Pseudeurotium ovale

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 327 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthaeus.

  • Hallo Alle zusammen,


    ich bin neu hier und kenne mich bei Euch noch nicht so aus. Auf jeden Fall brauche ich jemand, der mir bei der Bestimmung eines Dungpilzes helfen möchte.

    Auf Kuh-Dung habe ich schwarze Kugeln gefunden, die ich zuerst einmal für mich privat ganz sicher als Pseudeurotium ovale bestimmt habe. Jetzt, wo ich die Pilze zum anschauen hergebe,

    habe ich Zweifel bekommen.

    Die schwarzbraunen Chleistothecien ohne Papille oder Mündung haben einen Durchmesser von ca. 200 µm . Das Excipulum zeigt eine textura angularis.

    Die Asci rundlich 12-17 µm im Durchmesser. Die eiförmigen Ascosporen 5-6 (7) x 4-5 µm, scheinbar ohne Keimporus, zumindest in Kongo und Baumwollblau. In Lugol zeigen die Sporen allerdings eine Riesenöffnung,

    die nur ein Keimporus sein kann. In Baumwollblau haben die reifen Sporen De Bary bubbles, was dann aber nicht mehr Pseudeurotium sein kann, sondern in Richtung Coprotiella geht.

    Die Gattung Cleisthothelebolus kann ich wegen der Excipulum-Struktur ausschließen. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen, ich habe da keine richtige Idee.


    Danke schon einmal!

    Matthaeus

  • Hallo Matthaeus,

    erst einmal möchte ich Dich herzlich willkommen heißen im Pilzforum.eu!

    (welcome)
    Schön, dass Du hierher gefunden hast!

    Vielleicht stellst Du Dich noch ein wenig vor, das macht die Kommunikation einfacher. Dafür gibt es ein eigenes Unterforum.

    Wie Du sicher bemerkt hast, beschäftigen sich hier einige User +/- intensiv mit Dungpilzen und viele Anfragen können im Team beantwortet werden.

    Auf Kuh-Dung habe ich schwarze Kugeln gefunden, die ich zuerst einmal für mich privat ganz sicher als Pseudeurotium ovale bestimmt habe.

    Pseudeurotium ovale scheint mir aus der Ferne eine gute Option.

    Verglichen mit der Originalbeschreibung von Amelia C. Stolk passt das recht gut.

    Sowohl Sporengröße als auch die reif olivfarbenen Sporen kommen gut hin.

    Natürlich sind die de Bary bubbles eindeutig - doch wo steht, dass Pseudeurotium ovale keine haben darf?

    Die von Dir beobachteten Keimporen halte ich eher für durch Lugol hervorgerufene "Beschädigungen" der Sporen.

    Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen, ich habe da keine richtige Idee.

    Wirklich helfen kann ich nicht, dafür habe ich selbst zuwenig von diesen winzigen cleistocarpen Arten untersucht.

    Einen ähnlichen Fund mit etwas kleineren Sporen habe ich mit Peter Welt einst als Pseudeurotium cf. ovale publiziert. Aber ob das stimmt?

    Die von Dir vermutete Gattung Coprotiella möchte ich ausschließen, auch wenn da de Bary bubbles vorkommen.

    Deren Fruchtkörper sind jedoch nach der Gattungsdiagnose von Jeng & Krug cremefarben bis gelblich und die Sporen hyalin.


    Tut mir leid, dass ich Dir hier nicht wirklich helfen konnte!

    Aber das war schon eine krasse Erstanfrage, die mir mal wieder meine Grenzen aufgezeigt hat! :rolleyes:


    LG, Nobi

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  • Hallo Nobi,


    Herzlichen Dank für die Kommentierung meiner Auffindung, das war schon mehr als ich erhofft habe!

    Ich habe eigentlich auch vermutet, daß die vermeintlichen Keimporen durch das Medium verursachte Artefakte sein müssten. Die Sporen

    dürften noch nicht vollreif sein, was die blassgelbe Farbe vermuten lässt. Das war ein persönlicher Erstfund, weshalb ich eigentlich recht

    viel mit Reagenzien ausprobiert habe, um eventuelle in Wasser nicht sichtbare Merkmale herauszuholen. Ich werde den Fund wegen der etwas

    abweichenden Sporengröße erst einmal als Pseudeurotium cf. ovale ablegen und den Beleg nach Wien zu Irmgard schicken. Der Beleg ist ja

    als "Fremdvergleich aus der Stalltierhaltung" Teil der Erhebung der Artenvielfalt im Wildrindergehege Lainzer Tiergarten, ein Projekt, an dem ich

    mit Irmgard und anderen Mitstreitern teilnehme.


    LG, Matthaeus