Beiträge von Roni1

    Mitte November, kurz vor dem ersten Wintereinbruch, ist mir erstmals dieser "komische Becherling", 5 x 4 cm groß, begegnet. Er saß auf dem Boden, irgendwie auf Holz. Ich meinte, ihn von einer Wurzel abgelöst zu haben. Leider habe ich nicht weiter geschaut (Hände eiskalt, Zeitdruck, sollte schon beim Treffpunkt zurück sein :huh: ). Mikroskopisch zeigten sich inoperculate Asci, die mit IKI nicht blauen, hyaline Sporen 8-12 x 3,4-5 µm groß, meist mit 2 großen Öltropfen. Doch am meisten auffallend sind die braunen "raketenartigen" 2-3zelligen Paraphysen, wie ich sie vorher nur bei der viel kleineren Diplocarpa bloxami gesehen hatte. Aber genau in diese Gattung gehört dieser Findling inzwischen. Deswegen wurde der vormals gültige Name Ionomidotis irregularis (Schwein.) E.J. Durand auf Diplocarpa irregularis (Schwein.) Baral & Pärtel geändert.











    Es grüßt Roni

    Damit hätte ich ja nun wirklich nicht gerechnet, auf einem Pfirsichkern im eigenen Garten fertile Fruchtkörper von C. putaminum zu finden. Nicht jetzt, Mitte Februar! :huh: Der Boden war bis vor ein paar Tagen noch beinhart gefroren. Immer wieder mal gelangen bei uns Pfirsichkerne über den Kompost auf die Beete. Beim Schneiden von Feldsalat fiel mir dann diese mit schwarzen Pusteln besetzte Kernhälfte auf. Sie ist beidseitig besiedelt und die Pseudothezien sind reif.

    Im vergangenen Sept. ist mir das Pilzchen schon mal bei einer Exkursion begegnet. Da meinte ich noch, dass der heiße Sommer den Kernpilz erscheinen ließ. Dass ich mit dieser Vermutung falsch lag, beweist sich mit dem neuerlichen Fund. So scheint sich zu bestätigen, dass die Jahreszeit - laut Infos im Web - für das Erscheinen keine wesentliche Rolle spielt.

    Ausführlich vorgestellt hat Bernd Miggel die Art ja bereits 2017 hier im Forum.


    Obere Kernhälfte, aber auch die Innenseite ist besiedelt


    Beim 2. Fruchtkörper von rechts kann man ausgetretene Sporen erkennen

    Pseudothezium aufgeschnitten


    pilzforum.eu/attachment/468601/

    Asci meist mit 4 Sporen (aber auch mit 3 oder 5), keine 8sporigen Asci

    Sporen ca. 80-120 x25-38µm

    Sporen mit deutlicher Gelhülle

    Spore oben ist an einem Polende am auskeimen.


    So, jetzt habe ich nochmals alles eingestellt. Hoffentlich sieht man jetzt die Fotos.


    Gruß Roni

    Damit hätte ich ja nun wirklich nicht gerechnet, auf einem Pfirsichkern im eigenen Garten fertile Fruchtkörper von C. putaminum zu finden. Nicht jetzt, Mitte Februar! :huh: Der Boden war bis vor ein paar Tagen noch beinhart gefroren. Immer wieder mal gelangen bei uns Pfirsichkerne über den Kompost auf die Beete. Beim Schneiden von Feldsalat fiel mir dann diese mit schwarzen Pusteln besetzte Kernhälfte auf. Sie ist beidseitig besiedelt und die Pseudothezien sind reif.

    Im vergangenen Sept. ist mir das Pilzchen schon mal bei einer Exkursion begegnet. Da meinte ich noch, dass der heiße Sommer den Kernpilz erscheinen ließ. Dass ich mit dieser Vermutung falsch lag, beweist sich mit dem neuerlichen Fund. So scheint sich zu bestätigen, dass die Jahreszeit - laut Infos im Web - für das Erscheinen keine wesentliche Rolle spielt.

    Ausführlich vorgestellt hat Bernd Miggel die Art ja bereits 2017 hier im Forum.


    pilzforum.eu/attachment/468524/

    Obere Kernhälfte, aber auch die Innenseite ist besiedelt

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    Beim 2. Fruchtkörper von rechts kann man ausgetretene Sporen erkennen

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    Pseudothezium aufgeschnitten

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    Asci meist mit 4 Sporen (aber auch mit 3 oder 5)

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    Sporen ca. 80-120 x25-38µm

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    mit deutlicher Gelhülle

    pilzforum.eu/attachment/468531/pilzforum.eu/attachment/468532/

    Spore keimt bereits aus, meine ich.

    Also im Garten die Beete, oder den Kompost nach Pfirsichkernen absuchen! :)


    Herzliche Grüße,

    Roni

    Hallo Nobi,


    danke für die Mitteilung, dass die Fotos nicht zu sehen sind. Selbst merkt man das nicht. Ich habe schon versucht, alle Bilder auf einmal hoch zu laden, oder aber auch einzeln. Inzwischen weiß ich, dass es daran nicht liegt. Beide Vorgehensweisen klappen mal, dann auch wieder nicht. :gkopfkratz: Na ja, jedenfalls scheint der 2.Versuch geglückt zu sein. :gfreuen:


    Viele Grüße,

    Roni

    Schon wieder mal. Dabei mache ich es jedes Mal gleich.


    Hoffentlich hat es jetzt geklappt. Man weiß es ja nicht, weil man selbst die Bilder sehen kann.


    Viele Grüße,

    Roni

    Kürzlich hatte ich - ebenfalls freudig überrascht - erstmals Arnium arizonense mit 4sporigen Asci unter dem Mikroskop. Obwohl Charlotte schon 2016 einen Fund eingestellt hat und kürzlich ein Beitrag von Pilzmade hier im Forum erschien, möchte ich doch auch ein paar Bilder meines Fundes beitragen. Eingesammelt habe ich den Schafdung bereits am 30.9.22 auf einem sonnigen Wacholder-Magerwiesenhang bei Dollnstein/Altmühltal (Bayr. Mykol-Tagung).

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    Fruchtkörper mit typischen Haarschöpfen

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    Haare zu Büscheln verklebt

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    Asci 4sporig

    pilzforum.eu/attachment/460400/

    2 Sporen haben gerade den Ascus verlassen, nur die Caudae "hängen" noch

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    Sporen ca. 45-50 x 24-26µm

    pilzforum.eu/attachment/460404/pilzforum.eu/attachment/460405/

    Sporen ungleichmäßig

    pilzforum.eu/attachment/460406/


    Fast hätte ich meine Fotos noch beim Beitrag von Pilzmade angehängt. Das habe ich mich aber dann doch nicht getraut. :gskeptisch: Ich hoffe, es ist kein Problem, wenn man zu dem Thema noch eine weitere Einstellung vornimmt. :gkopfkratz:


    Viele Grüße,

    Roni




    Unter großen, alten Wacholderbüschen waren diese kleinen, gelben, langstieligen Becherchen in der Nadelstreu zu finden. Allerdings nur an den rottenden Wacholderbeeren. (Fundort Dollnstein/Altmühltal, Magerwiesenhang mit Juniperus am 30.9.2022, Exkursion im Rahmen der Bayr. Mykol.-Tagung). Das Pilzchen kenne ich bisher nur als Frühjahrsfund an Wacholderästchen und -nadeln, nicht an den Früchten. Bei meiner Recherche konnte ich keinen Hinweis auf Früchte als Substrat finden. Oder ich habe es übersehen. Lediglich im Web finden sich herrliche Fotos (Nahuby.sk), die ebenfalls besiedelte Wacholderbeeren zeigen. Vielleicht weiß ja jemand mehr dazu?


    Besiedelte Wacholder-Beeren




    Paraphysen mit goldgelbem Inhalt und apikal erweitert auf bis zu 5µm



    Asci in IKI +

    Sporen ca. 25-28 x 6-7µm


    Es grüßt Roni :gwinken:

    Herzlichen Dank für die Bestätigung, nobi. Danke auch für die Info der bisherigen Nachweise. Ergo ist das Pilzchen in unserer südost-bayerischen Ecke dann neu. Da wird sich auch Till Lohmeyer für die AMIS freuen.:)

    Ich selbst habe die Art seit nunmehr 15 Jahren nicht mehr gesehen!

    Oh, ich denke das will was heißen! Umso schöner für mich, dass ich diesen Winzling nun auch kennenlernen durfte.


    Liebe Grüße,

    Roni

    Auf einem Rinderfladen dominiert nach 3 Wochen noch immer Sporormiella minima. Doch an einer Stelle gibt es andere kleinere Fruchtkörper, die mir erst durch ihren langen dunklen Hals auffallen. Die rundlichen Perithezien sitzen auf oder teilweise leicht im Substrat, sind blass gelblich, semitransparent und haben etwa 90-125µm Ø. Die äußeren Bauchzellen messen bis zu 21 x 16µm (Text.globulosa-angularis). Auf ihnen sitzen einige hyaline Haare. Der etwa 150-175 x 20µm lange Hals ist dunkelbraun und runzelig-gerippt, was mich formmäßig ein wenig an einen braunen Maiskolben erinnert. Er setzt sich aus mehreren Reihen zylindrischer Zellen zusammen. Basal ist er etwas erweitert und spitzt apikal mehr zu. In den Fruchtkörpern sind keine Paraphysen vorhanden. Die keuligen Asci sind einwandig (unitunikat), Jod-, und 3sporig! (was mir auch neu ist). Die Ascus-Größe ist mit ca. 52 x 12µm nicht größer als die Sporen selbst, die ich bis zu 53 x 5µm gemessen habe. Diese haben im unteren Drittel des Sporenkörpers eine Septe. Vermutlich sind meine Findlinge noch etwas zu jung, um auch eine mögliche 2. Septe zu finden, ebenso einen "braunen Fleck" im subapikalen Sporenbereich.

    Nach meiner Recherche sollte es sich um Pyxidiophora badiorostris handeln. Geholfen hat mir ein Forumsbeitrag zur Gattung von Hans (Coprinus) mit den Kommentaren von nobi dazu und vor allem den Links zur Literatur von Lundqvist; Doveri & Coué "First record of Pyxidiophora badiorostris from France" und Peter Welt & Norbert Heine/Österr. Z. Pilzk. 15 (2006) "Beiträge zur Kenntnis coprophiler Pilze 3. Coprophile Pilzfunde im Montafon (Vorarlberg, Österreich)"

    unten: herausgelöste Fruchtkörper



    dunkler Perithezienhals ca.150-175 x 20µm

    Fruchtschicht

    apikaler Perithezien-Hals und Ascus

    Asci ( 48-52 x 10-12µm) und Sporen mit Septierung im untern Drittel

    Sporen ca. 50 x 4-5µm

    Halsansatz in Kongorot

    Haare am Perithezienbauch


    Viele Grüße,

    Roni



    In einem ausgetrockneten Bächlein finden sich auf einer umgestürzten, rindenlosen Fichte im Holz eingesenkt zahlreiche Perithezien. Sie sitzen meist in Gruppen zusammen und an der Oberfläche sind nur die P.-Mündungen zu erkennen. Die unitunikaten Asci (Sordariomycetes), sind 8sporig und langstielig. Der Sporen tragende Teil misst bis etwa 50µm. Interessant sind die allantoiden und zweifarbigen Sporen (10-12 x 2,5-3 µm), die ich so bisher noch nie gesehen habe. Im Ascus liegt meistens die Hälfte der Sporen mit der hyalinen Zelle nach oben, die anderen nach unten. Am dunklen Sporenende sitzt ein Keimporus, der nicht ganz leicht zu erkennen ist.


    pilzforum.eu/attachment/434857/pilzforum.eu/attachment/434858/pilzforum.eu/attachment/434859/pilzforum.eu/attachment/434860/pilzforum.eu/attachment/434861/pilzforum.eu/attachment/434862/pilzforum.eu/attachment/434863/pilzforum.eu/attachment/434864/pilzforum.eu/attachment/434865/

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    Das web war mir wieder mal bei der Bestimmung behilflich. Ich fand diesen Forschungsbericht: "Molecular phylogeny of Boliniales (Sordariomycetes) with an assessment of the systematics of Apiorhynchostoma, Endoxyla and Pseudovalsaria" von 8 Autoren z.B. A. Untereiner, Martina Reblová, Thomas Læssøe usw.

    Ich habe mich gefreut, dass man selbst bei 30° im ausgetrockneten Bachbett noch was (für mich) Neues finden kann und habe den Winzling hier eingestellt, weil er vermutlich gar noch nicht so oft gefunden wurde.


    Roni

    Hallo Lütte,


    bin eben auf die Anfrage gestoßen. Ich hätte die beiden Bände, von Helga Marxmüller persönlich erstanden vor einigen Jahren. Ehrlich gesagt liegen die ungenutzt, weil mein Schwerpunkt bei den Ascomyceten liegt und ich da schon immer zu wenig Zeit habe. Also könnte ich mich davon trennen. Besteht das Interesse noch?


    MFG Roni

    Hallo Nobi,


    ganz herzlichen Dank, dass Du Dich so intensiv mit der Sporormiella auseinandergesetzt hast. Das setzt wirklich viel Erfahrung und Wissen voraus, da kann ich nur staunen und bin heilfroh, dass man hier im Forum Nutznießer sein darf.

    Ja, ich kann Deine Erklärungen gut nachvollziehen und sehe nun die Differenzen auch, die ich in meiner Euphorie vorschnell übersehen bzw. nicht erkannt habe. Dass die Pilzchen Stress hatten ist gut vorstellbar, die mussten einiges mitmachen. Beim Mikroskopieren ist mir sogar eine Längsseptierung bei einer Spore aufgefallen. Ich habe noch andere Fotos mit tatsächlich nur 12 Zellen. Die hatte ich dummerweise für nicht komplett ausgebildet gehalten. Genau die haben die zusätzliche Septierung der apikalen Zelle nicht. Und genau die sind dann ja die richtigen. Hat eigentlich auch das Fruchtkörper-Aussehen große Bedeutung? Da fiel mir auf, dass die Pseudothezien richtig durchsichtig sind und nur der Hals von dunklen Zellen gebildet wird. Siehe unten! Da hatte ich mich schon gewundert, warum die P. in der Bild-Doku von Sp. antarctia komplett schwärzlich aussehen.

    Die freiliegende Spore links unten, ist dann wohl eine typische 12zellige von Sporormiella dodecamera


    Dann traue ich mich mal Dank Deiner Hilfe und weil ja doch auch einige typische Sporen da sind, den Fund als Sporormiella dodecamera bezeichnen?

    Ich muss gestehen, dass ich da alleine nie drauf gekommen wäre. Deswegen nochmals ganz großen Dank!!!


    Liebe Grüße,

    Roni

    Oh je, wieder mal ohne Bilder obwohl ich die sehen kann. Aber das hatten wir ja schon öfters. Hoffentlich klappt es jetzt. Also nochmals, auch mit Text:

    Schon im August 2021 wurde Losung vom Alpensteinbock in Österreich / Vorarlberg / St.Gallenkirch / Krüzjoch auf ca. 2400m von Isabella Oswald eingesammelt und mir im September übergeben. Aus Zeitmangel war die Probe bis zum Spätherbst trockengelegt. Kurz in der Feuchtkammer überzog das Ganze ein weißer "Schimmel" (Anthrobotrys?), so dass ich alles auch noch einige Tage dem Frost/Schnee ausgesetzt habe. Kurzum, der Dung hatte schon einige Strapazen hinter sich. Als ich nun wieder mal nachsah, fand ich winzige Pseudothezien, deren Innenleben mich glatt vom Hocker gehaut hat:huh:. Noch nie hatte ich eine Sporormiella-Art mit mehr als 8 Zellen gefunden. Die hier hat 13, also 12 Septen. Wahnsinn!:) Schwer ist in so einem Fall die Bestimmung ja nicht und man landet fix bei Sporormiella antarctica. Allerdings liege ich bei der Sporengröße 55-64 x 11-13 µm mehr bei Doveri. Nach Ahmed & Cain wären meine Maße zu groß. Bei den Asci 180-220 x 28-33 µm ist es genau umgekehrt. Da alles Andere zu passen scheint, kommt kaum was anderes in Frage, oder?

    Pseudothecium transparent, ca. 350 hoch (einschließlich 95 µm dunkler P-Hals) x 180 µm breit

    gequetschter Fruchtkörper mit freigelegten "Raupen-Sporen"

    Asci ca. 180-220 x 28-33 µm, abrupt endende Stielbasis

    Sporen: 55-64 x 11-13 µm, mit 13 Zellen, 5.Zelle (+4.?) von oben am breitesten


    Keimspalten diagonal

    unten: Fundort auf ca. 2400m Höhe, Alpilabahn, Krüzjoch, Vorarlberg. Beide Fundortfotos von Isabella Oswald.

    unten: Im Hintergrund ist eine Gruppe der Dungproduzenten erkennbar

    Laut Forum hat nobi die Art auch schon mal unter dem Mikro gehabt und es wäre schön, wenn dieser Fund hier bestätigt werden könnte.


    Herzliche Grüße,

    Roni

    Schon im August 2021 wurde Losung vom Alpensteinbock in Österreich / Vorarlberg / St.Gallenkirch / Krüzjoch auf ca. 2400m von Isabella Oswald eingesammelt und mir im September übergeben. Aus Zeitmangel war die Probe bis zum Spätherbst trockengelegt. Kurz in der Feuchtkammer überzog das Ganze ein weißer "Schimmel" (Anthrobotrys?), so dass ich alles auch noch einige Tage dem Frost/Schnee ausgesetzt habe. Kurzum, der Dung hatte schon einige Strapazen hinter sich. Als ich nun wieder mal nachsah, fand ich winzige Pseudothezien, deren Innenleben mich glatt vom Hocker gehaut hat:huh:. Noch nie hatte ich eine Sporormiella-Art mit mehr als 8 Zellen gefunden. Die hier hat 13, also 12 Septen. Wahnsinn!:) Schwer ist in so einem Fall die Bestimmung ja nicht und man landet fix bei Sporormiella antarctica. Allerdings liege ich bei der Sporengröße 55-64 x 11-13 µm mehr bei Doveri. Nach Ahmed & Cain wären meine Maße zu groß. Bei den Asci 180-220 x 28-33 µm ist es genau umgekehrt. Da alles Andere zu passen scheint, kommt kaum was anderes in Frage, oder?


    pilzforum.eu/attachment/422599/

    Pseudothecium transparent, ca. 350 hoch (einschließlich 95 µm dunkler P-Hals) x 180 µm breit

    pilzforum.eu/attachment/422600/

    gequetschter Fruchtkörper mit freigelegten "Raupen-Sporen"

    pilzforum.eu/attachment/422601/

    Asci ca. 180-220 x 28-33 µm, abrupt endende Stielbasis

    pilzforum.eu/attachment/422602/

    Sporen: 55-64 x 11-13 µm, mit 13 Zellen, 5.Zelle (+4.?) von oben am breitesten

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    Keimspalten diagonal

    pilzforum.eu/attachment/422605/

    unten: Fundort auf ca. 2400m Höhe, Alpilabahn, Krüzjoch, Vorarlberg. Beide Fundortfotos von Isabella Oswald.

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    unten: Im Hintergrund ist eine Gruppe der Dungproduzenten erkennbar

    pilzforum.eu/attachment/422607/


    Laut Forum hat nobi die Art auch schon mal unter dem Mikro gehabt und es wäre schön, wenn dieser Fund hier bestätigt werden könnte.


    Herzliche Grüße,

    Roni

    Lieber Nobi,


    ganz herzlichen Dank für die Übermittlung der Beschreibung und fachkundige Beurteilung des Dungpilzchens. Wegen den Elementen in der Fruchtschicht werde ich nochmals nachsehen. Schön, dass es immer wieder mal solche Neufunde zu entdecken gibt. Es bleibt immer spannend......


    Liebe Grüße,

    Roni

    Auf altem Gams-Dung zeigen sich etliche weißliche Apothezien. Die Losung, die schon am Zerfallen ist, hatte ich bereits im September am Predigtstuhl/BGL auf ca. 1500m Höhe eingesammelt. Die Fruchtkörper sind bis etwa 1 mm groß und haben einen leicht fransigen Rand. Die Mikromerkmale passen weder zu Coprotus oder Iodophanus, so dass ich schließlich bei Thecotheus gelandet bin. Hier kommt man mit dem Doveri-Schlüssel ganz flott zu Thecotheus himalayensis. Weil ich außer der Beschreibung von S.C. Kaushal nur noch bei ascofrance.fr / ascomycete.org und asturnatura.com fündig wurde, frage ich doch hier lieber noch nach.


    Apothezium 500 x 450µm

    mit hervorstehenden Asci

    starke Blaufärbung mit IKI

    Asci 8sporig, operculat, 105 - 135 x 10,5 - 12 µm

    Paraphysen meist mit lichtbrechendem Inhalt, apikal teils keulig auf bis zu 4µm erweitert,

    selten gebogen (es soll 2 Arten von Paraphysen geben)

    Ascusbasis

    Asci operculat

    Marginalzellen

    Randzellen oft büschelartig, bis etwa 7 µm breite Endzellen

    Randzellen mit Auflagerungen?

    Ectales Excipulum

    Sporen 14,5 - 16 x 6 - 7 µm

    mit feinem Ornament

    und kräftiger Gelhülle

    Sporen in Baumwollblau


    Wenn ich nicht vollkommen daneben liege, wäre das für mich ein "Neuling". Nicht richtig klar ist mir, wie ich die zweierlei Paraphysen unterscheiden soll. Mit Anfärbung? Fotos hätte ich noch eine ganze Reihe, wenn die mehr Aufschluss geben können.

    Ich würde mich über Expertenmeinung freuen.

    Viele Grüße,

    Roni



    Hallo Nobi,


    au weia. Dabei ist für mich alles ganz normal sichtbar. Jetzt halt hier nochmals:

    Viele Grüße,

    Roni


    Setae am Perithezienhals

    Asci und Spore noch unreif + 1 reife Spore

    Sporen-Anhängsel ca. 3 lang x 7-8 µm breit, bezeichnet Lundqvist "triangular"

    unten: Ascus-Porus, rechts oben

    Sporengröße: 30-35 x 18-19 µm, mittiges Septum

    hier zum Vergleich eine Spore von Arnium imitans mit langen Caudae

    Aus der Gattung Arnium hatte ich bisher nur Funde an Dung. Nun ist mir zufällig und erst unter der Lupe auf einem Pflanzenstängel (vermutl. Distel, mit Unguiculella hamulata drauf) ein einzelner Fruchtkörper begegnet. Leider ist mein Foto so schlecht und wenig aussagekräftig, dass ich es mir gar nicht präsentieren traue und auch nach langem Suchen fand ich keine weiteren Perithezien. Aber das "Innenleben" mit so tollen Sporen lässt eigentlich keinen Zweifel, dass es sich um Arnium apiculatum handelt. Nach Lundqvist gehört das Pilzchen neben A. imitans und A. septosporum in die Murnia-Sektion. Es ist eine Ausnahme und besiedelt Pflanzen. Arnium imitans habe ich an Hirschlosung bereits zweimal finden können. A. septosporum geht mir noch ab und steht auf meiner Fund-Wunschliste ziemlich oben.....

    Ich war mir nun nicht sicher, wo ich den Fund einstellen soll. Pyrenomyceten oder Dungpilze?


    pilzforum.eu/attachment/406293/

    Setae am Perithezienhals

    pilzforum.eu/attachment/406294/


    pilzforum.eu/attachment/406295/

    Sporen-Anhängsel ca. 3 lang x 7-8 µm breit, bezeichnet Lundqvist "triangular"

    pilzforum.eu/attachment/406296/

    Ascus-Porus, rechts oben

    pilzforum.eu/attachment/406297/

    Sporengröße: 30-35 x 18-19 µm, mittiges Septum

    pilzforum.eu/attachment/406298/

    hier zum Vergleich eine Spore von Arnium imitans mit langen Caudae

    pilzforum.eu/attachment/406299/

    Herzlichst,

    Roni