Hallo zusammen,
zunächst kurzer disclaimer, an meinem Wohnort ist die breitblättrige Glucke nicht geschützt.
Ich habe zuvor viel gelesen dass die Breitblättrige kaum zu essen sei bei "normaler Zubereitung", sie würde nach Seife schmecken und sei zäh.
Nun fand ich gestern die erste Breitblättrige meines Pilzsammlerlebens und entschied mich das zu testen. (die Krause habe ich schon sehr oft gefunden)
Ich probiere zwar viel aber bin super kritisch im Geschmack, ich bin jetzt nicht der Typ der alles was man irgendwie herunter bekommt gerne isst.
Fruchtkörperbeschreibung:
Sie wuchs an Weißtanne, Nordhang, saurer Boden, junger Fruchtkörper aber bereits 30x20cm (etwa) groß, keinerlei Schimmel o.ä. zu entdecken, ganz klar die Breitblättrige (hellerer/blasser Fruchtkörper, ganz anderer Geruch als die krause Glucke aber trotzdem leicht würzig im Abgang, wenn überhaupt eher "mild seifig", die "Ränder" des Fruchtkörpers leicht verdickt wie man das von der Breitblättrigen kennt, die Struktur deutlich gröber und dieses "weit verzweigte" im Gegensatz zur Krausen).
Zubereitung:
Wie Salat gewaschen & geschleudert (letzteres mit Gefühl), mit Zwiebeln und sehr wenig Knoblauch angebraten, dann mit (wenig) Weißwein und einer Gemüsebouilon abgelöscht, später kam noch Sahne dazu. Dazu gabs Spätzle und Schweinerückenfilets. Im ersten Moment des anbratens der Glucke entwickelt sich ein enorm intensiver (angenehmer) Pilzgeruch, was sich dann im Gericht selbst beim Abschmecken jedoch weniger intensiv geschmacklich zeigt. Man muss vorsichtig mit den anderen Zutaten hantieren, um dem feinen Geschmack eben mehr zu tragen als ihn zu töten.
Geschmack:
Konsistenz war wie junge Austernseitlinge, also definitiv nicht zäh aber eben mit Konsistenz. Geschmack war mild, fein aromatisch, morchelartig leicht nussig. Wirklich richtig lecker. Definitiv milder als die krause Glucke, die tritt ja geschmacklich je nach Zustand die Tür mehr ein, die Breitblättrige klopft eher vorsichtig an. Ich habe konzentriert versucht etwas seifiges zu erschmecken, das war mir nicht möglich. Auch zwei Mitessende haben nichts seifiges wargenommen.
Ich vermute dass negative Berichte eventuell mit zu alten Fruchtkörpern oder anderen Wuchsorten zusammen hängen. Wenn sie nicht so selten wäre, würde ich sie genauso häufig sammeln wie die Krause, vielleicht etwas häufiger weil sie leichter zu putzen ist, aber so werde ich mich an zukünftigen Funden nur im Wald erfreuen und lediglich Bilder mit nach Hause nehmen.