Beiträge von bwergen

    Also wenn die Judasohren gründlich getrocknet wurden, ist Schimmelbefall meiner Meinung nach höchst unwahrscheinlich, da die Fk der Art wenig "Substanz" bieten für so etwas (Schimmelpilze sind ja meistens Zygomyceten oder Nebenfruchtformen, und die brauchen, das wissen wir alle, eine gewisse Feuchtigkeit).


    Du kannst natürlich gerne ausprobieren, ob der Fruchtkörper wieder so wird, wie er ursprünglich mal war. Ich gehe mal davon aus, dass die Form etwas gelitten hat, aber ansonsten dürfte dem wenig entgegen stehen.


    lg björn

    Seitlinge der Gattung Pleurotus sind mir ehrlich gesagt ein Greuel, daher lasse ich des öfteren die Finger von den Austernseitling-Frage-Themen :D


    Ich beschäftige mich da schon eher mit den Zwergseitlingen (Resupinatus, Hohenbuehelia, Panellus, "Crepidotus").


    Meine Aussage wäre jetzt mal Pleurotus cornucopiae, Rillstieliger Seitling, aber die ist nicht gewichtiger als die von Malone, Rada oder sonstwem hier im Forum.


    Pleurotus steige ich später irgendwann ein...so 2018 oder so.


    lg björn

    Ich hab ehrlich gesagt noch keine Judasohren getrocknet, wohl aber dessen nächsten Verwandten Auricularia mesenterica. Die haben durchaus eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zu deinem getrockneten Exemplar. Ich gehe daher hier davon aus, dass es normal ist.


    lg björn

    Für mich relativ klar ein Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea). Der ist momentan an Holzstücken, aber auch an Rinde stehender Bäume sehr häufig.


    lg björn

    Falls es denn ein Fenchelporling ist, der, wie Ralf und ich im Bergischen Land haben sehen müssen, ziemlich variabel sein kann, dann sollte er schon ganz ordentlich nach Fenchel/Anis riechen.


    Der Wurzelschwamm scheint mir in einigen Punkten ein besserer Vorschlag zu sein. Dennoch würd ich auch den nicht als eindeutig hinstellen, dazu bedarf es, falls nichts anderes hilft, dann einer mikroskopischen Untersuchung (bei Porlingen ist sowas häufig vonnöten, insbesondere bei weniger bekannten Gattungen).


    lg björn

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    32. Thelebolus nanus, Winzigster Kotbecherling


    Damit ihr den winzigen Fruchtkörper (<0,1 mm breit) finden könnt, habe ich ihn mit einem Pfeil markiert. Er besteht aus nicht mehr als genau einem kugeligen Sporenschlauch, der von unregelmäßig kugeligen Hyphen umgeben ist. Diese sind im Foto nicht so gut erkennbar, weil der Fk aufgeplatzt ist und der Sporenschlauch die meisten seiner Sporen bereits an die Umgebung abgegeben hat. Deshalb habe ich hier ausnahmsweise eine Zeichnung mit fotografiert:


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    Thelebolus nanus, Zeichnung


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    33. Zygomycet (?, Koll. 12-0059)



    lg björn

    Schwierig. Wenn es nicht völlig defomierte Fichtenporlinge sind, hab ich grad keine Idee. Porlinge habe ich bis jetzt wenig beachtet, allerdings wird sich das demnächst ändern (bin in diesem Jahr mit Rindenpilzen dran).


    vllt kann Fredi was dazu sagen.


    lg björn

    A. fulva hätte einen hellbräunlichen, vor allem auch im Alter völlig glatten Stiel sowie deutlich mehr rötliche Hutfarben. Davon ist hier relativ wenig zu erkennen. Stattdessen sehen wir einen weißen Stiel, der dazu leicht genattert ist (heißt: horizontal rissig).


    Gewisse Ähnlichkeit hätte Amanita battarrae, Zweifarbiger Scheidenstreifling. Dazu müsste das Exemplar von oben fotografiert worden sein, um deutlich zu erkennen, dass der geriefte Hutrand eine andere Farbe hat als die Hutmitte (meist Hutrand grau, Hutmitte braun).


    Als A. fulva abheften würd ich den aber ohne weiteres auf keinen Fall. A. crocea scheidet meiner Meinung nach aus.


    lg björn

    Das schwere Gerät produziert sozusagen als Abfallprodukt Karrenfurchen, ein bedeutender Standort für die Pioniere der Pezizales (Becherlinge mit Deckel als Sporenschlauchöffnung). :D


    lg björn

    Trametes multicolor, Zonen-Tramete, und letztes Foto möglicherweise eine Dacrymyces, die sieht allerdings sehr deformiert oder zerfressen aus, sodass man sich hier besser nicht festlegen sollte,ohne die Konsistenz selbst überprüft zu haben.


    lg björn

    Der Rindenpilz sieht interessant aus. Hätte hier einen Vertreter der Gattung Phanerochaete oder Phlebia vermutet. Das wird nur das Mikro klären können.


    Der Kernpilz sieht nach einem Konidienstadium aus.


    lg björn

    Ich werfe Tyromyces fissilis ins rennen. Die Art war früher mal bei "Aurantioporus". Aurantio- heißt soviel wie "golden" oder auch einfach "goldgelb". Das einzige, was bei T. fissilis gelblich sein kann, scheint wohl die Huttrama zu sein, weshalb die Art auch nicht mehr zu Aurantioporus gerechnet wird. Näheres dazu schaue ich mir auf jeden Fall am Samstag an, dann wird dieser Fall geklärt, sollten die Fk gerade Sporen produzieren.


    lg björn


    Danke dir!
    Eichen-Zystidenrindenpilz...abgespeichert!


    lg,
    Melanie


    Bitte, hoffe ich doch, dicke Beläge mit bei Trockenheit abstehenden Rändern kannst du nahezu sicher auch im Feld als Peniophora quercina ansprechen. Den "Peniophora-Habitus" kann man sich so halbwegs einprägen.


    lg björn

    Vor einigen Wochen hab ich euch ja schonmal ein klein wenig vom Brandenburger Tor erzählt. Dabei handelt es sich um ein spezielles Gebiet des hiesigen "Hürtgenwaldes", in dem sich eine Talsperre mit weitläufigen Bächen befindet. Man könnte also ganzjährig mit ausreichend Feuchtigkeit rechnen. Zu dieser Zeit muss man sagen: es gibt keine trockene Stelle mehr :D


    Also machten wir (netztrüffel und ich) uns fertig für eine kleine Exkursion zum Brandenburger Tor. Es war auch diesmal genug dabei, sodass wir insgesamt vielleicht kaum mehr als 300m weit gekommen sind. Schon das betrachten der einzelnen Baumstümpfe, abwechselnd von Fichte, Birke, Buche oder Eiche, brachte jeweils 2-3 Arten hervor, die wir natürlich ausgiebig betrachtet und besprochen haben.


    Damit ihr einen Einblick bekommt, habe ich natürlich wieder eine kleine Bilderserie ausgearbeitet. Es gab diesmal nicht ganz soviel zu bestimmen, aber trotzdem waren neue Sachen dabei ;)


    STÄNDERPILZE


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    1. Strobilurus esculentus, Fichtenzapfen-Rübling


    2. Tubaria furfuracea, Trompetenschnitzling


    3. Pseudoclitocybe cyathiformis, Kaffeebrauner Gabeltrichterling


    4. Clitocybe fragrans, Dufttrichterling


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    5. Cyphellopsis anomala, Rasiges Hängebecherchen


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    6. Dacrymyces capitatus, Kopfige Gallertträne


    7. Dacrymyces stillatus, Zerfließende Gallertträne


    8. Trametes versicolor, Schmetterlingstramete


    9. Trametes multicolor, Zonen-Tramete


    10. Trametes hirsuta, Striegelige Tramete


    11. Trametes gibbosa, Buckeltramete


    12. Exidia plana, Hexenbutter


    13. Myxarium nucleatum, Kern-Drüsling


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    14. Hyphodontia pallidula, Blasser Zähnchenrindenpilz


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    15. Peniophora cinerea, Aschgrauer Zystidenrindenpilz


    16. Fomitopsis pinicola, Fichtenporling


    17. Stereum sanguinolentum, Blutender Schichtpilz


    18. Chondrostereum purpureum, Violetter Schichtpilz


    19. Phlebia radiata, Orangefarbener Kammpilz


    20. Plicaturopsis crispa, Adern-Zähling


    21. Bjerkandera adusta, Angebrannter Rauchporling


    SCHLAUCHPILZE


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    22. Arachnopeziza aurata, Blassgelbes Spinnwebbecherchen


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    23. Annulohypoxylon multiforme var multiforme, Vielgestaltige Kohlenbeere


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    24. Eutypa scabrosa, Krustiger Kohlenkugelpilz [pers. Erstfund]


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    25. Cosmospora episphaeria, Aufsitzender Pustelpilz (wieder zusammen mit 26. Diatrype stigma...kurz und klein fotografiert).


    27. Xylaria hypoxylon, Geweihförmige Holzkeule


    28. Hypoxylon fragiforme, Buchen-Kohlenbeere



    Es gab sicher noch den einen oder anderen, aber ich hab wie immer nur im Kopf mitgeschrieben und die Exkursion gerade nochmal rekonstruiert. Mit >28 Arten war sie aber durchaus artenreich für Januar.


    lg björn