Hallo abeja!
Ok., auf jeden Fall hast du recht, wie du Röhren und Poren definierst.
Es ist also falsch davon auszugehen, dass ein Porling nur Poren hat und ein Röhrling nur Röhren.
Ich kann ja mal abschreiben, was ich in meinem Myco-Wörterbuch von Dörfelt/Jetschke zum Stichwort Röhren gefunden habe:
Röhren in der Mykologie:
die zylindrischen Teile des boletoiden, polyporoiden und fistulinoiden Hymenophors.
Die Dissepimente bestehen beim boletoiden Hymenophor aus einer von der Huttrama verschieden oft inversen oder bilateralen Röhrentrama, beim polyporoiden Hymenophor ist die Röhrentrama von der übrigen Trama des Fruchtkörpers nicht abgesetzt und nicht wesentlich verschieden.
Die Röhren des fistulinoiden Hymenophors besteht aus unverwachsenen ungleich langen Röhren.
In eigenen Worten frei übersetzt:
Röhren sind die Zylinderchen (wie wir schon festgestellt haben). Das gilt für Porlinge, Röhrlinge und Leberreischling.
Dabei gilt, dass die Röhren bei Röhrlingen im Zellaufbau wesentlich anders geartet sind als die Zellen des Hutfleisches.
Bei Porlingen ist der Aufbau der Röhren und des darüberliegenden Hutfleisches ziemlich ähnlich.
Wen jetzt die Begriffe bilateral und invers bezüglich des Zellaufbaus (der Lamellen oder Röhren) interessieren, kann im folgenden Link S. 203 Pluteus und S. 210 Paxillus anschauen.
http://www.repository.naturalis.nl/document/572704
Def. Poren aus "Pilzkundliches Lexikon" von E. Kajan
Poren in Mykologie:
1. Rundliche oder eckige Mündungen des röhrenförmigen Hymenophors der Röhrlinge;
2. Hohlräume des Porlings-Hymenophors
Also, wenn man hier Nr. 2 ernst nimmt, hätten also Porlinge keine Röhren
VG Ingo W
So und jetzt sehe ich gerade, Björn hat das kurz und knapp auf den Punkt gebracht
Zitat
Röhren sind eben viele einzelne kleine Röhren, dicht an dicht, in etwa wie ein Bündel Strohhalme.
Poren sind Löcher (sehr viele, sehr kleine) in einem massiven Medium, etwa als würde man in einen Holzblock ganz viele kleine Löcher dicht an dicht nebeneinander bohren.
Das Resultat ist zwar das gleiche aber die Bauweise erscheint mir doch unterschiedlich.
Inwiefern meine Hypothese passt weiß ich leider nicht und müsste vielleicht mal auf zellulärer Ebene geklärt werden.
Wobei halt der blöde Birkenporling nicht dazupassen will.