Saccobolus quadrisporus

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 756 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthaeus.

  • Grüß Euch Alle,

    eigentlich stelle ich keine Funde ein, die klar sind, aber da war ein Saccobolus quadrisporus auf der Rinderdunglieferung von Meike und Michael von den Rieselfeldern bei Münster, die ich als Vergleich zu den Rinderdungproben aus dem Lainzer Tiergarten untersuche. Hier vielleicht interessant, daß die Sporencluster an den Polen jeweils mit einer Gelkappe versehen sind. Das wird in der Literatur nicht immer so berichtet.

    Bei einem Foto ist ein Ascobolus albidus dabei, der den Betrachter nicht stören sollte.


    LG

    Matthaeus

  • Hallo Björn,

    Da musst du Irmgard fragen. Ich darf Material aus diesem Projekt nicht weitergeben. Der Dung ist schon "alt", eventuell ist aber trotzdem noch was da. Belege sind bei Irmgard.

    Weil dieser Fund von Meike und Michael aus Deutschland (Rieselfelder bei Münster, aufgesammelt mit Genehmigung) ist, habe ich ihn hier eingestellt, damit er in die Datenbank einfließen kann.


    LG Matthaeus

  • Hallo Björn,

    Da musst du Irmgard fragen. Ich darf Material aus diesem Projekt nicht weitergeben. Der Dung ist schon "alt", eventuell ist aber trotzdem noch was da. Belege sind bei Irmgard.

    Weil dieser Fund von Meike und Michael aus Deutschland (Rieselfelder bei Münster, aufgesammelt mit Genehmigung) ist, habe ich ihn hier eingestellt, damit er in die Datenbank einfließen kann.


    LG Matthaeus

    Irmgard Greilhuber meinst du?

  • Hallo Matthaeus,

    danke fürs Einstellen dieses Superfundes! :thumbup:

    Wann sieht man schon einmal einen viersporigen Saccobolus!

    Ich hätte nie gedacht, dass diese Art in Deutschland vorkommt.


    LG, Nobi

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74 - 5 Macrocystidia-Wette = 69 - 10 APR 2021 = 59

  • Hallo Nobi,


    habe mich über die Aufsammlung von Meike und Michael auch sehr gefreut! Da habe ich sehr gestaunt. Seltene Arten sind noch da, aber leider oft nur mehr in Naturschutzgebieten.


    LG, Matthaeus

  • Hallo Matthaeus,


    ich muss da nochmal nachhaken.

    Habe über Ascofrance.com gerade die Arbeit von Dissing (1987) entdeckt, wo er drei viersporige Saccobolus-Arten vorstellt.

    Zumindest mit Saccobolus groenlandicus ist eine dem Saccobolus quadrisporus nahestehende Art dabei.


    Laut Dissing waren 1987 mit dem Typus (1900) und einem Fund von Eckblad (1968) gerade einmal zwei Funde von quadrisporus bekannt.

    Er nennt ein Beispiel von 1983, wo sich während einer Studie auf Grönland 18 von 20 Saccobolus-Aufsammlungen an Weißwangengans-Dung als groenlandicus herausstellten, und lediglich zwei als quadrisporus. Zumindest da scheint also groenlandicus häufiger zu sein!


    Hast Du die Asci-, Cluster- und Sporenmaße mit groenlandicus verglichen?

    Leider nennst Du die Maße nicht und der Skala will ich nicht so recht trauen.


    LG, Nobi

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  • Hallo Nobi,


    erstmal vielen Dank für die Arbeit von Dissing!

    Leider habe ich kein frisches Material mehr, aber etwas Rest-Getrocknetes. Den besten Beleg hat Irmgard. Sie könnte auch nachmessen oder gegebenfalls sequenzieren.

    Sequenzieren wäre sicherlich sehr interessant.

    Der Dung aus den Rieselfeldern (Sammlung von Meike und Michael vom 30.03.2022) ist noch bei mir, aber dort wachsen inzwischen 20 Kleine Mist-Hasenpfoten.

    Saccoboli sind längst von Insekten weggefressen. Heute habe ich wieder viele Fliegen aus dieser Probe in die Freiheit entlassen.

    Ich habe folgende Daten aus meiner heutigen Nachmessung:

    Einzelsporen ohne Ornament: 19 - 21 x 8 - 9,5 µm; 10 Messungen.

    Einzelsporen mit Ornament: 20 - 22 x 10 - 10,5 µm; 10 Messungen

    Sporencluster: 48 - 52 x 17 - 18 µm; 10 Messungen

    Bei frischem Material habe ich ein paar Asci mit ca. 150 x 25 - 30 µm gemessen. Ascusbasis mit Haken, aber das ist eine Banalität. Die hyalinen Paraphysen mehrfach septiert, an der Spitze nur wenig verdickt.

    Die frischen Sporencluster habe ich mit 47 - 50 x 14 - 16 µm notiert. An den Polen der Sporencluster konnte ich in Wasser deutlich jeweils eine Gelkappe beobachten.

    Das ist aber auch das Merkmal, das Dissing in der hier zitierten Arbeit bei S. quadrisporus besonders hervorhebt.

    Bei S. groenlandicus haben die Sporencluster dagegen lt. Dissing nur eine große seitliche Gelkappe.

    Den Unterschied was die Breite im Vergleich zur meiner ersten Messung bei Frischmaterial betrifft, kann ich jetzt nicht erklären. Hängt eventuell mit dem Reifegrad der Sporen zusammen.

    Meine Objektive habe ich seinerzeit mit dem Objektmikrometer kalibriert. Verwenden tu ich am Zeiss Axioskop ein Zeiss Neofluar 100x N.A. 1,30 und ein Zeiss Planapochromat 100x N.A. 1,4, beide Objektive sind unendlich Optik.

    Nach meinem Dafürhalten gehört der Fund von Meike und Michael zu Saccobolus quadrisporus. Die Länge der Sporencluster passt und vor allem passen die Gelkappen an den Polen.

    Was mich verwundert, ist der Rinderdung. S. quadrisporus wurde lt. Literatur bisher fast ausschließlich auf Enten/Gänse-Dung gefunden. Aus diesem Grund habe ich bei Meike und Michael extra noch einmal nachgefragt. Sie haben mir glaubhaft versichert, daß sie eine Probe von einem großen "Fladen" entnommen haben. Die Konsistenz dieses Dunges war frisch sehr fein, cremig, ähnlich wie eine Leberpastete ohne grobe Pflanzenfasern. Nun ja, ich war nicht vor Ort.

    Meike und Michael werden frischen Dung aus den Rieselfeldern auch Björn Wergen schicken. Die Möglichkeit, daß S. quadrisporus darauf wieder fruktifizieren wird, ist wahrscheinlich.

    Björn Wergen wird sicher noch mehr Merkmale herausfiltern.


    LG Matthaeus

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Matthaeus! :)


    Aufgrund der genannten Maße und der zwei polaren Gelkappen an den Sporenbündeln habe ich nunmehr keine Zweifel an Saccobolus quadrisporus.

    Sehr schön kann man die Gelkappen auf den Bildern 4 und 5 sehen!

    Ein weiteres charakteristisches Merkmal für quadrisporus ist wohl die Tatsache, dass die Außenseite der Sporen aus kräftigen nahezu zusammenfließenden Warzen besteht, während die durch eine weißliche Linie deutlich getrennte Innenseite nahezu glatt ist. Auf Bild 3 kann man das schön sehen.

    Was mich verwundert, ist der Rinderdung.

    Das ist in der Tat merkwürdig. Nun zumindest gibt es auf den Rieselfelder von Münster auch Weißwangen- und Kanadagänse.

    Möglicherweise kam der Saccobolus ursprünglich ja auf dem Gänsekot vor und ist von diesem Substrat auf den Rinderdung "übergewechselt"?

    Aber das ist natürlich lediglich eine Spekulation.


    LG, Nobi

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