Liebe Pilzmenschen
Ich berichte euch von meiner gestrigen Pilzwanderung in einem meiner Lieblingsgebiete (unabhängig von den Pilzen) eine gute Stunde weg von meinem Zuhause. Ich war zwischen 1000 und 1500 m Höhe unterwegs.
Unterhalb 1250 m gabs keine Myorrhizapilze. Ausgetrocknet - auch entlang der Bäche. Teilweise noch fette komplett überständige Steinpilze am Waldrand von vor einer Woche. An einem feuchten Platz standen immerhin diese da:
An einem vermuteten Weisstannenstrunk leuchtete mir der Neomycet Pycnoporellus fulgens entgegen:
Auf einer Moorwiese mit Fichten gabs wie erwartet meine ersten Fliegenpilze dieser Saison und einen einzigen jungen Steinpilz.
Sonst gar nichts. Da wuchern sonst allerlei Pilze.
Wie in der Ebene spriessen auch in den Voralpen derzeit die Nördlichen Schwammporlinge, Cimacozystis borealis prächtig aus den Nadeholzstrünken:
In einem sehr feuchten, kleinen Fichtenforst auf 1300 m stehen bereits einige Schleierlinge bereit:
Höchstwahrscheinlich Cortinarius variecolor.
Und noch ein seltenerer, der sich makroskopisch jedoch nich festmachen lässt. Vielleicht Cortinarius balteatoalbus oder C. patibilis:
Auf dem wunderschönen Weg durch einen lichten Wald mit Birken, Fichten, Espen, Weiden und Vogelbeeren wurde ich nett begrüsst und ins Innere gelockt von dieser Rotkappe:
Espenrotkappe, Leccinum leucopodium
Eine nette Vergesellschaftung gabs da:
Fliegenpilz, Pefferröhrling und Rotkappe!
Wie an meinem Espenrotkappenplatz in Stadtnähe war auch hier Hochbetrieb:
Die haben das beste Jahr seit ich denken kann!
Von wegen "in der Stielbasis oft blaugrün verfärbend"! Überall! Hab ich noch nie so gesehen.
Auf über 1450 m ist dann endlich richtig was los. Am Wegrand stehen Flockis, Schönfüsse, erste Maronen und Täublinge. Einen selsamen, auffälligen Täubling hab ich versucht zu bestimmen:
Ich lande mit dem crèmeweissen Sporenpulver (IIa), der wachsigen Huthaut, die sich kaum abziehen lässt und dem auffälligen Bräunen in Stiel und Lamellen bei Russula viscida, dem Lederstiel-Täubling bei Weisstanne. Seltsam muten für mich die Guttationstropfen unter dem Hut an. Sagt das jemandem was?
Im moosigen Fichten-Weisstannenwald finden sich nun einige junge Steinpilze neben vielen alten, gammligen.
Man geht derzeit besser über 1400 m, wenn man richtig Pilze finden möchte. Eigentlich wusste ich das, aber ich wollte halt mal sehen:-) Weiter unten müssens Feuchtgebiete sein.
Es war wunderschön, aber in anderen Jahren war viel mehr los im Gebiet. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Korrekturen oder Alternativideen sind herzlich willkommen!
LG Andreas
