleischverfärbung sieht man wegen des fehlenden Längsschnitts nicht.

    Man kann jedoch vermuten, daß es keine Fleischverfärbung gibt, da die Lamellenenden, da wo sie verletzt sind nicht gerötet sind - so scheint es zumindest.

    Bei den Safranschirmling würden auch die verletzten Lamellen röten.


    Das der Stiel da wo er abgebrochen ist etwas rötet ist nicht untypisch für manche Unterarten und Varietäten der Großschirmlinge.


    Stielbasis kann man so mit Erde bedeckt nicht gut beurteilen.

    4. Welche weiteren Fotos oder Untersuchungen helfen?

    Wie gesagt ein Längsschnitt, Foto innenseite, oder vom Fleisch nach Abbruch eines Teils vom Hut, (und vom Ring).

    Ruhig auch den Pilzfruchtkörper stärker an den Lamellen / Hutfleisch verletzen gerade wenn man rötende Schirmlinge ausschliessen will

    Fotos bei Tageslicht sind besser, geht aber nicht immer.


    Es gibt mehrere Riesenschirmlingsarten, die sehr ähnlich aussehen können, eine genaue Identifizierung ist manchmal nur durch Bestimmung der Sporenpulverfarbe, oder sogar erst nach einer genetischen Untersuchung möglich.


    Eine Verzehrfreigabe gibt es generell in diesem Forum nicht.


    Mit freundlichen Grüßen,