Beiträge von Earl86

    Bild 2 zeigt Butterpilze und Körnchenröhrlinge.


    Die Pilze reichten für uns drei Personen drei Tage.


    Am ersten Tag gabs 'ne sehr viefältige Mischpilzpfanne in brauner Soße.
    Am zweiten Tag die Reizker in Butter gebraten (für mich das Highlight).
    Am dritten Tag gabs eine reine Schmierröhrlingspfanne in heller Soße.


    Für den vierten Tag Pilzessen in Folge bin ich dann folgendem über den Weg gelaufen. (Leider nur Handyfotos)


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    Schwefelporling (Laetiporus sulfureus)


    Auch eine sehr leckere Angelegenheit. Vor dem Panieren und Braten kurz blanciert und alles schmeckte gut (Der Geruch ist ja gewöhnungsbedürftig).



    Morgen gehts wieder in den Wald, mal sehen was steht.


    Gruß


    Andreas

    Hallo Jerome,


    schon mal gut, das du bereits an einer Pilz(lehr)wanderung teilgenommen hast. Besonders für Anfänger ist dies eine gute Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln.


    Erst einmal zu deinem Anliegen: Ja das sind Riesenschirmlinge.


    Ich vermute hier den:


    1. Parasolpilz (genatterter Stiel, verschiebarer Ring(?))
    2. eventuell ein Safranschirmling (schau ob er bei Verletzung orange anläuft)


    (Bitte beachte auf in Zukunft die "Angaben zur Pilzbestimmung")


    Bezüglich deiner Feststellung, das Pilze in Natura oft anders aussehen als im Pilzbuch: Durch verschiedenste Einflüsse und Variationen kann dies zutreffen. Hier empfielt sich ein Pilzbestimmungsbuch mit Zeichnungen. Diese sind in der Lage ein idealtypisches Bild des "Pilzes" mit seinen individuellen Besonderheiten wiederzuspiegeln; ein Foto zeigt halt nur ein konkretes Exemplar der Art; ein Auschnitt quasi.


    Zum Umgang mit so einem Pilzbuch: In der Regel fängt fast jeder anfangs damit an, gefundene Pilze mit den "Bildern/Fotos" in seinem Pilzbuch zu vergleichen. Tatsächlich ist diese Methode auf lange Sicht aber recht fragwürdig. Bei sehr charakteristischen Arten, wie beispielsweise deinen Riesenschirmlingen, kann man mithilfe dieses "Durchblätterns" und Vergleichens die Möglichkeiten eventuell recht schnell auf wenige Arten eingrenzen. Fängst du aber beispielweise damit an, einen spezielleren Pilz (sagen wir mal einen der vielen verschiedenen Täublinge) in einem Pilzbuch mit 1500 Arten zu "suchen" so kommt diese Vorgehensweise relativ schnell an ihre Grenzen. Zur (makroskopischen) Bestimmung nutzt man stattdessen einen sog. Bestimmungsschlüssel. Mithilfe dessen wird schrittweise, anhand der Merkmale, der Pilz "bestimmt", nicht verglichen.
    Solche Bestimmungsschlüssel finden sich in verschiedenen Pilzbüchern wieder.


    Bei weiteren Fragen einfach melden.


    Beste Grüße


    Andreas

    ... denken sich nun wohl auch endlich die Pilze bei mir im Havelland, westlich von Berlin. Nachdem die letzten Wochen hier relative Funkstille, bis auf Meldungen massenhafter Pfefferlingsfunde, herrschte, scheint sich nun etwas zu regen. Hoffentlich bleibt das so. :P


    Ich konnte nie nachvollziehen, was es heißt Pilze aufgrund ihrer enormen Anzahl stehen lassen zu müssen; heute weiß ich es. Im Nadelwald war der Teufel :evil: los.


    Das Resümee meiner heutigen Morgenrunde: 3kg Pilze :rolleyes:, kaum Verschitt, etwa 10 verschiedene Arten :D. Die Auswahl daraus möchte ich euch nun präsentieren.


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    Mit dabei sind/waren:


    Espenrotkappen
    Birkenpilz (nicht verwendet)
    Netzstieliger Hexenröhrling
    Schönfußröhrling (nicht verwendet)
    Ziegenlippen
    Körnchenröhrlinge
    Butter-Pilze
    Sandröhrlinge


    Fichten-Reizker
    Schopftintlinge
    Egerlinge
    Birnenstäublinge (nicht verwendet)



    Für heute Abend ist eine Mischpilzpfanne angedacht. Die Reizker möchte ich morgen gesondert zubereiten.
    Für Rezeptvorschläge wäre ich dankbar. Was esst ihr eigentlich so als Beilage zu euren Pilzen?


    Gruß


    Andreas

    Hallo Flushblow,


    bitte beachte, dass hier i.d.R. keine Essfreigaben gegeben werden. Auch wenn dir die meisten hier gerne mit deinen Anliegen weiterhelfen möchten/werden, sollte dies für dich nie sicherer Garant dafür sein Pilze, welche du selbst nicht sicher bestimmen kannst zu verspeisen.


    Bei deinen Fotos ist übrigen kein Kartoffelbovist dabei.


    Frohes Sammeln und Bestimmen. Gruß



    Andreas

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    angeregt durch Björns tolle Beispiele, möchte ich ebenfalls ein wenig Lehrmaterial anbieten. Entsprechend meines Wissensstandes habe ich eine Übersicht über die "Boletacae / Röhrlinge" angefertigt. Besonders für Anfänger (wie mich), sind die Röhrlige ja ein gutes Betätigungsfeld.


    Da dies eine Vorabversion darstellt freue ich mich auf Verbesserungsvorschläge, Kritik und Anregungen jeglicher Art. Vielleicht hab ihr passende deutsche Bezeichnungen für einige der Untergattungen auf Lager. Ebenso würde ich mich über Bildmaterial für die fehlenden exemplarischen Darstellungen freuen.


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    Bei Agricus1 kann ich keinen auffälligen Geruch feststellen; weder nach Anis noch nach Karbol.


    Der Geruch des vermeintlichen "Mählräslings" erinntert mich an die Außenhaut eines Weichkäses. Ich empfinde ihn als angenehm.


    Müsste der Mählräsling nicht rosafarbene Lamellen besitzten, welche sich schwer vom Hut lösen lassen (n. M.Bon)? Die Lamellen lassen sich jedoch wie bei einem Krempling verhältnismäßig leicht "abstreifen.

    Waldmäßig ist bei uns auch nix los. Lediglich einige Rauhfüße und Hexenröhrlinge an Wegesrändern. Hoffe das bessert sich noch.

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    bei meiner heutigen Morgenrunde konnte ich folgende Pilzarten nicht genau einordnen.


    1. Agricus Standort 1: (Bild1-2)


    Standort: Wiese
    Hut: bis zu 10 cm, trocken, ocker-gelblich
    Stiel: 8-10 cm. beringt
    Stielbasis: nicht wurzelnd, "keine Färbung"
    Lamellen: rosa


    Die Verletzung der Stielbasis zeigte, meines Erachtens nach keine Gelbfärbung, daher schließe ich die Karbol-Egerlinge aus. Jedoch stimmt mich die generelle Färbung des Pilzes (teils durch Druck vom Korb) bedenktlich.


    2. Agricus Standort 2: (Bild 2-4)


    Standort: Wiese
    Hut: bis zu 8 cm, trocken, leicht gelblich
    Stiel: 5 cm. beringt
    Stielbasis: nicht wurzelnd, "keine Färbung"
    Lamellen: rosa



    3. Unbekannter: (Bild 5-7)


    Standort: Wiese unter Ahorn, Eiche, Buche,bei Hexenröhrlingen
    Vorkommen: gesellig
    Hut: trocken, matt, 3-10 cm
    Stiel: Fest, 2-5 cm
    Lamellen: herablaufend
    Geruch: auffällig, intesiv, angenehm, mehlig(?)


    Meine erste Vermutung war ein Krempling, da Lamellen leicht vom Hut ablösbar. Dagegen sprach jedoch Farbe und nicht eingekrempelter Hut.


    Was könnte es sein? Ein Schneckling? Ein Räsling?


    Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen.


    Beste Grüße


    Andreas

    Hallo sleepy_cats,


    ich vermute hier junge Exemplare des Grünblättrigen Schwefelkopfes (Hypholoma fasciculare). Neben dem Habitus deutet hier der neutrale Geruch darauf hin. Der Pilz müsste sehr bitter schmecken und ist sehr giftig.


    Gruß


    Andreas

    Nach meiner kleinen Tour im Mischwald heute morgen hatte ich lediglich das "Glück" auf Unmengen von Kartoffelbovisten zu treffen. Dabei habe ich folgenden Schmarotzer angetroffen.


    Schmarotzer-Röhrling (Pseudoboletus parasiticus)


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    Für mich ein Erstfund. Für die Pfanne taugt er jedoch nicht. Da mussten die Rauhfüße aus dem Espenwald herhalten.

    Bei unserem letzten Wochenendausflug hatten wir uns vorgenommen eine regionale "Legende" die sog. Sieben-Brüder-Eiche kennenzulernen. Hier sind dem Namen entsprechend 7 Eichen an einem Punkt verwachsen. Die Volksage besagt, dass hier sieben Brüder, mit jeweils einer Eichel in der Tasche beerdigt wurden. Den Rest könnt ihr euch denken ...


    Als nun also der Junior als Erster den alten Riesen erklomm' hieß es plötzlich "Hier sind Ochsenzungen!". Wir hatten den Pilz bereits im letzten Jahr gefunden, jedoch nicht verwertet. Dies sollte sich dieses Jahr ändern.


    Bezüglich der Zubereitung hatte ich mir Rat bei "dermatze" (beste Grüße) geholt und geplant den Pilz auf süße Art und Weise zuzubereiten. Für alle Interessierten hier nun mein Erfahrungsbericht.




    Konsistenz und Aussehen des frischen Pilzes sind super. Man hat tatsächlich den Eindruck es hier mit einem Stück Fleisch zu tun zu haben. Bei den Angelsachsen wird die Ochsenzunge / der Leberreischling (Fistulina hepatica) daher auf als "Beefsteak Fungus" oder "Poor Man's Beefsteak" bezeichnet. Warum er als Steak des armen Mannes bezeichnet wird sollte ich noch erfahren.


    Erst einmal galt es den Pilz richtig vorzubehandeln. Bei den Engländern hieß es "in Milch einlegen". Also, ähnlich Wildfleisch, das Ding 24 Stunden ab in die Milch; dies sollte die Gerbstoffe etwas auswaschen sowie den "metallischen" Geschmack des Pilzes mildern. Was verda**t nochmal ein metallischer Geschmack ist sollte ich auch noch herausfinden, hatte ich doch wenig Vorstellung davon.



    So ansprechend der Pilz vor dem Einlegen aussah, so bedenklich stimmte mich der Geruch nach dem Milchbad. Hier zweifelte ich zunächst ein wenig, ob ich ihn tatsächlich weiterverarbeiten sollte. Da der Pilz jedoch frisch war, ich sauber gearbeitet und die "Zubereitungs-Vorschriften" eingehalten hatte, fuhr ich fort und begrub meine Zweifel.


    Eigentlich hatte mir "derMatze" empfohlen den Pilz süß in Eierkuchen einzudrehen. Da mir Blätterteig jedoch ebenso brauchbar und leichter handhabbar erschien nutzte ich diesen.


    Nachdem die Sache also nun "eingepackt" und leicht gebräunt war, schöpfte ich neue Hoffnung. Schlussendlich gab ich noch 'ne schöne Prise Rohrzucker über jede Tasche um eine Karamell-Kruste zu erzeugen.


    Das Ergebnis; sah lecker aus und roch gut. Meinen "Mitessern" hat es auch gut geschmeckt (hatte ich zuviel Zucker genutzt :/ Die Dinger waren süß wie die Hölle, warscheinlich hätte man mit der Dosis Zucker alles geniessbar machen können :whistling: :rolleyes: ); nur ich konnte mich nicht so recht mit einer gewissen Geschmacksnuance anfreunden.


    Zitat

    I think it was [his smell]! Yes, it was this!

    Der Geruch des in Milch eingelegten Pilzes hatte mich verfolgt. Nun sollte ich erfahren was es heißt, wenn etwas "metallisch" schmeckt. Meiner Meinung nach schmeckte der Pilz wie er roch; und das war nicht mein Ding. Den vielzitierten, sauren Geschmack konnte ich nicht ausmachen.





    Fazit: Eine Erfahrung die man durchaus mal machen kann aber nicht muss. Dementsprechend würde ich niemanden zu- oder abraten den Pilz mal zu probieren; ich selbst werden ihn zukünftig lieber im Wald bewundern und auch dort belassen. Geschmacklich für mich also tatsächlich eher "poor" als delikat.


    Mahlzeit!:plate:

    Tolle Steinis. Ich bin immer erstaunt, wenn die Leute hier ihre Steinpilzmassen posten. Ich bin sowas von unterversorgt mit den Dingern; wenn ich die nicht ständig hier sehen würde, hätt' ich schon vergessen wie sie aussehen. ;(


    Langsam scheint sich im Wald ja etwas zu tun. In unseren Mischwäldern war's die letzten Wochen noch sehr "ruhig". Im Nadelwald hatte ich die Tage 'ne schöne Menge Körnchenröhrlinge.


    Angeregt von den Pilzmeldungen werde ich mich wohl mal am Mittwoch in unsere nahe Heide schlagen - da sollen zumindest die Pfifferlinge, wie der Berliner sagt "wie blöde" stehen.

    Klingt nach nach 'nem menschenfreundlichen und kompetenten Ansprechpartner in Sachen Pilze :(



    5€ sind zwar nicht viel Geld, aber Spaß und Informationswert sollte so eine "Lehrwanderung" schon beinhalten. Ich war kürzlich hier in Berlin bei dem Leiter einer medial recht bekannten Pilzschule und war überzeugt wie begeistert.

    Hallo Anniroc,


    für mich ganz klar ein Schönfuß-Röhrling (Boletus calopus). Deine Vermutung eines Anhängsel-Röhrlings war schon recht gut. Soweit ich weis, gehört er in die Untergattung Appendiculati, was "die Änhängsel-Röhrlinge" sein müssten (man möge mich auch verbessern).



    Schöner kompakter Pilz. Im Bezug auf den Speisewert leider ungeniessbar. Nicht allzu oft vorkommend (RL3 laut Bon).


    Beste Grüße


    Andreas

    Oh man. Dein Glück/Gespür möchte ich haben! :) Ich bin überrascht, dass es bei dir im Norden schon so gut Pilze gibt. Hattet ihr mehr Regenfälle als wir? Oder gibt die Mark Brandenburg einfach nicht soviel her? :/

    Hallo Erik,


    die äußere Erscheinung sowie das massenhafte Auftreten deines Pilzes lässt mich den
    Tonblassen Fälbling (Hebeloma crustuliniforme)
    vermuten. Er scheint an den Lamellenscheiden auch die typischen dunklen Tröpfchen zu besitzen; wenn das kein Schmutz ist. Leider hast du nur ein Exemplar fotographiert. Für eine eindeutige Bestimmung sollte der Pilz rettichartig riechen.


    Hier noch ein Link für dich:


    Den hatte ich auch schon einmal am Wickel ;)


    Beste Grüße


    Andreas

    Ich war heute morgen im Wald (Brandenburg) und habe bis auf einige Stinkmorcheln so gut wie garnichts gefunden; weder im Laub- noch im Nadelwald.
    Schade, das Wetter und die Feuchtigkeit machten einen solch guten Eindruck auf mich. :(