Beiträge von Pilzboy


    Hallo Safran. Das kriegst du vermutlich nur steril hin, also Nährböden gießen, den beimpfen, nach Durchwachsen Körnerbrut herstellen und diese beimpfen, dann mit der Körnerbrut Sägespänesubstrat beimpfen und abwarten. Ich würde erstmal noch nicht an die Fruchtkörper denken, sondern daran, die Kultur am Leben und sauber zu halten.
    Als Agarnährboden wird immer Malzextraktagar empfohlen, mangels Malzextrakt nehme ich aber Honigagar, der von vielen Holzzersetzern ebenfalls angenommen wird.
    Wenn du die Herstellung von Reinkulturen auf Agar beherrscht, dann kannst du dich an die Körnerbrut machen.


    Liebe Grüße,
    Carsten

    Hallo Leute. Warum denn das Öl erhitzen? Für die Haltbarmachung oder eher um den Geschmack rauszukitzeln?


    Ich habe auch schon ein paar Mal ganz neutrales Sonnenblumenöl mit ein paar Stückchen Steinpilzen aromatisiert - echt lecker. Dafür habe ich beim Putzen größerer Exemplare immer den Schwamm an die Seite gelegt (sofern der noch ansehnlich und nicht bewohnt war) und separat getrocknet. Den kann man dafür prima nehmen, anstatt ihn wegzuschmeißen.


    Liebe Grüße

    Hallo Leute. Ich mache gerade ein Auslandssemester auf den Philippinen, war aber 2012 und 2013 auch schon da und hab so ein paar Pilze gefunden. Ich möchte sie einfach mal zeigen, vielleicht weiß ja jemand was Genaueres. Ich weiß nicht, ob ich in diesem Unterforum richtig bin, aber so richtig leg ich's ja nicht auf die Bestimmung an, ich möchte euch einfach teilhaben lassen.


    Los geht's mit diesem hier. Gefunden auf dem Campusrasen meiner Gastuni.




    Die Lamellen haben einen leichten Grünstich, ins gelbliche gehend. Die Bilder des Querschnitts waren leider unscharf. Sieht mir schwer nach nem Schirmling aus. Die letzten beiden Bilder sind einige Wochen später an etwa der gleichen Stelle entstanden.


    Der nächste stand im Prinzip direkt daneben und hat mich ziemlich an den Hasenbovist erinnert. Auffällig fand ich dabei, dass die Stielbasis eigentlich garkeine ist, sondern dass der Fruchtkörper in seiner Fettheit ins Mycel übergeht. Aber seht selbst.




    Die Haut ist bei jungen FK fest und feldrig, bei älteren Exemplaren bilden sich Grübchen und er wird recht schnell weich. Das Fleisch riecht nicht wie beim Riesenbovist, sondern ein wenig derber/würziger.


    Ich lad bald noch weitere Bilder hoch, ein Leuchtpilz ist mir auch schon untergekommen.


    Liebe Grüße vom furchtbar warmen Negros,
    Carsten

    Hallo Pablo.
    Das kann man schon ausschließen, wenn man sich die Impfstellen etwas beäugt. Man sieht ja, dass das Mycel von der Impfstelle aus weiter in alle Richtungen wächst und die ersten Wellen erscheinen auch da, wo geimpft wurde. Wenn der natürlich auf einmal an der anderen Stelle rauswächst, kann man sich natürlich schonmal Gedanken machen, aber dass es dann der NHH ist, ist zumindest auf Pappel extrem unwahrscheinlich.
    Ich hab dabei nicht an den NHH gedacht und denke auch nicht, dass das bei angebauten Pilzen nötig ist.


    Hasenbovist, das klingt doch super. Dann kannste sie ja bald einbuddeln. Mir wurde das Putzen bei 3 oder 4 gleichzeitig fruchtenden Stubben schon manchmal zuviel, aber lecker sind sie natürlich trotzdem ;)


    Liebe Grüße

    Hallo Leute.


    Für alle, die sich noch nicht sicher sind bei der Bestimmung und trotzdem mal frische Stockis essen wollen, kann ich den Anbau auf Holzstubben wärmstens empfehlen.
    Bei mir sah das vor ein paar Jahren so aus:




    Liebe Grüße,


    Carsten

    Hallo.
    Champis brauchen die kühleren Temperaturen schon. In der industriellen Kultur geht das einher mit einer Erhöhung des Sauerstoffgehaltes. Allerdings gibt es schon einige Kulturstämme mittlerweile, unter anderem auch solche, die bei etwas höheren Temperaturen Fruchten. Vielleicht reicht es schon, wenn du in einem deiner Wohnräume 18 Grad hast, dass muss nicht über die ganze Zeit sein. Am wichtigsten ist das nämlich für die Entwicklung der Primordien, danach müssten sie (wenn es nicht sehr viel wärmer ist) auch bei 21 oder 22 Grad weiterwachsen.


    Liebe Grüße

    Hallo nochmal.
    Das Pulver nehm ich für Soßen/Suppen, in das Öl kommen nur Stückchen, sodass man sie später auch wieder entfernen kann. Ich hab das noch nicht so oft gemacht, aber ich denke, wenn man in eine 1l Flasche Öl soviele Trockenpilze gibt, dass der Boden 1cm bedeckt ist, hat man schon ordentlich Aroma drin. Das lässt man dann einfach ein paar Wochen stehen und entfernt die Pilze ggf wieder, wenn das Öl aromatisch genug ist.


    Da es sich dann nur um Öl mit Aroma handelt, sollte das auch sehr lange haltbar sein. Kann man auch Maronen machen, ich hab auch ein paar dabei dieses mal.


    Die Menge und die Arten, die man reinmacht, kann man dann auch beim nächsten Mal nachjustieren. Auf jeden Fall find ich das besser als, wie Chaosqueenie schon sagte, alles wegzuwerfen. Und als Geschenk eignet sich das auch noch gut, wenn man ein niedliches Fläschen oder sowas nimmt.


    Liebe Grüße,
    Carsten

    Hallo Leute.
    Wenn ich Steinpilze habe, die schon etwas älter sind, dann nehm ich die Röhren zum trocknen (wenn sie gut aussehen und nich von Schnecken zerfressen oder bewohnt sind). Daraus Pilzpulver oder die getrockneten Röhren in Sonnenblumenöl schmeißen, gibt ein herrliches Steinpilzöl.


    Liebe Grüße

    Hallo Leute.
    Ich züchte den Pilz auch, allerdings vorerst noch in recht kleinem Stil, da mir momentan die Zeit fehlt. Ich habe auch versucht, ihn Indoor zu zum Fruchten zu bewegen, da haben mir aber immer Trauermücken und Schimmel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich habe es aber ohne Blumentopf und Erde versucht. Was bei mir gut geklappt hat, ist, den Block einfach an einer schattigen Stelle im Garten (z.B. unter einem Baum) zu vergraben. Der GLP braucht fast mehrere Monate, um einen Fruchtkörper auszubilden. Deshalb macht der vergrabene Block das auch nur einmal im Jahr bis jetzt. Ich hab ihn letztes Jahr vergraben und bisher 2 Fruchtkörper ernten können, die Blöcke hab ich mir selber gemacht.
    Hier noch ein Bild von meinem geernteten Pilz. Wenn ich genügend zusammen habe, werde ich auch mal eine Kur machen und den Tee aus getrockneten Pilzen täglich einnehmen, oder ich lagere das ganze aus :)




    Liebe Grüße,
    Carsten

    Ich weiß nicht, wie groß die Kiste werden soll, aber du musst einiges bedenken dabei.


    1. Der Haufen will regelmäßig (am besten täglich) umgeschichtet werden, da im Inneren des Haufens der Sauerstoff durch die Bakterienaktivität verbraucht wird. Geschieht das nich, wird das Substrat zu sauer und das Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis wird vermutlich nicht sonderlich nützlich für das Champi-mycel.


    2. Die Temperatur kann logischerweise nur bei recht großen Volumen stattfinden, da ein kleiner Haufen ja viel schneller auskühlt. Man hat ja verschieden warme Zonen im Haufen, die bis zum Kern immer wärmer werden. Diese mittleren Zonen haben für den Kern gewissermaßen einen Isolierungseffekt, den man mit nem kleinen Haufen einfach nicht hinbekommt.


    Paul Stamets hat wohl auch mal mit nem aufgewerteten Sägespänesubstrat ( wenn ich mich jetzt nicht irre) Erfolg gehabt. Das Buch von ihm hab ich leider nicht, kanns also nicht genau sagen, bin mir aber sicher, dass von sterilen Substraten die Rede war.


    Liebe Grüße

    nein, du erreichst die benötigte Hitze nicht, wenn der Haufen nicht genug Volumen hat. Das geht hoch bis fast 70 Grad, die du in so einer Kiste nicht erreichen wirst. Versuchen kann man das vielleicht trotzdem mal, aber die Literatur und die Praxis sagen eben etwas anderes.

    Wenn er nicht hoch genug aufgeschichtet wird, findet keine anaerobe Fermentation statt, sondern andere Prozesse, bei denen entweder unerwünschte Stoffe erzeugt oder erwünschte nicht oder nicht in ausreichender Menge bereitgestellt werden. Das ist schon ein ziemlich schwieriger und aufwendiger Prozess und alles andere als schön, das kann ich dir sagen :)

    Meinst du, um ihn direkt darauf zu kultivieren? Dazu kann ich leider nichts aus eigener Erfahrung sagen.


    Auf jeden Fall muss auch ein Anteil Stroh dabei sein. Durch die Heißrotte wird die Zellulose des Strohs aufgeschlossen und für den Champi verwertbar, den Stickstoff aus dem Pferdemist kann er, soweit ich weiß, auch nicht verwerten, wenn er nicht vorher von Mikroorganismen aufgeschlossen wurde. Vernünftige Ergebnisse kann man meines Wissens also nur mit fermentierten Pferdemist erreichen, und dafür braucht man ne ganzschöne Menge, so ein paar Kubikmeter sind das schon, die nötig sind. Deswegen wird die Kultur von Champignons auch nicht den Hobbyisten empfohlen, weil man einfach mit sehr großen Quantitäten hantieren muss.


    Grüße,
    Carsten

    Hey Leute.
    Ich hab das schonmal gemacht. Der Pferdemist muss aber erst heiß kompostiert werden, sonst klappt das nicht. Meine Erträge waren für das erste Mal ganz ok, aber es ist noch ne Menge Potenzial für Verbesserung :)


    Als Sekundärzersetzer kann er mit "unverdauten" Ausgangsprodukten wohl nicht so viel anfangen, auch der Stickstoff muss speziell aufbereitet vorliegen.
    Liebe Grüße

    Danke für euer nettes Feedback, es freut mich immer sehr, wenn ich auch andere mit diesem Hobby begeistern kann. Schafft euch ruhig welche an, die meisten wollen wirklich nur Licht und Regenwasser. Also am besten einen vollsonnigen Standort im Freien und immer schön Wasser im Untersetzer ;)


    Außerdem sind viele Arten in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht, noch ein weiterer Grund, der einen zur Haltung von Fleischis überreden könnte.


    Liebe Grüße

    Ja, das kann funktionieren. Ich hab das schon mit dem Reishi gemacht. Das eignet sich auch für Blöcke, die kleine Schimmelstellen haben, sich also für die Kultur im Haus nicht mehr eignen. Der Shii-take könnte Probleme machen, der steht glaub ich nicht so auf Erdkontakt. Hängt also auch von der Pilzart ab.


    Liebe Grüße

    Weiter geht's mit zwei Raritäten und einem recht zierlichen Pflänzchen.


    Die Kobralilie, Darlingtonia californica, aus Kalifornien.


    Man kann wohl gut erkennen, warum sie Kobralilie genannt wird. Die kleinen transparenten Fenster gaukeln den Insekten einen Fluchtweg vor, wenn sie von unten die Falle krabbeln. Die Zunge dient als Landeplatz für fliegende Insekten.


    Ein Blick in die Fallenöffnung


    Und die Blüte, die denen der Sarracenien ähnelt.


    Als nächstes möchte ich euch das Taublatt, Drosophyllum lusitanicum zeigen. Diese Art ist in Südspanien, Portugal und im Norden Marokkos zu Hause. Als einer der wenigen Vertreter der Fleischis mag sie es absolut nicht nass. Die Bilder zeigen, wie effektiv die Fangblätter sind. Die Pflanzen riechen zu bestimmten Tageszeiten stark nach Honig.


    Hier nochmal fotografiert beim Sonnenaufgang.


    Und zum Schluss gibt's noch einen Sonnentau aus der Gruppe der Zwergsonnentauarten, Drosera pulchella.


    Warum Zwergsonnentau? Nun ja...


    Die zarten Blüten sind nach nur wenigen Stunden verblüht.


    Ich hoffe, die Bilder gefallen ;)


    Liebe Grüße,
    Carsten


    Edit: Die Bilder waren eben noch etwas durcheinander, jetzt passt alles ;)

    Hallo Sven. Fettkräuter und Kannenpflanzen eignen sich auch ganz gut für das sonnige Fensterbrett, jedenfalls die einfacheren Arten und Hybriden.


    Hallo Manuela. Ja, es sind alle Pflanzen im Sommer draußen, außer die Kannenpflanzen, die ich auch noch zeigen werde. Das Wasser muss auf jeden Fall kalkfrei (weich) und Nährstoffarm sein, das trifft auf Regenwasser, destilliertes Wasser und aus Wasser einer Osmoseumkehranlage zu. Letzteres ist natürlich meist etwas unverhältnismäßig.


    Liebe Grüße

    Danke für die "Blumen" euch beiden!


    @Manuela: Da muss ich mal ein wenig weiter ausholen. Die Fleischis sind erst fleischfressend geworden, weil die Naturstandorte sehr nährstoffarm sind. In den gemäßigten Breitengraden sind das vor allem Hochmoore, auch nackte Felsen werden besiedelt (zB von den Fettkräutern). Sie haben gelernt, den fehlenden Stickstoff zu kompensieren, indem sie sich den Stickstoff schnappen, der ihnen vor der Nase herumfliegt :)
    Sie sind also vorrangig saure und nasse Standorte gewohnt, an denen sich die Konkurrenzvegetation in Grenzen hält. Für die Kultur heißt das: Gießen ausschließlich mit Regenwasser (da es kalkfrei ist), bei den meisten möglichst viel Licht (gern vollsonnig den ganzen Tag). Die Fettkräuter bilden hier eine Ausnahme, sie haben kein Problem mit Kalk und mögen keine zu starke Sonne. Füttern muss man nicht.
    Es gibt ca 200 Sonnentauarten, die teils recht verschiedene Ansprüche haben. Du wirst vermutlich Drosera capensis kultiviert haben, die ist recht leicht, wenn man sie hell stellt und mit Regenwasser (oder destilliertem) gießt.
    Liebe Grüße

    Hallo liebes Pilzforum,


    ich möchte ich heute mal meine andere Leidenschaft vorstellen. Da ich weiß, dass ihr euch für viele Sachen begeistern könnt, wollte ich mal meine fleischfressenden Pflanzen zeigen.


    Fangen wir gleich mal mit was Einheimischen an: Dem großblütigen Fettkraut (Pinguicula grandiflora)


    Wir bewegen uns nach Nordamerika zur Gattung der Schlauchpflanzen (Sarracenia):
    Hier S. flava



    Der größte Schlauch misst aktuell 45 cm.


    S. hybride



    Die großen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 5-8 cm.


    Weiter gehts mit dem Sonnentau Drosera cuneifolia aus Südafrika.



    Das soll's fürs Erste gewesen sein, ich hoffe auf reges Feedback und beantworte gerne Fragen (zur Kultur, Fangmeachnismus etc.)
    Ich werde den Faden fortlaufend aktualisieren, es gibt noch sehr viel zu zeigen.


    Liebe Grüße,
    Carsten

    Hallo bbq. Du brauchst eigentlich kein "Kraftfutter", bei unsterilen Ansätzen sollte man das lieber lassen, weil es einem schnell alles verschimmeln kann. Du kannst das trotzdem noch mit Substrat mischen, um es weiter zu vermehren.


    Mit reinem Stroh oder Sägespänen kann man schon zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.


    Liebe Grüße

    Hallo Leute.
    So schwer ist der nun auch wieder nicht zu züchten.
    @ Erebus: Ach, so ist das eigentlich gar nicht. Man versucht einfach nur nicht alle Pilze zu züchten ;-)Eigentlich ist jeder Saprophyt züchtbar.


    Das Problem ist, dass der Fruchtkörper mehrere Monate zum Fruchten braucht. In der Wohnung hat man dann schnell Probleme mit Schimmel, Trauermückenlarven etc. Ich habe aber mal einen schimmeligen Block (also einem Beutel mit durchwachsenen Buchenspänen) im Garten vergraben und im nächsten Jahr nen schönen Reishi geerntet. Ich konnte mich nur leider im letzten Jahr nicht damit befassen, da ich im Ausland war, aber fange jetzt wieder an.
    Es müsste auch funktionieren, wenn man kürzere Enden von Birke, Eiche, Buche beimpft und diese nach dem DUrchwachsen ganz oder teilweise in die Erde eingräbt. Am besten, du liest dich erstmal ein wenig in die Pilzzucht ein und bestellst dir dann bei einem Anbieter Brut vom GLP.
    Hier noch ein Bild


    Liebe Grüße