Hoffentlich Schmeterlingporling

Es gibt 39 Antworten in diesem Thema, welches 2.524 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von prawdziwek.

  • Hi.

    In der TCM haben Pilze eine Jahrtausende lange Tradition.

    Tradition begründet keine Wirksamkeit.


    Ling-Zhi, Ganoderma lucidum - North American Mycological Association

    Medicinal Fungi: Introduction - North American Mycological Association

    https://namyco.org/docs/Glass_Half_Full_With_Rev3x_TCM.pdf


    Lohnt sich eigentlich alles komplett zu lesen.


    Und die ganzen Studien, die so gemacht werden sind wichtig, aber größtenteils bedeutungslos was die Wirksamkeit am Menschen angeht. Als Beispiel: 90% von vielversprechenden in vitro Ergebnissen und Tierversuchen in der Krebsforschung werden nach Phase 1 Studien am Menschen direkt wieder in die Tonne gekloppt (das betrifft aber natürlich nicht nur Pilze).


    Die Schmetterlingstramete ist übrigens einer der wenigen Pilze, bei denen es auch die ein oder andere gut gemachte Studie gibt, die auf positive Effekte bei der komplementären Einnahme bei der Chemo hindeutet. Der Pilz heilt keinen Krebs, kann aber potentiell therapieunterstützend bei einigen Krebsarten helfen.


    Gegen Depressionen hilft der meines Wissens aber nicht, dafür gibt's aber ebenfalls vielversprechende Studien (am Menschen) mit Psilocybin-haltigen Pilzen (mindestens eine dürfte mittlerweile in Phase 3 sein). Da laufen auch in Deutschland bereits Studien, allerdings meine ich mich zu erinnern, dass die Anzahl der Interessenten die bereitgestellten Versuchsteilnahme-Plätze regelmäßig bei weitem übersteigt. Bevorzugt werden da wohl auch Leute mit schweren, therapieresistenten Depressionen rekrutiert.


    Disclaimer: Das soll jetzt keine Anleitung zum Selbstexperiment darstellen. Entsprechende Therapien sollten nur unter fachkundiger Anleitung und Begleitung eines geschulten Arztes erfolgen. Wenn die Ergebnisse weiterhin so positiv ausfallen und keine großen Nebenwirkungen entdeckt werden, denke ich aber, dass entsprechende Therapien zukünftig auch bei uns angeboten werden.


    Trotzdem alles Gute dir, prawdziwek!


    LG,

    Schupfi


  • Servus Schupfi,


    Psilocybin bzw. Psilocyin haben therapeutisches Potential,


    Anwendung in der Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Oktober 2018 hat die Food and Drug Administration (FDA) einer großen Studie über Psilocybin in der Therapie von behandlungsresistenten Depressionen den Status eines beschleunigten Studienprogramms verliehen.[34]

    Anfang 2020 gewährte die FDA den Status eines "beschleunigten Studienprogramms" auch einem Programm zur Behandlung von schweren Depressionen (major depression disorder [MDD]) mit Psilocybin. Eine Behandlungsresistenz ist hier keine Voraussetzung mehr für den Psilocybin-Einsatz in der Studie. Damit ist der Kreis der Patienten erheblich erweitert, die an der Studie teilnehmen dürfen.[35]


    In Foren waren bis 2018 Psilos bei der Bestimmung noch ein absolutes "no go". Hat sich 2019 geändert, war da etwas lästig, :gklimper:https://www.123pilze.de/000For…p?thread/7604-psilocybin/


    lgpeter

  • Hallo Zusammen,

    ich finde es immer sehr erfreulich, wenn einzelne Anfragen zu regen Diskussionen führen. Ich glaube, die verschiedenen Parteien sind gar nicht so weit auseinander. Wie ich es sehe, sind sich hier fast alle einig, dass es wissenschaftlicher Forschung und anerkannter klinisch-statistischer Verfahren bedarf, damit mit Fug und Recht davon zu sprechen, dass eine Substanz (z.B. ein Stoff, der in einer Pilzart vorkommt) regelhaft eine nicht unerhebliche Wirksamkeit bei der Heilung oder Linderung bestimmter Erkrankungen oder Symptome verursacht. Die Wirksamkeit muss messbar sein.

    Tradition ist keine zuverlässige Messmethode zur Feststellung von Wirksamkeit, aber Tradition kann dabei helfen, sinnvolle Vermutungen anzustellen, die man dann wissenschaftlich testen kann. Damit kann auch Tradition bei der Verwendung bestimmter Arzneien als Schritt im wissenschaftlichen Prozess begriffen werden - nur darf er bei ihr nicht enden. Daher gibt es, soweit ich weiß, zu einigen Pilzen auch wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Wirkstoffe in manchen Pilzen gegen bestimmte Leiden wirksam sind (die richtige Dosierung etc. vorausgesetzt). Das berühmteste Beispiel ist wohl das Penicillin.


    Zu Trametes versicolor habe ich vor allem finden können, dass es eine nachgewiesene klinische Wirksamkeit bei bestimmten Krebserkrankungen hat, vor Allem im Kombination mit anderen onkologischen Therapieformen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7277906/)


    prawdziwek: Zum Thema Depressionen gibt es aktuell ernsthafte Forschung, was den Igelstachelbar (Hericium erinaceus) betrifft. Hier gibt es eine solide wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit unterstützen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6982118/). Dies soll aber keine Empfehlung sein. Dafür kenne ich mich zu wenig aus. Der Fragensteller sollte jedoch erwägen, dass er sich in der Pilzart geirrt hat und bezüglich der Wirksamkeit des Igelstachelbartes seinen behandelnden Arzt konsultieren.


    Alles Gute!

  • Hallo,


    Tradition ist sehr wohl in der Naturwissenschaft von enormer Bedeutung.

    Warum? Tradition entspricht dem, was man in der Naturwissenschaft "Experiment" nennt. Hier ein sehr eingängiger Beitrag zum Verhältnis von Theorie und Experiment von Feynman (Nobel-Preisträger Physik)

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    Wenn ein bestimmtes Mittel (Pflanze, Pilz, Behandlung etc.) hilft, wird es weiterempfohlen. Wenn nicht, dann nicht. Zahlungen von Lobbyisten kann man für den fraglichen Zeitraum ausschließen. Wenn die Tradition also sagt, dass ein bestimmtes Mittel diese oder jene Wirkung hat, baut diese auf langjährigem Experiment, vulgo Erfahrung, auf. Dass andererseits die pharmazeutische Branche nicht in der Lage ist einen Wirkstoff zu isolieren, heißt nicht, dass es diese Wirkung nicht gibt. Zumal die Möglichkeit besteht, dass die pharmakologische Wirkung nicht auf einem EINZIGEN Wirkstoff, sondern aus der Kombination von 2 oder mehr Stoffen beruht - etwas, dass man schwer modellieren kann.


    LG, Bernd

  • Hallo,


    bei der wissenschaftlichen Forschung geht es aber meist nur um den Wirkstoff und nicht um den produzierenden Pilz. Die potentielle Wirkstoff wird vielfach leicht modifiziert eingesetzt um ihn gezielt und wohldosiert an die richtige Stelle zu bringen. Das ist beim Verzehr von wirkstoffhaltigen Pilzen mitunter aber nicht so der Fall. Ergänzend zu einer konventionellen Behandlung kann eine zusätzliche Einnahme von Pilzen sogar gefährlich werden, wenn ein Wirkstoff dann quasi das Immunsystem dann ganz zum Erliegen bringt. Eine antibakterielle Wirkung an der falschen Stelle kann das bionische System des Körpers auch erheblich stören. Ein gesunder Körper sollte am besten gar nicht so sehr mit den erhältlichen oder heilsversprechenden Mittelchen traktiert werden.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Das "Experiment" Tradition erfüllt einfach nicht die Anforderungen (z.B. doppelblind-kontrollierte Kohortenstudien), die in der wissenschaftlichen Praxis an Experimente am Menschen gestellt werden. Und wenn etwas in der Tradition als wirksam überliefert wird, durch Studien aber nicht nachgewiesen werden kann, ist es wahrscheinlicher, dass die Tradition großer Quatsch ist als, dass die wissenschaftliche Methodik fehlerhaft war... Gerade bei medizinischen Studien mit so simplen Designs wie Kohorte A nimmt Pilz x ein und Kohorte B nicht ist nicht so viel Spielraum für wissenschaftliche Fehler.

  • Hallo Stefan,


    bei der wissenschaftlichen Forschung geht es um Wissenschaft (also zumindest war das früher so). Ob dieses zu schaffende Wissen sich nun auf die Wirksamkeit einer komplexen Substanz bezieht, oder die eines einzelnen Wirkstoffs, ist dabei egal - beides kann Gegenstand von Wissenschaft sein. Nur dass der letztere Fall wissenschaftlich etwas einfacher zu handhaben und vor allem eher wirtschaftlich zu nutzen (Patente) ist, was wiederum der Wissenschaftsfinanzierung zuträglich ist, weswegen die aktuelle Wissenschaft sich vorrangig mit solchen Themen beschäftigt.


    Dass es bei einer langjährigen Testreihe (vulgo "Tradition") aufgefallen wäre, wenn ein bestimmtes Etwas (etwa "Schwammerl XY") mehr schadet als nutzt, leuchtet Dir aber ein? Bei den "heilversprechenden", "angepriesenen", "unerprobten" Mittelchen, die man lieber meiden sollte, muss ich Dir beipflichten, auch dem Vertrauen auf den gesunden Körper und sein natürliches Immunsystem. Allein, da sehe ich die Verkäufer von Pilzmittelchen bestenfalls als Kleinstganoven.


    LG, Bernd

  • Dass es bei einer langjährigen Testreihe (vulgo "Tradition") aufgefallen wäre, wenn ein bestimmtes Etwas (etwa "Schwammerl XY") mehr schadet als nutzt, leuchtet Dir aber ein?

    Das kann man so nicht sagen. Das Studiendesign Tradition ist einfach nicht vergleichbar mit modernen Kohortenstudien...

  • Hallo,


    ich sehe besonders das Problem der Selbstmedikation mit Pilzen und Pflanzen durch Leidensträger, die meist gar keine Leiden haben, aber im Fund eines Chaga die Garantie auf ein 100-jähriges Leben sehen.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • Hi.

    Tradition entspricht dem, was man in der Naturwissenschaft "Experiment" nennt.

    Steile These.

    Hier gibt es eine solide wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit unterstützen

    Wenn ich mir da den relevanten Punkt 3.2 anschaue würde ich da nicht draus folgern, dass das eine Wirksamkeit unterstützt... Das ist eher eine Übersichtsarbeit, die sich selbst eingestehen muss, dass die Studien, die dazu vorliegen arge Defizite aufweisen auch wenn die Conclusion ganz anders klingt. Die "Studie" von Inanaga (2014) in einem Paper überhaupt zu erwähnen, wäre mir persönlich peinlich.


    Habicht

    Ja, Psilocybin ist sehr vielversprechend und wir sind da wie gesagt auf einem guten Weg zur hoffentlich baldigen Zulassung. Wünschenswert wäre es für alle von Depression betroffenen. Wenn die FDA da schon die Zielgruppe breiter fasst, umso besser, auch bei uns ist der Bedarf definitiv da. Ich versuche da durchaus einigermaßen up-to-date zu bleiben, weil ich mit Betroffenen arbeite. Ketamin war da vor gar nicht allzu langer Zeit ja auch der heiße Scheiß, weil es sehr schnell wirkt, dafür aber halt leider nicht allzu lange vorhält. Auch da besteht aber wohl weiterhin Forschungsbedarf, das betrifft ja nicht nur die Pilze.


    Dein Link funktioniert bei mir allerdings nicht.


    LG.


  • Hi,


    https://www.123pilze.de/000Forum/board/index.php?board/54-zauberpilze-magic-mushrooms-psilos-psilocybinhaltige-pilze/


    lgpeter

  • Griaß eich,


    Jürgen Guthmann, Heilende Pilze, Seite 9,


    Zitat

    WICHTIGE HINWEISE

    KREBSERKRANKUNGEN UND HEILZPILZE


    Pilze, daraus hergestelltes Pulver oder Extrakte sind keine Heilmittel gegen Krebserkrankungen!




    Servus Stefan,


    kennst du persönlich solche Leidensträger? Sehende, die auf Grund des Chaga's auf ein 100-jähriges Leben setzen?


    @ Liebe alle,

    wer von euch hat sich die 'Heilende Pilze' gekauft und in dieses Buch bereits die Nase hineingesteckt?


    lgpeter

  • Zauberpilze, Magic Mushrooms, Psilos, Psilocybinhaltige Pilze

    sind im 123pilze ein Unterforum, da geht nix mit hier rein kopieren. Pablo könnte es hier freigeben, ist Mod in beiden Foren.


    lgpeter

  • Hallo Zusammen,

    Mir stehen die Tränen im Augen, wenn ich sehe wie viele Menschen, gute Menschen, mit meinem

    Leiden auf den Hilfsbereitschaftplatz geholt habe. Es ist so wie es ist, und irgendwie wird weiter gehen. Zur Zeit habe ich für mich Lavendel und Thymian Tee in starken Portionen als Erleichterung angefreundet. Es ist irgendwie anders. Aber nicht schlechter, eher leicht besser.

    LG

    Peter