Beiträge von krizu

    Hallo Forum,


    sieht ja so aus, als ob dieses Jahr in vielen Teilen eher schleppend mit den Morcheln beginnt. Die lange Kälte scheint es den Pilzen ungemütlich gemacht zu haben, so daß sich zumindest in meinem Teil der Republik der Startschuss um gut 1 Woche verzögert hatte. Grausamerweise lässt die noch anhaltende Trockenheit viele meiner hart erkämpften Jagdgründe bisher leer und nichtig dastehen. Umso besser, daß mein bester Platz pünktlich ab dem 7.4. ordentlich zu produziern begonnen hat.


    Den Start kündigte knospende Pestwurz an, obwohl dieser Standort bis heute leider noch Morchelfrei ist. Mal sehen wie es jetzt nach dem angenehmen Frühlingsregen wird...



    5 Tage später hat sich die Pestwurz schon entfaltet, die Trockenheit und fast sengende Sonne lässt die Pilze jedoch im Boden verharren...



    Ein kurzer Spaziergang zu meinem Morchelbarometerstandort zeigt dann Erfreuliches:




    Gut versteckt, aber nicht gut genug:









    Dieser Kamerad lachte mich schon auf dem Fahrrad von Weitem an:




    aller guten Dinge sind 3:




    Das Kriechen auf allen Vieren hat sich dann gelohnt...:)

    Auf insgesamt 3 Touren zur selben Stelle kam so einiges zusammen.





    Als Koch unterstütze ich Deine selbstlosen Versuche als interessierter Mitles(s)er :)


    Meine 2 cents dazu:


    Braten in Fett lässt durch die Malliard Reaktion hunderte buis tausende Aromaverbindungen entstehen, die können natürlich den Geschmackswert einzelner Pilze erhöhen, verändern aber natürlich auch das "reine" Aromaprofil.


    Hier ein paar alternative Garmethoden, die neutraler sein könnten (aber nicht zwingend das Esserlebnis positiv beeinflussen müssen):


    - mit etwas Wasser langsam dünsten, höchstens Salzen um das Spektrum zu erweitern
    - Pilze fein hacken oder in der Küchenmaschine mixen, in Reine/Topf/teifes Blech geben, mit Alu abdecken, im Ofen 6-12 Stunden bei 70 Grad Garen, Pilzfond durch Filter giessen, so die Essenz verkosten (man brauch reichlich Material für diese Methode)
    - Sous Vide: Erfordert ein bisschen Hardware. (Gutes Vakuumgerät, Vac-Beutel, Exakte Thermopumpe) Pilze grob schneiden, bei 100% Vakuumieren, mehrere Stunden im Wasserbad garen (erfordert Kenntnisse über eventuelle Giftstoffe!!), anschliessend Pilze bzw, Pilztfond verkosten.

    Zum Thema "Zufall":


    Meine derzeit beste Speisemorchelstelle habe ich per "Zufall" gefunden, als ich vom Rad abgestigen bin um eine Pinkelpause einzulegen. Hätte fast ne Morchel gegossen und mir vor Schreck fast die Schuhe eingenässt :P.


    Wie schon vorher gesagt, Speisemorcheln sind wesentlich einfacher zu finden, bei mir kommen die auch immer in Massen vor, solange die Witterung passt.
    Ich habe in 15 Jahren jetzt exakt 1 Speisemorchelstelle (wild) gefunden, aber etwa 10 sichere Speisemorchelplätze.


    Neben den üblichen Empfehlungen diverser Foren und Pilzbücher hat mir am meisten das Studium von Fundfotos geholfen, auf denen das Habitat (Boden, Pflanzen, Lichverhältnisse) geholfen.
    Und Eschen. Bei mir geht es offenbar nicht ohne Eschen...

    Hi Hans,


    wohne bisserl ausserhalb Münchens in Krailling/Planegg. Die Bilder sind allerdings von der Isar ;) habe da allerdings "nur" bisher Speisemorcheplätze, die dafür reichlich. Deshalb ja auch doe Freude über "echte" Spitzmorcheln, die Suche bnach denen hat mir bisher nur graue Haare eingebracht.


    Krizu

    So, hier was zum Kucken.


    Nach 6 Jahren Suchens endlich das fehlende Glied im Pilzkalender, die Spitzmorchel, der Hund! Und zwar nicht die Anfängerversion auf Rindenmulch, sondern in der Wildnis! Bin stolz wie Oskar! Denke mal Speisemorchelbilder folgen in den nächsten WOchen, die stehen nämlich noch in den Startlöchern, dafür habe ich massenplätze für diese Prachtkerle ;)
    Gefunden am 16.03. trotz irrsinniger Trockenheit!


    Edit: Der nette Kollege hat mich in Richtung Verpeln korrigiert, sowas, sowas, sowas :(


    Kleines Suchbild vorneweg, so bin ich fast darübergestolpert o.O



    Und so stehen sie drin im Laub, die Biester:





    Und jetzt regnet's endlich, das kann ja noch was werden dieses Jahr! :)


    Krizu


    edit 2: P.S: Querschnitt schliesst für mich die Verpel aus:


    Dankedanke.


    Ich dachte mir eher die beste Würze für Trompeten ist ein ordinäres Steak! Also ne schöne Portion Trompeten-Rahmsauce gemacht und mit einem "250g Hauch" Entrecote nappiert! :P


    Krizu

    Servus,


    Gestern waren wir spontan trotz Sauwetters in einem kleinen Buchenwald. Mal reinschnuppern. Und siehe da, Erstfunde für mich:



    Sorry, hatte leider nur das Telefon mit dabei.
    Zu Hause sah das dann so etwa aus... :)



    Grüsse


    Krizu

    Wenns Wetter passt gibts (Sommer-)Steinpilze auch ab Mai. Fichtensteinpilze ge-le-gentlich auch, bei mir aber erst ab Juni. Ebenso wie Pfiffers.


    krizu


    Eine Sache ist die, daß dort steht Spitzmorcheln würden auf saurem Boden zu finden sein. Ich habe anderswo gelesen Morcheln würden nie auf saurem Boden zu finden sein.
    Weiterhin las ich, Morcheln findet man dort wo man sonst im Herbst meist keine Pilze (ich vermute man meint Speisepilze) findet. Nun wäre demnach aber gerade die Marone ein Anzeiger sowieso diverse Moose.


    In einem Maronengebiet hätte ich natürlich zuallerletzt nach Morcheln, genauer Spitzmorcheln, gesucht.


    Ich finde das reizvolle, schwierige am Morchelsuchen/finden ist, je geanuer man sich mit der Umwelt bzw Lebensraum befasst, desto grösser die Erfolgswahrscheinlichkeit. Insofern ist wichtig mehrere Anzeiger kennen zu lernen, in diesem Fall eben Maronen, aber auch eben diverse Pflanzen, die man auch im Frühjahr erkennen und bestimmen kann. (Ich bin da selber noch sehr in den Anfängen, aber lernfähig! ;))
    Somit lässt sich schon mal der erste Punkt abhaken, nämlich wie basisch oder sauer ist der Boden?
    Da kommt dann das Wissen aus dem PDF bzw diversen Lehrgängen, daß die verschiedenen Morchelarten veschiedene Ansprüche haben. Spitzmorchel eben eher sauere Böden, Speise eher Basisch, bis neutral, was durch die jeweiligen Zeigerpflanzen (oder Pilze im Herbst) bestimmt werden kann.
    Denkbar, scheint mir, ist daß man öfter mal nicht differenziert zwischen den verschiedenen Morchelarten.
    Direkt IM Maronengebiet KANN es also möglich sein, Spitzmorcheln zu finden, wenn noch genug andere Bedingungen erfüllt sind. Es müssen aber nicht AUTOMATISCH welche da wachsen. Bodenbeschaffeneit, Wasserhaushalt, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffangebot sind weitere wesentliche Vorraussetzungen für erfolgreiches Morchelwachstum.



    Weiterhin steht in der pdf gen "Norden" sei ein guter Platz wegen besserer Feuchtigkeitsversorgung.
    Ich hingegen las das Süden/Westen die gute Lage wären, der Sonne wegen.


    Hier habe ich folgende Überlegung.
    Ich vermute Pilzen (vielleicht nicht alle) ist die Sonne völlig egal. Sie machen ja keine Photosynthese und frieren wie wir tun sie auch nicht. Die Temperatur, nehme ich an, ist daher auch nur indirekt von Belang.


    Kann man glaube ich fast so stehen lassen. Allerdings, kann man Sonne nicht gleich mit Temperatur setzten. Richtig ist, Pilze brauchen keine DIREKTE Sonneneinstrahlung, wegen der von Dir beschriebenen fehlenden Fähigkeit zur Photosynthese. Jedoch ist die (Boden-?)Temperatur massgeblich beeinflussender Faktor. Als Beispiel sei nur die Temperaturabhängikeit des Austernseitlings, oder eben von Hefe im Teig genannt. Bei "falschen" Temperaturen, gibt es wenig bis kein Wachstum.



    Einfluß hat die Sonne allerdings trotzdem. Wir interpretieren das nur gerne anders. Der Einfluß gilt dem nahen Umfeld, also den Pflanzen drumherum insbesondere einem Mykorrhiza-Partner. Dem ist die Sonne wichtig.
    Der Pilz (nicht jeder) tauscht sich ja aus mit dem Baum oder der Pflanze indem er ihm Mineralsalze und Wasser zukommen läßt und bekommt dafür Photosynthese-Produkte. Daran sieht man wiederum wie wichtig dem Baum das Sonnenlicht ist und wie unfähig der Pilz ist die Sonne zu nutzen.


    Jupp, wie Du sagst. Eben für Mykorrhiza-Partnerschaften- bzw Pilze. Steini, Pfiffer, etc. Bei Morcheln ist bisher noch keine 100% Erkenntnis gereift, ob sie in Partnerschaft mit bestimmten Pflanzen leben, oder ob es eben nur Zeigerpflanzen gibt, die das richtige Milieu anzeigen. Oder für den richtigen Untergrund sorgen?Siehe die Rindenmulchmorchel.



    Aldimorcheln, bzw deren Vettern, die Gärtnereimorcheln habe ich bisher nur 1x gefunden (aber auch nicht gesucht) und die waren in der Tat einjahrig. Die These dazu ist ja im allgemeinen, daß eben nach einmaligem Bewuchs das Nährstoffangebot, das die Morchel braucht, verbraucht sei.


    Das ist alles meine persönliche Auffassung, nix in Stein gemeisselt.


    Krizu


    Ha,


    da bin ich neulich auch drüber gestolpert. Ohne zu meckern, aber die zusammengetragenen Infos sind teils fast wortwörtlich von einem Pilzlehrfilm(PPPräse?) entnommen, den ich mir letztes Jahr für sündhaftes Geld bestellt hatte. Muss aber gestehen, daß ich mir durch diese Erkenntnisse gleich mal 2 neue "wilde" Speisemorchelplätze erarbeitet habe :).
    Mich würde interessieren, was für neue, bzw. andere Erkenntnisse Du aus dem PDF gezogen hast? Für mich war/ist am interessantesten, die Benennung diverser Zeigerpflanzen, die mir sehr gut geholfen haben. Allerdings war ich bisher "nur" bei der esculenta erfolgreich, conica nur auf Rindenmulch, und das empfinde ich irgendwie fast wie bescheissen! Ist ja viel zu einfach! :D


    krizu