Pflanzenpilzfrust

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 786 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wutzi.

  • Hallo zusammen,


    Hilfe! Pilzfrust auf der ganzen Linie! Dabei war ich dabei, mich mit ein paar Phytos anzufreunden. Falsche Mehltaue z. B. fand ich ganz hübsch. Bis heute, als ich der Ursache für das erbärmliche Aussehen meiner Teppichphloxe auf den Grund ging.


    Normalerweise sieht mein Garten um diese Zeit so aus.


    Wenn der Phlox abgeblüht ist, blühen andere Gehölze.


    Derzeit ist vom Teppichphlox nicht viel zu ahnen.


    Die Triebe sind ausgeblichen und sterben ab, ebenso die Blüten. Traurig.


    Ich hab mal ein paar Blättchen unters Mikroskop gelegt. Das Ergebnis war ernüchternd. Phytoparadiesische Verhältnisse. Ich habe keine Ahnung, welche Pilze ihr Unwesen auf den Phloxen treiben und vor allem, was dagegen hilft - außer Fungiziden.Vielleicht hat jemand von euch eine Idee.

    Hier ein paar Mikrobilder.


    Vermutlich irgendwelche Konidien.


    Sieht nach nem Falschen Mehltau aus.


    Und hier fette Ascoschläuche mit Inhalt.


    Asci und Sporen.


    Eine Idee - vor allem für geeignete Gegenmaßnahmen - wäre wirklich hilfreich.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hi,


    so aus der Ferne ist das schwer. Man müsste auch mehr "makroskopische" Details sehen, wie z.B. die Fruchtkörper zu den Asci. Ebenso wäre es wichtig mal die eventuelle Beschaffenheit von den Belägen zu sehen. Falscher Mehltau kann hier sein. Es gibt aber auch echte Pilze mit solchen Konidienträgern. Bei der Ursachenfindung solcher Schäden muss man auch das Holz und die Wurzeln untersuchen und Stücke davon auf diverse Agarplatten auslegen. Phytopathologie ist spannend aber auch sehr aufwändig.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Claudia,

    Vermutlich irgendwelche Konidien.

    Wahrscheinlich eine Konidie der Alternaria, diese findet man häufig an Pflanzenmaterialien.


    Und hier fette Ascoschläuche mit Inhalt.


    Asci und Sporen.

    Das könnte eine Mycosphaerella sein. Auf deinen Phlox müsste man kleine schwarze Pünktchen sehen.

    Falls dem so ist, dann diese Fotografieren und noch einmal reinmikroskopieren.

    Wenn ich mich nicht täusche, dann kann Mycosphaerella deine Phlox zum absterben gebracht haben.

    Aber wie gesagt die Mycosphaerella ist nur eine Vermutung.


    Wie schon Stefan geschrieben hat, ist es wichtig die Beläge/Frk. zu sehen, sonst ist man Blind.

    Wie gesagt, Alternaria Konidien findet man häufig in Proben, da brauchst du keinen Belag suchen.

    Aber der Mehltau bildet Beläge, Mycosphaerella bildet kleine schwarze Frk. und manchmal auch Pycnidien (Frk. mit ungeschlechtlichen Sporen, also Konidien).

    Die Pycnidien sind auch schwarze Pünktchen, nur sind diese mit Konidien gefüllt.

    Wichtig ist auch das Medium, worin du Mikroskopiert hast.

    Meistens wird Wasser genommen, bei manchen Pilzen färbt man mit Kongorot/Baumwollblau, benutzt KOH oder testet die Jodreaktion mit Lugol oder Melzer.

    Mit Wasser machst du erst einmal nichts verkehrt.


    VG : Thorben

  • Hallo zusammen,


    wenn das Bäumchen wirklich ein falscher Mehltau vom Phlox ist, mußt du das unbedingt genauer dokumentieren. Da gibt es nämlich Peronospora phlogina, die laut K&S bis jetzt nur aus dem Raum St. Petersburg bekannt ist. Also nach blassen oder gelblichen Blattflecken suchen und schauen, ob da unterseits ein weißlicher bis grauer Pilzrasen drauf ist.


    Björn

  • Hallo zusammen, erst einmal danke für eure Hinweise. Ich hab ein paar Fotos gemacht und ein bisschen mikroskopiert. Das Kraut ist jetzt weitgehend abgeschnitten und harrt im Müllsack der Entsorgung.

    thorben96, Mycosphaerella kann schon hinkommen. Ein ganz böser Pilz! Der hat in Julia Kruses Buch (mein einziges zum Thema) keinen Einzug gefunden.

    Schwarze Punkte sind auf den Blättern, auch silbrige Beläge. Vernünftige Präparate hab ich nicht hinbekommen.


    Ob da nun tatsächlich Falsche Mehltaue dran sind, kann ich nicht beurteilen, lieber Björn. Ähnlichkeit zumindest ist vorhanden. Aber vernünftige Sporenpräparate sind mir nicht gelungen. Ich kann dir gern ein Paket abgestorbenen Teppichphlox schicken, gern auch den Müllsack, wenn du Erstbestimmer in Deutschland werden möchtest😆.


    Hier mal alles, was an Fotos einigermaßen aussagekräftig ist.








    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Claudia,


    auf den letzten beiden Bildern sieht man ja sehr schön die bäumchenartigen Konidienträger, das deutet sehr auf einen falschen Mehltau hin. Da solltest du unbedingt einen Beleg machen (sprich die kranke Pflanze auch entsprechend trocknen bevor sie auf Reisen geht, damit nicht bloß Matsche ankommt), den du mir dann gerne zuschicken kannst. Wichtig wäre auch, daß man anhand des Belegs den Wirt erkennen kann, also bitte nur nur ein Blattschnippselchen raussuchen.


    Björn

  • Wichtig wäre auch, daß man anhand des Belegs den Wirt erkennen kann, also bitte nur nur ein Blattschnippselchen raussuchen.


    Björn

    Schade, nur ein Schnipselchen. Wieder nix mit Entsorgung des Müllsacks. Die Pflanzen sind so gut wie trocken. Daher gelingen mir auch keine anständigen Präparate. Ich such mal ein paar schöne Schnipsel raus. Die meisten „Bäumchen“ fand ich an den befallenen Knospen. Vermutlich findest du noch ungefähr 10 andere Phytos an den beklagenswerten Pflanzen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Claudia

    Zitat


    ?thumbnail=1

    Genau, so sollte das Schadbild aussehen. Abgestorbenes Pflanzenmaterial mit kleinen eingesenkten schwarzen Kügelchen :)


    Zitat


    513609-img-3343-jpeg

    Man sieht dort wieder die Sporen die zu einer Mycosphaerella passen könnte, aber es fehlt der Frk.

    Normalerweise hast du unter dem Deckglas die schwarzen Frk., die bei Druck aufplatzen und den Inhalt (Asci, Paraphysen) freilassen.

    Auf deinem Bild kann man verschiedene Sporen sehen, aber aufpassen, die Sporen sind nie (Ausnahmen sind nicht ausgeschlossen) grün.


    Beispielbild von Mycosphaerella isariphora

    510772-img-0069-fd-kompi-jpg


    Mycosphaerella kann schon hinkommen. Ein ganz böser Pilz! Der hat in Julia Kruses Buch (mein einziges zum Thema) keinen Einzug gefunden.

    Schwarze Punkte sind auf den Blättern, auch silbrige Beläge. Vernünftige Präparate hab ich nicht hinbekommen.

    Jeder Anfang ist schwer, aber wenn man erst einmal den Dreh raus hat, dann klappt das :)

    Und keine Sorge, die Welt der Mykologie wird dich immer wieder auf das Neue Überrachen ;)


    VG : Thorben

  • Oh je, arme Claudia,


    so phytoaffin ich auch bin, Phlox zählt zu meinen Lieblingspflanzen, weil meine Omi den so gern gemocht hat..

    Das tut mir leid, dass sie nun sterben ;(

    Um mal der Lösung des Problems näher zu kommen : Versuche doch mal Schachtelhalmsud oder Milchsprühe!

    Das hilft manchmal gegen den Pilz.

    Klar, wär es toll einen schönen Phytofund zu machen, aber bitte rette erst die Pflanze (sorry Björn, da bin ich bei Claudia).


    Grüßle und Daumendrück

    Sandra

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 )

  • Danke Sandra,

    nicht nur deine Omi, auch die Insekten lieben die Phloxe ganz besonders🥴. Ich hab ja auch einige für Insekten weniger interessante Pflanzen. Die kleinen Phloxe kompensieren das ein bisschen. Jetzt hab ich erst mal die befallenen Pflanzen abgeschnitten und dann schaun wir mal. Vermutlich werde ich alle möglichen Register ziehen. Manchmal denke ich, dass es der Fluch der bösen Tat ist. Ich fing an, mich mit Phytos anzufreunden.


    Das ist zwar Quatsch, aber im Moment nerven diese Phytos nur. Wenn du die kleinen Phloxe magst, weißt du, wie frustrierend es ist, endlich flächendeckende Bestände zu haben, dich auf die Blüten zu freuen und die dann an die Phytos zu verlieren.


    Ich bin dankbar für Thorbens Hinweise. Sie werden mir irgendwann sehr nützlich sein. Im Moment hat allerdings die Rettung der Bestände Priorität.


    Heute habe ich tatsächlich noch mal einen scharfen Blick auf die befallenen Pflänzchen geworfen und ein schönes, wie Werner angeregt hat, komplettes Pflänzchen mit Wiedererkennungswert mit falschem und vermutlich auch echtem Mehltau für Björn herausgesucht. Das lasse ich noch ein paar Tage trocknen. Dann geht es auf die Reise.


    Ich hoffe ja, dass sich die falschen Phloxmehltaue hierzulande versehentlich ausgebreitet haben und nicht etwa Nebenprodukte der St. Petersburger Trollfabriken sind. Wie auch immer. Ich bin ganz sicher, Björn wird die Pflänzchen unter Laborbedingungen, mindestens Sicherheitsstufe 3 begutachten und Emissionen in NRW verhindern.

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo Claudia,


    so wie ich das sehe, gibt das am Ende keinen Artikel in der Z. Mykol., sondern eher eine große Seite-1-Schlagzeile in der BILD: Russischer Bioterror in beschaulichem deutschen Garten!


    Björn

  • Hallo Claudia,


    so wie ich das sehe, gibt das am Ende keinen Artikel in der Z. Mykol., sondern eher eine große Seite-1-Schlagzeile in der BILD: Russischer Bioterror in beschaulichem deutschen Garten!


    Björn

    Ich bin am Boden zerstört!

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo Claudia,

    was für ein toller Garten!

    Im letzten Jahr konnte ich den Mehltau an den Gurken erfolgreich mit der Molke von selbstangesetzten Milchkefir bekämpfen.

    Herzliche Grüße

    Pilzkörble

    Pilzchips: 100 Startguthaben - 10 (Anmeldung APR 2022) + 7 (APR 2022) = 97

  • Hallo Claudia,

    was für ein toller Garten!

    Im letzten Jahr konnte ich den Mehltau an den Gurken erfolgreich mit der Molke von selbstangesetzten Milchkefir bekämpfen.

    Herzliche Grüße

    Pilzkörble

    Aber den Mehltau mikroskopiert und kartiert man doch anstatt ihn zu bekämpfen.

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Claudia,

    was für ein toller Garten!

    Im letzten Jahr konnte ich den Mehltau an den Gurken erfolgreich mit der Molke von selbstangesetzten Milchkefir bekämpfen.

    Herzliche Grüße

    Pilzkörble

    Danke Pilzkörble, ich bin dankbar für jeden Strohhalm. Mittlerweile kapiere ich, dass die Pflanze durch irgendetwas geschwächt sind. Sonst wären sie nicht so anfällig. Vielleicht muss ich sie mal richtig düngen. Ich werde mal ein schönes Gebräu aus Schachtelhalmsud und Brennesseljauche machen, ergänzt um eine Milchkefirbehandlung. Irgendwie muss die Kuh doch vom Eis wegkommen.


    Aber den Mehltau mikroskopiert und kartiert man doch anstatt ihn zu bekämpfen.

    Hallo Stefan,

    bei in Maßen vorkommendem Mehltau magst du Recht haben. Aber wenn er dir das Werk von ein paar Jahren Gartenarbeit komplett zerstört und dich um die Blüten deiner Blumen bringt, ist dir das Kartieren vollkommen wurscht. Da willst du einfach nur gesunde Pflanzen.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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