Vor langer Zeit, man weiß nicht wann
da hat sich etwas zugetragen.
Es gab da einen Koboldmann
dem fehlte es arg am Betragen.
Er war ein Waldgeist, sehr verschroben
mit grünen Haaren, ungelogen.
Mit ´ner karottenroten Nase
und einer sehr freizüg ´en Blase.
Er pinkelte mit großer Lust
aufs Würzkraut, Speisepilz und Beere
und Sammlerherzen hatten Frust
denn essen würden sie ´s schon gerne.
Nun stank das alles fürchterlich
wie üblich von ´nem Koboldwicht.
Wer ´s trotzdem einmal hat genossen
dem wuchsen alsbald Sommersprossen.
Die waren zahlreich, groß und blau
die färbten ab und steckten an
daß alle Freunde, welche Schau
gesprenkelt um die Nase war ´n.
Der Koboldmann hatte gut lachen
er liebte es sowas zu machen.
Er kannt ´ noch viele dumme Dinge
die gerne er den Menschen bringe.
Doch Unmut tat im Dorf sich regen
man suchte Heilung, suchte Rat.
Man sandte aus auf allen Wegen
bis tatsächlich ein Mann vortrat.
"Ich bin der Calabazza-Mann
der Axt und Beil gut führen kann.
Mit Zauberei kenn ich mich aus
dem Koboldmann, dem treib ichs aus!"
Die Dörfler war ´n sofort dafür
die Stimmung hellte merklich auf
Drauf angestoßen mit ´nem Bier
dann nahm das Abenteuer lauf.
Am nächsten Tag schon ging ´s ans Werk
der Abenteurer sucht den Zwerg.
Verzeihung, "Kobold" sollte ich wohl sagen
sonst würd der Grünkopf sich beklagen.
Der Calabaza-Mann schaut sich gut um
hebt Steine hoch, dreht Stockwerk um.
Er sucht in Nischen, Kuhlen, Höhlen
doch fern hört man den Kobold grölen.
Der Kobold-Mann, er findet ´s lustig
und spuckt dem Helden auf den Hut
dem Held zeigt er sich besser doch nicht
er weiß, das wäre gar nicht gut.
So geht es viele Stunden, Tage
"Du Koboldwicht bist eine Plage,
doch warte nur, ich geb nicht nach
ich kriege dich, es kommt der Tag."
Die nächste Nacht im Eichenhain
herrscht Ruhe vor dem Bösewicht
denn Zauber wirkt hier insgeheim
gewirkt mit lila Feenlicht.
Ein zauberhaftes Wesen gar
hält fern hier jegliche Gefahr
der Butterfliege gleich
surrt es umher, strahlt farbenreich.
Der Calabaza-Mann, er schlummert
hat tagelang nicht recht geschlafen
damit er nun auch nicht umkehrt
träumt er wie ´s geht mit dem Bestrafen.
Im Schlaf traf er das Feenwesen
ihr Name sei NiLa gewesen
sie würde Pilz und Pflanze lieben
der böse Wicht gehört vertrieben.
Sie wüßte wie der Fluch zu brechen
Sie wüßte auch wie zu obsiegen
Sie würde einen Zauber sprechen
erklärte wie den Kobold kriegen.
Der Calabaza war gerührt
sein Herz wurd feengleich berührt
dies kleine NiLa Feenkind
hat Licht gebracht, dunkles entschwindt.
Die Sorgen sind gänzlich verblasst
die Luft schmeckt klar, das Herz fasst Mut
Ein Zauber wurde eingefasst
dies Messer schneidet jetzt sehr gut.
Ein Messer reich an Feenstaub
verzaubert Pilze, Steine und Laub.
Berührt bekomm ´sie Eigenleben
könn ´ihren Namen weitergeben.
Was das bedeutet willst du wissen ?
Das siehst du gleich du Naseweis.
Der Kobold ist nicht so beflissen
er wird ihn fordern, den Beweis
warum ein Steinpilz sei sooo lecker,
warum er König der Geschmäcker
warum trotz Koboldpinkelei
ein Steinpilzmahl die Krönung sei.
Der Calabaza-Mann, er schwärmt
daß überirdisch er geschmaust
wie richtig man die Pilz erwärmt
daß Kobaldpipi ihn nicht graust.
Der Kobold-Mann spitzt Aug und Ohr
kommt zaghaft hinterm Baum hervor
kann fassen kaum die Essenslust
ist ihm da etwas nicht bewußt ?
Das muß er wissen, ganz genau
wirkt heimlich einen Zauberbann
"Nun Calabaza, mach mich schlau
und sag wann ich dann essen kann!"
Des Kobolds Willen aufgezwungen,
die Steinpilzsuche war gelungen,
geschnitten mit dem Zaubermesser
das Pilzgericht, es geht nicht besser.
Der Kobold-Mann, jetzt freut er sich
verspeist die Mahlzeit eins zwei drei
den Calabaza reut es nicht
Magie wird nun im Magen frei.
Der Steinpilz zeigt mit aller Macht
was Feenstaub aus ihm gemacht
Der böse Kobold-Wicht erstarrt
von innen wird jetzt alles hart.
Die Füße steif, das Haar verdirbt
Die Nase grau, die Hand bricht ab.
Des Kobolds Zauberei erstirbt
und Sommersprossen werden knapp.
Zuletzt steht noch ´ne Steinskulptur
und Calabaza spricht dann nur
"Verspielt hast du, du Zauberwicht!"
tritt feste gegen, aus das Licht.
Das Feenkind schaut auch vorbei
und irgendwie hört man Applaus
Mit Schabernack und Zauberei
ist es seitdem im Wäldchen aus.
Zum Abschied hört man kindlich Lachen
kann unendlich Magie entfachen
sagt nun "Ade!", kein Wicht mehr da
nimmt Abschied von Ca la ba za.
Der Mensch hat heut jedoch vergessen,
weshalb er kann den Steinpilz essen.
Doch die Moral von der Geschicht
auf Steinpilze pinkelt man nicht!