Guten Abend!
Im Herbst hatte ich ja einen recht üppigen Eispilz-Fund gemacht und die Gelegenheit mal genutzt welche für Speisezwecke in den Korb zu packen. Die wurden zusammen mit Judasohren getrocknet und ins Lager gepackt. Heute Abend gab es dann eine Ramensuppe und als ich die Judasohren aus dem Glas geholt habe, kamen auch endlich mal die Eispilze mit raus und landeten kurzerhand in der Suppe. Damit ist es an der Zeit für den Bericht.
Erwartet hatte ich ja, dass sie in der Suppe untergehen werden, wie Judasohren nach fast nichts schmecken und eher die Geschmäcker der Suppe annehmen. Ich muss aber überrascht zugeben, dass dem nicht so ist. Sowohl Konsistenz als auch Geschmack stechen deutlich hervor.
Die Konsistenz erinnert an eine Mischung aus Judasohr und gekochter Schweineschwarte. Wer auf diese Konsistenzen steht, dürfte den Biss als sehr befriedigend empfinden. Sie bleiben überraschend kompakt, quellen bei weitem nicht so stark auf we getrocknete Judasohren. Dadurch sind sie im Biss deutlich fester.
Was mich aber so richtig überrascht hat, ist der Geschmack. Die Eispilze sind bei weitem nicht so neutral wie Judasohren. Trotz der recht würzigen Brühe, in welcher sie direkt rehydriert wurden, kommt hier ein deutlicher, herzhafter Eigengeschmack durch. Dieser ist schwer zu beschreiben, geht für mich aber in Richtung Krabbenchips - nicht 1:1 aber das war meine erste Assoziation.
Auf jeden Fall nicht unlecker und durchaus ein Pilz den ich in Zukunft wieder sammeln würde. Praktisch wird es aber an der Menge scheitern, denn Eispilze tauchen her recht selten in nennenswerter Stückzahl und Größe auf. Da lohnen sich Drüslinge als Ergänzung oder Alternative zu den Judasohren mehr. Ich möchte aber definitiv auch nochmal einen Eispilz im frischen Zustand verkosten um festzustellen, ob es durch das Trocknen eine geschmackliche Veränderung gab.
LG Christopher
